Herzlich Willkommen auf unserer Homepage

Willkommen auf der Homepage von Tabea und Martin "Dinu" Ruegge. Wir sind ein sportliche Paar, das immer unterwegs ist. Mehr über uns findet ihr in den verschiedenen Menupunkten - einfach links darauf los klicken!

 

Hier auf der Frontseite präsentieren wir Euch immer den aktuellsten Bericht über unsere sportlichen Herausforderungen und zeigen Euch neue Fotos.

Etwas ältere Artikel (etwa 2-3 Monate alt) findet Ihr jeweils unter Aktuelles. Aber auch ein Blick in unser Archiv lohnt sich immer.

 

Der Gigathlon war in jedem Jahr einer der Saisonhöhepunkte. Aus diesem Grund haben wir Ihm auch etwas mehr Platz auf unserer Seite gewidmet: Unter Gigathlon  findet Ihr alle  Berichte rund um den Anlass.

 

Martin "Dinu" Ruegge arbeitet als dipl. Ernährungsberater HF. Seine berufliche Homepage findet Ihr unter www.erb-monbijou.ch

Einige Fotos unserer Hochzeit findet Ihr als Präsentation hier: http://chris-herzog.ch/galleries/hochzeit_td/ .
Es lohnt sich, wenn Ihr Euch ein paar Minuten Zeit nehmt, es hat viele wunderschöne Fotos, hoffentlich auch eines von Euch? Zuerst die vom First-Look, aber auch von der Kirche, dem Apéro,....... Fotos zum anschauen als Galerie findet Ihr auch in unserer Rubrik "21.5.2016-Hochzeit".

Von Tabeas Inferno und Dinus Standschäden.....

Verfasst am 21. und 22.8.2016 von uns beiden

Dinus Bericht 

Ich stand das ganze Wochenende nur blöd rum (Anmerkung Tabea: Das ist ja nichts Neues). Am Freitag standen mir die Haare zu Berge, als bei der Arbeit einiges drunter und drüber lief und ich bis um 19 Uhr bei der Arbeit bleiben musste. Zum Glück hatte Tabea frei für die Inferno-Vorbereitungen und war rechtzeitig zu Hause ohne im Stau stehen zu müssen. So konnte sie in der Küche stehen und etwas zaubern, so dass ein leckeres Abendessen auf dem Tisch stand, als ich nach Hause kam. Das stellte mich gleich auf. Nach einer kurzen Nacht standen wir früh auf, um nach Thun zu reisen. Der Inferno stand ja auf dem Programm. Um 6:15 fuhr das Schiff nach Oberhofen, damit ich rechtzeitig beim Schwimmausstieg stehen konnte und Tabea ihr Smartphone in die Finger drücken konnte. Nach einem kurzen Zwischensprint stand ich auch nach der Wechselzone nochmals da, um Tabea nochmals anfeuern zu können. Leider stand meine Kamera auf der Leitung. Danach musste ich mich etwas bewegen, damit ich keine Standschäden abbekommen würde. Und so joggte ich von Oberhofen retour in das St(r)andbad Thun. Ab dort sollte ich mit dem Auto nach Grindelwald reisen. Ich hatte aber noch einen Auftrag. Tabea fand: «Du hesch ja gnueg Zit, du chasch ja sicher no go ikoufe». So schaute ich nach, was auf der Einkaufsliste stand und kaufte ein. Als nächstes stand ich dann in Grindelwald, um Tabea’s Rennrad entgegen zu nehmen. Das verstand Tabea nicht ganz, denn sie brauste an mir vorbei und schnappte sich lediglich das Weggli, welches ich für sie parat hielt. Mit einem Zwischensprint meinerseits, schaffte ich es dann doch, dass ich nicht mit leeren Händen da stand. Als nächstes stand die Weiterfahrt nach Stechelberg an. Kaum sass ich im Auto (ich konnte ja nicht den ganzen Tag rumstehen, darum musste ich mal absitzen), begann es zu regnen. Was für ein tolles Timing. Ich beneidete Tabea überhaupt nicht. Als nächstes stand ich also in Stechelberg und wartete auf Tabea. Dieses Mal klappte es und ich konnte mir ihr Bike schnappen. Für die Weiterfahrt nach Mürren, musste ich die Gondel nehmen. Leider musste ich dort lange anstehen. Sitzplätze hatte es leider nicht in der Gondel. So musste ich auch da stehen, wie auch in Mürren. Denn dort erwartete ich Tabea das nächste Mal. Nach dem ich sie auch dort anfeuern konnte, reiste ich nach Birg, wo es leider neblig war. Ich musste zum Glück nicht allzu lange rumstehen, bis Tabea dann auftauchte. Vor 4 Jahren hatte ich sie damit überrascht, dass ich mit ihr den letzten 2 Kilometer hochgerannt bin. Mittlerweile erwartete sie es. Dass ich nicht mitlaufen würde, stand ausser Frage. Und so kam doch noch etwas Bewegung in die ganze Sache. Sie war mehr als zufrieden und so neigte sich mein Tag dem Ende zu. Doch die allergrösste Herausforderung stand noch an. Nach 19 Uhr bei etwas tieferen Lufttemperaturen und leichtem Regen stand noch ein Bad im Thunersee an.
Ich möchte mich noch bei allen bedanken, die mir geholfen haben, den Samstag zu überstehen. Egal, wo ich gerade stand, ich traf ein paar Leute aus unserem Umfeld zum Plaudern. So war es doch VIEL schöner, das alle durchzustehen!

Am Sonntag konnte ich etwas länger schlafen. Und doch musste ich deutlich früher aufstehen wie Tabea. Ich hatte einen Einsatz als Schiedsrichter am Inlinerennen und was hatte ich dort zu tun: Ich stand in einer Kurve und schaute, dass alles mit rechten Dingen vor sich geht. Zur Belohnung gabs danach eine Erfrischung im Wohlensee, wobei der so frisch war, dass sonst nur Standup-Paddler (die müssten nicht ins Wasser, die können auf ihren Brettern stehen) unterwegs waren. Nun freue ich mich auf die Arbeit am Montag, denn dann kann ich endlich wieder sitzen.

Falls ihr das Gefühl habt, nun etwas im Schilf zu stehen, dürft ihr also ruhig nachzählen, wie oft ich das Wort «stehen» verwendet habe….

