Es war einmal.....

Es war einmal der Gigathlon. Das ist mittlerweile schon einige Zeit her. Und da wir nicht gestorben sind, leben wir noch heute….. Zum Glück!  

Was nach dem Gigathlon geschah, haben wir bisher nicht berichtet. Wir haben allerlei Texte rund um den Gigathlon in den kommenden Wochen aufgeschaltet, aber nicht , was wir danach erlebt haben. Das holen wir jetzt noch nach.

Wir blieben noch eine Nacht in Aarau, schliefen am Montag richtig aus und reisten dann langsam nach Hause. Immer noch mit der rosa Brille auf, völlig happy, dass dieses Märchen so toll ausgegangen war.

Unterwegs gabs mehrere Zwischenstopps, entweder um kurz zu baden, etwas zu essen -wir hatten nach den Strapazen riesigen Hunger -, zu shoppen, zu essen oder um Dinus Eltern zu besuchen. In den Tagen danach gings ruhig weiter. An einem Tag war natürlich aufräumen und Wäsche waschen etc. angesagt. Aber auch an dem Tag gabs diverse Ausflüge ans kühle Wasser, denn es war immer noch sehr heiss, Ihr mögt euch sicher daran erinnern.  An einem Tag machten wir einen Ausflug mit dem Schlauchboot die Aare hinab bis nach Bern – Start in Region Thun. An einem Tag gabs einen Ausflug zu Dinu’s  Gottemeitli, anschliessend übernachteten wir  in einem Maisfeld. Nicht einfach so, sondern in einem  „im weitesten Sinn“, geführten Hotel  im Maisfeld. Auf einem Bett aus Stroh – herrlich! Langsam aber sicher fühlten wir uns besser und wir beide hatten das Gefühl wieder mehr Bewegung zu brauchen und beschlossen auf den Creux du Van zu wandern. Wandern ist natürlich untertrieben. Wir erreichten unsere Rekordzeit beinahe wieder. Die Leistung war wieder vorhanden. Die Aussicht war dieses Mal super, das letzte Mal waren wir ja im Nebel gelandet. Der Abstieg war wieder spektakulär. Wir wählten wieder den unbekannten, unbefestigten Weg über Stock und Stein, der zum Teil spektakuläre Aktionen benötigte.

Naja, eigentlich war ja geplant, eine Woche ohne Training auszuhalten. Aber eine von uns (wir nennen nun keine Namen) fand dann, ein „kurzes“ Velotraining liege ja wohl drin (obwohl der andere von uns bereits den Lauf auf den Creux du Van als Training bezeichnete). Und so radelten wir dann mit Priska, unserer Gigathlon-Betreuerin, auf den Grenchenberg und erfuhren von Ihr allerlei spannende Infos (rund um den Gigathlon, oder so……).

Danach war fertig mit Lustig, es ging wieder ab zur Arbeit. Und die Inline Night in Bern stand auf dem Programm. Dann wäre noch der Stockhornhalbmarathon auf Tabeas Liste gestanden, den sie aber absagte. Wir besuchten die Woche drauf noch das Openair in Etziken, also waren wir da auch etwas passiver.

Am 1. August Wochenende wäre Tabea eigentlich nach St. Anton an ein Velorennen gefahren. Sie musste aber auch auf diesen Wettkampf verzichten, da die Gesundheit nicht mitspielte. Stattdessen verbrachten wir den 1. August gemütlich zu Hause. Am 2. August ging es ihr bereits besser und so schwangen wir und ein Kollegen Pärchen aufs Bike und radelten 60km rund um Bern.

In der 1. Augustwoche stand dann der Berner Berglaufcup auf dem Programm. Da wurde an 5 Tage 5 Läufe auf die Berner „Bergen“ ausgetragen, zu dem wir am Montag und Dienstag gestartet sind. Am Montag wurde der Gurten erklommen, am Dienstag die Bütschelegg.

Am Montag lief es uns beiden sehr gut. Der Lauf startete sehr steil. Dinu überholte Tabea ziemlich bald, als es aber dann noch steiler wurde, überholte Tabea Dinu wieder und hängte Dinu ab. Im Ziel musste Dinu von Tabea hören: Du bist wieder viel zu schnell gestartet…. Daher nahm sich Dinu vor, dies am Dienstag besser zu machen. Am Dienstag startete er also sehr gemächlich, langsam und merkte dann oben gegen das Ziel zu, dass der Weg viel zu schmal um noch aufdrehen zu können – zu viele Läufer waren vor ihm eingereiht. Er verfluchte danach seinen langsamen Start. Ein schnelles Starten wäre da wohl besser gewesen.

Danach gabs ein leckeres Abendessen auf der Bütschelegg mit LaufkollegInnen. Tabea war, wie immer nach einem Wettkampf, und plauderte vor sich hin. Eine Kollegin fragte, ob alles ok sei, Tabea sei so aufgedreht! Naja, genau das meine ich, wenn ich jeweils von den Nächten nach einem Wettkampf schreibe ;-)

Am Mittwoch starteten wir nicht mehr am Berglaufcup, da wir wegreisten. Tabea hatte am Donnerstag Geburtstag und Dinu hatte eine Übernachtung in einem schönen B&B in Herznach organisiert. Am Donnerstag stand dann Tabea’s Geburtstag auf dem Programm. Logisch, dass es da nicht ruhig zu und her ging. Eine lange Rennradtour durch den Kanton Aargau stand auf dem Programm, wobei auch Ausflüge in den Solothurn oder Baselland hinzugehörten. Wir waren oft auf den Strecken des Gigathlon unterwegs oder wir passierten Gegenden, wo wir auch am Gigathlon unterwegs waren. Wir kreuzten den Bikeweg etc. und schwelgten auch da wieder in Erinnerungen. Und wo wir da überall hinkamen, die Ortschafen, das war unglaublich oder ward ihr schon mal in Ormalingen, in Buss, in Mumpf oder sogar in Obermumpf? Da überall kamen wir vorbei. Wir kreuzten auch kurz Dinu’s Heimatort „Frick“, damit Tabea auch den einmal gesehen hat. Und wir kamen nach MAISspach – da gabs Maisspacher Wein aus den Maisspacher Reben, Maisspacher Aprikosen – nur keinen Mais! Nach der Rennradtour gingen wir kurz joggen, baden in der Aare und dann ein tolles Nachtessen in einem Restaurant geniessen. Das war Tabea’s Geburtstag. Ab da haben wir euch dann wieder auf dem Laufenden gehalten. Am darauffolgenden Wochenende stand der Glacier 3000 und die Swiss Skate Tour in Lyss auf dem Programm. 


Gigathlon 2015 – Sicht eines Supporters

Wie wenn es nicht schon hart genug wäre, uns Beide am Gigathlon zu betreuen, musste unsere Supporterin Priska nach dem Gigathlon sogar noch einen Bericht über Ihre Erlebnisse verfassen. Unsere beiden Berichte findet Ihr unterhalb Priskas Text.
Merci Priska für den super Text und Deinen unbezahlbar tollen Einsatz als Betreuerin am Gigathlon 2015 (natürlich auch ein riesen Dankeschön an die anderen 3 SupporterInnen)!!!!


verfasst von Priska, veröffentlcht am 1. August 2015


Freitag, 10. Juli 2015

Nachdem dieser Gigathlon nicht nur für die Athleten sondern auch für uns Betreuer schon seit Monaten ein grosses Thema war (es wurden „Gigathlon-Sitzungen“ abgehalten, inkl. wuuuunderbaren Nachtessen (wer die beiden kennt weiss wovon ich spreche J)), rückte DAS Wochenende plötzlich immer schneller in greifbare Nähe. Grosse Vorfreude mit einer gehörigen Portion Respekt, was da auf uns alle zukommen wird.

Um 16.00h an besagtem Tag treffen wir uns in der „Gigathlon-Basis“ – dem Schachen. Es sind bereits zahlreiche Athleten anwesend, viele bekannte Gesichter sind da und ich und bekomme einen ersten Eindruck was Tabea jeweils mit ihrem „in die Gigathlon-Welt abtauchen“ meint. Man fühlt sich wie vom Rest der Welt abgeschnitten, ist eine grosse Familie mit demselben Ziel… einfach wunderbar. Wir spazieren dann alle zusammen zum Auto von Tab-Di, welches fast am Ende eines Stoppelfeldes parkiert ist und alles nötige Material enthält. Und ja, das ist „cheibä viiiu“. Schön säuberlich ist für jeden Tag und jede Disziplin ein (Ruck-)Sack bereit, dazu das „immerdabeiseinmuss“ Säckli mit Dinus persönlichen wichtigen Utensilien. Der Arme hat sich die letzten Tage noch mit Magen-Darm-Problemen rumschlagen müssen und ist nicht ganz so fit, wie man es vor einem solchen Event sein sollte. Aber wir alle wissen, dass Dinu ein riesen Kämpferherz hat und sind darum zuversichtlich. Nicht zuletzt auch dank Tabeas gutem Tipp; Dinu solle jetzt einfach die Symptome seines Körpers ignorieren und sich vorstellen, er sei eine Maschine. Sollte eine „Störung“ auftreten, dann in Gedanken einfach „Reset“ drücken :-):-):-.)

Ein bisschen später gehts bereits los mit dem „Prolog“. Biken und Laufen stehen hier auf dem Programm, zuerst Tabea, später Dinu. Ganz gemütlich wollen es die beiden angehen. Wer sie kennt kann sich der weitere Verlauf gut vorstellen – während Dinu sich an das Vorgenommene gehalten hat und das Wort „vernünftig“ kennt, spurtet Tabea mit der Gruppe los und wechselt schon bald in hohem Tempo auf die Laufstrecke.

Beim anschliessenden Nachtessen werden noch einmal die wichtigsten Facts vom Samstag diskutiert, dann gehts ins B&B um ein paar wenige Stunden Schlaf zu geniessen.

