3 Wettkämpfe in einer Woche - stecken wir mitten in der Wettkampfsaison?

verfasst von uns beiden am 30.09.2018

 

Im Herbst sollte es doch einmal etwas ruhiger werden? Könnte es, aber nicht bei Tab-Di! Dinu z.B. trainierte am Montag mit einem Kollegen wieder einmal auf den Inlines (nachdem die Inlinesaison abgeschlossen ist) und am Dienstag besuchten wir am Abend die allwöchentlichen Bikerunde mit Velovirus. In der Dunkelheit wurde es deutlich kühler wie am Nachmittag – Tabea begann zu frieren – die kalten Temperaturen sind wir uns noch nicht ganz so gewohnt. Und das Biken in der Nacht macht uns irgendwie nicht so Spass. Am Mittwoch stand die Gurtengredi auf dem Programm. Tabea startete und konnte ihre Bestzeit um über 45 Sekunden verbessern. Sie war damit sehr zufrieden, denn während des Laufes hatte sie das Gefühl, eine sehr schlechte Zeit zu laufen… Nach 11min42sek war sie oben – ziemlich totkaputt. Dieser Anlass können wir wärmstens weiterempfehlen! Oben gabs wie immer Kuchen, denn der Slogan heisst ja auch: «Ufe zum Chueche». Dinu ging stattdessen an den Match. Nicht etwa Hockey, nein, Fussballmatch! Er ist allerdings nicht plötzlich Fussball- oder YB-Fan geworden, nein, er war als Serviceaushilfe engagiert worden und absolvierte dort wohl mehrere Kilometer. Er fand hinterher, dass es immer wieder frustrierend sei, zu sehen, wie viele Lebensmittel an solchen Abenden weggeworfen werden!

 

Donnerstag: Tabea fuhr mit Daniela über den Chasseral und den Chaumont. Nach dem Lauf am Wochenende über den Weissenstein und die Röti am Donnertsag dann der Chasseral – und das sollte nicht der letzte Berg im Jura gewesen sein für diese Woche.

Am Freitag war das Wetter immer noch gut, daher konnte es Tabea nicht lassen, in der Mittagspause mit einem Kollege kurz um den Murtensee zu fahren. 85km/800hm/Schnitt 30km/h. Am Abend war dann das grosse Fest des 3athlon-Clubs angesagt. Dinu war aktiv beim Musikquizz und brachte dank dem 2. Platz einen Preis nach Hause – er sollte mehr Musikhören und weniger trainieren. Er fand allerdings, er sei wohl nun Hiphopper geworden – gepunktet hatte er beim Interpreten und Songtitelraten mit Fanta4 mit Troy und Jan Delay (und dann noch Liquido……).

Samstag: Zuerst leitete Dinu eine Spinninglektion, dabei machte er mit der Gruppe eine virtuelle Ausfahrt über den Weissenstein – zum Glück nur virtuell. Denn danach radelten wir bei starkem Gegenwind ins Limpachtal. In Messen wollten wir an einem Paarzeitfahren starten. Den Unterschied zwischen Triathleten und den Zeitfahrspezialisten war nicht nur bei den Fahrrädern ersichtlich. Es hiess: Startnummer rechts montieren. Unsere waren am rechten Oberschenkel vorne, die Radfahrer hatten die Nr. hinten montiert. Für uns kein Problem, wir hatten die Nummer an einem Startnummernband montiert während die Zeitfahrer die Nummer am Trikot befestigt hatten – aerodynamischer.

Ein Paar meinte: «mer fahre nume zum Spass, mer wärde sicher letscht» – Tabea antwortete dann, dass wir das erste Mal sowas machen und auch nur zum Spass starten würden. Nach einem Viertel der Strecke hatten wir die beiden, sie waren eine Minute vor uns gestartet, dann überholt…… Wir mussten 2 Runden a 12,5km fahren, ein starker Wind wehte! Tabea wollte jede Minute wechseln und meinte noch, dass bei dem starken Wind Dinu sicher schneller sein würde und mehr führen sollte. Also übernahm Dinu am Anfang etwas mehr Führungsarbeit. Nach ca. einem Viertel der Strecke wurde Tabea aber immer wie schneller, Dinu musste immer wieder nach vorne rufen «langsamer». Einmal war sie sicher 10m voraus – Paarzeitfahren wurde beinahe zum Wettkampf gegeneinander. Dinu war schlussendlich fix und fertig, seine Beine brannten stark und die Heimfahrt wurde zur Tortour – Tabea baute einen Umweg mit etwas mehr Höhenmetern ein….. Im Rennen führte Tabea wohl etwa 80% der Strecke, Dinu den Rest. Tabea behauptete danach, das liege NUR am Velo, Dinu fand, das liege auch am Trainingszustand. Dinu hatte sein normales Rennrad dabei! (Anmerkung Tabea: Ich war mit dem Triathlonrad am Start, welches natürlich viel aerodynamischer als das Rennvelo von Dinu ist… Aus diesem Grund war ich auch schneller und hatte den Vorteil der Aerodynamik)

Mit den Aussagen vor und nach dem Rennen zeigt Tabea wieder, dass sie nicht daran glaubt, wie fit sie im Moment ist! Trotz all ihrer Erfolge, sie zweifelt immer wieder einmal etwas an ihren Fähigkeiten – wir arbeiten daran. Schlussendlich landeten wir auf dem 5. Rang der 11 gestarteten Paare! Wir konnten zwar etwas davon profitieren, dass bei den Paaren pro Frau, die im Team ist, 10% der Zeit abgezogen werden (bei einem reinen Frauen Paar also 20%, bei uns 10%). Obwohl ja bei uns der Mann der schwächere Part war

Am Sonntag trennten sich unsere Wege – Dinu flog für 3 Tage an einen Diabetes-Kongress in Berlin, Tabea startete an der Juratop-Tour und wollte nochmals auf einen weiteren Juragipfel rennen. Da sie Chancen hatte, in der Jahreswertung aufs Podest zu kommen, war der Lauf doch noch recht wichtig für sie. So wichtig, dass sie sich am Vortag ja geschont hatte.

 

Bericht Tabea Sonntag:

 

Ich konnte es mir nicht nehmen lassen mein Rennrad mit zum letzten Juratoptourlauf zu nehmen. Dank eines Kollegen konnte ich das Rad im Auto mitnehmen. Der Start war mitten im Jura in Malleray. Gelaufen wurde auf den Moron 11.8km und 850hm. Der Start erfolgte um 9.30 und es ging gerade richtig zur Sache. Die ersten 3km gingen nämlich ordentlich hoch. Dann folgten 3km abwärts/coupiert und da hat es mir dummerweise die vordere Oberschenkelmuskulatur zerschlagen. Es fühlte sich an, wie wenn ich einen Marathon gelaufen wäre. Ich hatte keine Ahnung, warum mir das jetzt passierte… Ich versuchte dann so gut es ging, die 3 eher flacheren Kilometer hinter mich zu bringen. Danach gings nochmals 6km hoch. Diese waren vorwiegend auf Kies-/Waldwegen. Selten wurde es flacher. Irgendwie lösten sich dann die Oberschenkel wieder und ich konnte einigermassen normal laufen und mich so richtig ausquetschen. Mit 1h13 kam ich dann völlig kaputt oben an und war äusserst zufrieden mit der Zeit! Es reichte dann auf den 5. Platz. Dies war der letzte Lauf der Juratoptour und ich bin in der Jahreswertung auf Platz 1 meiner Altersklasse gelandet! Ich bin damit mehr als zufrieden! Im Moment läuft es bei mir echt gut und dies Ende Saison. Vielleicht liegt es einfach auch daran, dass ich entspannt an all die Sachen herangehe. Ich habe ja nichts mehr zu verlieren. Die Pause naht😊. Nach einer etwas längeren Pause oben gings dann joggend wieder runter auf dem direktesten Weg. 4km können die Hölle sein, wenn jeder Schritt der vorderen Oberschenkelmuskulatur weh tut! Ich konnte mir kaum vorstellen, noch mit dem Rad nach Hause zu fahren. Zuvor habe ich mir 3 Varianten überlegt fürs nach Hause fahren. Die kürzeste würde direkt via Soncebonz nach Biel gehen. Die mittlere Distanz wäre über den Grenchenberg gegangen und die längste Variante über den Chasseral. Natürlich entschied ich mich für den Chasseral und so fuhr ich im Grundlagenbereich auf den Berg und nach Hause. So kamen nochmals 85km und 1300hm zusammen.
3 Wettkämpfe in einer Woche und jeder lief fantastisch! Ich bin mehr als zufrieden damit!

 

Dinu schreibt ja immer wieder über seine Abenteuer mit Diabetes. So wurde gerade ein Bericht über seinen 100km-Lauf in Zusammenhang mit Diabetes veröffentlicht, den ihr hier nachlesen könnt.

Mehr geht immer....

verfasst von uns beiden am 23.09.2018

In der letzten Woche hat Tabea wie immer viel trainiert. Aktuell hört sie oft die Frage, warum sie noch so viel trainiere. Sie schmunzelt da jeweils, denn der Hauptgrund lautet: weils Spass macht! Braucht es immer Wettkämpfe, damit man trainiert?! Für Tabea auf jedenfall nicht.