 

 

Bericht Tabea

Bereits zum 4. Mal startete ich an meinem Lieblingswettkampf, dem Inferno. Dieses Jahr wurde im Vorfeld ziemlich schlechtes Wetter für den Anlass gemeldet, was mich doch etwas beunruhigte. Je näher aber der Inferno rückte, desto besser wurden die Prognosen. Es sah sogar danach aus, dass ich bis nach dem Rennradfahren trocken bleiben würde…. Trotzdem packte ich unglaublich viele Kleider ein. So nach dem Motto „besser zu viel als zu wenig dabei“. Denn ich hatte dieses Jahr bereits 2 Regenwettkämpfe hinter mir – den Gigathlon und den Swissman. Somit wusste ich, was es heisst, kalt zu haben. Dieses Mal war ich besser vorbereitet!
Der Wecker ging um 4:55. Das Gefühl, wenn man aufwacht und weiss, wie lange und hart der Tag sein wird, ist unbeschreiblich. Da geht einem alles durch den Kopf. Von Freude, Angst, etc.
Dinu, mein Supporter (Anmerkung Dinu: Und Ehemann…..), und ich schwangen uns dann um 5:15 ins Auto und fuhren nach Thun. Unterwegs verdrückte ich mit keinem Hunger ein Becherli Milchreis. Pünktlich um 5:45 waren wir vor Ort wie bereits viele andere auch. Wie immer sah man viele bekannte Gesichter, man wünschte sich viel Glück und fachsimpelte über dies und das. Ein Kollege meinte dann: Heute könnte es etwas länger dauern mit Schwimmen, es habe Wellen und Gegenströmung. Das hätte ich lieber nicht hören wollen. In mir stieg kurz Panik auf… warum weiss ich auch nicht genau. Schwimmen gehört ja eigentlich zu meiner besten Disziplin. Mich störte wohl
 einfach, dass ich dieses Jahr wohl meine Schwimmzeit nicht unterbieten könnte…. Wir standen dann alle im Wasser und warteten auf das Startsignal. Ich prüfte meine Schwimmbrille, ob sie auch wirklich dicht war. Ich bemerkte, dass ich kaum aus der Brille sah. Sie lief immer wieder an und war am Glasrand ziemlich unklar. Wie konnte mir das während meine vielen Trainings nicht aufgefallen sein??? Ich ärgerte mich. Warum habe ich meine Brille zuvor nicht noch mit meinem Antifog Spray behandelt? Ich spukte in die Brille, um so etwas Besserung zu erlangen (das solle scheinbar helfen). Leider half es nichts. Und dann, pünktlich um 6:30 erfolgte der Start. Das Wasser war angenehme 19 Grad warm. Perfekt für mich. Wenn man zu diesem Zeitpunkt noch nicht wach war, dann war man es nun. Denn die ersten 300m waren geprägt von Schläge abbekommen, Schläge austeilen (Anmerkung Dinu: Ich stelle mir gerade Tabea beim Boxen vor…..) und dann endlich seinen Rhythmus finden. Ich versuchte mich zu orientieren. Leider sah ich, wie befürchtet, gar rein nichts. Ich schwamm blindlings  
vor mich hin. Meine einzige Möglichkeit war, den anderen zu vertrauen und nachzuschwimmen. Ich hatte dann unglaubliches Glück und fand eine Schwimmerin, welche mind. 2km neben mir schwamm. Ich hielt mich an sie. Ich bemerkte, dass sie sich immer wieder orientierte und so konnte ich sicher gehen, dass wir richtig schwammen. Ab und zu versuchte ich auch zu schauen, wo wir sind, aber wie gesagt, ich sah keinen Meter weit. Alles war dunkel und verschwommen. Ewig kam mir das vor. Ab und zu schwamm wieder eine Boje vorbei und ich wusste, dass meine Schwimmpartnerin eine super Orientierung hatte. Dann endlich, ca. 100 m vor dem Ziel sah ich das Ziel auch. Ich stieg aus dem Wasser und schaute auf meine Uhr und mich traf der Schlag: 55min für die 3.1km. Letztes Jahr hatte ich 48min. Ich hoffte einfach, dass wirklich Gegenströmung war und es den anderen auch schlechter lief. Ich lief in die Wechselzone. Dinu übergab mir vor der Wechselzone noch mein Smartphone. Dann hiess es Neopren ausziehen, Trikot überstülpen, Socken und Rennradschuhe anziehen, Helm aufsetzen. Dieser Wechsel dauerte mind. 4min. Dann schob ich mein Rad aus der Wechselzone und Dinu war bereits wieder am Streckenrand und sagte als aller erstes, dass alle langsamer waren, ich sei als 6 Singlefrau aus dem Wasser gekommen. „Huch“ dachte ich „dann ist ja alles gut und erklärbar“. Woher er wohl wieder wusste, dass ich mich gerade mit dem Thema beschäftigte?
Lange konnte ich sowieso nicht mehr über das Schwimmen nachdenken, denn nach ca. 500m am See entlang rollen, gings auch schon hoch Richtung Beatenberg. Von 0 auf 100 steigt es plötzlich unglaublich steil an. So kam es mir jedenfalls vor. Die Beine brannten und mein Puls wurde hoch katapultiert. Ich empfand es als sehr schwierig den Rhythmus zu finden. Das Problem ist immer, da ich beim Schwimmen so weit vorne bin, dass ich dann am Anfang nur überholt werde. Da ich nur überholt wurde, nahm ich automatisch ein höheres Tempo an und fuhr am Anfang über meinen Verhältnissen. Irgendwann merkte ich aber, dass dies keinen Sinn machen würde und reduzierte die Geschwindigkeit und schlich so den Berg hoch und ass gemütlich einen Riegel und danach noch einen Winforce-Gel. Endlich hatte ich den Beatenberg geschafft und ich hoffte, dass es mir nun besser gehen würde. Denn bis jetzt hatte ich noch nicht ein gutes Wettkampfgefühl. Es lief eher harzig wie gut. Die Abfahrt vom Beatenberg nach Interlaken war schnell und übersichtlich. Ich hatte auch das Glück, kein Postauto vor mir zu haben. Dann kam der mühsame Teil. In Interlaken mussten wir, wie immer, eine Schlaufe anhängen, welche nach Unterseen an den See führte und dann gings erst an den Brienzersee. Diese Teilstrecke (ca. 30km) mag ich eigentlich nicht. Sie ist eher flach mit ein paar Coupierungen und man darf nicht Windschatten fahren. Erholen konnte man sich dort auch nicht. Man drückte einfach mehr in die Pedale, so dass man so schnell wie möglich in Meiringen eintrifft. Kurz vor Meiringen stärkte ich mich noch mit einer trockenen Nussrolle für die Grosse Scheidegg. Ungefähr 1h30min standen nun vor mir bis auf die Passhöhe. Die Scheidegg ist alles andere als flach. Am Anfang geht es mit ca. 10-12% Steigung noch gemütlich zu und her. Ich versuchte diesen Pass nicht zu schnell zu fahren, um so viel Kraft wie möglich zu sparen. Plötzlich kam Jan (Sportskollege) von hinten angedüst. Wir plauderten kurz und dann zog ich davon. Er hatte Magenprobleme und musste auf sich schauen. Dann endlich kam die Schwarzwaldalp. Endlich wurde es steiler! Über 20% Steigung erwartete mich. Zum Glück kannte ich die Strecke, denn so wurde ich nicht überrascht. Im Schneckentempo schlich ich dort hoch. Danach zog es sich noch ziemlich hin bis auf die Passhöhe. Unterwegs sprach ich Dinu eine Nachricht, dass ich bald eintreffen würde und es mir den Umständen entsprechend gut gehe (Anmerkung Dinu: Sie sagte, sie brauche MINDESTENS noch eine Stunde und sie käme nicht vom Fleck und es sei alles brutal und grauenhaft….). Oben auf der Passhöhe angekommen nahm ich sogleich die Abfahrt ins Visier. Ich wollte keine Sekunde verlieren und zog auch kein Jäckli an, was kein Fehler war. Auch wenn es bewölkt war, war es dennoch angenehm von den Temperaturen her. Die Abfahrt war super. Ich überholte viele Athleten. Dabei würde ich das runterfahren nicht unbedingt zu meinen Stärken zählen. Unglaublich viele Athleten standen mit einer Platte am Strassenrand. Eine Singleathletin war leider gestürzt…. Und so nahm ich dann plötzlich auch wieder Tempo raus. Denn einen Sturz durfte ich mir nicht leisten. Dummerweise bekam ich auf dieser Abfahrt Hunger. Dabei wollte ich genau das immer vermeiden. Aber wie soll man auf der Abfahrt, wo man beide Hände an den Bremsen hat, noch essen? Ich verhungerte sozusagen vor meinem Fresstäschli….  Ca. 5min schneller wie im Vorjahr kam ich dann in Grindelwald an. Dinu stand vor der Wechselzone und drückte mir, wie abgemacht ein Weggli in die Hände. Im Gegenzug hätte ich ihm mein Rennrad geben sollen, was ich aber gerade vergessen hatte. Ich düste an ihm vorbei. Kurz vor dem Holzbalken, wo man ab dem Rad steigen musste, merkte ich mein Malheur. Ich drehte mich um und rief zu ihm, dass ich das Rennrad hier hinlege, er soll es einfach holen. Zum Glück waren die Helfer nicht zu streng, denn normalerweise darf man das nicht. Das Rad muss deutlich vor der Wechselzone übergeben werden… Der Wechsel aufs Bike verlief problemlos. Ich fühlte mich im Vergleich zum Vorjahr einiges besser. Ich hatte weder Rücken-, noch Knieschmerzen. So nahm ich den Aufstieg auf die Kleine Scheidegg in Angriff. Genüsslich verdrückte ich mein Weggli, während dem es steil hoch ging. Dabei entdeckte ich, dass Dinu mir ins Wegglisäckli ein Mandelbäri gesteckt hatte. Das war eine super Überraschung und ich steckte dies in mein Trikot für irgendwann, falls ich Hunger bekommen sollte.
 