 

Samstag, 11. Juli 2015

Um 4 Uhr (jawohl, um v i e r!!!) geht der Wecker los und wir stehen sofort auf, um eine Viertelstunde später loszulaufen, Richtung Schachen. Das Frühstück ist absolut witzig: man erhält einen Plastiksack mit diversen Esswaren, darf sich ausserdem 3 Brötchen und ein Sandwich aussuchen und vor dem „Essenszelt“ findet dann der „Tauschbazar“ statt. Man tauscht Konfi gegen Käse, Birchermüesli gegen Energyshake, Twix gegen Salami… und so weiter. Gegessen ist schnell und dann heisst es bereits so langsam „Startklar“ machen. Gestartet wird an diesem Gigathlon mit der Bikestrecke. Wir Betreuer (das sind Vivi, meine Eltern und ich) stellen uns an den Strassenrand um den Start verfolgen zu können. Eiskalt läuft es mir beim Startschuss den Rücken hinunter und ich muss ein paar Tränchen wegwischen – mich berührt jeder Start eines solchen Eventes uuunglaublich. Kaum sind unsere beiden Athleten unterwegs, begeben auch wir Betreuer uns auf den Weg zu ersten Wechselzone. Es ist so dass jeder Athlet 2 Betreuer hat. Somit wird bei den Übergängen immer abgewechselt damit es zeitlich reicht. Vivi (für Tabea) und ich (für Dinu) laufen ca. 2km zum Platz, wo vom Bike aufs Schwimmen gewechselt wird. Wir breiten unsere „Pick-nick-Decke“ aus und versuchen, ein richtig schönes Buffet anzurichten. Mit Biberli, Linzertörtli, Basler-Leckerli, Nüssen, Salzstängeli, Tuc, Banane, Riegel, Gel und Haselnusslebkuchen sieht das fantastisch aus J. Die Wechselzone selbst ist viiiel zu klein aber irgendwie gehts schon. Tabea kommt als erste daher geradelt und dann gehts ganz schnell: Fragen nach dem Befinden, Helm abnehmen, Kleider & Schuhe ausziehen, in Neo reinquetschen, Badekappe auf Kopf, dazu Essen „reinstopfen“ und schon geht es weiter Richtung Aare. Bei Dinu dasselbe, dazu noch Insulinpumpe und Brille abnehmen und irgendwohin verpacken, wos nicht beschädigt wird und schnell wieder auffindbar ist– ein gar nicht sooo leichtes Unterfangen:-)

 

Die Zeit läuft nicht nur für die Athleten sehr schnell, sondern auch für uns Betreuer, denn es heisst nun mit den Bikes zum Schachen zurück, Schwimmsäckli deponieren, Laufsäckli mitnehmen und ab auf den Zug. Da meine Blase just in diesem Moment fast verplatzen will (vor lauter „luuuege“ und Aufregung war ein WC-Besuch ja gar nicht möglich) gibt’s einen kurzen Spurt zum Toitoi-Häusschen. Türe aufreissen, in Hocke gehen und genau in diesem Moment ein „Platsch“ hören, welches verkündet, dass soeben mein in die Hosen gesteckte Handy in den Tiefen des tollen Gemisches, welches unter mir stinkt, verschwunden ist. Heiliger Strohsack – musste das jetzt sein? Also wieder raus aus dem Häuschen, zu Vivi zurück, ihr das irgendwie beibringen und sie den anderen Betreuern ausrichten lassen, dass ich ab sofort nicht mehr erreichbar bin.

 

Etwas später finden wir uns also dann zusammengepfercht mit gefühlten tausend anderen Supporter in der Wechselzone Inline – Laufen wieder. Spätestens hier wird uns bewusst dass wir uuunbedingt das nächste Mal einen aufklappbaren Stuhl mitnehmen müssen. Es ist zwar nicht so, dass wir nicht schon genügend zum Schleppen hätten, aber genauso ein besagter Stuhl wäre Gold wert. Die Wechselzone liegt an einem Aufstieg – nicht ganz so praktisch für die Inliner, dass sie sich die letzten Meter auf pflastersteinähnlichem Boden noch hochschleppen müssen. Helfen dürfen wir nicht, sonst droht eine Strafe. Aber zum Glück haben ehrenamtliche Helfer erbarmen und ziehen die Athleten die letzten Meter hoch. Zuerst kommt wieder Tabea und wir helfen ihr aus den Inlines (ein Stuhl wäre jetzt äbä sooo gäbig), füttern sie wieder was geht (sie ist nicht so essenswillig, nimmt aber brav Biberli & Weggli mit und verspricht, diese beim Weitergehen zu essen) und dann düst sie auch schon wieder ab, immer noch bewundernswert frisch. Etwas später folgt dann Dinu, auch hier wäre ein Stuhl wieder praktisch, aber wir machen das Beste draus. Er lässt sich ebenfalls dazu überreden etwas von unserem tollen Buffet zu naschen, ausserdem trinkt er ein paar Schlucke aus dem geschüttelten und somit praktisch kohlensäurefreien dafür läääiwarmen (wääh) Cola. Und auch bei ihm geht’s bald einmal weiter, er ist guten Mutes und wir glücklich.

 

Nun ist der Einsatz unterwegs für uns bereits beendet und wir begeben uns schon mal ins Ziel, während für Tab-Di noch Laufen und dann eine brutale Velostrecke wartet. Zurück im Schachen gehe ich selbst auch etwas Joggen (um bestätigen zu können: ja, es ist heiss und wie…. ) und dann heisst es Taschen ausräumen, neue Taschen einräumen, Ordnung (was isch das scho wieder???) versuchen herzustellen (misslungen!!!) und dann im Ziel zu warten. Tabea schickt uns von unterwegs eine Sprachnachricht – sie quält sich über die hohen Berge (welche sie normalerweise als Hügli wahrnimmt), schwimmt Runden in einem Brunnen um etwas abzukühlen und hat einen enormen Gegner: die Hitze. Doch hey, das alles kann ihr nichts anhaben – sie kommt gesund und munter im Ziel an und ist erstmals einfach nur kaputt. Nach Regishake, Dusche, Massage und ein paarmal durchatmen kommt die Frage nach einem Cola Zero J. Gerne erfüllen wir Supporter doch alles, was irgendwie möglich ist und so komme ich in den Genuss, mit Tabeas Rennvelo durch halb Aarau zu fahren, um am Samstag nach Ladenschluss ein Cola Zero zu finden. Zugegeben macht es mir aber extrem Spass, selbst auch noch ein bisschen in die Pedale treten zu dürfen, umso mehr als ich bei einem Anstieg feststelle, wie „locker“ der sich mit 3 Kränzen im Vergleich zu meinen zwei fahren lässt. Ich bin gefühlt hochgeflogen… wow.

 

Wieder zurück geht es nicht mehr lange und Dinu kommt daher. Uuuunglaublich was der heute geleistet hat. Trotz Magenproblemen, trotz erschwerten Bedingungen… einfach nur Hut ab!!! Und im Ziel ist er erstaunlich fit, erzählt dass die letzten 20km richtig Spass gemacht haben und er den Tag gemütlich ausrollen hat lassen. Einfach TOP. Nachdem auch er geduscht ist (unterdessen ist halb neun) gibt es eeendlich was zu essen. Wir beschliessen etwas abseits auf einem Bänkli zu essen und holen beim Essenszelt unser Menu. Plötzlich scheint sich Dinus Magen zu erinnern, dass er eigentlich nicht ganz fit ist und wohl mit dem Essen etwas überfordert wird. Während der sich zu Wort meldet wird Dinu ganz still und etwas blass um die Nase. Tabea empfiehlt ihm das zu ignorieren und einfach zu essen, während ich still und leise mal eine Plastiktüte neben Dinu lege, so für alle Fälle J. Diese wird aber gottseidank nicht gefüllt. Dinu mag noch ein paar Bissen runterschlucken und dann machen wir uns auf den Weg zum Auto, um nochmals mit den Athleten zu überprüfen, ob alles dort ist, wo es sein sollte, sprich, ob wir richtig gepackt haben. Anschliessend geht’s wieder ins B&B, wo um halb elf eine langersehnte Dusche auch für uns Supporter wartet und dann wieder knapp 5 Stündli Schlaf – das reicht ja längstens; genug schlafen und Erholung wird doch toootal überbewertet…. Haha

  

Sonntag, 12. Juli 2015

Als um 04.00h wieder der Wecker klingelt, fühlt es sich an, als sei man eben erst ins Bett gegangen… gääääääähn. Der etwas „sturme“ Kopf wird gewaschen, der müde Körper in Kleider gesteckt und ab geht’s wieder zum Frühstücken. D.h. vorher gehe ich noch mit Dinus Veloplättli zum Velomech, da diese derart Verschleissspuren zeigen, dass ein richtiges „Einklicken“ nicht mehr möglich ist. Schnell ist dieses Problem behoben und ich kann auch noch etwas zmörgele. Bald schon laufen Vivi und ich los zum Bahnhof, da wir um 06.10h nach Hallwil gebracht werden. Dort wartet mit Sack und Pack wieder ziemlich langer Fussmarsch auf uns, der uns zur ersten Wechselzone (Rennvelo - Schwimmen) führt. Dinu lässt uns von unterwegs wissen, dass er soeben auf eine Gruppe aufgefahren sei, in welcher sich Tabea befinde. Das heisst für uns also, die beiden kommen so ziemlich zusammen an. Während Tabea nur im Badekleid schwimmt, ist für Dinu wieder mühsames Neo-anziehen angesagt. Ausserdem wieder dasselbe Spiel mit Insulinpumpe, Brille etc., aber auch diesmal geht alles gut und bald schon spurtet Dinu los Richtung See. Vivi und ich fahren (nein, geht gar nicht da zuviel Gepäck, also heisst es Rennvelo schieben) zur zweiten Wechselzone am Hallwilersee, wo die beiden nach dem Seeschwimmen wieder aufs Velo wechseln. Dort herrscht auch schon wieder Platzmangel, aber wir sind unterdessen ja geübt und halbe Profis ;-). Lange warten müssen wir nicht und die beiden kommen wieder daher gerannt. Wir versorgen Sie mit Proviant, geben ihnen die Velos mit vollen Bidons und entlassen sie auf die zweite Velostrecke, - viu Glück!!! Dinu erhält sogar eine geputzte Brille auf die Nase gesetzt – er hat nämlich extra noch Brillenputztücher mitgenommen. Ich nehme mir vor, ihn irgendwann in einer ruhigen Minute auf Linsen anzusprechen :-).

 

Vivi und ich watscheln den Weg zum Bahnhof wieder zurück, nehmen den Zug via Lenzburg nach Aarau und ich entdecke dort im Bahnhof einen Swisscom-Shop. Toll, dann versuche ich doch mein Glück, ob die mir ein Handy verkaufen würden. Klar machen sie das und bald kann ich stolz verkünden, dass ich nun auch wieder erreichbar bin. Im Schachen heisst es wieder umladen, wir treffen das erste Mal in diesen zwei Tagen während dem Wettkampf auf die zwei anderen Supporter (= meine Eltern, welche übrigens auch TOP-Arbeit geleistet haben!!!) und dann geht’s schon wieder los – Lenzburg heisst unser letztes Ziel, wo vom Biken auf das Laufen gewechselt wird. Auch dort wieder eine halbe Stunde spazieren und dann sind wir iiirgendwo ausserhalb auf einem Feld, ohne Schatten, ohne nüüüt, aber was solls, wir sind ja eingecremt und ich habe sogar ein Hütli auf dem Kopf. Hier warten wir nun ziemlich lange (aber lieber so als anders) bevor Tabea kommt. Sie ist immer noch fantastisch und unglaublich fit. All ihre vielen Trainings haben sich heute definitiv ausbezahlt, es ist einfach nur schön, dies feststellen zu dürfen! Neben uns ist ein Supporter, welcher einen Wassersack dabei hat und uns angeboten hat, diesen auch bei unseren Athleten zu benutzen. Also sitzt Tabea im Rasen und wird mit kaltem Wasser übergossen. Und dann heissts Tschüss und weg und sie nimmt die letzten KM in den Laufschuhen unter die Füsse. Ab hier dürfen wir die Athleten begleiten, also nebenher biken.