Dinu hatte eine etwas ruhigere Sportwoche, da er viel arbeitete. Bei ihm kamen gerade 45min Lauftraining zusammen. Tabea's Highlight war eine mehrstündige Radtour, welche über den Grenchenberg, Scheltenpass und dann über den Hauenstein nach Olten führte. Wobei Highlight vielleicht etwas der falsche Ausdruck ist. Denn es war mal wieder so ein Training, wo die Beine einfach nicht in Schwung kommen wollten:-).

Am Samstagmorgen stand ein Lauftraining im Solothurner Jura auf dem Programm. Eine Woche zuvor fand Tabea: Du kennst dich dort gut aus, heck du eine Route aus. Am Donnerstag warf dann Tabea Dinus Pläne über den Haufen. Wahrscheinlich hatte sie Angst, dass das Training zu kurz oder zu soft werden würde. Denn Tabea's Tour hatte es ordentlich in sich. Die Wege waren richtig steil und hatten mehrere Passagen in sich, welche man auf allen vieren hochklettern musste. Der Weg war auch sehr verlassen, teilweise sah man den Weg kaum, dafür wars wunderschön. Nach etwas mehr als 3h hatten wir die Route via Weissenstein und Röti beendet und sprangen kurz darauf nochmals in die Aare.
Am Sonntagmorgen hatten wir beide ordentlich Muskelkater. Wahrscheinlich vom ungewohnten runterlaufen. Kurz vor 10 Uhr wurden wir von 2 Kollegen auf eine 120km Velotour abgeholt. Via Moosegg gings los. Doch kurz vor dem Schallenberg mussten wir unsere Route anpassen, wegen einem Töffrennen, radelten wir via Eriz nach Sigriswil. Dort gings weiter via Beatenberg, Interlaken und dann nach Bern. Der starke Gegenwind machte uns ordentlich zu schaffen. Doch dank einem starken Fahrer, welcher die meiste Führungsarbeit übernahm, hatten wir auf dieser Strecke einen Schnitt von knapp 27km/h. Die Strecke wurde dann doch etwas länger: 167km und 2400hm.

 

Belpathlon

verfasst von uns Beiden am 16. und 17. September 2018
Bericht Tabea

Zum xten-Mal war ich am Belpathlon als Single am Start. Ich fühlte mich komischerweise nicht wirklich gut, hatte wiederum Bauchstechen und sonstige Magen-Darmprobleme und das bereits seit 2 Tagen. Ich fühlte mich aber eigentlich nicht angespannt oder nervös, denn was hätte ich auch zu verlieren bei diesem Wettkampf. Es waren nur 3 Frauen

gemeldet. Bei Barbara Bracher wusste ich, dass sie schneller sein würde und die

andere Frau kannte ich nicht. Somit war bereits klar, dass ich zweite oder dritte werden würde. Eigentlich schade, waren nicht mehr vor Ort. Ich denke, mich hätte das mehr gepusht noch mehr zu geben. Beim Inlinen gings dann gerade richtig zur Sache. Ich kam aber für meine Verhältnisse recht gut in der Wechselzone an. Beim Biken litt ich bedeutend mehr. Die Aufstiege waren länger wie erwartet, da die Strecke seit meiner letzten Teilnahme stark abgeändert worden war. Die Singletrails waren alle gut fahrbar. Dass ich Dinu bereits auf dem Bike überholen würde, mit dem hätte ich nicht gerechnet. Aber man muss auch sagen, dass er noch ein MTB mit 26 Zollrädern hat, also deutlich kleinere, wie ich sie fahre..…Fast gleichzeitig wie Barbara Bracher (Singlefrau) kam ich in

der Wechselzone an. Das erstaunte mich wirklich. Dann kam die Rennraddisziplin.

Eigentlich hatte ich im Vorfeld entschieden, mit dem Rennrad zu fahren. In der

Nacht auf Samstag muss ich wohl einen Traum gehabt habe, jedenfalls packte ich

spontan das Triathlonrad ein. Ob es mir einen Vorteil bringen würde, wusste ich

nicht sicher. No risk no fun, ich hatte ja nichts zu verlieren. Und Tri-Rad fahren muss ich definitiv noch üben, warum also nicht auch gerade am Belpathlon. Bis auf die 2 Belpbergsteigungen hatte ich bestimmt einen Vorteil auf meinem „Ferrari“. Ab Gerzensee geht es praktisch nur noch runter und flach, jedoch gab es viel Wind. Und ich hatte Pech und musste alles alleine fahren.

Daher war ich sehr froh, mich fürs Trirad entschieden zu haben, da dieses viel

aerodynamischer ist. Aber ob ich wirklich schneller war auf dem Trirad im Vergleich zu Rennvelofahrern, weiss ich bis heute nicht. Die meisten fuhren Rennrad…. Beim Laufen litt ich nur einmal. Es war heiss, meine Beine schwer und mein Puls entgleiste mir nach oben. Nach gut einer Stunde und 11km kam ich dann im Ziel an und wurde 2. Frau. Barbara war 6min schneller und dies vorallem auf dem Rennrad. Bei allen anderen Disziplinen waren wir praktisch gleich schnell….

Naja, Rennrad trainiere ich am meisten, es ist aber noch immer nicht meine beste Disziplin….leider.

Dennoch bin ich mit dem Resultat sehr zufrieden. Ich hatte dieses Jahr viele tolle Wettkämpfe gemacht und es ist nicht selbstverständlich, konnte ich auch jetzt noch ein solch gutes Resultat abliefern.

Dinus Ergänzungen:

  • Mein neues Rennvelo ist brutal schnell! So schnell, dass selbst die Murmeltiere überrascht waren! Am Julierpass am letzten Dienstag sahen sie mich von weitem kommen, dachten: «Dr Dinu chunt weder, mer hei no gnue Zyt» und tatsächlich sah ich 2x ein Murmeltier aus knapp einem Meter Entfernung! Mein Velo ist aber auch so schnell, dass Tabea vor dem Belpathlon fand: Auso mit däm neue Velo wird i ke Chance ha, e wirde di sicher ned ihole! Ich behaupte aber, die Murmelis sind aussagekräftiger wie Tabeas Einschätzung…..

  • Nach ca 9km auf der Bikestrecke hörte ich jemand hinter mir sagen: Aha, ok, doch, hätti ned dänkt… Tabea, die mich eingeholt hatte!

  • Ich habe gehört, dass ein Powernap (kurzesHinlegen) leistungssteigernd sein – darum habe ich mich auf der Bikestrecke(schwammige Abfahrt mit Überholmanöver) und auf der Laufstrecke (Anhängen am eigenen Schuhbändel….) jeweils kurz hingelegt. Ich fands aber nicht leistungssteigern und die Hand tut mir jetzt noch weh...

  • Auf der Laufstrecke, ich muss noch ca. 6 km laufen,Tabea kommt mir entgegen und muss noch ca 4,5 km laufen. Sie meint: «Jetz housch mi de grad uf!» Logo, ich hole noch 1,5 km Rückstand auf……

  • Tabea am Morgen: «Ich habe seit gestern Bauchweh und Durchfall». Ich habe nachgefragt, obs an der Nervosität liege, sie meint: «Nei, esch irgend öppis angers». «Ok, auso ou öppis angers, glich wies am Celtman,Norseman, Inferno und vorem Inlinerönnen ou ööpis angers esch gse?». «Jo, eg be emu ned nervös! E ha äuä gester öppis fausches gässe»

  • Gebt mir Inlines, dann kanns los gehen! Nach dem Inlineskaten war ich auf Rang 4 aller Singles, bei den Couples waren 5 Skater schneller, bei den Teams war niemand schneller. Ab da gings nur noch bergab……. Allerdings muss auch gesagt werden, dass alle schnellen Inliner in Berlin am Inlinemarathon am Start waren!

  • Wir waren bei der Rangverkündigung, die ersten 10 Herren wurden prämiert, echt grosszügig! Ich war auf Rang 13 klassiert, also nicht preisberechtigt. Nach diesen ersten 10 (werden als «Elite» klassiert) kamen die Alterskategorien – allerdings sind da die schnellsten 10 nicht mehr dabei! Dadurch wurde ich als 2. in meiner AK auch noch aufs Podest gerufen, ich war völlig perplex!

  • Auf der Herrenstartliste standen 26 Singles,gestartet sind 23, ins Ziel kamen 21, da war ich mit meinem 13 Rang fast im Mittelfeld. Ähnlich wie Tabea, sie wurde ja auch von 3 Frauen 2. 😊. Allerdings wäre sie bei den Männern auf Rang 8 gelandet, eine Wahnsinnsleistung wieder einmal von ihr!

  • Es wimmelte nur so von Vereinskollegen am Belpathlon. Das liegt aber auch daran, dass ich im Inlineclub Mittelland, bei den Hotwheels, den Emmenskaters und dem 3athlonclub Bern Mitglied bin – und von allen Vereinen hatte es Leute am Start!

  • Der Belpathlon hat kommuniziert, dass im nächsten Jahr doch mehr Teilnehmende erhofft werden, ansonsten lohne sich die Durchführung nicht mehr. Es wäre sehr schade für diesen tollen Event, einer der wenigsten Multisportanlässen mit Inlineskating als Disziplin.