Letztes Jahr war es dort sehr heiss. Dieses Mal begann es gerade zu regnen. Auch wenn ich eigentlich die Sonne lieber mag, fand ich heute den Regen besser. Je länger das Biken dauerte, desto müder wurden meine Beine. Ich musste mich immer aktiv motivieren, nicht im langsamen Trott zu verharren, sondern aktiv in die Pedale zu treten. Denn langsam fahren war angenehm, schon nur 1km/h schneller fahren bedeutet, dass es viel härter war. Die letzten 10min bis auf die Kleine Scheidegg musste das Bike wie immer geschoben werden. Ich freute mich auf diesen Abschnitt, denn so konnte ich endlich mal eine andere Position einnehmen. Sehr langsam schob ich mein Bike auf die Kleine Scheidegg. Kurz davor warf ich noch einen Activator-Shot ein, um vom Koffein geweckt zu werden und die bevorstehende Abfahrt gut über die Runde zu bringen. Oben auf der Scheidegg nahm ich vom Verpflegungsposten nur eine Reihe Ovoschoggi und düste die Abfahrt runter. Auch dort konnte ich wieder einige überholen. Nur beim technischsten Teil, bei welchem ich vom Bike abstieg, musste ich ein paar Mal auf die Seite stehen, da ein paar in einem irren Tempo vorbeidüsten. Ich lief diesen Teil  vorsichtig mit dem Bike runter – wie jedes Jahr. Ich war sehr froh, dass ich heil in Lauterbrunnen angekommen war und nun die letzten 6 km nach Stechelberg in Angriff nehmen konnte. Insgesamt 5min schneller wie im Vorjahr war ich. Kurz vor der Wechselzone übergab ich Dinu mein Bike. Denn sobald das Bike in der Wechselzone drin war, durfte es der Supporter nicht mehr rausholen. Ich ging ins Wechselzelt, zog ein anderes Trikot an und lief zum Verpflegungsposten. Ich schnappte mir Schoggi und ein Biberli und joggte langsam los. Dinu begleitete mich ca. 600m joggend (Anmerkung Dinu: Also beim Schild „1km“ joggte ich mit ihr noch vorbei, aber bald darauf konnte ich ihr nicht mehr folgen!) und erkundete sich, nach meinem Wohlbefinden. 5 km standen nun bis Lauterbrunnen auf dem Programm. 5km die mehrheitlich flach sind. Ich konnte die in einem 4:45-4:50min/km laufen. Das war mind. 30s pro Km schneller wie letztes Jahr. Meine Beine fühlten sich sehr gut an, schon fast locker. Ab km 5 ging es dann endlich hoch nach Mürren. Die Steigung beginnt gemächlich. Und da merkte ich, dass meine Beine doch schon sehr beschädigt waren. Sie waren müde und alles andere als locker. Dennoch konnte ich recht viel auf den nächsten 10km joggen. Ab km 13 gings flach nach Mürren. Dies war sogleich der letzte Teil, welcher gut zu joggen war. In Mürren traf ich wiederum Dinu. Auch hier lief er kurz neben mir her und gab mir noch was zu essen. Und dann, ja dann kam das härteste Stück. Eine etwa 2stündige Bergwanderung stand vor mir. Es ging steil hoch, sehr steil. Teilweise wusste ich nicht mehr, wie ich das schaffen sollte, so steil war es. Ich nahm Schritt für Schritt und so kam ich vorwärts. Auf der ganzen Strecke hat es sehr regelmässig Verpflegungsposten. Es gab fast immer Ovoschoggi und Brot. Jedesmal griff ich genüsslich zu und steckte mir Schoggi und Brot in den Mund. Selbst zum Kauen war ich zu müde und so ass ich jeweils immer nur den inneren Teil des Brotes. Der Rand war zu hart. Bei km 18 warf ich den zweiten Activator-Shot ein. Der wirkte wie immer ein paar Minuten, leider nicht mehr so lange wie der erste. Ich schaute ab und zu auf die Uhr und merkte, dass ich doch um einiges schneller unterwegs war, wie im letzten Jahr. Ich überholte noch eine Singlefrau. Ab dann war ich nur noch unter Männern. Keine Frauen sah ich weit und breit. Kilometer um Kilometer gingen durch. Plötzlich war ich bei km 23, wo Dinu extra von der Birg her, runtergelaufen ist, um mich anzufeuern. Ein paar Meter lief er mit mir mit und wollte mir noch zu essen geben, was ich aber verneinte. Ich hätte gerade was gegessen, war meine Antwort. Da die Strecke nun enger wurde, lief Dinu ein Stück voraus, um weder mich noch andere Sportler zu bremsen, aber auch um Fotos schiessen zu können. 
Dann kam der letzte Kilometer, welcher brutal steil hoch geht. Teilweise geht man auf allen Vieren hoch. Von einem Meter zum anderen bekam ich plötzlich irren Hunger…. Kein Verpflegungsposten war zu sehen und Dinu weit voraus und ich ärgerte mich, warum ich sein Essensangebot 5min zuvor verweigert hatte. Ich brach ziemlich ein und dies auf den letzten Metern. Da kam ein Geistesblitz: Das Mandelbärli im Trikot. Ich griff nach hinten, riss das Plastik auf und steckte mir das ganze Ding in den Mund. Ich sog die Energie richtig raus. Und ein paar Minuten später ging es mir wieder viel besser und hatte etwas mehr Kraft wie zuvor. Leider hatte ich nun wahnsinnig Durst. Da hatte ich aber Glück, dass noch ein Wasserstand kam kurz vor dem Ziel. Und so konnte ich das Ziel glücklich und zufrieden erreichen. Auf der Laufstrecke war ich 15min schneller wie letztes Jahr. Insgesamt war ich 20min schneller und dies, obwohl ich 6min langsamer geschwommen bin. Dass ich sogar noch in die Top 10 lief, erfreute mich noch mehr. Gestartet sind 56 Frauen. Ich empfand den Inferno wie immer als hart. Ich habe aber unterwegs eigentlich nie eine grosse Krise gehabt. Ich konnte die ganze Zeit unglaublich gut und viel essen, was mir sicherlich auch half, dass ich mich im Ziel so gut fühlte. Das war in den letzten Jahren nicht immer der Fall. Nach meiner persönlichen Meinung empfand
  ich den Inferno etwas härter wie der Swissman. Dies liegt wohl an den steilen Steigungen, welche einem mehr kaputt machen, wie wenn man einen Pass fährt mit einer Durchschnittssteigung von 8-9%.