 

Kurze Zeit später trifft eine Sprachnachricht von Dinu ein, er hätte noch 1.5 Stunden und würde gerne mit einem kühlen Cola erwartet. Hmmm, also können vor Lachen. Wo um Himmels willen soll ich hier „in der Pampas“ draussen eine Cola herkriegen und zweitens, falls ich zaubern könnte, wäre die kochend heiss bis Dinu da ist. Egal, ich vertröste ihn dass ich ihm unterwegs bei der ersten Gelegenheit eine kühle Cola kaufen werde. So nach ca. einer Stunde – ich hab’s mir gerade barfuss gemütlich gemacht- höre ich den Speaker Dinus Namen sagen. Waaaaaaaaaaaaaaaaaas???? Der ist schon da???? Juhuiiiiiiiiii!!! Wie von der Tarantel gestochen stehe ich auf, stürze mich in die Schuhe und rase dem Wechselzielbogen entgegen um Dinu zu winken. Meine Freude und mein Erstaunen hat wohl die ganze Wechselzone mitbekommen. Wir besprechen noch, was wer mitnimmt, dann macht Dinu den „Umweg“ übers Schloss, während ich eine Abkürzung zu KM 4 nehmen darf und dort auf ihn warte. Hach wie schön, noch ein Halbmarathon und er ist im Ziel. So ein halbes Freudentränchen rollt mir bereits jetzt übers Gesicht. Und noch viel schöner ist der Zustand von Dinu. Bald ist er nämlich da und wir nehmen gemeinsam die letzten 17km in Angriff. Dinu läuft noch unglaublich rund und der Velotacho zeigt, dass wir flott unterwegs sind. In den folgenden knapp 2 Stunden hätte man wohl die Kommunikation von uns aufnehmen sollen J. Unsere Themen und Gespräche waren die Folge eines mit Endorphin vollgepumpten Athleten welcher in zwei Tagen bereits über 24h Sport gemacht hat und einer Betreuerin mit müüüdem Kopf und absolut null Biketalent. Es war sooo lustig und total kurzweilig. Irgendwann die erste „erlösende“ Nachricht –Tabea ist im Ziel. Als Elfte des Schlussklassementes. Hammerhammerhammermega! Und wir sind auf dem Weg dazu. Juhuijuhui, alles ist perfekt! Unterwegs kommen wir an einer Badi vorbei und ich will doch mein Versprechen mit dem Cola einlösen. Dinu möchte jetzt aber lieber ein Rivella. Also stürme ich direkt in die Küche und frage nach einem solchen. Die wohl eher unsportlichen Angestellten fragen mich noch, ob das hier ein Lauf sei oder ein Triathlon. Da ich keine Zeit und Lust für Erklärungen habe, sage ich einfach jaja und rase dann Dinu hinterher. Dieser läuft noch immer einfach wacker weiter. Ab und zu wird er von einem Couple oder Team of 5- Läufer überholt, welche alle bewundernd ein paar Worte liegen lassen. Unser bescheidener Dinu gibt alle Komplimente gleich zurück und meint, er wolle schliesslich was fürs Geld haben. Dabei darf er vor Stolz platzen – die Leistung der beiden ist einfach immens. Alle 5km ist ein Schild, nur das vom KM 15 haben wir irgendwie verpasst (oder es war wirklich keines da). Wir haben aber beide irgendwie die Zeitvorstellung völlig verloren, um genaueres sagen zu können. Tacho auf Null stellen hat auch nicht viel geholfen und verlaufen haben wir uns ganz bestimmt nicht. Plötzlich erkenne ich jedoch wo wir sind, nämlich an der Wechselzone Bike – Schwimmen vom Vortag. Jesses, dann ist ja aber bald das Ziel da… uiuiuiuiuiui. Als hätte der Streckenposten meine Gedanken lesen können, sagt dieser: noch 1.5km. Waaaaaaaaaas??? Sind wir wirklich gleich da? Dinu hat noch sooo viel Reserve und fängt an loszulaufen, als hätte er die beiden letzten Tage nichts gemacht. Sein Kommentar dazu ist nur, dass er schliesslich gelernt habe, dass die letzten KM immer die Schnellsten sein sollten. Ich sende eine Sprachnachricht an die Anderen, rufe dann zur Sicherheit noch an und erfahre, dass Tabea grad in der Massage liegt. Selbstverständlich hat sie diese bei dieser frohen Nachricht sofort verlassen (obwohl Dinu meinte, sie solle dort bleiben).

 

Bald also die letzte Kurve und dann steht dort der Zielbogen und Tabea, Vivi und meine Eltern. Ich kann es kaum fassen, dass wir tatsächlich hier sind. Ich bin so unglaublich stolz, freue mich immens und zittere mit Tränen in den Augen am ganzen Körper, als wir die letzten Meter ins Ziel laufen. Dinu ist angekommen. Tabea auch. Wahnsinn.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Dinu (Samstag, 01 August 2015 22:07)

    Hie cha me im Fau kommentiere! Sowas wie: Super gschrebe Priska, Du settsch hie regumässig schribe aus Gastautorin!! Oder: So hert, zerst häufe u de wersch no witer ploget mit Textlischribe - wehr Di Mou! Oder irgend so öppis :-)
    Cha me übrigens meistens unger em aktuellste Biitrag!

  • #2

    Chrigu (Montag, 03 August 2015 20:13)

    de macheni doch e Kommentar (u erstno vo Alaska

Üses unermüedleche Häuferteam im Duriisatz:

Erlebnisbericht Gigathlon DINU

verfasst von Dinu am 27.7.2015

Viele Infos rund um den Gigathlon habt ihr ja bereits unten in Tabea‘s Text gelesen. Nun noch meine Eindrücke:

Die Vorbereitungen für unseren ersten Gigathlon als Singles hat ja eigentlich bereits vor Jahren begonnen. Kontinuierlich haben wir darauf hin gearbeitet und in den letzten Monaten und Wochen wurde das Ganze dann immer wie weiter verfeinert.

Aber so richtig begann die Vorbereitung eine Woche zuvor. Da stand für mich das Inlinerennen am Baldeggersee auf dem Programm. Ein neues Rennen in einer neuen Umgebung – klar bin ich dabei! Ich hatte mich nicht besonders damit auseinandergesetzt (grosses Fehler!), einfach einmal darauf los. Zu Hause noch allerlei erledigen, dann Besuch bei meinen Eltern, Baden in der Aare, Mittagessen, Tabea in Rothrist absetzen (sie fuhr mit dem Rennrad zum Baldeggersee), einen Kollegen in Olten abholen, ankommen Startnummern holen, einlaufen – kein Gedanke, wie ich das Rennen angehen werde. Normalerweise bin ich, so kurz vor dem Gigathlon, überaus vorsichtig (was Tabea bestätigen kann….).  Vielleicht lags auch an der Hitze – ein Teilnehmer fand, es sei ihm vorgekommen, als ob man im Backofen inlineskaten würde. Denn es war einer der Hitzetage, mit Temperaturen WEIT über 30 Grad! So beschloss ich, kurz vor dem Start, nochmals unter die Dusche zu stehen. Nicht kalt duschen, lauwarm, um die 25 Grad, die Körpertemperatur leicht senken! Ich fühlte mich danach deutlich wohler und die noch nassen Kleider (bewusste Entscheidung) kühlten angenehm.
Dann: „Päng“, der Startschuss! Am Start kam ich toll weg und nach etwa 1,5km war ich recht dicht an der Spitzengruppe dran. Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich viele Inliner überholt, die normalerweise weit vor mir liegen. Das motiviert natürlich! Ich war in dem Moment alleine unterwegs aber sah noch eine Kollegin etwas vor mir. „Vielleicht kann ich sie ja einholen“, hoffte ich und gab Gas. Nach einer Weile fand ich: „Das bringt nichts“, und habe auf die Nächsten etwas gewartet. Bald kam ein 3er Grüppchen und ich hängte mich ihnen an. Sie gaben auch Gas, sie wollten wohl auch nach vorne aufschliessen. Das Tempo war recht hoch und nach einer Weile musste ich abreissen lassen. Ich fand dann in einem grösseren Feld Unterschlupf. Hier versuchte ich, mich etwas auszuruhen, da das Feld aber mehrfach auseinander riss, musste ich mehrfach wieder hinterhersprinten.
Nach Führungsarbeit von mir wurde etwas attackiert, ich sprintete nach – und dann war fertig! Ich war erschöpft, hatte heiss, schwere Beine und keine Energie mehr. Die nächsten paar Kilometer war ich alleine unterwegs. Ich versuchte, dem einen oder anderen Feld anzuhängen, aber da ging nicht mehr viel. Irgendwann fand ich dann doch noch ein 5er Grüppchen, mit denen ich das Rennen zu Ende fahren konnte. Danach war ich völlig fertig. Nach dem Duschen war mir schlecht und richtig übel, mit dem Abendessen hatte ich zu kämpfe. Ich hatte mich völlig verausgabt und war wohl weit über meine Grenzen gegangen.

 

Sonntags wars mir dann richtig übel und ich hatte Durchfall – supi. Mit der Hitze hatte ich Mühe, so beschloss ich mich, in der Aare abzukühlen, was richtig gut tat. Montag und Dienstag gings nicht viel besser – Übelkeit, Durchfall, wenig Appetit. Ich ernährte mich von Weissbrot und Cola. Tabea empfahl, zu Hause zu bleiben –aber als selbstständig Erwerbender kam das für mich nicht in Frage.  Mit Immodium und co. gings Mittwochs wieder eine Spur besser. Donnerstags reisten wir bereits nach Aarau – dabei fühlte ich mich noch überhaupt nicht fit. Das Abendessen war dann herrlich….. Ich ass eine Suppe und ein winziges Stück Focaccia, Tabea den Rest der Focaccia (normalerweise essen wir je eine vor so einem Wettkampf). Von meinen Gnocchis (immerhin mochte ich wieder etwas essen) ass ich knapp den halben Teller – Tabea ass ihren Ganzen und meinen dazu (so, wie es sein soll, vor so einem Wettkampf). Danach wars mir übel – Perfekt.

 

Freitags gings mir etwas besser und dank Medis konnte ich tagsüber auch recht gut essen. Dann stand der Prolog auf dem Programm. Da war mir klar: „Ich muss LANGSAM starten!!!“ Wobei JEDER, mit dem man vor dem Start sprach, sagte, dass er (oder sie) den Prolog langsam angehen würden.
Ich schaute den Start bei den Single-Frauen zu – Tabea, die auch langsam starten wollte, lag in ihrer Startgruppe (immer zu viert wurde gestartet) kurz nach dem Start an der 2. Stelle……. Ich lag dann nach meinem Start an der 4. Stelle, wie ich es mir vorgenommen hatte. Auf der Strecke überholte mich ein Kollege von hinten, der nach mir gestartet war. Vor dem Rennen hatte er mir gesagt, dass er es heute sehr langsam angehen solle, nach dem Rennen fand er, dass ich es wohl richtig gemacht habe und er sich in der Euphorie bereits verausgabt habe……

Auf dem Bike fühlte ich mich wohl und fit, beim Rennen rumpelte mein Magen etwas, blieb danach aber wieder still. Nach dem Wettkampf trank ich meinen Regishake und ass normal Znacht – Jawohl, die Zeichen standen gut.