 

Engadin Inline Marathon

verfasst am 11.09.2018 von Tabea

Am Samstag fuhren wir ins Engadin. Denn zum x.ten Mal fand dort der Inline Marathon statt. Auch wenn Tabea das letzte Mal im Januar auf den Inlines stand, wollte sie auch starten. Denn es lohnt sich. Die Strecke führt von Maloja via Pontresina nach S-Chanf. Die Strecke ist recht schnell da derer Belag sehr gut ist und das Ziel deutlich tiefer wie der Start liegt.

Am Vorabend fand noch der Sprint in St-Moritz statt. Wir schauten dem gespannt zu. Unglaublich, was dort für Geschwindigkeiten gefahren wurden. Danach gings in eine Pizzeria, wo wir mit dem Klub uns noch etwas stärkten.

 

Wie in den letzten Jahren hatten wir auch dieses Jahr eine Unterkunft in Maloja. So sparten wir uns das frühe Aufstehen am Sonntagmorgen. Wir konnten sozusagen direkt vom Bett an den Start hüpfen. Der Start erfolgte um 09:10 und wir hatten gehofft, etwa 10min zuvor aus dem Haus rollen zu müssen. Nichts da, 50min vor unserem Start musste das Gepäck für im Ziel abgegeben werden!

Tabea war recht nervös, denn sie hatte immer sehr viel Respekt vor den längeren Abfahrten in der Gruppe, in denen Tempis von über 60km/h auf den Inlines erreicht werden könne. Dinu freute sich dafür wie ein kleines Kind auf dieses Rennen.

Dann erfolgte der Startschuss. Da geht es jeweils richtig zur Sache! Tabea hatte wiederum Mühe, weg zu kommen. Das Tempo von 0 auf 100 zu erhöhen ist nicht ihre Stärke. Und so sah sie x Gruppen davonziehen und sie ärgerte sich! Zum Glück war noch Dinu bei ihr. So fuhren sie eine Weile zu zweit weiter. Das war wirklich sehr frustrierend, wenn man ein paar Meter vor sich die grosse Gruppe sah, das wäre viel kraftsparender gewesen.... Dann endlich kam eine weitere Gruppe, welcher wir kurz anhängen konnten. In der nächsten Abfahrt hatte Tabea aber zu stark Angst und so verloren wir noch 2 weitere Gruppen. Irgendwann erwischten wir dann doch eine Gruppe und so kamen wir endlich schneller vorwärts. Langsam überholten wir sogar noch Gruppen vor uns. Das Tempo war insbesondere für Tabea eher hoch und leider nicht konstant. Mal musste man fast bremsen, dann musste man wieder Gas geben. Das ging eigentlich die ganze Zeit so. Die Abfahrt von St-Moritz nach Celerina runter ging dann erstaunlich gut. Dies war ja Tabea's Sorgenkind. Dinu fuhr voraus, lies es "sausen" mit ca. 65km/h. Tabea kam kurze Zeit später auch heil unten an ohne gebremst zu haben. Dinu war sehr erstaunt, dass Tabea bereits auftauchte, denn letztes Jahr wartete er unten eine recht lange Zeit. Dann gings hoch nach Pontresina - Tabea's Stärke. Sie überholte Gruppen um Gruppen, dies obwohl der Belag sehr schlecht war. 800m vor der Wende in Pontresina waren wir zusammen wieder in einer Gruppe. Plötzlich stach Tabea aus der Gruppe raus und überholte. Dinu fragte sich nur, was dies denn bringen sollte..... Tabea nahm der Gruppe einige Meter ab. Aber nach der Wende, als es runter ging, wurde sie natürlich wieder eingeholt. Die letzten 15km waren dann schnell, unrhythmisch und hart. Wir waren in einem riesen Feld, leider aber waren wir etwas weit hingen eingereiht. Daher spürten wir den Handorgeleffekt sehr gut. Etwa 5km vor dem Ziel wurde die Gruppe sehr unruhig. Sie verteilte sich auf der ganzen Strassenbreite. Man merkte gut, dass es aufs Ziel hinzuging und jeder angreifen wollte. Es war derart unübersichtlich und man fühlte sich alles andere als wohl. Kein Wunder passierte in diesem Moment einen Sturz. Ca 3 Personen küssten den Boden. Wir konnten beide knapp ausweichen. Ab dann fuhr Tabea und auch Dinu mit Abstand zur Gruppe ins Ziel. Nach 1h20min erreichten wir zufrieden das Ziel. Es war ein sehr schönes, schnelles, hartes Rennen. Vor allem empfand es Tabea als hart, weil sie sich ein konstantes Tempo gewöhnt ist und das gabs an diesem Tag definitiv nicht.

Wir bedauern es sehr, dass vorerst Schluss ist mit dem Inline-Rennen in Engadin. Es war immer super toll, daran teilzunehmen.

 

Nach der Siegerehrung und gestärkten Mägen joggten wir von St.Moritz retour nach Maloja. Da kamen nochmals 17km zusammen. Die Beine waren nicht mehr frisch. Doch wir kamen vorwärts und es war sehr schön an all den Seen vorbei zu joggen.

 

Da das Wetter so schön war, haben wir noch eine Nacht mehr im Engadin angehängt. So fuhren wir am Montag mit den Rennrädern via Julierpass nach Tiefencastel und dann hoch via Albulapass wieder nach Silvaplana. Die Beine waren nicht mehr frisch. Aber wir kamen nach ca. 4h45 wieder dort an, wo wir gestartet waren. Knapp über 100km und einige Höhenmeter kamen zusammen. Dinu durfte dabei sein neues Rennrad einweihen. Aber auch auf dem musste er leider auch "trampen".

Locarnotriathlon und Tour du Lac

verfasst von uns Beiden am 3.9.2018

Wenn Dinu eine Gelegenheit zum Inlineskaten bekommt, ist er meistens dabei. So hatten wir beide uns schon früh für den alljährlichen Herbstanlass «Tour du Lac» des Inlineclubs "HotWheels" am Sonntag angemeldet. Als Tabea sich zu überlegen begann, am gleichen Tag in Locarno am Triathlon zu starten und ihn fragte, ob er mitkommen würde, war für ihn klar: «Nein!». So blieb er das Wochenende nun zu Hause. Am Freitag-Abend gabs bei seinem Arbeitsgeber einen «Sommeranlass» mit Konzert und am Samstag konnte er sich zu Hause austoben! Er reinigte den Kühlschrank, putzte das halbe Haus (als wir damals in unserer Wohnung Laminat verlegten, hiess es, der sei pflegeleicht, man müsse ihn nur 1x pro Monat «nebelfeucht» aufwischen.  Dinu schätzt, dass er das, seit wir dort wohnen, max. 6x gemacht hat, bei Tabea dürften es weniger sein – diesen Samstag wars aber wieder mal soweit), ging einkaufen, rüstete und blanchiert 1,5 kg Bohnen, absolvierte ein Laufintervall an einem Anstieg, bügelte,….. Er blühte so richtig auf. Am Abend lag er todmüde im Bett, sein Rücken schmerzte (vom Bodenschrubben), seine Beine brannten (vom Intervall) und der freute sich auf den Sonntag. Da hiess es: Um 8:50 am Bahnhof in Münchenbuchsee sein, ab da hatte er ein Taxi. Sein Auto war ja auch nicht zu Hause…. Auf der Velofahrt nach Buchsi merkte er: Die Beine fühlten sich nicht ganz frisch an. Doch als er in Biel auf den Inlines stand, fühlte er sich pudelwohl. 15-20 Inliner standen dort und machten sich los auf die Ausfahrt. Es ging zuerst dem Bielersee entlang, dann ins Seelend in Richtung Kerzers. Die erste Zeit fuhr man mehrheitlich zusammen oder wartete ab und zu aufeinander. Wir hatten genialen Rückenwind, wir flogen nur so vorwärts. Nach einer gewissen zeit wurden 2 Gruppen gebildet, die einen drehten die kürzere Runde und fuhren in Richtung Bielersee, auf der grossen Runde wurde zuerst der Murtensee anvisiert. Neinein, nicht zum Umrunden, nur, um einen «Gateau du Vully» Zwischenstopp machen zu können! Dies liess sich Dinu nicht nehmen und fuhr die lange Tour! Unterwegs wurde teilweise sehr zügig gefahren, es gab aber auch ruhigere Momente, wo man über den inlinesport als solches, den Gigathlon (wo 2019 wieder geskatet werden kann) oder sonstiges gefachsimpelt werden konnte. Und dann am einer der Höhepunkte der Tour! Nach etwa 50-60km erreichten wir Schaffis, wo die Familie Andrey, Mitglieder des Inlineclubs HotWheeels, Weinbau und eine kleine Gastwirtschaft betreiben. Dort wurden wir mit hofeigenem Wein, leckerem Essen (Suppe, Salat, Fisch aus dem Bielersee, Pommes, Bratkartoffeln, Gemüse und einem Dessertbuffet verwöhnt – und süssen Trauben) verwöhnt, bevor es danach noch auf die letzten Kilometer bis nach Biel ging! Dinu war happy, seine Beine und der Rücken fühlten sich besser an wie am Morgen – Glückshormone? Danach gings ab nach Hause. Tabea hatte am Mittwoch noch gesagt: «Ich gehe davon aus, dass Du etwas kochst am Sonntag?». Sie käme wohl hungrig und spät nach Hause und wolle sicher nicht nur Cafecomplet essen.  Tabea schrieb dann von unterwegs: «Muesch vöu choche, e ha e RIESIGE Kohldampf!» Ob 1,5kg Bohnen reichen würden? Sicherheitshalber gabs, neben Quorn in Safransauce und dunklem Reis, einen riesigen Salat! Es reichte jedenfalls, doch dass Tabea die Safransauce über die frischen Bohnen schüttete, ärgerte ihn schon etwas. Er fand: Das nächste Mal kaufe ich Dir tiefgekühlte Bohnen und mache nur für mich frische 😊