Nach einer Stunde waren wir dann auch schon wieder in Stechelberg und fuhren in Richtung Thunersee los. Damit wir nicht ganz so stinkig in der Pizzeria eintreffen würden, nahmen wir noch ein Bad im See. Danach liessen wir den Tag mit einer Pizza und Dessert ausklingen.
Am Sonntag fühlte ich mich bereits wieder recht gut, so dass ich eine Rennradtour über 90km in Richtung Basel unternahm, wo Dinu seinen Einsatz hatte. Bilder gibt’s in der Galerie.

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Wettkämpfe, Wettkämpfe....und ein sonniges Wochenende

verfasst von Dinu am 14.8.2016

 

Nach einem strengen Wochenende (Samstags Glacier 3000, Sonntags Ursenbachtrophy / Tabea auf einer Velotour plus Geburtstag feiern) stand ich am Montagabend mit doch etwas müden Beinen unten am Gurten - schon wieder hinter einer Startlinie! Der Bärner Berglaufcup stand auf dem Programm, an dem man während einer Woche an jedem Abend auf einen Berg (Tabea sagt „Hügeli“) in der Region Bern rennen kann. Danach werden die besten 4 Resultate der Woche zusammengezählt und als Cup gewertet.
Am Gurten gings zuerst sehr steil hoch, hatte zwischendurch auch etwas flachere Abschnitte aber auch immer wieder brutal steile Abschnitte. Unterwegs überholte mich ein Junge (Blick auf die Rangliste: Jahrgang 2004!), ein anderer Läufer meinte zu ihm: „Klar besch Du so schnäu, besch jo öppe 40 kg liechter!“ Seine Antwort: „Du hättsch aber 40 Johr me Zyt gha zum trainiere!“ Zack, do weisch es :-)
Oben angekommen legte ich mich völlig ausser Atem ins Gras, während Tabea, schon lange oben, bald fragte, ob wir nicht langsam runter gehen könnten. Gehen = ich musste Gas geben, dass ich ihr nach kam.
Am Dienstag musste ich länger arbeiten und konnte somit nicht auf die Bütschuegg hochrennen, dafür im Haushalt nach der Arbeit mich noch austoben. Tabea rannte hoch, kam irgendwann total erschöpft nach Hause und meinte: Eg wott nume no go dusche und go schlofe! Ich hatte ihr einen Pouletcurrysalat gekocht und in einem schönen Melonenstern angerichtet, so konnte ich sie dann doch noch zum Essen und etwas länger wach bleiben motivieren…..
Mittwochs starteten wir beide nicht am Berglaufcup, wir genossen im Rahmen der Magic Night auf dem Heitere Konzerte von Hannery Amman, der Blues Brothers Original Band, Texas (einfach immer wieder genial) und Foreigner. Dass wir den Shuttlebus auf den „Heitere“ NICHT benutzt haben, ist wohl selbstverständlich?
Am Donnerstag stand der Lauf auf den Bantiger auf dem Programm, wo ich von der kurzen Nacht etwas müde war, dafür die Beine umso frischer waren und ich ein deutlich besseres Resultat als am Montag erzielen konnte. Auch am Freitag beim Lauf auf den Ulmizberg hatte ich recht gute Beine, nur die flachen Zwischenstücke machten wir zu schaffen. Danach gabs einen Abschluss-Pastaplausch mit Siegerehrung und zusätzlicher Preisverlosung.
Samstags waren wir unterschiedlicher Meinung. Ich fand, dass wir am Wochenende zuvor ja weg waren und während der Woche auch kaum zu Hause waren, so wäre es doch wirklich an der Zeit, sich um die Wohnung zu kümmern. Tabea fand, da wir ja nie zu Hause waren gebe es ja auch keinen Dreck und das Wetter sei VIEL zu schön um drinnen zu bleiben. Sie würde sich dann während der Woche an einem Regentag um den Haushalt kümmern, wenn ich bei der Arbeit (sie arbeitet ja „nur“ 90%) sei. So machte sie eine längere Radtour über den Balmberg und Weissenstein und ich kümmerte mich um meine Stärken (Hey, Priska, mittlerweile ist aus dem Spruch damals ein Running-Gag geworden, welcher auch in anderen Familien verwendet wird! Da sagt man auch nicht mehr, „Mer sette weder Mou hushaute“ sondern: „Mer sette zu üsne Sterchine luege“). Ich nahm mir dann aber auch die Zeit, um etwas mehr als eine Stunde Joggen zu gehen um danach mit Tabea ein erfrischendes Bad zu nehmen.
Am Abend hatten wir 3 Feste auf dem Programm, beim Geburtstagsfest von einem 3athlon-Kollegen-Paar blieben wir aber viel länger als geplant und liessen Fest Nr 2 ausfallen. Das dritte, das Gässlifest, fand direkt unter unserem Balkon statt, so sind wir da dann spät abends auch noch etwas geblieben.
Sonntags war aber alles andere als ein Ruhetag auf dem Programm! Am Morgen los nach Wilderswil, Auto parkieren und per Autostopp hoch nach Grindelwald. Ab da hochrennen – Bort – Waldspitz – Bachalpsee – Faulhorn – Schynige Platte. Ich hatte noch vorgeschlagen, dass wir mit der Gondelbahn bis zur First hochfahren (oder doch zumindest bis zur Mittelstation, Tabea fand aber, dass wir ja gar nicht zur First hoch müssten, wir joggten (Tabea) oder wanderten (Ich) ja zum Bachalpsee!