Ein Blick auf die Rangliste: Beim Laufen wurde ich 172. von 174, welche die Strecke beendeten. Also Ziel erreicht: Langsam angehen :-)

Für den Samstag war ich dann auch optimistisch, denn die ersten 3 Disziplinen (Bike, Schwimmen, Inline) sollten keine Probleme verursachen. Und ich hatte ja einen guten Tipp erhalten (siehe Bericht: Geschichten, die der Gigathlon schrieb, etwas weiter unten): Maschine! Resetknopf!!

Nach einem guten Frühstück standen Tabea und ich (fast) zu hinterst im Startblock. Ich fand das völlig ok, während sie sich „es Bitzeli“ darüber aufregte. Und dann gings endlich los. Mit dem bekannten Startsong wurden wir ins Abenteuer geschickt. Die ersten Kilometer auf dem Bike wurden aber neutralisiert. Das heisst, dass Motorräder vorne das Tempo des Feldes drosselten und das Rennen erst nach ein paar Kilometern freigegeben wurde. Ich traf am Schluss des Feldes eine Kollegin und begann mit ihr zu plaudern (Auf dem Bild rechts seht ihr uns etwa 1km nach dem Start). Nach ein paar Kilometern realisierte ich: Ah, das Rennen hat gestartet! Ich verabschiedete mich und fuhr etwas schneller. Tabea war aber bereits nicht mehr sichtbar. Das ganze Feld war in die Länge gezogen. Während der ganzen Bikestrecke habe ich immer wieder Fahrer überholt – ein gutes Gefühl :-)

Nun hatte ich Hunger! Endlich wieder einmal. So ass ich in der nächsten Wechselzone einiges (vor allem Banane und Weissbrot) und trank 2 Becher isotonisches. Danach musste ich im Neopren eine Strecke bis zur Aare rennen – mein Magen meldete sich. Also schön langsam gehen und siehe da: Der Magen wurde ruhiger. Das Schwimmen in der Aare war herrlich. 3 Schwimmzüge, atmen nach links, 3 Schwimmzüge, atmen nach rechts, wieder 3 Schwimmzüge, atmen nach links – wow, ich bin schon viel weiter als vorhin! Das Ufer flog so an mir vorbei und ziemlich rasch (gefühlt) war ich in der nächsten Wechselzone. Naja, hier stand ein kurzer WC-Stopp an, aber nichts Gravierendes. Ab auf die Inlineskates. Leider war ich fast die ganze Zeit alleine unterwegs, was recht mühsam war. Danach stand die Laufstrecke auf dem Programm. Zum Glück gings zu Beginn hoch – ich marschierte. Dann ging es steil hinunter – ich marschierte. Dann wieder hoch – ich marschierte. Dann gings leicht hoch aber voll an der brennenden Sonne – ich marschierte. Auf den letzten Kilometern wurde es flacher und so bin ich dann doch etwas gerannt – mein Magen blieb ruhig! Ich hatte mich unterwegs auch gut verpflegt und fühlte mich gut. In der Wechselzone war ich etwas erschöpft und habe mich in den Schatten gelegt und ausgeruht. Beim umherschauen sah ich einige Singles umhersitzen und liegen, mit leeren Blicken. Die sahen nicht mehr so aus, als ob sie weitermachen würden. Ich startete dann aber auf die Rennradstrecke. Die Sonne brannte mittlerweile wirklich extrem stark, ich hielt an jedem Brunnen (der Kanton Aargau hat SEHR viele Brunnen. Zum Glück stand wirklich an keinem, dass das Wasser nicht trinkbar sei! Herrlich!) an, um meinen Kopf und die Arme abzukühlen. Auch an jedem Verpflegungsposten nahm ich mir viel Zeit, trank je 1-2 Becher Bouillon und isotonisches Getränk, ass Bananen und sonst noch allerlei. Am Anfang wurde ich von vielen Radfahrern überholt (vor allem von Fahrern aus 5er Teams, die ja noch frisch waren), wie länger die Fahrt dauerte, umso mehr Leute konnte ich überholen (vor allem auch von 5er Teams, die nun auch nicht mehr so fit waren). Nur Windschatten hatte ich selten.
Etwa 20km vor dem Ziel traf ich noch einen Kollegen an. Wir beschlossen, eher gemütlich ins Ziel zu rollen – der Sonntag wartete ja noch auf uns. Dummerweise kamen wir auf die blöde Idee, einen steilen Anstieg das Rad hoch zu schieben – danach war mein „Bindungsplättli“ durchgeraspelt, ich konnte nicht mehr in mein Pedal einklicken.

Überglücklich kam ich ins Ziel und trank einmal 2 Becher Rivella. Dann einen halben Liter Regishake, ging kurz duschen (Tabea war schon über 2h im Ziel und meinte zur Begrüssung: Mach vorwärts, e ha Hunger)  und etwa 30min nach der Ankunft hatte ich bereits einen Teller mit Teigwaren und Brätkügeli vor der Nase. Naja, mit einer Mischung aus erschöpft sein, völlig düre und einem doch etwas rumpligen Bauch begann ich zu essen. Mit jedem Bissen nahm der Appetit ab, ich war nur noch am herumstochern. Ich bekam zwar wieder so einen tollen Tipp (mach Mou vorwärts, das mues eifach abe, Chopf abschalte, mer wei go schlofe!!), liess das Essen aber nach der Hälfte sein. Mit einem Cola und einer Glace (die rutschte etwas besser) kam ich dann doch noch zu etwas Energie (wenn auch viel zu wenig).

 

Am anderen Morgen hatte ich bereits im B&B Hunger und ass ein Mars und trank Cola. Auf dem Gelände gabs dann noch Frühstück und ich war ready für Tag 2! Heute wollte ich etwas mehr Gas geben, hatte ich mir vorgenommen und stand nun auch weiter vorne ein. Nach dem Start war ich eine Weile knappe 10m hinter Tabea. Bis zur ersten Abfahrt, da fuhren die Rennradfahrer links und rechts und Zickzack und fluchten und sprinteten und machten Schwenker – im Windschatten mit Tempi über 50km/h. Nönö, nicht mit mir! Ich habe etwas gebremst und mich ans Ende des Feldes begeben. Weil schnell gefahren wurde, verkleinerten sich die Gruppen immer wie mehr. Über die ersten Hügel fuhr ich mit einem kleinen Grüppchen, die alle recht zügig unterwegs waren. Wir waren aus einem grösseren Feld ausgebrochen und wollten uns nach vorne arbeiten. Ich führte viel, fuhr auch Löcher zu und bald war ich mit einem Kollegen aus dem Trainingslager unterwegs. An einem Anstieg holten wir eine grössere Gruppe ein – zu meinem Erstaunen war da auch Tabea mittendrin. Wir übernahmen sofort die Führung in der Gruppe, da hörte ich eine bekannte Stimme hinter mir: „Ufpasse, so wie eg de könne, verheizisch Du de wieder!“. Ok, ich bin dann passiv in der Gruppe mitgefahren, bis etwa 500m vor der nächsten Wechselzone. Da stand ein Maisfeld, das sah, bei der Hitze der letzten Tage, völlig vertrocknet aus und ich habe ihm etwas Flüssigkeit gespendet!
In der Wechselzone war Tabea schon wieder weg – sie wollte ja ohne Neopren schwimmen. Bei mir dauerte der Wechsel etwas länger – schliesslich hatte ich mich für den Neo entschieden.

Wie immer hatten die beiden Supporterinnen ein reichhaltiges Buffet organisiert und parat gestellt. Ich hatte mir ja zuvor auch allerlei angekauft. Während dem Gigathlon habe ich mich dann aber sehr einseitig ernährt - Bananen, Weissbrot, Cola, Bouillon, isotonische Getränke, selten auch einen Haselnusslebkuchen oder Marzipan (es get nüt bessers!) unseres Sponsors Olo. Alles andere habe ich leider immer stehen gelassen :-(

Schwimmen im See war etwas langweiliger als in der Aare – aber auch das ging problemlos. Aber nach dem Schwimmen war ich dann alleine unterwegs. Es gab ja nochmals eine Rennradstrecke und hier dauerte es leider sehr lange, bis ich in einer Gruppe etwas im Windschatten mitfahren konnte. Auf den Inlines danach gings ähnlich zu und her. Entweder kamen sehr schnelle Skater von hinten oder ich überholte langsamere – ich fuhr wieder viel alleine. An der Verpflegungsstelle machte ich wieder einen längeren Halt, ich hatte leichten Hunger! Dann kam die Bikestrecke. Die hatten wir ja zuvor bereits abgefahren, so wusste ich, dass sie, bis auf ein wildes Stück in einem Bikepark, technisch einfach sein würde. Unterwegs begann ich zu überlegen: „Ok, nur noch 1,5 Disziplinen, das biken ist technisch nicht schwierig und dass ich auf der Laufstrecke aufgeben muss ist ja unrealistisch! Somit sollte das Ziel erreichbar sein. Solange hintrainiert und bald ist es fertig??? Wettsch ned e chli brämse?“. Ich liess es dann sein und gab vor allem auf dem zweiten Teil der Strecke (flacher, lag mir viel besser) nochmals etwas Gas! Die ersten 4km der Laufstrecke war ein Aufstieg zum Schloss Lenzburg. Danach musste man wieder hinunter – naja, wie am Vortag: Hinauf marschieren, weils zu steil und warm war, hinunter marschieren, um die Beine zu schonen. Nach 4km wartete meine Supporterin Priska auf mich. Sie durfte mich nun auf dem Bike bis ins Ziel begleiten. Wir unterhielten uns über den Final in Wimbledon, die Tour de France (und den Sturz von Tony Martin), ich fragte sie aus, wie es Tabea so geht, wie sie selber den Gigathlon erlebt hat, über ihre Pläne bezüglich Gigathlon, gab ihr Biketipps (sie ist Bikeneuling),  ich berichtete von meinem Erleben, wir sinnierten über die 5er Teams, etc….. Bei einem Restaurant holte sie mir ein Rivella (MERCI!!!! Dasch de Sörvice!), das zwar etwas Aufstossen verursachte aber herrlich gut tat. Später radelte ein weiterer Supporter mit einem alkoholfreien Bier an uns vorbei – den stoppte sie und organisierte mir auch einen Schluck! Herrlich.