Tabea überlegte sich seit einer Woche am Triathlon in Locarno zu starten. Denn dort wird jeweils eine Halbdistanz durchgeführt und Tabea hat noch nie an einem solchen Format teilgenommen. Darauf aufmerksam wurde sie aber durch einen Triathlonkollegne, welcher sie fast etwas dazu überredete. Tabea zögerte, weil sie nicht wusste, wie fit sie 1 Woche nach dem Weissensteinlauf sein würde. Denn nach dem Weissensteinlauf war sie erkältet und fühlte sich nicht fit. Am Dienstag startete sie aber mit ihrem Vater, welcher sie auf dem E-Bike über den Grimsel- und Furkapass nach Küssnacht begleitete, auf eine Velotour. Dort kamen insgesamt 140km und 2800hm zusammen. Weil sie dabei ein gutes Gefühl hatte, meldete sie sich am Tag darauf für Locarno an. Die Erkältung war zwar noch voll da, aber die Hoffnung, dass es bis am Sonntag wieder besser sein würde, bestand. Tabea konnte von Galliker Autogarage ein grösseres Auto ausleihen und so fuhr sie bereits am Donnerstagabend nach Zürich. Denn am folgenden Tag hatte sie einen Termin in ZH. Sie übernachtete die folgenden 3 Nächte im Auto. Am Donnerstag irgendwo in der Stadt Zürich an einem Waldrand, die nächsten 2 Tage dann in Locarno. Sie hatte es gemütlich im Auto, denn sie nahm die Matratze vom Gästezimmer mit. Am Samstag kam dann ihr Triathlonkollege in Locarno an. Da Tabea seit Dienstag keinen Sport mehr gemacht hatte, wollte sie noch kurz aufs Triathlonrad. Eine 1.5h Ausfahrt gabs ins Verzascatal. Am Sonntag um 9 Uhr war dann der Start zum Triathlon. Zuerst wurde 1.9km geschwommen. Mit der Zeit war sie mässig zufrieden. Danach gings aufs Rad, wo 90km und 500hm bewältigt werden mussten. Nach 2h27min und einem Schnitt von 35.7 km/h kam sie extrem glücklich zurück. Mit so einem Schnitt hätte sie nie gerechnet – und dies nach dieser harten Saison! Danach folgte 21km laufen, auf 4 Runden verteilt, mehrheitlich an der Sonne. Es war höllisch. Sie litt von A-Z unter den heissen Temperaturen. Erstaunt war sie dennoch, dass sie nach 1h50min retour kam und insgesamt 4h54min für den Wettkampf benötigt hatte. Dass sie damit den 4. Rang in ihrer AK belegte, erstaunte sie dann doch etwas. Sie dachte, mit dieser Zeit würde es für einen besseren Rang reichen.... Aber die Frauen waren alle sehr stark. 

 

Anastacia, Amy Macdonald, Toten Hosen, Weissensteinlauf, Mittelland-Rollt-Inlinerennen - alles an einem Weekend

 

verfasst am 25.08.2018 von uns Beiden

 

Nach dem anstrengenden Inferno –Triathlon stand vor allem Erholung auf dem Programm. Dafür waren wir kulturell aktiv und besuchten am Freitag am Seasidefestival in Spiez Konzerte von Anastacia und Amy Mac Donald. Am Samstagabend gings im gleichen Stil weiter. Die Toten Hosen spielten in Luzern auf der Allmend und wir waren mittendrin. Wie schon am Freitagabend kamen wir auch am Samstag einiges nach Mitternacht ins Bett. Darum fiel das Aufstehen am Sonntagmorgen recht schwer. Wir wollten aber früh los, denn Tabea startete am Weissensteinlauf. Sie musste dort 15km/1050hm absolvieren und erkämpfte sich den 3. Platz. Laut Tabea’s Aussage war das Rennen extrem hart und zwar von Anfang an. Die Beine wären gut gewesen, aber der Puls ging mit ihr durch. Ziemlich kaputt erreichte sie das Ziel nach 1h29min auf dem Weissenstein.

Dinu’s Programm bestand aus Helfereinsätzen beim Mittelland-rollt. Am Inline-Rennen selber nahm er auch teil und konnte seine Bestzeit von 2016 deutlich verbessern. Am Sonntagabend liessen wir das Weekend beim Bogen 17 am Wohlensee ausklingen.
Da sonst nicht so viel spektakuläres lief in der letzten Woche, hat Dinu einen nicht ganz ernstgemeinten Rückblick auf unsere Ferien (schon viel zu lange her) verfasst:

 

Es begann bereits am Check-In. Der Fahrradkoffer wurde gewogen (Beim Flug nach Schottland wurde das Rad nicht gewogen, deswegen hatten wir in den Koffer auch noch Essen, Kleidung, Neopren etc geladen – sie polstern ja das Rad!) und als um 5kg zu schwer befunden. Und nun, umladen? Aber wohin, die Koffer waren ja auch voll und schwer. Die Dame am Check-in meinte, man könne auch Handgepäck aufgeben (das war uns völlig neu?) und sei im Preis inbegriffen. Wir würden es in Norwegen wiedererhalten. Also nahmen wir eine Tasche aus dem Radkoffer raus. Tabea lud noch etwas hin und her (Nei Dinu, muesch mer ned häufe, es chunt besser, wenn i s elei mache!) und wir gaben zusätzlich ein weiteres Handgepäck auf.

 

Bei den Sicherheitskontrollen kam dann aus, dass die Umpackerei doch nicht ganz optimal abgelaufen war, die Sonnencreme und die Vaseline, welche eigentlich in der Neoprentasche drin waren, hatte Tabea nun dabei und sollten ihr abgenommen werden. Etwa 3 Frauen des Security-Teams redeten auf Tabea ein (Am Airport-Basel natürlich auf Französisch und Englisch), denn Tabea versuchte nun, Vaseline in ein Plasticksäklein umzufüllen - so viel dürfe sie ja mitnehmen. Die Damen erklärten ihr, dass es in einem Gefäss sein müsse, also füllte sie etwa 2 Esslöffel voll in eine leere Petflasche - auch das gefiel dem Security-Team nicht. Tabea mittlerweile ziemlich verärgert erklärte, sie brauche ja nur so viel um sich vor dem Schwimmen einzureiben und sie könne ja nichts dafür, dass sie habe umpacken müssen und die Frauen sollen sich nicht so wichtig nehmen und...... Auf jeden Fall leben noch alle und wir haben nun Vaseline und Sonnencreme aus Norwegen bei uns zu Hause. Aber das war Action! -

 

  • Tag 1: Wir rennen am Morgen auf einen Berg in Bergen, Tag 2 wir rennen wieder auf einen Berg - und ich hatte mich auf Ferien und Sightseeing gefreut.

 

  • Zwei Tage vor der Abreise hatten wir ja an der Aare eine riesige Portion frische Brombeeren gesammelt, in Norwegen fanden wir überall wildwachsende Himbeeren. Auf jedem Spaziergang und bei jeder Laufeinheit - überall wuchsen Himbi, ein Traum! Tabea fands zwar mit der Zeit mühsam (mit dir chunt me jo niene häre, immer bisch am Beeri sammle u ässe). Irgendwann fand sie: Das grösste Risiko am Norseman das Ziel nicht zu erreichen ist wohl, dass Dinu irgendwo Himbeeren entdeckt und das Supporten vergisst….

 

  • Wir waren an einem Weltrekord mit beteiligt! Ja, Stavanger mass an einem unserer Ferientage 32,5 Grad Celsius - so heiss war es noch überhaupt nie dort! Ein Einheimischer fand, der Fluss an dem wir gerade standen sei VIEL zu warm – 17 Grad sei viel zu viel. Berner finden oft ab 20 Grad würden sie langsam in die Aare gehen, Norweger finden 17 Grad zu warm!

 

  • Wenn Du Poulet essen willst in Norwegen musst Du tatsächlich Kylling bestellen - das heisst dort so! Im Idealfall wohl totes Poulet - killed Kylling ;-)

 

  • Tabea machte eine Radausfahrt zum Testen, ob das Rad noch funktionierte. Von unterwegs schickte sie mir ein Foto mit Rentieren (ich war nun schon 2x in Norwegen und habe noch kein einziges Rentier oder einen Elch gesehen, weder freilebend noch gezüchtet ☹ ) und meinte, sie habe gerade so komische Hirsche gesehen……

 

  • Apropos Tiere, es können einem ja allerlei Tiere vors Auto springen (was man möglichst nicht will), aber ein Eichhörnchen zu erwischen…..