Wir verbrachten somit den Sonntag mehrheitlich getrennt zusammen J Tabea wartete immer mal wieder auf mich, verschwand dann aber auch gerade wieder. Und ich kämpfte mich stetig aufwärts. Nach etwa einer Stunde, schon recht heruntergekämpft, hörte ich einen riesigen Lärm! Was war da los?? Ich war auf einem Trail unterwegs, was würde mich da erwarten? Super, ein paar Meter oberhalb fuhr ein Postauto auf einem breiten Kiesweg hoch! Bis zum Waldspitz, wo wir auch durchrannten!! Toll, wenn ich DAS gewusst hätte!
Unten hatte Tabea noch erzählt, wir würden im Bachalpsee baden gehen. Als ich mich tatsächlich bis da hoch geschleppt hatte, ans Ufer ging, die Hand in den herrlich klaren See hielt und begann, meine Laufschuhe auszuziehen hörte ich Tabea: Huhu, do beni! Klar, super, nichts wurde aus der Erfrischung, es ging weiter. Da es zu dieser Zeit bewölkt war und gerade nicht mehr sehr warm, entschieden wir uns gegen das baden.  Wie ein Bergfloh rannte sie wieder davon, um dann im Restaurant auf dem Faulhorn zu warten. Unglaublich, wie fit sie war, obwohl ich die Woche 2 Ruhetage gehabt hatte und sie keinen einzigen….. Und zwischen den Bergläufen ja noch mehrfach mit dem Rad unterwegs war oder ein Schwimmtraining absolviert hatte!
Vom Faulhorn zur Schynige Platte gings mehrfach runter, hatte aber auch steile Gegenanstiege dazwischen! Nach dem ich bei einem steilen, gerölligen Stück etwas ausgerutscht und auf dem „Füdle“ gelandet war, nahm ich das Tempo noch etwas mehr raus. Es war ja kein Wettkampf, warum sollte ich da etwas riskieren. Tabea fand das dann nicht mehr so lustig, sie fand, wenn sie immer wieder 10 Minuten warten müsse habe sie danach Mühe, wieder in Gang zu kommen, ihr Rhythmus werde so unterbrochen. So habe ich mich dann doch wieder beeilt. Der Höhepunkt waren dann 4 Wanderer unterwegs: „Hopphopp, d Frou esch scho lang dure!“. Da kam mir der Spruch vom Gurten in den Sinn: „Die esch jo ou fasch 20kg liechter wie eg!“Für was trainieret de Der?“ „Se füre Inferno, eg für nüt“. „Ah, de esch klar, de würd egs ou so gmüetlech näh wie Du!“ Super, gemütlich, ich mit brennenden Oberschenkeln, hochrotem Kopf, Zunge fast am Boden und die Lunge überfordert! Egal, irgendwann kam ich dann auch am Ziel an. Die Umgebung war wunderschön (konnte ich hier endlich feststellen, unterwegs musste ich mich ja auf den Weg konzentrieren), und ich hatte ja sogar etwas zum mit heimbringen! Blasen an den Füssen und den „Wolf“. 21km und 1800hm war das Resultat.
Es war aber trotzdem ein herrlicher Tag bei traumhaftem Wetter!
Auf der Fahrt mit dem Bähnli runter (ein richtiges Nostalgiebähnli) beichtete Tabea dann, dass sie die Tour vor allem auch als Testlauf absolviert hatte, denn wir waren alles auf der Route des Eigertrails gerannt. Sie wollte sich einmal einen Teil der Strecke anschauen, um zu wissen, ob sie sich das im 2017 eventuell zutrauen kann.
Nach einem herrlichen Bad im Thunersee und einem leckeren Abendessen in einer Pizzeria schlossen wir das Wochenende dann noch gemütlich ab! Bilder gibts in der Galerie.

Glacier 3000 und Ursenbachtrophy

Verfasst von uns beiden am 8.8.16
Bericht Tabea
Endlich war der Glacier 3000 (Wettkampf über 26km mit ca. 2000 Höhenmetern, Start in Gstaad) wieder an meinem Geburtstag. Was gibt es schöneres als diesen Lauf am Geburtstag zu machen? Ich konnte sogar Dinu motivieren mitzukommen, obwohl ich überrascht war, dass er starten würde. Dieses Jahr lief mir der Glacier wirklich gut. Die ersten 16km waren noch immer nicht meine Kilometer, jedoch lief es mir bedeutend besser wie letztes Jahr, als es so heiss war. Ich konnte daher die ersten 16km in einem für mich guten Schnitt absolvieren und dies immer schön unter meiner anaeroben Schwelle. Ich war also ganze 4min schneller auf dieser Teilstrecke wie im letzten Jahr. Ab km 16 geht es praktisch nur noch hoch. Dieses Mal hatte ich noch immer gute Beine und konnte auch am Anfang noch viel joggen, wo die meisten schon gingen. Das Wetter war super, die Temperaturen perfekt. Letztes Jahr war es zu heiss…. Nach 3h32, ganze 12min schneller wie im Vorjahr, kam ich völlig zufrieden im Ziel an. Ich war nicht ausgekotzt. Es ging mir richtig gut. Ich konnte also den ganzen Lauf gut einteilen und mein Ziel, mich nicht völlig zu verausgaben, perfekt einhalten. Ich habe dann mal die Zeiten aus den vergangen Jahren angeschaut und war doch noch sehr überrascht. Meinen ersten Glacier 3000 Run absolvierte ich im 2009 mit 4h24, 2 Jahr drauf, also im 2011 konnte ich mich auf 4h14 steigern. Dann gabs mehrere Jahre Pause und ich startete erst wieder im 2015 mit einer Zeit von 3h44. Und nun dieses Jahr gabs nochmals eine schöne Steigerung auf 3h32. Ich bin gespannt, wie es im nächsten Jahr aussehen wird. Potenzial zum schneller werden habe ich ganz klar noch, aber so grosse Sprünge wird es wohl ganz klar nicht mehr geben. Mein Geburtstag hätte nicht besser sein können. Einen tollen Lauf unter tollen Bedingungen, tolle Begleitung und am Abend ein leckeres Essen mit meinem Mann und guten Kollegen. Einfach ein super toller Tag war das.