Unterwegs fand Priska, ich würde ja immer wie schneller – Genau, so soll es doch sein? Das Schild „km 10“ hatten wir schon länger passiert, die grauenhaften Hängebrücken (siehe Text: Geschichten, die der Gigathlon schrieb“) überlebt, aber das Schild „km15“  aber kam und kam nicht! Also fragten wir einen Herrn am Streckenrand, wie weit es noch gehen würde. Er meinte: Noch 1,5km! „Jaja, trau keinem, der Dir irgendetwas über Distanzen erzählt“, sagte ich aber erhöhte mein Tempo doch leicht. Tatsächlich überquerten wir nun eine Brücke (zum Glück keine Hängebrücke) und bogen in die Stadt Aarau hinein. Ich verfügte noch über Reserven und konnte das Tempo weiter steigern – die arme Priska (mit Turnschuhen auf dem Bike, haufenweise Gepäck und Material auf dem Buckel) kam richtig ausser Atem! Ich flog nun richtig dem Ziel entgegen. Selbstverständlich hatte die Strecke noch ein paar Ecken, Höhenmeter und Umwege eingebaut, aber irgendwann bogen wir auf die Zielgerade ein. Da habe ich dann das Tempo gedrosselt und den Applaus und den Zieleinlauf mit meinen beiden Betreuerinnen (Nelly hatte uns erwartet) so richtig genossen. Vergleicht einmal mein Video des Zieleinlaufes mit dem von Tabea ;-) (Auf der Rangliste (http://www.trackmyrace.com/running/event-zone/event/gigathlon-2015/results/) unsere Namen anklicken, da kommen die ganzen Rangierungen, darunter eine Grafik und zuunterst ein Video, das man anklicken kann). Ich war einerseits glücklich und zufrieden, das Ziel erreicht zu haben. Aber irgendwie enttäuscht, dass es schon fertig war – jetzt, wo ich so langsam in Fahrt kam und am nächsten Tag nochmals so richtig angreifen wollte ;-)

 

Die Rangliste sprach für sich, ich war am Sonntag in JEDER Disziplin besser rangiert als am Samstag – auf der Laufstrecke sogar um 60 Ränge!! Auch in der Tagesrangliste belegte ich am Samstag den 125 Rang, am Sonntag den 95. Und in der Gesamtrangliste hatte ich mich am zweiten Tag von Rang 132 auf den 110. nach vorne gekämpft! Noch 2-3 Tage so weiter, und dann…… Ich freue mich ja jetzt schon auf den nächsten 6tägigen Gigathlon ;-)

197 Singles standen auf der Startliste, 132 wurden rangiert – da bin ich doch mehr als glücklich mit dem 110. Rang. Wobei, wenn ich ehrlich bin, wurmt es mich ja schon etwas – Rang 111 wäre schon viel cooler gewesen :-)

Achja, ich war gerade 2min im Ziel, wurde stürmisch von Tabea begrüsst, als es losging: „Hesch ghört? Dr Gigathlon im nöchste Johr sig im Tessin, Uri und dr Gotthardregion! Soo cool! Aber scho im Juni, öppe 3 Wuche nach üsem Hochzyt (ich ahnte böses…) – starte mer de wenigstens aus Couple???“ Und ich, völlig überflutet von tollen Gefühlen des Zieleinlaufes, ich Idiot habe doch tatsächlich „Ja“ gesagt…….

Erlebnisbericht Gigathlon Tabea

verfasst am 24.7.2015 von Tabea

Der Gigathlon ist jetzt bereits Geschichte. Mein Saisonhöhepunkt ist erreicht. In ein Loch gefallen bin ich aber nicht, da ich bereits viele andere Projekte und Wettkämpfe im Kopf habe. Die Ideen gehen mir wohl nie aus, langweilig wird’s auch nie. Ja, das ist mein Leben, abwechslungsreich und spannend.
Nach dem Gigathlonfinish haben wir fast eine Woche ohne Sport verbracht. Wir haben das Leben und den Erfolg zusammen genossen. Wir haben es uns gut gehen lassen, sind viel baden gegangen, am Abend gut Essen, Openairkino, Übernachtung in einem Maisfeld, Wanderung zum Creux du Van (Anmerkung Dinu: Über Stock und Stein, insgesammt etwa 4 Stunden – und Tabea nennt die „Erholung und nichts machen“!!!)  und noch vieles mehr. Wir hatten in dieser Zeit auch genügend Zeit, den Gigathlon Revue passieren zu lassen. Einen Tag nach dem Gigathlon hätte ich wohl keinen Erlebnisbericht schreiben können. Eine Woche später ging das ganz gut. Ich habe den Bericht in zwei Teile gegliedert: Pre Race und Race Days. Nächste Woche folgt dann noch der Erlebnisbericht von Dinu und dann noch ein Bericht unser Supporterin Priska, welche den Anlass aus Supportersicht schildert.

Viel Spass beim Lesen!


Pre Race

Die Woche vor dem Gigathlon war eine reine Katastrophe. Zum einen belastete mich der Gesundheitszustand von Dinu, welcher mit Magen-Darm-Problemen zu kämpften hatte. Zum anderen hatte ich immer mehr bedenken, den Gigathlon bei dieser Hitze nicht zu finishen. Dazu kommt noch, dass man in diesen Tagen vor einem wichtigen Wettkampf, sehr gut auf den Körper hört. Man fragt sich oft: Ist noch alles gut? Hat man Schmerzen? Fühlt man sich fit? Jedes kleinste Wehwechen wertet man viel stärker wie sonst und man hat Angst, noch krank zu werden. Auch hofft man ständig, dass jetzt nicht noch ein Unfall passiert irgendwo auf der Strasse oder während des Sporttreibens…. Man ist hyper-Vorsichtig! Ich denke, diese Gedanken kennen viele von Euch….. Jedenfalls kams so, dass ich mich am Mittwoch plötzlich sehr unwohl fühlte. Mir war übel, fühlte mich extrem schlecht. Ich vermutete, dass dies wohl von der Hitze käme…..vielleicht habe ich ja zu viel Sonne gehabt, oder ich habe das Training vom Vortag nicht gut verkraftet, als ich bei Mittagshitze ein schnelleres Lauftraining absolvierte. Ich versuchte, diese Gefühle und mein Befinden auszublenden, was mir natürlich nicht immer gelang. Am Donnerstag kam dann noch der Höhepunkt, als ich mit dem Stadtrad eine Rotampel übersah…. Ein Fussgänger kam wie eine Katze aus dem Gebüsch geschossen und lief in einem irren Tempo in mich hinein (ich natürlich fahrend). Er blieb an meiner Hand mit seinem Gürtel hängen. Ich konnte immerhin verhindern, dass ich zu Bode fiel….. Die Handoberfläche schwoll innert Minuten dick an und tat höllisch weh…. Ziemlich geknickt und deprimiert fuhr ich zu Dinu in die Praxis (war eh geplant) und fluchte vor mich hin! Einen Tag vor dem Gigathlon passiert mir noch so was und übel war mir immer noch….. Auch Dinu gings noch nicht besser! Ich war an diesem Tag alles andere als optimistisch und sah mein Saisonziel den Bach runter gehen….

Wir fuhren am Donnerstag nach dem Mittag los nach Aarau - unser Auto vollgestopft mit Gepäck und Velos. Wir checkten in unserem B&B ein und danach gings rasch in eine Pizzeria – das letzte Abendessen vor dem Gigathlon. Dinu stocherte wiederum in seinem Teller umher. Ich hatte immerhin guten Appetit, trotz Unwohlsein.
Freitag schliefen wir noch bis 11 Uhr aus und dann gings zum Velo-Check-In nach Windisch. Jetzt konnte ich endlich sagen: ADE Welt, HALLO GIGATHLON-World!! Ich habe das schon oft erwähnt in den letzten Berichten. Für mich ist der Gigathlon eine Welt für sich. In diesen zwei Tagen gibt’s nichts anderes als Gigathlon! Man ist sozusagen in einer imaginären Blase, man lebt den Gigathlon! Alles dreht sich darum. Ich habe das bei keinem anderen Wettkampf so stark erlebt, wie eben beim Gigathlon!

Aber jetzt zum Check-In: Wie immer geht das nicht so schnell vor sich. Man trifft viele Athleten, hält kurz einen Talk. Das Rennrad stellten wir dann an die pralle Sonne. Ich überlegte lange, ob ich nun die Luft aus dem Pneu lassen sollte oder nicht. Denn bei Hitze besteht die Gefahr, dass der Pneu platzt…. Schlussendlich entschied ich mich gegen das Platzen und liess die Luft raus. Danach gings retour zum Schachen in Aarau, wo der normale Check-In anstand. Ich sah die vielen Athleten, fast alle sahen „voll parat“ aus, nur ich sah mich als „häufelchen Elend“ da stehen. Ich fragte mich immer wieder: ist das wirklich die Nervosität oder bin ich einfach krank?!?! Ich setzte wiederum auf die Nervosität….. Bald darauf trafen wir unsere Supporter. Die nächste grosse Arbeit stand an. Wir mussten ihnen unsere Packstrategie erklären. Die Supporter verstanden unsere Logik aber schnell und wir konnten uns bald darauf parat machen für den Prolog am Freitagabend.


Prolog:

Der Prolog fand nur für die Singles Athleten statt. Wir hatten das Vergnügen 10km zu biken und anschliessend 2km zu laufen. Die Laufstrecke ging mitten durch die Stadt Aarau, war sehr attraktiv. Gestartet wurde mit den Frauen und immer in 4er Gruppen. Ich war in Gruppe zwei eingeteilt. Ich nahm mir vor, das Rennen langsam anzugehen. Auf diesen paar Kilometern wird ganz sicher kein Rennen entschieden. Der Schuss fiel, ich startete natürlich alles andere als langsam los…. Bald darauf nahm ich das Tempo raus und fuhr gemütlicher weiter. Ich merkte, dass meine Beine doch nicht ganz so tot waren und dass einiges an Energie raus kam. Die abschliessende Laufstrecke erwies sich als abwechslungsreich und schnell. Ich war happy, den Prolog mit einem guten Gefühl hinter mich gebracht zu haben. Dinu startete 20min nach mir. Somit konnte ich seinen Zieleinlauf noch verfolgen. Ach, übel war mir danach nicht mehr!!!!!!!!!! Unglaublich oder?!?!?! Es war die Nervosität! Noch nie habe ich so stark darauf reagiert. Das einzige Problem war nun noch meine Hand, welche immer noch stark schmerzte…. Aber dieses Übel nahm ich lieber hin, wie eine Magendarmgrippe!


RACE DAY

Samstag: um 4 Uhr klingelte der Wecker. 15min später waren wir bereits unterwegs zum Gigathloncamp. Wir fassten unseren zMorgen- und Lunchsack und nahmen uns ein paar Minuten Zeit, um das zMorge zu geniessen. Die Stimmung vor so einem langen Wettkampf ist unbeschreiblich. Man steht vor einem riesen Berg, der zu erklimmen ist. Man weiss aber nicht, wie man wirklich hoch kommt und ob man überhaupt hochkommt! Und dann, 06:00 ertönte der Gigathlonsong, was gleichzeitig der Startschuss war für die Bikeetappe. Normalerweise kommen mir dabei Tränen, dieses Mal nicht. Ich stand erstarrt da, ängstlich und wünschte mir, irgendwo anders zu sein! Ihr denkt jetzt sicher, warum ich denn das überhaupt mache, wenn meine Freude nirgends mehr ist? Ich kann dazu nur sagen: Nervosität!! Während des Wettkampfes verfliegt das alles wieder und man kann den Wettkampf mehr oder weniger geniessen.