 

  • Auch wenn es unglaublich tönt - Tabea hatte tatsächlich bis etwa km 25 der Laufstrecke Angst, den Rang unter den ersten 160 nicht erreichen zu können! Ich glaube, da war sie etwa die Einzige!

 

  • Beim Anstieg auf den Berg, fast zuoberst, stand eine Hütte. Da rannte man um eine Ecke und da standen ca. 15 Leute mit Kuhglocken, welche uns anfeuerten. Wir dachten, wir seien im Ziel. Es hiess aber, wir sollten weiter hoch. Bei der nächsten Hütte klatschten ein paar, es hatte noch mehr Leute dort und ein paar Fahnen. Jemand drückte Tabea eine Wasserflasche in die Finger, aber sonst wars ruhig. Also rannten wir weiter hoch! Doch jemand schrie uns nach und wir realisierten: Das war also das Ziel des Norsemans. So unspektakulär, fast etwas ernüchternd!

 

  • Diejenigen, welche nicht unter den ersten 160 waren bei km 32, die mussten ein paar Kilometer flach rennen und danach in einem Zentrum (Mischung aus Hotel, Eventanlage, Bergdorf) noch 7 Runden drehen. Da durfte die ganze Familie, alle Betreuer etc. mitrennen – ich traf z.B. einen Sportler mit 6 Begleitpersonen! Da war richtig viel los, ein Helfer des OKs fragte die Sportler kurz vor dem Ziel, wo sie herkommen und dann wurde die entsprechende Nationalhymne gespielt! Wahnsinnsstimmung – also falls ich irgendwann einmal (was ich aller schwerstens bezweifle) auf die blödsinnige Idee kommen sollte, am Norseman starten zu wollen, dann werde ich also lieber unten ins Ziel rennen und dann halt nur ein weisses T-Shirt erhalten!

 

  • 8 Tage Mietautos, immer Automaten, mal als ich das Auto zu Hause starten wollte, hatte ich einen Fuss auf der Bremse und den anderen leider nicht mehr auf der Kupplung…

 

  • Norwegen ist teuer! Wir haben die 2 Wochen ziemlich auf unser Geld schauen müssen. In den Restaurants haben wir immer das günstigste bestellt. Wir sind auch nie einfach so „eis go ziä“, was wir sonst noch häufig machen. Am letzten Tag, an Tabea’s Geburtstag, hat sie aber den Vogel abgeschossen. In Bergen fand sie eine Salatbar. Sie dachte, dass man einen Fixpreis für die Schale bezahlt. Sie durfte der Verkäuferin sagen, welche Salate sie alles haben möchte. Tabea voll im Element: vo däm no chli, no chli meh Mais, no äs paar Rüebli meh, Poulet o no chli meh…. Tabea war erstaunt, wie nett die Dame ist und ihr von allem mehr gibt. Als Tabea fertig bestellt hatte, nahm die Verkäuferin die Schüssel und stellte sie auf die Waage. 35 Fr kostete die Schale!!! Tabea fielen fast die Augen aus dem Kopf! Der teuerste Salat ever…. Dabei war die Schüssel nicht mal so gross!!!

 

  • Retourflug: 45min hatten wir in Amsterdam zum Flugzeug wechseln. Da aber der Flug von Bergen 30min Verspätung hatte, blieben uns noch genau 15min. Mit einem Sprint (Tabea in Pullover und Jacke bei angenehmen 28 Grad) schafften wir es aber noch aufs Flugzeug. Doch das Flugzeug musste noch 1h am Boden warten, allerdings wurden die Türen pünktlich verschlossen…. Um unser Gepäck machten wir uns dennoch Sorgen…. Das würde sicherlich in Amsterdam stranden… Bei der Gepäckausgabe in Basel: Das Velo kam ausnahmsweise pünktlich an. Die beiden Koffer strandeten aber im Amserdam. Dafür war der Velokoffer beschädigt und der Rahmen des Triathlon-Rades bekam ein „Näggi“, was nun eine teure Nachgeschichte mit sich bringen könnte.
  •  Es hiess, in Norwegen habe es viele Mücken und die gängigen Sprays würden nicht nützen. 2 Wochen Norwegen – kein einziger Mückenstich. Die erste Nacht zu Hause: 6 Stiche hatte ich nach knapp 45min!
  • Samstags früh los, Support am Norseman inkl. rennen, spät ins Bett, Sonntag Finisherzeremonie, 6h Autofahrt, spät ins Bett. Montag Rückflug mit 1h Verspätung, am Schalter lange warten und dann melden wegen defektem Radkoffer und 2 gestrandeten Koffern – wir kamen erst am Di. gegen 2:00Uhr ins Bett, Di. normal arbeiten, Mi. Arbeit plus Grosseinkauf, Donnerstag Fahrt auf den Hasliberg, kochen fürs Hochzeit bis am andern Morgen gegen 1:00, Wecker klingelt am Fr. um 5:30, weiter kochen, ins Bett am Sa. Morgen gegen 1:00, Sa. früh auf, Frühstücksbuffet, danach Radtour über Scheidegg und wieder zurück hoch auf den Hasliberg, So. früh auf, Frühstücksbuffet, danach aufräumen und Küche putzen, 90min joggen, baden, auswärts Nachtessen (Nachfeiern von Tabeas Geburtstag) – und dann sitze ich am Mo. in einer Beratung, wo mir Jemand erklärt, sie sei nach der Arbeit im Büro immer so müde, da möge sie keinen Sport mehr treiben und die 3 Wochen in Italien hätte sie zum Erholen und viel schlafen benötigt – da sei Bewegung wirklich nicht drin gelegen! Und da muss ich dann verständnisvoll reagieren – zum Glück ist das mein Job und nicht derjenige von Tabea ;-)

 

Inferno

verfasst von Tabea am 20.08.2018

2 Wochen nach dem Norseman xtreme Triathlon stand nun der Inferno vor der Tür. Damals, als ich mich angemeldet habe, wusste ich, dass es so oder so ausgehen kann. Vielleicht bin ich viel zu wenig erholt, vielleicht aber reicht die Erholung gerade, um diese harte Leistung noch zu bestehen. Ganz klar war aber, dass der Inferno keine Priorität für mich hatte, ich wollte ihn nur zum Spass machen. Mein einziger Anspruch, den ich mir stellte, war, dass ich möglichst schneller sein möchte wie beim letzten Mal vor 2 Jahren.
Und so verlief die Inferno-Vor-Woche sehr ruhig. Trainiert habe ich nicht mehr viel. 1 Schwimmtraining, 1 Krafttraining, 1 Lauftraining und eine Fahrt mit dem Rennvelo nach Olten gabs noch. Ich war so ruhig wie selten vor einem Wettkampf.  Das lag sicher daran, dass meine Saisonhöhenpunkte/ziele bereits durch waren und der Inferno noch so ein „oben drauf“ war. Am Freitag musste man wie immer die Velos/Laufschuhe verteilen. Das sah so aus, dass ich um 11 Uhr mit dem kleinen Bus von Garage Galliker in Schönbühl nach Oberhofen fuhr. Dort stellte ich mein Rennrad in die Wechselzone. Natürlich geht das jeweils nicht so schnell, weil ich noch viele Leute kenne und kurz fachsimple. Dann fuhr ich nach Grindelwald, dort stellte ich das Bike hin. Ein Kollege hatte Probleme mit seinem Bike und so begleitete ich ihn noch zum Mechaniker in Grindelwald Dorf. Anschliessend fuhren wir in die letzte Wechselzone nach Stechelberg. Dort joggte ich noch eine kurze Runde, danach deponierten wir die Laufschuhe. Mit dieser Aktion war ich einen ganzen Tag unterwegs.