 

 

 

Bericht Dinu
Dass Tabea eine Bergläuferin ist, ist ja nichts neues. Dass ich Bergläufe weniger mag, iist auch bekannt. Aus dem Grund vermeide ich den Glacier 3000 eher. Wenn der Glacier 3000 aber auf den 6. August fällt, also Tabea’s Geburtstag, wünscht sie sich jeweils doch, dass ich mitkommen solle. Sie war in diesem Jahr auch gnädig und fand, ich dürfe auch nur zuschauen kommen. Einfach am Freitag anreisen, übernachten und dann zuschauen. Wie näher der Wettkampf rückte, umso mehr wurde ich gefragt: „Hast du dich jetzt angemeldet? Die Anmeldefrist läuft bald ab“.  Ich habe es mir dann gut überlegt und fand dann: Ja, ich starte, so kann ich ihr eine zusätzliche Freude machen. Da sie fand, sie hätte Freude, wenn ich starte, meldete ich mich an. Von ins Ziel kommen hatte sie ja nichts gesagt…..
So wusste ich effektiv bis kurz vor dem Start nicht, ob ich nur starte und dann aufhöre oder bis ins Ziel renne.
Beim Start habe ich, wie mir empfohlen wurde, langsam begonnen und immer mehr aufgedreht. So war ich im flachen Stück eher daran, Leute zu überhole,n als überholt zu werden. Das zahlte sich auf den nächsten km aus, als die Steigung begann aber der Weg auf angenehmen Kieswegen aufwärts führte. Ich konnte immer wieder längere Teilstücke joggen, während viele Leute bereits am Gehen waren.
An einem Punkt wechselt die Topographie aber merklich. Die breiten Kieswege münden in schmale Wege, welche sehr steil und steinig sind. Ein joggen war da für mich praktisch nicht mehr möglich. Da merkte ich, dass mir die Kraft doch etwas fehlte und mir 2-3x etwas schwindlig wurde. Ich kämpfte mich die letzten paar Kilometer hoch, was doch recht anstrengend war. Im Ziel angekommen war ich völlig erschöpft aber doch auch glücklich, es geschafft zu haben.  Das schlimmste Stück stand aber noch bevor. Eine Hängebrücke oben auf dem Gipfel, welche Tabea mit ein paar Kollegen noch beschreiten wollte. Ich mit meiner Höhenangst – na Bravo, da es mir sonst schon schwindlig war, war dies eine tolle Herausforderung.  Rechts und links am Geländer festkrallend habe ich es wirklich geschafft, diese Brücke hinüber zu wandern. Drüber wurde mir aber erklärt, dass ich wieder zurück auf demselben Weg müsste. Na bravo….. Nach dem anschliessenden obligaten Kuchen im Restaurant gings retour nach unten via einem kurzen Bad im Thunersee und einem leckeren Abendessen dann ab nach Hause. Am Sonntag war dann die Auswahl, ob ich an der Ursenbachtrophy starten will, was ich mir eigentlich schon lange vorgenommen hatte, oder ob ich mit Tabea ca. 3h aufs Rennvelo gehen würde. Ich entschied mich für die Trophy, weil diese deutlich kürzer war. An der Ursenbachtrophy war ich im Vorjahr auch gestartet und in einem harten Kampf Dritter geworden. In diesem Jahr war das Starterfeld aber etwas grösser. Es waren 8 Einzelsportler, welche 4.9km Laufen, 7km Inline, 11km Biken und zum Abschluss nochmals 4.9km laufen musste. Bei der ersten Disziplin merkte ich den schmerzenden Füssen vom Vortag. Ich hatte mehrere Blasen beim Berghochlaufen aufgelesen. Die Oberschenkel fühlten sich etwas müde aber doch recht gut an. Und so konnte ich ein gutes Tempo gehen, sah aber wie fast alle Einzelsportler mir davon liefen. Ein ganzer Pulk von 4 Einzelstartern sah ich am Anfang noch, am Schluss der Laufstrecke waren sie aber aus meinem Blickfeld verschwunden. 2 davon kannte ich vom letzten Jahr. Da hatte ich sie nach der Laufstrecke noch im Blickwinkel.  Dasselbe auf der Inlinestrecke. Im letzten Jahr sah ich die 2 noch, in diesem Jahr konnte ich die vierer Gruppe überhaupt nicht mehr sehen und merkte dann bald, dass einer der Gruppe einer sogar von hinten angebraust kam, da wir 4 Runden zu absolvieren hatten. Nach der Inlinestrecke wechselte ich aufs Bike, wo ich im letzten Jahr einige Einzelsportler ein- und überholt hatte. Auch in diesem Jahr war es wieder so, dass ich nach etwa 2km einen einholte, was mich doch sehr überraschte, da der Abstand nach dem Laufen recht gross war. Ich gab Vollgas auf der Bike-Strecke, sah aber keinen Einzelsportler mehr bis zum letzten Schlussanstieg, da sah ich plötzlich wieder 2 vor mir und konnte tatsächlich noch einen bis zum Bikeziel einholen. Der Blick auf die Disziplinen Rangliste am Schluss war dann überraschend. Ich wurde 11. aller 29 Biker (inkl. aller Teamsportler), obwohl bei mir die Wechselzeit von den Inline (Inlineschoner und Inline ausziehen; Bikeschuhe anziehen inklusive) aufs Bike auch dazugerechnet wurde, währendem die Teamstartet direkt aufs Bike starten konnten. Der Bikerang war wirklich hervorragend.  Ich wechselte sehr rasch, da Tabea, welche mit dem Rennrad hindüste, mir helfen konnte. So konnte ich schnell auf die Laufschuhe wechseln und sah den vor mir liegenden Einzelstartet sehr dicht vor mir.  Doch wie auf der ersten Laufstrecke nahm er mir auch auf der zweiten Laufstrecke einiges ab sobald es hoch ging.  Ich konnte ihn leider nicht mehr einholen. So merkte ich bald, dass ich in diesem Jahr vierter werden würde und keine Chance mehr haben würde, ihn einzuholen. So drosselte ich das Tempo und kam kontrolliert ins Ziel. Ich war sehr zufrieden – erst recht, als ich auf der Rangliste entdeckte, dass ich in 2 Disziplinen schneller gewesen war als im Vorjahr und das mit dem Glacier-3000 in den Beinen. Nach einem leckeren Abendessen und einem Bad im Murtensee liessen wir den Abend gemütlich ausklingen. Die bevorstehende Woche wird recht hart werden. Der Berner Bergcup steht bevor.