Beim Biken versuchte ich langsam warm zu werden, meine Gedanken zu sortieren und mich auf die bevorstehenden Kilometer einzustellen. Nach ca. 60min hatte ich mich endlich so weit, dass ich völlig konzentriert und auch sehr optimistisch war. Die Bikestrecke war sehr einfach, hatte keine schwierigen Singletrails, dafür oft breite Kieswege. Nach gut 2 Stunden kehrte ich in die Wechselzone zurück, wo mich Viviane, meine Supporterin, freudig in Empfang nahm. Ein tolles Essens-Buffet hatte sie mir aufgestellt. Ich bediente mich von ein paar Leckereien, danach zwängte ich mich in den Neopren, was immer viel Zeit kostet und dann gings im Laufschritt zur Aare. Ich wusste, dass die 9km, welche zu bewältigen waren, auf Grund schwacher Strömung sich wie 4.5km Beckenschwimmen anfühlen würde. Genau so wars. Die Schwimmstrecke war lang und langweilig. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir diese Disziplin sehr gut gelungen ist, dennoch gabs den 3. Platz aller 39 Singledamen bei dieser Disziplin…  Der Wechsel auf die Inline ging problemlos über die Bühne. Mittlerweile wars schon sehr heiss und ungemütlich. Beim Inlinen hatte ich eine gute Gruppe erwischt und kam gut voran. Der Schlussanstieg zum Schloss Lenzburg verlangte einem noch mal alles ab. Eigentlich waren jetzt schon 3 Disziplinen geschafft und man hätte sich darüber freuen können. Leider war dem nicht so, denn die zwei härtesten Disziplinen dieses Tages folgten noch. 18km sehr coupiertes Laufen (650hm) und anschliessend noch 95km/1900hm auf dem Rennrad.  Das Laufen war vorwiegend im Wald. Die Strecke sehr abwechslungsreich. Dennoch merkte ich langsam, dass meine Beine schwer wurden, natürlich auch aufgrund der Hitze. Wenn es lange Berghoch ging, marschierte ich. Flach und abwärts wurde gejoggt. Mit der Zeit lief es mir immer besser, bis die Bauchkrämpfe einsetzten. Zwei Mal musste ich eine längere Pause hinter Bäumen abhalten. Ziemlich k.o. kam ich in der tollen Wechselzone in Windisch an. Der zweite Supporter Chrigu empfing mich freudig und lief mit mir zum Rad. Nun stand meine „im Vorfeld-extrem-gefürchtete“ Rennraddisziplin bevor. Ich hatte echt riesen Respekt davon, da viele Athleten im Vorfeld sagten, dass die Strecke Pickelhart sei, ein ewiges hoch und runter, selten 200hm Steigung am Stück… die Strecke mache einem kaputt….. Mit diesem Wissen ging ich die ersten Kilometer ganz locker an. Ich kurbelte vor mich hin. Die Hitze war unerträglich, es wehte ein mühsam heisser Wind und ich war erst bei km 10…. In diesem Moment hatte ich wirklich keine Ahnung, ob ich das Ziel in Aarau jemals erreichen würde. Ab und zu wurde mir übel, dann ass ich wieder brav eine Salztablette, ich versuchte auch extrem regelmässig zu essen und zu trinken, denn essen konnte ich zum Glück noch. Ich wünschte mir eine Cola zero herbei….warum hatte ich auch nur kein Geld mitgenommen?!? 10min später fand ich per Zufall auf der Strasse 8Fr!!!! Was für ein Glück!!! Bei ca. km 70 gabs ein Verpflegungsposten mit einem Brunnen. Ohne zu überlegen sprang ich rein (inkl.Kleider und Rennradschuhen) und schwamm ein paar kleine Runden und kühlte mich sicherlich 10min darin ab. Diese Pause brauchte ich. Danach verpflegte ich mich ordentlich am Verpflegungsposten. Ich ass x Bananen, Riegel, Bouillon etc. Der Körper saugte die Energie regelrecht auf und das obwohl ich keinen Hunger verspürte, tats enorm gut. Dann rollte ich weiter. Der Puls brachte ich schon lange nicht mehr hoch. Er blieb im GA1 Bereich hängen… Ich kurbelte locker vor mich hin, redete eine Whats-App Nachricht meinen Supportern, um ihnen meinen Zustand mitzuteilen und motivierte mich damit, dass es nur noch 30km bis ins Ziel sind. Zwei Hügel waren aber noch dazwischen. Es waren wirklich nur 2 kleine Hügel!! Aber in diesem Moment fühlten sie sich wie 2 Berge an. Die Hitze, unglaublich!!! Phasenweise wurde einem richtig schwindlig. Ich hoffte einfach, dass ich nicht 2km vor dem Ziel ab dem Rad fallen würde…. Und zum Glück, ich kam im Ziel an, völlig entkräftet und überhitzt. 45min schneller wie geplant! Meine Supporter empfingen mich freudig (wie immer) und ich legte mich in den Schatten. Tränen liefen mir runter, diesen Tag geschafft zu haben. Meine Emotionen konnte ich nicht mehr unter Kontrolle haben. Ich hatte keine Kraft mehr dafür. Eine ganze Stunde lag ich einfach am Boden und tat nichts, ausser heulen und Regishake trinken:- ). Wie sollte ich nur den Sonntag überstehen? Ich verdrängte diese Frage gekonnt…. Dann kam Dinu ins Ziel. Ich war unglaublich happy, hatte er das Ziel auch erreicht. Danach gabs  duschen, essen, packen für am Sonntag und um 23uhr lagen wir im Bett. Der Schlaf musste ich aber lange suchen, so dass ich schlussendlich noch 3h  schlafen konnte…..


Sonntag: Tagwache war etwas später: 4:15: Gesundheitszustand: leichter Muskelkater, extrem müde Beine, aufgescheuerte Stellen, welche brannten. Und so sollte ich 12 weitere Stunden in Angriff nehmen? Ja, das musste und wollte ich! Morgenessen, Lunchsäcke holen…alles lief problemlos ab. An diesem Tag wurde glücklicherweise mit dem Rennrad gestartet! Um 6:00Uhr ertönte wiederum der Startschuss. Temperatur: noch angenehm! Startschuss fiel und die Masse rollte los. Ich irgendwo mitten in der Gruppe. Ich fühlte mich sehr unwohl in dieser Masse. Es wurde sehr unkontrolliert gefahren. Ich war dummerweise eingeklemmt und kam nicht raus. Ich hoffte einfach, dass niemand stürzte. Sowieso fuhr man recht rasant… Und ich machte einfach mit. Die Beine waren plötzlich wieder fit und ich konnte mir gut weitere Stunden Sport vorstellen. 20min zu früh kam ich dann in die Wechselzone. Ich entschied mich, keinen Neopren anzuziehen, da ich mit Neo nicht viel schneller bin wie ohne. Geschwommen wurde im Hallwilersee. Die Strecke wurde von 3 auf 2km verkürzt. Diesen Entscheid kann ich bis heute nicht nachvollziehen. Ich hätte gerne 3km geschwommen. Man musste zuerst 1km zum See joggen. Ich marschierte schnell und ass ein Weggli dazu. Dieser Kilometer war länger… mind. 1.3km…. dann musste man die Laufschuhe deponieren und einwassern. Das Schwimmen lief mir nicht ganz so gut wie erhofft. Ich kämpfte immer wieder mit Wasser in der Brille und Sonnencreme in den Augen…. Ausserdem war die Strecke länger wie geplant, meine Uhr mass ca. 2.4km…. Dies erklärte danach auch meine langsame Zeit. Trotzdem erreichte ich wieder Rang 3 beim Schwimmen. So schlecht konnte es dann doch nicht gewesen sein…. Oder den anderen gings genau gleich schlecht…. Natürlich musste man wieder zurück laufen. Die nächste Challenge war dann, dass ich mich in mein Triathlon-Oberteil zwingen musste. Das war ein Fehlentscheid, denn wenn man nass ist, kommt man praktisch nicht in dieses enge Teil…. Dann gings weiter aufs Rad. Nochmals 60km standen an. Ich erwischte eine Gruppe, welche etwas zu schnell für mich war. Ich blieb aber dran. Die letzten 3km musste ich dann aber abreisen….. Egal, ich konnte ja lange profitieren. Es war nun kurz vor Mittag und wiederum extrem heiss. Die Inlines mussten geschnürt werden und los gings. Diese Strecke/Disziplin war ganz klar meine schlimmste. Zuerst gings lange hoch, alles an der Sonne…. Dann bemerkte ich eine Blase am Fuss im Schuh, welche von 0 auf 100 kam und enorm schmerzte. Jeder Schritt war die Hölle. Dann war der Belag sehr schlecht. Viele weiche Bitumen-Streifen gabs.
Ich hatte selten eine gute Gruppe. Ja, es lief gar nicht. Ich war extrem froh, als dieser Spuk vorbei war und ich aufs Bike, die zweitletzte Disziplin wechseln konnte. Natürlich war diese Strecke vorwiegend im Wald. Es lief mir recht gut, ich konnte sogar einige Singlewomen überholen. Langsam realisierte ich, dass ich den Gigathlon wohl wirklich finishen werde. Die abschliessende Laufstrecke (21km) machte mir keine Sorgen, da ich dies einfach noch als Auslaufen betrachtete. Ich kam in der Wechselzone mit der geplanten Zeit an und erhielt eine super kalte Dusche. Ein Supporter neben uns schüttete einen Sack mit eiskaltem Wasser über mich. Das war der Traum. Natürlich war ich nun von Kopf bis Fuss durchnässt, was ja eigentlich gut war. Ausser eben, die Laufschuhe und Blattern… Das war Gift für die Füsse. Die ersten 4km auf der Laufstrecke gabs eine Rutschpartie in meinen Schuhen. Mit der Zeit legte sich das und ich traf bei km 4 ein, wo mich Viviane in Empfang nahm und mich dann auf den letzten 18km auf meinem Bike begleitete.  Ich lief nicht mehr sehr schnell, aber ich lief! Ich überholte sogar noch eine Singlefrau, was mich umso mehr motivierte dran zu bleiben. Viviane leistete eine super Unterstützung. Sie konnte mich immer mit frischem Wasser und Essen beliefern. Zudem konnte sie mich unterhalten. Dies verkürzte mir die Zeit enorm. Die letzten Kilometer waren krass. Ich begriff langsam, dass ich das Ziel wirklich erreichen würde. Ich stellte mir den Zieldurchgang vor, ich bekam Hünerhaut dabei! Und dann, ja dann wars soweit. Ich drehte nochmals auf, meine Beine schienen zu fliegen und ich durchlief mit meinen beiden tollen Supportern das Ziel! Mein Gefühlszustand: äusserst Happy und zufrieden. Anders kann ich das gar nicht beschreiben. Im Vergleich zum Samstag kamen mir aber leider keine Tränen mehr. Erwartet hätte ich es. Und im Vergleich zum Samstag fühlte ich mich körperlich noch recht in einem guten Zustand. Es war halt ein paar Grad kühler und die Disziplinen mehr im Wald oder am Schatten! Ich genoss die Zielatmosphäre. Ich war für einmal wirklich unglaublich stolz auf meine Leistung. Dass ich den Schlussrang 11 erreichte war dann noch das Tüpfchen auf dem i. Bald darauf kam auch Dinu ins Ziel! Wir beiden hatten unser Ziel souverän geschafft! Noch die ganze folgende Woche schwelgten wir in den Gigathlonerinnerungen. Einen ganz riesig grosser Dank geht an unsere Supporter. Sie waren es, die uns ins Ziel brachten. Sie schauten zu uns, dass wir unser Material zur richtigen Zeit am richtigen Ort hatten. Sie hatten alles bestens im Griff und unter Kontrolle. Sie empfingen uns immer freudig, stellten uns ein tolle Buffet parat, auch wenn ich manchmal praktisch nichts davon genommen habe. Das nächste Mal stand es aber wieder:- ). DANKE!!