Am Samstagmorgen gings um 5.15 zu Hause los. Eine Kollegin nahmen wir noch mit, welche einiges nervöser war wie ich. Irgendwie fand ich es verdächtig, dass es mir noch so gut ging. Am Celtman und Norseman wars ja ganz anders, dort hatte ich mit Magen/Bauchbeschwerden zu kämpfen und das bereits einige Tage im Vorfeld. Wir suchten noch einen Parklatz, da sprang ich aus dem Auto denn es ging doch noch los mit Problemen. Ich hatte üble Bauchkrämpfe. Musste x Mal auf die Toilette. Das letzte Mal sass ich 15min vor dem Start auf dem Klo…. Dann kam Problem 2. Ich sollte der Kollegin ihren Neopren schliessen. Mittlerweile war ich nervös… Vor allem aber, weil mein Bauch rebellierte. Und so passierte es, dass ich beim Schliessen ihres Neoprens den Bändel ihres Triathlonanzuges im Reisverschluss einklemmte. Ich konnte den Neo zwar schliessen, aber sie wäre beim Abziehen an ihren Neo gebunden gewesen. Da ich das unfair gefunden hätte, sagte ich ihr: „Scheisse, di Bändu, i ha nä iklemmt! Cha nä nümä löse! Mischt! Was mache mir iz?“ Mir kam dann die Idee, eine Schere aufzutreiben. Die passierte übrigens alles ca. 10 min vor dem Start. Wir rannten zum Restaurant. Der Verkäufer dort half uns super. Er übernahm die Arbeit. Ich war zu nervös und dachte echt, dass es nicht mehr für den Start reichen würde. Er schnitt den Bändel ab. Den Neo konnte er dann wieder schliessen. 5min später haben wir das Gepäck abgegeben und standen dann an der Startlinie…. Dieser Stress…. Dann ertönte der Startschuss.
Ich trug eine neue Schwimmbrille. Damit sie auch gut hielt, befestigte ich sie etwas zu stark an meinem Kopf. Mit der Folge, dass ich ab km 1.5 Kopfschmerzen bekam. Natürlich hielt ich nicht an. Zusätzlich wurde mir noch übel. Es war echt mühsam zu schwimmen. Auch war ich ab km 1.5 praktisch alleine unterwegs. Links und rechts war niemand neben mir. Die Schwimmbrille lief an, darum sah ich nur sehr wenig. Irgendwie und ziemlich erleichtert kam ich dann in Oberhofen nach 53min und als 6. Frau an.
Der Wechsel aufs Rennrad ging recht schnell von statten. Dinu gab mir ausserhalb der Wechselzone noch mein Natel und dann gings gerade in den ersten Aufstieg. Wie jedes Mal versuche ich dort mal meinen Rhythmus zu finden. Das ist nicht einfach, wenn man andauernd überholt wird. Ich hatte immer das Gefühl, sehr langsam unterwegs zu sein und die Übelkeit war immer noch vorhanden. Trotzdem würgte ich irgendwas runter. Die Abfahrt vom Beatenberg war zwar schnell, aber trotzdem langsamer wie in den letzten Jahren. Seit meinem Sturz vor ein paar Wochen fahre ich leider etwas vorsichtiger runter, was sich natürlich auch auf die Zeit negativ ausschlug. Von Interlaken bis Meiringen war dann die „Roller“ Strecke. Man könnte richtig gut Tempo machen – also nicht mein Terrain. Nach ca. 30km kam ich dann in Meiringen an, wo es zum nächsten Anstieg, der Grossen Scheidegg ging. Diese fand ich dieses Jahr sehr hart. Mir fehlte irgendwie doch etwas die Kraft in den Beinen. Jedenfalls war ich sehr froh, als ich oben ankam. Die Abfahrt nach Grindelwald ist immer mühsam. Viele Kurven, teilweise lag auch noch Kies auf der Strasse, man kann den Schnitt nicht wirklich viel aufbessern. Und auch da fuhr ich langsamer wie sonst runter. Ca. 6 min schneller wie letztes Mal kam ich in Grindelwald an. Dort übergab ich mein Rennrad Dinu vor der Wechselzone. Im Gegenzug streckte er mir ein Silserbrötli und mein Biketäschli entgegen, welches ich am Vortag zu montieren vergessen hatte. Ich rannte zum Bike und wollte das Biketäschli montieren. Ich war aber zu zittrig und als ich nach ca. 1.5min merkte, dass ich es falsch montiert habe, riss ich es wieder ab und legte es ihn den Sack. Jetzt durfte ich einfach keine Platte haben….. Es ging sofort zur Sache beim Biken. Der Anstieg war sehr steil und es war heiss. Die Anstiege wurden immer wie steiler, ich stieg aber nie ab, im Gegensatz zu anderen, welche das Bike ab und zu schoben. Ich war überrascht, dass die Strecke geändert wurde. Vor 2 Jahren musste man das Bike ca. 15min lang schieben, weil es so steil war. Aber jetzt war die Strecke anders und ich konnte alles fahren. Oben angekommen war ich ziemlich kaputt. Ich hatte vom Gefühl her keine Kraft mehr in den Beinen. Zum Glück gings dann abwärts. Einen Koffeinshot hatte ich bereits eingeworfen denn die Abfahrt verlangte viel Konzentration. Es gab vor allem Kieswege und einen technischen Teil, bei welchem ich aber immer absteige. Gerade dort, wo es recht schwierig war, kam eine andere Singlefrau angedüst und fuhr über diese Wurzeln und Steine! Unglaublich, wie sie das fahren konnte! Einfach unglaublich! Ca. 5min schneller wie beim letzten Mal kam ich in der Wechselzone an und montierte die Laufschuhe. Dinu wartete bereits ausserhalb der Wechselzone auf mich und joggte kurz mit mir. Er gab mir ein Amaretti-Stückchen, welches er in Norwegen gekauft hatte. Was für eine tolle Überraschung. Die ersten 5km gingen leicht abfallend bis Lauterbrunnen. Ich konnte ein gutes Tempo laufen. Es war mir aber immer noch viel zu heiss. Nach km 5 gings bis km 12 hoch. Ich konnte dieses Mal fast alles joggen und überholte so viele Männer, aber leider keine einzige Frau. Nach 1h55min kam in Mürren an, wo Dinu mich wieder erwartete. Ich erhielt ein 2 Amarettistückchen. Ab dort gings nur noch hoch. ca. 9km steil bis extrem steil. Ich marschierte das Meiste. Je höher ich kam, desto komischer wurde mir. Teilweise leichten Schwindel, aber ich biss durch. Ich konzentrierte mich auf den Weg. Ich musste einfach noch hoch, dann war alles egal… Ca. 1.5km vor dem Ziel stand plötzlich wieder Dinu da. Er lief dann mit mir das letzte Stück hoch. Schnell war ich nicht mehr unterwegs. Für den letzten KM brauchte ich ca. 25min. Man musste teilweise über Felsen klettern. Es war irre steil. Total glücklich kam ich dann zum 5. Mal oben auf dem Schilthorn an. Der Zieleinlauf ist immer super. Viel Leute applaudierten, einfach super. Ich war insgesamt 15 min schneller wie im Vorjahr. Damit war ich mehr als zufrieden! 2 Wochen nach dem Norseman hätte es auch ganz anders kommen können. Ich denke, dass ich den Norseman vor allem auf dem Rad gespürt habe. Gerade wenn es sehr steil wurde, hatte ich mehr Mühe wie sonst. Leider hatte ich oben auf dem Schilthorn wieder Mühe mit dem Kreislauf, obwohl ich dieses Mal gut auf die Flüssigkeiten und Salze schaute und so lag ich wiederum 45 min am Boden mit hochgelagerten Beinen. Mittlerweile weiss ich, wie ich mit dieser Situation umgehen muss, jedoch finde ich es immer noch nicht lustig.Jetzt ist mal etwas Erholung angesagt.

Marathon mal anders

 

verfasst von uns Beiden am 13.8.2018

 

Am Montag (Also eigentlich am Dienstag, es war bereits deutlich nach Mitternacht) sind wir ziemlich strapaziert von der langen Reise mit Flugverspätungen nach Hause gekommen. 6h später waren wir bereits wieder bei der Arbeit. Langsam aber sicher mussten wir uns auf das nächste Projekt einstimmen, welches bereits am Mittwochnachmittag begann. Wir wurden von einem Kollegenpäärli angefragt, ob wir für ihr 90-köpfiges Hochzeit das Hochzeitsmenu kochen würden. Natürlich sagten wir sofort zu. Das Hochzeit fand vom Freitag bis Sonntag in einem Ferienlagerhaus auf dem Hasliberg statt. Das Hauptfest startete bereits am Freitag um 14:00 Uhr mit dem Apéro. Folgende kleine Häppchen durften wir zubereiten:

 

 

 

 

  • Früchtebowle
  • Käsebrot (mit Kräutern, Emmentalerwürfeln und Reibkäse)
  • Surprisezopf (mit Trockenfleisch, Pistazie und Crème fraîche)
  • Spiessli mit Zuchetti grilliert, Fetawürfelchen, Oliven, etc
  • Crevettencocktail
  • Erbsen-Koriander-Hot-Shots
  • Salzige Muffins mit Zucchetti und Speck
  • Pizzaherzen
  • Hackfleischkügeli paniert in Sesam
  • Frischkäsekügeli «paniert» mit gehackten Mandeln, Cranberrys und Dörraprikosen
  • Gemüsedipp mit Curry- und Quarksauce

 

Um 18 Uhr startete dann das Festessen. Das Menü war folgendes:

 

 

Dreierlei vom Fisch: Mousse von der geräucherten Forelle, Lachsroulade (Rouladenteig mit Spinat grün eingefärbt), Goldbuttstückli auf lauwarmem Linsensalat

 

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2-farbige Melonensuppe in kleinen Glasschäli serviert

 

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Rindsfilet mit Kruste aus Dörraprikose und Pistazien

Cognac-Rahmrisotto

Romanesco mit Mandelsplitter

 

*********

 

Schichtdessert mit Berner Haselnusslebkuchen, caramelisierten Birnenwürfelchen und lockerflockigen Quarkcreme

 

2farbiges Tobleronemousse

 

Pannacotta

 

Früchtetartelletes mit Lemon-Basilikumfüllung

 

Mini Cupcakes süsssauer

 

Früchte

 

Zusätzlich gabs auch immer noch Spezialmenus vegetarisch, vegan, für Kinder (Hamburger) oder glutenfrei.