Und hier noch was zur Fremd- und Selbstwahrnehmung:
Es ist immer wieder spannend, wie dieselben Dinge völlig unterschiedlich wahrgenommen werden. Am letzten Wochenende konnte ich gleich mehrere solche Beispiele beobachten:

 

 

Fremdwahrnehmung:

Selbstwahrnehmung:

Dinu, Du wirst auf den unteren, flachen 16km. des Glaciers sicher schneller sein wie ich, und je nach dem werde ich den Vorsprung nicht ganz einholen bis oben.

Nach 16km hatte ich erst 7min Rückstand, im Ziel dann weit mehr als 30 Minuten!

Zuschauer, der meint, mich mit seinem Zuruf motivieren zu können: Jetzt geht es nur noch etwa 200m so steil aufwärts, dann wird es flacher!

200m? Soo steil? Da brauche im Moment, in dem Tempo mit dem ich vorwärts komme, etwa einen halben Tag!!!!

Zuschauer, der meint, mich mit seinem Zuruf motivieren zu können: In etwa 40 Minuten bist Du im Ziel!

Noch 40 Minuten??? Ich mag doch nicht mehr!!

Hey, Dinu, gäu dä Lou esch traumhaft!

Traumhaft? Die Beine brennen, die Luft wird knapp und wenn man die schöne Gegend betrachten will, hats fast immer rundum Nebel oder man stolpert über einen Stein oder den Vordermann. Also schön brav sich auf die Füsse konzentrieren! Die Aussicht könnte man bei einer gemütlichen Bergwanderung sicher VIEL besser geniessen!

Nume no e churze Ändspurt u Du hesch es gschafft!

Es ging noch 3 steile Treppen hoch, nach dem ich schon fast 2000 Höhenmeter überwunden hatte!!

Es esch nümme wit, Du hesch es gli gschafft!

Ein Klassiker! Bei einem Bergluaf, wo Du pro Kilometer über 20 Minuten brauchst, da ist das „nümme wit“ eine kleine Ewigkeit!

Dinu, Du wirst auf den unteren, flachen 16km. des Glaciers sicher schneller sein wie ich,….

Flach?? Auf den ersten 16km überwindet man 400 Höhenmeter, zum Teil auf recht Steilen wegen! 400m Höhenunterschied – im Berner Berglaufcup zählen 400m Höhenunterschied als ein Berg!!

 

 

 Bilder gibts in der Galerie.

 

Megathlon

verfasst am 1.8.2016 von uns Beiden

Das Megathlonwochenende begann bereits am Donnerstag, als wir mit unseren Rennrädern zu Kollegen in die Gegend von Liestal fuhren. Tabea hatte unterwegs das Gefühl, sie habe weniger Kraft in den Beinen wie Dinu, was sie veranlasste, am Triathlon Grillabend am Freitagabend zu erzählen, dass sie am Megathlon keine Chance gegen Dinu haben werde. Denn der Megathlon sei ja völlig flach und somit nicht ihr Terrain. Am Samstag das übliche Programm. Zuerst Haushalt, packen und dann ab nach Radolfzell am Bodensee. Bei unserem letzten Start am Megathlon vor 3 Jahren war Tabea die schnellste aller Singlefrauen. Bei der Anreise erklärte sie Dinu, dass die Damenkonkurrenz in diesem Jahr VIEL stärker sei, wie im 2013 und ein Podestplatz wohl nicht drin liegen würde. Nach einem leckeren zNacht und guten Gesprächen mit Sportkollegen gings dann ab ins Bett. Denn am Sonntagmorgen um 8Uhr sollte der Schwimmstart erfolgen und die ganze Wechselzone bereits eingerichtet sein.

Erlebnisbericht Dinu
Ob man die 1.5km mit oder Neopren schwimmen wollte, war jedem selber überlassen. Für mich war die Entscheidung pro Neopren selbstverständlich. Dass das Schwimmen nicht meine Stärke ist, war auch mit Neopren klar. Da sich der Bodensee aber erst nach 39min verlassen würde, hatte ich zuvor dann doch nicht erwartet. Nun musste ich auch Gas geben, um die Schnellschwimmerin Tabea einholen zu können, wie sie ja zuvor erzählt hatte. Also drückte auf der Rennradstrecke aufs Gaspedal. Insgesamt waren auf der 42km langen Radstrecke vier Anstiege und somit 4 Abfahrten zu bewältigen. Insgesamt waren es 600 Höhenmeter.  Das bezeichnete Tabea also als flach. Mit bereits etwas müden Beinen kam ich in die Wechselzone, wo mir eine Kollegin berichtete, dass sich Tabea auf Platz 1 der Damenkonkurrenz befände und etwa 30min Vorsprung auf mich hätte – also etwa so, wie sie es vorausgesagt hatte…. Aber nun kam ja meine Stärke, das Inline Skaten, und sie hatte im Voraus gesagt, dass ich sie wohl auf den Inlines einholen würde. Ob ich auf den 20km die 30min wettmachen würde? Ich gab mir jedenfalls alle Mühe, war aber oft ohne Windschatte unterwegs. Ich konnte unterwegs aber erstaunlich viele 5er-Teams und Singles einholen. Dies überraschte mich auf der Inlinestrecke nicht sehr, als es aber auf der Bikestrecke so weiter ging, merkte ich, dass ich wohl doch ziemlich flott unterwegs sein musste. So startete ich auf die abschliessenden 2 Laufrunden über insgesamt 10km sehr motiviert. Als nach etwa nach 500m mir aber bereits Tabea entgegenrannte, die kurz vor dem Zieleinlauf war, musste ich feststellen, dass ich wohl keine Chance mehr hätte, sie einzuholen. Trotzdem konnte ich, auch die letzte Disziplin in einer Zeit zurücklegen, mit der ich durchaus zufrieden bin.