Und jetzt die Frage: Was kommt als nächstes? Keine Sorge, die Pläne sind bereits geschmiedet. Der Inferno am 22.8. ist mein nächstes grosses Ziel. Dazwischen gibt’s noch der Stockhornhalbmarathon, Glacier 3000-Bergrun, ein paar kleine Bergläufe und ein Radrennen in St. Anton. Langweilig wird’s nicht. Fotos vom Gigathlon findet ihr in der Galerie!

 

Geschichten, die der Gigathlon schrieb

verfasst von uns beiden am 18.07.2015

Der Gigathlon war auch in diesem Jahr ein riesiger Anlass, welcher sehr gut organisiert wurde. Da wir zum ersten Mal beide als Single (wir haben an zwei Tagen jeweils 5 Disziplinen selber bewältigt) am Start waren, haben wir beide sehr viel erlebt. Die ausführlichen Erlebnisberichte brauchen deshalb noch etwas Zeit zum entstehen. Hier möchten wir Euch erste Anektoten und witzige Erlebnisse erzählen:

 

        Samstag morgen unterwegs auf dem Bike seit ca. einer Stunde und der erste Zuschauer ruft einem zu: Nümm wit – Hat er wohl verstanden, dass noch etwas 24h Sport auf uns warten?

 

        Dieses „Nümm wit“ war der wohl meistgehörte Satz am Gigathlon. Vor jedem Hügelspitz (auch wenn noch 10 weitere folgten), vor jeder Wechselzone (auch wenn wir noch etwas 4 km bewältigen mussten) oder auch sonst an diversesten Orten wurde „nüme wit“ gerufen.

 

        Am heissen Samstag erweiterte Tabea den Gigathlon. Auf der Rennvelostrecke hielt sie bei einem Brunnen an, sprang hinein (mit der gesamten Velomontur) und schwam ein paar zusätzliche Runden im kühlen Nass

 

        Wenig später legte Tabea schon wieder einen Stopp ein. Sie fand auf der Strasse einen 5-Liber, einen Zwei-Fränkler und einen Ein-Fränkler.

 

        Tabea erzählte den ganzen Samstag Abend, dass sie 7 Franken gefunden hätte (man rechne oben kurz zusammmen) (man sieht hier bestens, wie das Gehirn nach ca. 11h Sport und grosser Hitze funktioniert)

 

        Dinu hatte in der Woche vor dem Gigathlon mit Durchfall zu kämpfen und hatte Angst, auf der Strecke zusätzliche Pausen einlegen zu müssen.  Jemand aus unserem Team gab den hilfreichen Ratschlag: „Dinu, du bist einfach eine Maschine, Maschinen haben keinen Durchfall und falls der Magen rumpelt: drück die Reset -Taste und ignoriere jegliche Gefühle!!!" Dies war Dinus Leitmotiv für diesen Gigathlon.

 

        Die allerhärteste Herausforderung für Dinu wartete auf der letzten Laufstrecke. Mit seiner Höhenangst musste er zwei „vrtammi-wackelige“ Hängebrücken überqueren. Wenn nicht hinter ihm drei weitere Sportler und seine Betreuerin auch über die Brücke gehen wollten, stände er wohl noch heute da....

 

        Unsere Supporter waren perfekte Motivatoren und holten das Letzte aus uns raus. Auf der letzten Laufstrecke durften sie uns auf dem Bike begleiten. Als Tabea meinte: „i höre iz de grad uf seckle“ meinte ihre Betreuerin: „jo, mach doch das, due doch loufe“ Tabea erhoffte sich eine ganz andere Antwort......

 

        Dinus Supporterin fuhr das erste Mal auf einem Bike. Sie hatte derart Freude daran, dass sie immer wie schneller fuhr. Dinu musste somit immer wie schneller laufen, wenn er etwas zu trinken oder essen haben wollte.

 

 

-     Klar fand Dinu wieder Leute am Strassenrand, die seine Hilfe/Unterstützung oder etwas Motivation von Ihm gebrauchen konnten.....

 

        Dinu hatte das grosse Bedürfnis in der letzten Wechselzone ein Cola zu trinken und teilte dies per SMS seiner Supporterin mit. Er schleppte sich in die Wechselzone, fragte nach dem Cola und hörte: „Sorry Dinu, aber hier gibts weit und breit keine Cola“!Die Supporterin daneben meint: „Ah, Dinu, wettsch es Cola-i cha dir chli gä :-)“

 

        Im Gigathlon-Reglement hiess es, dass man keine Gigathlon-Wegweiser entfernen und als Souvenir nach Hause nehmen dürfe. In Lenzburg kam dann Dinu so ein Pfeil entgegen geweht, somit hätte er ihn ja nicht entfernen müssen.... aber 21km mit einem Pfeil durch die Gegend zu laufen, war dann selbst Dinu zu viel des Guten.

 

        Zur Tradition beim Gigathlon gehört seit Jahren der Genuss eines  Frozen-Joghurts von Freezy Cow. Das Team von Freezy Cow kannte Tabea sofort wieder. Obs wohl an all ihren Extra-Wünschen lag?

 

        In diesem Jahr waren die Singletrails, die wir zu Fuss zurücklegen mussten, deutlich schwieriger, wie diejenigen auf der Bikestrecke. Früher wären wir darüber froh gewesen. Heutzutage hätten wir gerne etwas anspruchsvollere Bikestrecken.

 

        Scheinbar gibt es im Kanton Aargau ein Gesetz, das verbietet, auf Wegen, die schmaler sind als 2m Fahrrad zu fahren.......

 

        Auf einigen offiziellen Wanderwegen ist das Biken darum auch verboten. Darum stand vor solchen Wegen jeweils ein Fahrverbot, kontrolliert wurde aber nicht......Eine elegante Lösung des Gigathlon-OK.

 

        Wie die Abwaschmaschine in einem Haushalt von zwei Single-Gigathleten aussieht, seht ihr auf den Bildern.

 

        Am Donnerstag reisten wir bereits nach Aarau. Das Quartier, in welchem unser B&B stand, war voller schöner Einfamilienhäuser mit Swimmingpools – einfach traumhaft – bis wir dann vor unserem standen – ein altes Holzhaus, aber immerhin mit einer riesen Terrasse.

 

        Dinu nutzte auf der Rennradstrecke am Samstag jede Gelegenheit sich etwas abzukühlen. Er streckte seine Arme und Kopf in jeden Brunnen, den er am Wegesrand sah – und er Kanton Aargau hat VIELE Brunnen!

 

        Im 3athlon-Training schwimmt Dinu seit Jahren auf der langsamsten der 3 Bahnen und ist da meistens der Langsamste. Er bezeichnet sich als miesen Schwimmer. Laut Gigathlon-Rangliste ist aber das Schwimmen Dinus zweitstärkste Disziplin.

 

        Dinu überforderte seine Supporter mit seinen kuriosen Esswünschen. Während des Wettkampfes isst er u.a. viele Bananen und trinkt viel Cola. Nach dem Wettkampf mag er weder Bananen noch Cola ausstehen.

 

        Dinu versuchte möglichst lange unterwegs zu sein. Als trainingsfauler Typ war ihm bewusst: wie früher er im Ziel ankommt, desto früher beginnt der Aufbau fürs nächste Jahr.

 

        Am Montag nach dem Gigathlon besuchten wir ein Kleidergeschäft. Als Dinu fand, die Hosen sind zu knapp, zupfte der Verkäufer an der Hose etwas daran herum und sagte: "Ich hätte nicht gedacht, dass du so trainierte Oberschenkel hast, du siehst untrainiert aus".

 

        Nicht zu vergessen: der haushohe Favorit im Familieninternenduell war vor dem Gigathlon: Ganz klar Dinu:-) 

 

Ausdauer bis zum Abwinken

verfasst von uns Beiden am 3.7.2015

Noch genau 7 Tage und dann ertönt der Startschuss zum Gigathlon in Aarau. Dies ist sogleich unser Saisonziel!

Daraufhin arbeiten wir nun seit etwa einem Jahr – mit viel Ausdauer. Die Ausdauer haben wir auch rege trainiert, die sollte vorhanden sein. Und anscheinend ist Ausdauer „ansteckend“.

Denn Mitte April waren wir bei unserem Garagier, welcher fand, dass die Kupplung unseres Auto wohl nur noch ein paar wenige Tage bis Wochen überleben würde. Wir hatten uns bereits nach einem Ersatzauto umgesehen, weil wir etwas damit gerechnet hatten. Wir standen vor der Frage: Wollen wir wieder ein Occasion-Auto, welches in der Anschaffung unserem Budget entspricht, aber bald weitere Kosten dazukommen? Oder leasen wir ein Auto? Dacia konnte uns ein tolles Angebot für einen neuen Kombi machen. Der Haken an der Sache: Man habe keine Lagerautos (alle im Winter verkauft – Eurobonus). Wir müssten somit bis im August warten. Vielleicht etwas weniger lang, vielleicht aber auch bis September. Somit die nächste Frage: Wollen wir das Risiko eingehen, dass unser Auto in den nächsten Tagen den Geist aufgibt und wir dann noch ein paar Monate warten müssen? Oder doch uns weiter umschauen.

Wir gingen das Risiko ein, und siehe da: Im Moment fährt unser Auto immer noch - es beweist somit auch Ausdauer! Hoffentlich überlebt es nun auch noch den Gigathlon!

 

In den letzten Wochen drehte sich sehr vieles um den Gigathlon! Damit wir gut vorbereitet sind, verbrachten wir einen ganzen Samstag (Anmerkung Dinu: Mehr oder weniger Bericht…...) auf dem Balkon und lasen das General Information (das ist ein dickes Heft, wo die ganze Logistik etc. erklärt ist) und erstellten die Logistikpläne und Zeittabellen.

 

Als Singleathlet ist das gar nicht so einfach. Man muss sehr vieles beachten und überlegen, wo was wann sein muss. Alles muss klar verständlich geschrieben sein, so dass unsere Supporter ohne Probleme nachvollziehen können, wie die Logistik abläuft. Ein paar Tage später erstellten wir die Materiallisten. Die Frage stellte sich: Wie packen wir all unsere Sportutensilien, dass die Supporter die Übersicht behalten und wir nichts vergessen einzupacken? Dass wir aber nach dem ersten Gigathlontag nicht Stunden damit verlieren, alles für den 2. Tag parat zu legen!

 

Unser Verpackungskonzept sieht nun so aus, dass wir pro Disziplin einen Rucksack haben. Alle Rucksäcke sind in einer grossen Kiste, welche mit Samstag und Sonntag angeschrieben sind.

 

Die Logistik hatten wir also und nun standen zwei Treffen mit den Supportern an. Die ganze Logistik haben wir natürlich bei uns zu Hause besprochen – klar, bei einem Nachtessen von uns.

Wir haben das Glück, sehr motivierte und versierte Supporter an Board zu haben.