Bereits am Donnerstag durften wir ins Haus. Ab 13 Uhr bereiteten wir dann all die Köstlichkeiten vor. Der Tag war lang, wir beendeten die Arbeit erst weit nach Mitternacht, wir hatten aber 2-3 Helfer aus dem Umfeld des Hochzeitpaares. Dinu stand dann am Freitag bereits wieder um 6 Uhr in der Küche, Tabea kam etwas später. Auch dieser Tag war lang, ins Bett kamen wir erst nach 01.00. Aber es hat sich gelohnt. Die 90 köpfige Gesellschaft war sehr zufrieden mit unserer Arbeit. Das Essen war immer rechtzeitig auf dem Tisch und wir waren selber auch zufrieden! Am Samstag mussten wir noch das Morgenessen vorbereiten, das heisst auch wieder: Weckerklingeln um 6:45. Danach gings aufs Rennrad. Wir fuhren über die Grosse Scheidegg nach Grindelwald und dann via Brünigpass wieder auf den Hasliberg. So kamen schöne 90km und 2200hm zusammen. Am Abend kochten wir dann noch Pasta mit Saucen und 2 verschiedene Risotto und Salat für die Gäste. Am Sonntagmorgen stand dann „nur“ noch Morgenessen (ab ca 7:00) parat machen und die ganze Küche putzen auf dem Plan.

 

Wir waren nach diesen Tagen richtig kaputt. Vor allem Tabea hat gelitten, da sie es sich nicht gewohnt ist, so lange in der Küche zu stehen. Tabea meinte, dass der Norseman gerade easy gewesen sei im Vergleich zu diesem Marathon. Dinu hingegen war völlig im Flow. Man merkte, dass er einen Kochbackground hatte. Obwohl er in 3 Nächten insgesamt weniger als 16h geschlafen hatte und am Freitag eigentlich 19h am Stück in der Küche stand (ohne grossen Pausen) wirkte er erstaunlich fit. Dass wir, als die Küche sauber abgegeben war gabs noch ein Berglauftraining, ca. 1h 20min, die tolle Umgebung mussten wir doch ausnützen! Nach der Abkühlung im Brienzersee mussten wir dann sagen: Es war sehr anstrengend, aber es hat doch auch Spass gemacht, wir würden sofort wieder zusagen!
Bilder davon gibt's nicht in der Galerie, sondern hier!

Norseman - I got it - the black shirt!

verfasst am Geburtstag von Tabea

I got it – Black Shirt Norseman – Xtreme Triathlon

Ich habe es geschafft, ich habe das schwarze Finisher-Shirt geholt! Das weisse wäre wohl eine kleinere Katastrophe für mich persönlich gewesen. Aber nun von vorne:

Die Pre-Race-Woche war turbulent. Am Dienstag Abend bekam ich einmal mehr ein Magen-Bauchstechen, was dann in Durchfall endete. Ich malte mir schon das Schlimmste aus, dass ich mich nun wie am Celtman nicht fit fühlen würde. Tags darauf, es war bereits Mittwoch, fuhren wir mit unserem Mietauto nach Eidfjord, also ins Startgelände des Norseman. Das Training stellte ich da ein. Nun galt es alles daran zu setzten, dass ich wieder fiter werden würde. In Eidfjord angekommen wurde ich dann doch langsam etwas nervös. Denn es waren schon viele andere Norseman-Athleten im Dorf. Und viele von denen trainierten noch. Die fuhren mit ihren super Material und ihrer professionellen Kleidung auf dem Trirad umher. Die andern schwammen wie verrückt im Fjord. Und noch andere rannten uns um die Ohren.... Und ich, ja, ich fühlte mich immer wie schlechter. Am Donnerstag erledigten wir dann das Check-in. Im Vergleich zum Swissman und Celtman war das Checkin-Gelände viel grösser. Es gab vor allem viel mehr zu kaufen.... 

Der Norseman ist eigentlich die Mutter der xtreme Triathlons, also so wie bei den Ironmännern Hawai das ist. Am Freitag war dann noch das kurze Briefing, wo alles Wichtige nochmals gesagt wurde. Das Wetter checkte ich ab Mittwoch auch sehr regelmässig. Fast stündlich änderten die Prognosen. Ein Einheimischer meinte dann, dass er die Prognosen gar nicht mehr anschaue, die stimmen sowieso nie. Einzig sicher war, dass die Wassertemperaturen ziemlich warm sein würden. 16-17 Grad waren angesagt anstatt der üblichen 10-14 Grad! Also perfekte Bedingungen. Vor dem Checkin musste ich noch Blut geben. Ich nahm an zwei Studien teil. Bei der einen musste ich eine Pille schlucken und mit dieser wurde dann während des ganzen Rennens meine Körperkerntemperatur gemessen. Bei der 2. Studie musste ich am Vortag, nach dem Rennen und am nächsten Tag je 1 x Blut geben. Sie wollen dort einige Blutwerte untersuchen. Auf die Resultate bin ich sehr gespannt. Je näher der Wettkampf rückte, desto mehr Respekt bekam ich. Denn meine 2 einzigen Ziele waren: 1. wollte ich nicht Letzte werden und 2. wollte ich unbedingt auf den Berg können. Damit man auf den Berg darf, musste man unter den ersten 160 Athleten sein, die km 32.5 beim Lauf passieren. Ersteres würde ich sicher erreichen. Aber unter den 160 zu sein, schien mir, je näher der Wettkampf rückte, immer wie unmöglicher. Ich schaute die Ranglisten aus den Vorjahren an. Viele hatten eine Radzeit zw. 6 – 7h. D.h. ich müsste min. 25km/h fahren können auf die 3500hm/180km. Am Swissman im Vorjahr hatte ich einen 24km/h mit den gleichen Eckdaten/HM. Dinu mahnte mich, ich soll einfach fahren und nicht rechnen. Das 3. Ziel, eventuelle Podestambitionen, hatte ich nie. Obwohl einige aus meinem Umfeld meinten, dass dies möglich sei. Doch ich war da zu realistisch und habe im Vorfeld die Startliste gut angeschaut. Und da war klar, einen Platz unter den Top 10 wäre bereits eine hervorragende Leistung.

Um 02:30 des Wettkampftages ging der Wecker. Es regnete. Wir fuhren mit dem Auto zum Startgelände wo wir das Bike eincheckten und um 03:45 verabschiedete ich mich von Dinu, denn die Fähre fuhr um 04.00 los. Das war echt ein komisches Gefühl, als ich in die Fähre stieg. Jetzt war ich auf mich alleine gestellt. Jetzt galt es Ernst. Es gab kein zurück mehr. Ca. 45Min sass ich mit allen anderen Athleten auf der Fähre. Einigen Athleten war der Respekt ins Gesicht geschrieben. Um 04.35 begab ich mich zum Bereich, wo die Tore geöffnet werden würde. Dort gab es auch Duschen. Um 04.45 öffneten gings los, die ersten Athleten sprangen von der Fähre ins Wasser. Mir wurde im Vorfeld gesagt, dass man 8m runter springen müsste! Dies war aber definitiv erfunden. Die Sprunghöhe betrug nur 3m, dass ich das jetzt mal richtig gestellt habe. Ich entschied mich, erst 6min vor dem Startschuss ins Wasser zu springen, damit ich nicht unnötig lang kalt haben würde. Mein Sprung ins Wasser war natürlich ein Rückwärtssalto – dies konnte ich mir nicht entgehen lassen. Pünktlich um 05:00 Uhr ertönte das Schiffshorn und der Start im Wasser erfolgte. Es ging ziemlich tumultig zu und her. Ich kassierte einiges Schläge, teilte aber selber auch aus. Erst nach ca. 500 m beruhigte sich das Ganze. Ich versuchte dann meinen Rhythmus zu finden. Die Temperatur empfand ich als angenehm. Und dann endlich erreichte ich das erste Etappenziel nach 1h05. Mit dieser Zeit bin ich nicht zufrieden. Ich sollte eigentlich schneller schwimmen können. Ich bin im Moment noch am analysieren, ob es an meinem neuen Neo liegt, welcher wohl zu viel Auftrieb im Meerwasser für mich hat. Ich eilte aus dem Wasser, Dinu packte mich und führte mich zum Rad. Ich war erstaunt, dass bei den Eliten-Frauen bereits fast alle Räder weg waren. Dinu half mir beim Wechseln. Obwohl wir normalerweise ein super Team sind, klappte der Wechsel nicht ganz so gut. Ausserdem änderte ich spontan meine Kleiderwahl, was es für Dinu schwieriger machte. Wir üben weiter, beim nächsten Mal klappt es bestimmt wieder besser. Dann gings aufs Rad. Es war trocken. Kalt hatte ich auch nicht, im Gegenteil, es war warm und ich bekam sehr schnell heiss, denn die Radstrecke stieg sogleich an. Auf den ersten 25km waren 1300hm zu bewältigen. Ich versuchte einen Rhythmus zu finden. Dinu durfte erst ab km 35 supporten. Als ich die 1300hm geschafft hatte, befand ich mich auf einem Hochplateau. Dort hat es normalerweise immer starken Gegenwind. Ja, Normalerweise.... Dieses Jahr hatten wir unglaubliches Glück denn wir hatten etwas Rückenwind. Bis Km 90 gings dann wellig weiter. Es war perfekt um mit dem Triathlon-Rad Tempo zu machen. Ab km 90 gab es noch 4 Berge zu meistern. Ab km 150 gings dann nur noch runter. Teilweise war ich mutterseelenalleine unterwegs, so dass ich mich fragte, ob ich eine Abzweigung übersehen hätte. Es war richtig ungewohnt so wenig Menschen an einem Wettkampf um mich zu haben. Dinu stand dann aber zum Glück immer mal wieder da und gab mir zu trinken/essen. Mit einem Schnitt von ca. 28Km/h kam ich dann im 2. Etappenziel an. Ich war völlig zufrieden. Wie gesagt, habe ich nie mit einer Zeit unter 7h gerechnet auf dem Rad, nun hatte ich nur 6h 30nin gebraucht. Der Wechsel auf die Laufschuhe ging sehr rasch vor sich. Und dann gings los auf die 42km/1800h. Bis dahin war ich auf Rang 68. Mittlerweile war ich recht optimistisch, unter den ersten160 durchzukommen. Das Laufprofil war allerdings gar nicht meines. Die ersten 25km waren topfeben. Alles auf Teer, der Strasse entlang wo die der ganze Verkehr durchrollte. Aber so konnten wir immerhin gut supportet werden. Dennoch empfand ich es als mühsam, so nahe am Verkehr zu sein und vor allem alles auf Teer zu laufen. Die ersten 10 km hatte ich nach 52min hinter mir. Bis dahin hatte ich bereits 2 Frauen überholt und war auf Rang 8. Nach 9h unterwegs sein, musste ich dann doch hinter den Busch. Ich fand das noch spannend. Denn auf dem Schiff wollte ich eigentlich noch aufs WC, um die Blase zu entleeren. Jedoch war die Schlange zu lang, dass ich mich entschied, es sein zu lassen. In den Neo pinkeln kam für mich nicht in Frage. Das finde ich unglaublich eklig. Dass ich es aber 9h lang ohne WC Gang aushalten würde, hätte ich nicht gedacht.... Nach der kurzen Pause versuchte ich, langsam wieder den Tritt zu finden. Es fiel mir aber immer wie schwerer. Ab Km 18 kamen Schmerzen in den Oberschenkeln dazu. Mein Kilometerschnitt erhöhte sich auf 5:45 min/km. Phasenweise gabs sogar einen 6:00 min/km Schnitt. Es fiel mir schwer, das Tempo zu halten. Die Ferse meldete sich dann auch noch. Somit hatte ich ab km 20 mit einigen Problemen zu kämpfen, was sich aufs Tempo auswirkte. Doch dann kam ich endlich zu KM 25, dem berüchtigten Zombie-Hill. Ab dort durfte man endlich auch Kopfhöhrer benutzen und es ging aufwärts. Natürlich nutzte ich diese Gelegenheit und lies meine Playlist laufen. Die richtige Musikwahl beflügelte mich und ich hatte auf den nächst 3km aufwärts einen Höhenflug. Ich überholte und überholte, es machte richtig Spass so gut vorwärts zu kommen. Ab km 28 bin ich dann aber auch marschiert, da es recht steil war. Ich freute mich auf km 32.5. Denn ich wusste, dass ich unter den ersten 160 sein würde und auf den Berg hoch darf. Dinu wartete bereits auf mich denn er durfte/musste mich ab dort begleiten. Ich war unglaublich erleichtert mein 2. Ziel erfüllt zu haben. Ab dann hiess es nur noch: Hoch auf den Gipfel. Die Zeit war mir ziemlich egal. Ich überholte bei km 34 noch eine weitere Frau. Lustigerweise war es genau diese Frau, welche ich letztes Jahr beim Swissman in Grindelwald überholt hatte. Sie wurde damals zweite:-). Und dieses Jahr genau das Gleiche, sie war wieder das ganze Rennen vor mir und kurz vor dem Ziel konnte ich sie überholen. 

Die letzten 4 km waren sehr schwer zu laufen, das Gelände sehr anspruchsvoll, man musste sich einen Weg über und zwischen Steinen hindurch suchen. Man sah das Ziel, aber es kam nicht näher. Meine Ferse, Achillesehne, Knie, hinteren Oberschenkel, ja, alles tat weh! Daher versuchte ich auch gar nicht mehr zu joggen. Ich marschierte mehr oder wenig zügig hoch. Und dann endlich, nach 13h 20min traf ich oben im Ziel ein. Untypischerweise ziemlich emotionslos. Der Zieleinlauf hatte ich mir irgendwie bombastischer vorgestellt. Irgendwie wusste ich gar nicht, ob ich jetzt wirklich im Ziel war. Mir wurde lediglich der Chip abgenommen und eine Suppe in die Hand gedrückt. Ich erreichte den 7. Rang bei den Frauen von 38 gestarteten. Damit bin ich sehr zufrieden. Auf Nummer 6 hätte ich 40min aufholen müssen. Die Frauen am Norseman sind also echt stark. Danach hiess es für mich, zur Blutentnahme zu gehen. Dinu holte mir eine Waffel, währenddem ich 30min warten musste. Endlich an der Reihe wurde ich 3x gestochen. Meine Vene wurde 2x nicht getroffen, beim 3. floss kein Blut, es war zu dick“flüssig“. Ein 4. x stechen wollte er nicht mehr. Er schickte mich runter, denn dort gab es eine weitere Blutabnahmestelle. Wir machten uns dann auf den Weg zur Bahn um runter zu fahren. Und dann geschah es wieder, wie bereits vor 2 Jahren beim Inferno. Ich bekam Herzrasen, mir wurde schwindlig, ich machte eine Art Schnappatmung. Ich bekam Panik. Ich legte mich sofort an den Boden, ansonsten wäre ich wohl umgefallen. Dinu holte dann Hilfe. Das Team vom roten Kreuz  war schnell bei mir und beruhigte mich. Viel machen konnten die aber auch nicht. Ich musste einfach ruhig am Boden liegen und sie gaben mir viele Decken, da ich am ganzen Körper zitterte. Scheinbar habe ich wohl zu wenig getrunken und oder zu wenig Salz zu mir genommen und im Ziel zu wenig oder das falsche gegessen, so dass der Blutzuckerspiegel zu schnell nach unten gesackt ist... Und dann halt die Erschöpfung und die Höhe - mein Kreislauf machte das nicht mehr mit. Die Rotkreuz-Helfer fuhren dann mit mir in der Bahn runter, einfach um auf Nummer sicher zu gehen. Ich war echt dankbar, dass die sich so gut um mich kümmerten, denn ich hatte echt unglaubliche Angst.... 1 Stunde später kamen wir dann unten an. Es ging mir bereits wieder viel besser. Nochmals gings zur Blutentnahme. Dieses Mal fanden sie die Vene nach 2 x stechen. Dann gings ab unter die Dusche und zum riesigen Abendbuffet. Das war ein echtes Schlaraffenland! Fisch, Meerestiere (habe ich alles nicht gerne), viel Salat, einige Kohlenhydratebeilagen und ein riesiges Dessertbuffet – all das gabs nun als Belohnung. Echt schade, dass ich zu diesem Zeitpunkt keinen grossen Appetit mehr hatte.

Todmüde fielen wir kurz vor Mitternacht ins Bett. Am nächsten Tag gings nochmals zur Blutabnahme. Dieses Mal klappte es beim 1. Mal stechen. Die Resultate erhalte ich aber erst in ein paar Wochen. Und dann gabs endlich, endlich das schwarze Shirt, wegen dem war ich ja unter anderem hier. Kurz darauf fand die Siegerehrung statt. Unglaublich, wie schnell die Frauen waren. Die schnellste hatte 11h14min! Die 3. platzierte 12h00. Die spielen in einer anderen Liga.
Ich fand den Norseman einen super Wettkampf, die Landschaften sind phänomenal. Einzig die Laufstrecke lässt zu wünschen übrig. 25Km auf dem Asphalt zu laufen, wo die Autos einem entgegen kommen, das macht für mich nicht gross Spass. Dafür waren die letzten 6 km gigantisch. Jetzt habe ich mein Paket komplett mit Swissman, Celtman und Norseman. Mal schauen, was nächstes Jahr ansteht. Meine Ziele für dieses Jahr sind erfüllt. In 2 Wochen starte ich noch am Inferno. Dort habe ich aber absolut null Ambitionen. Ich will dort einfach oben angekommen und Spass haben. Ich bin gespannt,wie weit ich mich bis dann erholt habe.... Dinu war ein genialer Supporter. Ich bin echt dankbar, ihn an meiner Seite zu haben. Sein Job war hart. Er musste mich 13h20min betreuen - oder noch ein wenig länger.... Er war stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort! Einfach super! 

 

Der Retourflug war äusserst mühsam! Wir sind verspätet von Bergen losgeflogen, darum hatten wir genau 15min Zeit in Amsterdam um den Anschlussflug zu erreichen. Dies schafften wir dank einem Spurt trotz schmerzender Beine! Jedoch mussten wir dann doch noch 1h im Flugzeug warten. Die Folge war, dass wir erst um 23 Uhr in Basel landeten! 2 Gepäckstücke sind dann wieder nicht angekommen. Folglich mussten wir dies noch melden. Und der Velokoffer war beschädigt! Da beim Schalter eine Schlange war konnten wir erst kurz nach Mitternacht den Flughafen (ohne Gepäck, nu das Velo kam an) verlassen. Zum Glück holten uns meine Eltern ab, sonst wären wir wohl nicht mehr nach Hause gekommen
Wir haben einfach kein Glück mit fliegen. Und ich hasse fliegen immer noch!!!!!

Martin Ruegge und Tabea Zimmermann

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