Somit kann bei der Logistik, welche als 6 Disziplin des Gigathlons, bezeichnet wird, nichts mehr schief gehen:-).

 

Neben der ganzen Logistik kam noch dazu, dass wir ein Supportershirt entworfen haben, welches x Stunden und viel Ausdauer beanspruchte. Dazu wird es später mal noch einen Bericht geben.

 

Dieses Wochenende steht dann das mühsamste an: das Packen für den Gigathlon. Und das bei über 30Grad! Das wird eine Hitze-Material-Schlacht – und braucht etwas Ausdauer und einen kühlen Kopf.

 

Letzte Woche hat Tabea beim Gigathlonquiz, bei welchem 10 Fragen über den Gigathlon beantwortet werden mussten, einen ON-Schuh gewonnen. Im Moment sind wir beim Gewinnen voll dabei: Dinu hatte vor ca. 2 Wochen am Biennathlon eine Windjacke gewonnen!! Wenn wir schon nicht den Gigathlon gewinnen, dann halt alle anderen Preise!

 

Und dann heisst es, noch ein paar Tage erholen. Sport gibts praktisch keinen mehr. Wir versuchen der Hitze im kühlen Nass auszuweichen und hoffen, dass die Temperaturen am Gigathlon mind. 5 Grad kühler sind. Ansonsten wird es pickelhart - für alle Beteiligten!!
Ausdauer hat Dinu extrem. Schon immer liebte er die möglichst langen Wettkämpfe. In letzter Zeit hat er aber auch auf kürzeren Strecken Fortschritte gemacht. Das heisst, er ist viel schneller geworden - und somit der KLARE Favorit im internen Wettstreit.....

 

Gigathlonweekend

 

verfasst von Tabea am 26.05.2015

Das Pfingstwochenende stand ganz im Zeichen des Gigathlons. Wir buchten das Gigathlon Camp, Wir freuten uns sehr darauf, endlich wieder mal Gigathlon-Luft zu schnuppern und viele tolle Leute und tolle Strecken kennen zu lernen. Viele bekannte Gesichter sahen wir in diesem Camp....Viele sind Wiederholungstäter. Gesprächsthema Nummer 1 war dann natürlich auch der Gigathlon. Bereits in diesem Weekend war man voll und ganz in der bekannten Gigathlon-Welt - abgeschottet von der Realität - genau das, was ich immer wieder faszinierend finde!

 

Am Samstag war Check-In im Schachen in Aarau, genau dort, wo in 6 Wochen das Gigathloncamp stehen wird. Danach gings los mit einem Technik-Nachmittag. Gestartet wurde mit einem gemeinsamen Aufwärmen - genauer gesagt: Funktionelles Krafttraining für den Ausdauersport. 45min lang wurden wir mit Übungen für die Muskeln gequält, Übungen, welche wir noch nie gemacht haben... Anstrengend wars. Nach diesen 45min spürten wir bereits die Muskeln und ahnten, dass wohl die Tage danach der fiese Kater kommen würde. Danach konnte man sich für ein Technikblock in einer Gigathlondisziplin einschreiben. Wir entscheiden uns für Laufschule. Die zwei Ladys, welches beide gute Bahn- und Langstreckenläuferinnen sind, gaben uns wertvolle Tipps mit. Ein kurzer aber happiger Treppenlauf gabs noch und zum krönenden Abschluss ein paar Hügelsprints. Auch wenn das Training als Technikblock zählte und somit nicht sehr anstrengend sein sollte, waren wir danach ziemlich müde. Der zweite Technikblock widmeten wir dem Schwimmen im Freibad Aarau. Ein Topschwimmtrainer unterrichtete uns und meinte, wir wollen ohne Neo schwimmen, denn so kann man die Technik besser erlernen. Also stürzten wir uns ins 25 Grad warme Wasser. Zum Distanz-Schwimmen wäre das gerade super gewesen, aber eben, Technik war das Thema. Jeweils 50m Übungen, dann warten, Erklärungen, Verbesserungen erhalten, wieder 50m schwimmen etc. Am Schluss waren wir fast erfroren.... Noch bis am späten Abend lief ich mit zwei Pullis herum, da es mir einfach nicht mehr warm wurde. Dann gabs ein tolles Abendessen im Hotel. Man merkte schnell, dass das Hotel nicht wusste, dass Sportler viel essen... Die Portionen waren ziemlich klein. Immerhin kamen sie noch nachschöpfen.... Sie lernten schnell, am nächsten Abend gabs Buffet:-) Am Samstagabend gabs einen 1.5h Vortrag über den bevorstehenden Gigathlon. Wir erhielten diverse Hintergrundinfos. Der Projektleiter persönlich hielt diesen Vortrag. Dieser Vortrag regte mein Gedanken derart an, dass ich den Schlaf erst kurz vor 3 Uhr fand. Gedanken geisterten durch den Kopf, was ich als Singleathet noch alles machen muss bis zum Tag x. Vor allem die Logistik lag/liegt mir auf dem Magen. Z.B. hörte ich, dass man 3 Helme brauche...Ich habe doch nur zwei... oder dass man Listen machen sollte für jede Wechselzone, damit die Supporter genau wissen, was wo hin muss. Und auch eine Essliste... Liste um Liste wird es also geben.... Meine genialen Ideen teilte ich jeweils Dinu mit, schliesslich sollte er auch von meinen Überlegungen profitieren können! Der reagierte aber eher mürrisch – undankbarer Kerl das!? Somit war für uns diese Nacht sehr kurz.

 

Genauso, wie es dann am Gigathlon auch sein wird. Kurz vor sieben standen wir auf, beide mit ziemlich üblem Muskelkater. Zum Glück waren wir nicht die einzigen mit Muskelkater. Dann gings zum Morgenbuffet, das Fachsimpeln ging wieder los.

 

Um 8 Uhr waren wir dann in der Bikemontur, wie 20 andere Athleten, startklar vor dem Hotel. 3 Gruppen wurden gemacht. Dinu ging in die schnelle, ich traute mir das nicht zu und ging in die langsamere. Meine Entscheidung wies sich dann ziemlich bald als Fehler aus...... Wir mussten immer wieder längere Pause einlegen, bis alle zusammen war, während Dinus Gruppe ziemlich rasant vorwärts kam.

 

Unser Guide war der Projektleiter vom Gigathlon. Er konnte uns auf der Bikestrecke viele Infos mitgeben, zeigte uns Wechselzone, Schlösser etc. Es war sehr spannend. Die Bikestrecke ansich überraschte mich sehr. Normalerweise sind Gigathlonstrecken bekannt, dass sie sehr technisch sind. Selten konnte ich eine Gigathlonstrecke ohne Absteigen durchfahren. Dieses Jahr ist es aber ganz anders - viele breite Wege, nur wenige Singletrails, wenig technisches Können ist geforderet. Ganz nach meinem Geschmack:-) Meinen Schnitt, welchen ich mir im Vorfeld errechnet habe, kann ich also um mind. 4km/h erhöhen. Nichtsdestotrotz ist es eine sehr schöne Strecke. Dann gabs eine kurze Mittagspause im Hotel, wo wir alle Birchermüsli vertilgten. Kurz darauf folgte ein stündiger Vortrag über die Sporternährung mit Sponserprodukten. Auch wenn wir bereits viel wussten, kann man immer wieder was lernen. Am Nachmittag gingen Dinu und ich getrennte Wege. Dinu widmete sich nochmals einem Block Technik-Schwimmtraining. Ich wollte die Laufstrecke vom Gigathlon Samstag (18km und 670hm) unter die Füsse nehmen. Wiederum gabs zwei Gruppen, eine schnellere und eine langsamere. Dieses Mal wollte ich nicht wieder den Fehler machen und in eine zu langsame gehen. So ging ich in die schnellere. Mithalten konnte ich, aber es war ein Krampf. Die Strecke ist wunderschön, aber sehr coupiert. Vor allem das Herunterlaufen machte mir Beschwerden. Die Strecke ist sehr kurzweilig, sie führt über breite Kieswege, Singletrails, kurze Teerabschnitte und verläuft meistens im Wald. Müde und mit ziemlich schweren Beinen erreichte ich dann Windisch. Per Zug gings zurück ins Hotel. Auch Dul-x war vor Ort - wie am Gigathlon halt:-). Wir hatten alle eine Massage zu gute. Für meine verschlagenen und gekaterten Beine kam die gerade recht. Beim Abendessen erfuhren wir dann von den Athleten, welche die Rennradstrecke getestet haben, dass diese sehr hart ist. Wir hörten niemanden was gegenteiliges sagen. Alle klagten, wie brutal hart die sei. Mittlerweile stelle ich mir diese Rennradstrecke derart brutal vor, dass ich dann vielleicht am Gigathlon überrascht bin und sie gar nicht mehr als so hart empfinde. Es kommt ja meistens auf die Aufteilung drauf an. Und wir als Singleathleten müssen uns die ganzen Strecken sehr gut einteilen. Ein Überzocken liegt einfach nicht drin. Am Sonntagabend gabs dann noch eine spannende Podiumsdiskussion mit Topathleten wie Sämi Hürzeler und Gabriel Lombriser. Sie verrieten uns, wie sie trainieren, was sie essen, Trainingsempfehlungen. Geschlagene zwei Stunden hingen wir an ihren Lippen und keine Sekunde wars langweilig. Ziemlich spät gings auch an diesem Abend ins Bett - Gigathlon halt!!! Der Montagmorgen startete genau gleich, wie der Samstag mit Muskelkater, Morgenbuffet und Fachsimpeln. Dinu und ich verschlug es danach wieder ins Freibad um am Schwimm-Technikblock teilzunehmen. Um 11 Uhr starteten wir dann per Bike auf die zweite Bikestrecke vom Gigathlon Sonntag. Dieses Mal schloss ich mich der schnellen Gruppe an. Dass war ein Fahren! Kaum eine Pause wurde gemacht, ganz nach meinem Geschmack. Auch diese Strecke war sehr angenehm zu fahren analog zu Samstag. Die Strecke führte uns an zahlreichen Schlössern und Burgen vorbei, schliesslich landeten wir in Lenzburg, wo wir uns die Laufschuhe anschnürrten um noch 4km zum Schloss Lenzburg hoch zu joggen. Leider wurden wir dann doch auch noch vom Regen eingeholt und kamen nass im Hotel an.

 

Ich bin sehr froh, weiss ich nun genauer, was mich am Gigathlon erwarten wird. Ich weiss, es wird hart werden, aber ich bin mir sicher, dass ich das schaffen kann, wenn dann auch alles daneben stimmt wie Ernährung und Gesundheit. Die grösste Sorge ist im Moment die Logistik, dass ich alles am richtigen Ort verpacke und an die richtige Person mitgebe..... Wäre ja ärgerlich, wenn plötzlich in der Laufwechselzone anstatt meine Laufschuhe die Bikeschuhe da stehen würden...


Martin Ruegge und Tabea Zimmermann

40'000 Besucher vom 11.11.11-31.12.16

Besucher ab 4.1.2017:

Besucherzaehler
Chris Herzog - unser Hochzeitsfotograf
Chris Herzog - unser Hochzeitsfotograf