Erlebnisbericht Tabea
Natürlich habe ich nun ein schlechtes Gewissen, so habe ich doch am 3athlon Abend völligen Mist erzählt….. An diesem Abend aber, glaubte ich fest an meine Aussagen….. Es kam dann aber doch alles anders. Wobei zu erwähnen ist, dass ich weit vorne im Feld ganz klar viel schnellere Windschatten hatte, wie Dinu im hinteren Feld. Aber nun von vorne.
Ich war recht nervös vor dem Start, obwohl es ja eigentlich um nichts ging. Schuld daran waren aber auch die anderen Leute. Oft wurde ich gefragt, ob ich den Podestplatz vom 2013 verteidigen würde? Ich war klar der Ansicht, dass ich das nicht versuchen würde, denn unter den Singlefrauen waren schon ein paar recht starke Frauen. Ich konnte mir zwar vorstellen, den 2. oder 3. Rang zu erreichen, aber ganz zu gewinnen, das konnte ich mir wirklich nicht vorstellen, auch wenn ich mir das natürlich wünschte.
Ich entschied mich, zum Schwimmen ohne Neopren zu starten. Ich liess mich nicht verunsichern durch all die neoprentragenden Menschen. Aber auf 1.5km mit Neo bin ich höchstens ein paar Sekunden schneller, dafür langsamer beim Wechseln. Ausserdem war der See 22 Grad warm. Also für mich ganz klar zu warm, um mit dem Neo zu schwimmen. Nach 27min Schwimmzeit stieg ich enttäuscht aus dem Wasser. 27min für 1.5km? Was für eine schlechte Schwimmzeit das für mich ist (Anmerkung des Dinus: Ob es doch am „OhneNeoschwimmen“ lag?).
Ich dachte nur: „selberschuld, in der letzten Zeit bin ich praktisch nichts mehr geschwommen…..“ Ich liess mich aber nicht entmutigen und sagte mir, dass ich zuerst auf der Uhr gucken wollte, wie viele Meter es wirklich waren. Ganze 200m sind wir mehr geschwommen als ausgeschrieben. Daher bin ich mit der Zeit nun doch zufrieden. Zu dieser Zeit war ich 4 Frau in der Wechselzone rangiert. Mein Wechsel auf das Rad ging natürlich sehr schnell. Auf dem Rad bereits nach 4km holte ich eine Singlefrau ein. Nun war ich also auf Platz 3. Nach ca. 10km überholte ich schon wieder eine Frau und ich war auf Platz 2 und die Platz 1 Frau holte ich im Aufstieg auch noch ein. Ich war überrascht und war gespannt, wie lange es gehen würde, bis mich eine Singlefrau überholen würde. Da ich so weit vorne war, hatte ich natürlich auch oft guten Windschatten – leider oft auch zu schnelle und ich liess abreissen…. Auf den letzten 10km wurde ich dann doch noch von einer Singlefrau überholt. Ich versuchte kurz anzuhängen, merkte aber, dass sie einen Tick zu schnell war und so riss ich los und fuhr mein Tempo weiter. Ich erhoffte mir, dass sie vielleicht nicht so gut inlinen würde… Als 2. Frau kam ich dann in die Wechselzone und wechselte auf die Inlines. Nach ca. 2km überholte ich tatsächlich die Frau, welche im Moment auf Platz 1 war. Sie war ziemlich langsam unterwegs und verlor schlussendlich auf mich fast 12min. Ich konnte ein gutes Tempo bis in die Wechselzone durchziehen. Dann gings ab aufs Bike. Auch dort konnte ich gut Tempo machen. Ich spielte noch nicht mit dem Gedanken, wie es wäre, zu gewinnen, denn für das war es aus meiner Sicht noch zu früh. Beim Laufen würde sichs dann entscheiden – meiner schlechtesten Disziplin. Auch nach dem Biken war ich noch auf Platz 1. Leider hatte ich keine Ahnung, wo die 2. platzierte Frau war. War sie nur 2min hinter mir? Oder doch länger? Ich wechselte auf die Laufschuhe und trottete los. Schnell gings nicht mehr (Anmerkung Dinu: Sagt sie bei einem Schnitt unter 5min/km….). Mein Puls war derart hoch, dass ich nicht schneller konnte. Es war zu heiss, fast unerträglich. Natürlich malte ich mir nun aus, wie es sein könnte, wenn ich nun siegen würde. Nun wollte ich den Platz nicht mehr verlieren. Ich setzte mich ziemlich unter Druck, schneller zu laufen, auch wenn das praktisch nicht mehr ging. Nach der 1. Runde fragte ich mal ein paar Zuschauer, wo sich die 2. platzierte Frau befände. Ich bekam zu hören: Sehr weit hinter mir. Ach, ob ich dem glauben sollte? Irgendwie tat ich es und ich wurde etwas langsamer. Und so kam ich immer näher dem Ziel entgegen. Die letzten Meter meines Zieleinlaufens versuchte ich voll zu geniessen. Ich nahm das Tempo raus und genoss es. Es war grandios. So viele Zuschauer klatschten und jubelten. Und ich lief durch diese Menge hindurch. Nach 4h51 war ich im Ziel, ca. 15min schneller wie die zweitschnellste Frau. Ich war mit meiner Leistung wirklich sehr zufrieden. Als ich nun meine Zeiten und Disziplinenränge anschaute, war ich schon noch erstaunt. Meine schlechteste Disziplin war mit Rang 4 das Schwimmen. Die schnellsten waren MTB und Inlinen mit Rang 1 und Rennrad und Laufen mit Rang 2.

Wie ging es dann weiter:
Wir liessen den Rest des Tages gemütlich am See und anschliessend in einem leckeren Restaurant ausklingen. Denn wir hatten eine weitere Nacht in Radolfzell gebucht.
Bei der Hinfahrt hatte Dinu  zu Tabea gesagt, sie solle doch bitte nicht wieder einen Gutschein gewinnen, den man in einem 30km entfernten Geschäft von Radolfzell einlösen musste. Tabeas Antwort lautete: „ bei dem starken Singlefeld, musst du keine Angst haben“. Und was haben wir am Montag gemacht? Wir fuhren 30km, um einen Gutschein einzulösen…… Danach gings ans andere Ende des Bodensee’s ins österreichische nach Bezau. Bezau liegt, wen wunderts, direkt neben Bizau…..
Wir hatten einen Gutschein gewonnen (Dinu, bei einem Wettbewerb, wo man ein Gedicht schreiben muss. Ihr habt ja letzte Woche gelesen, wie Dinu seine Preise gewinnt…) in einem Wellnesshotel für 3 Nächte inkl. Abendessen. Das Hotel bezeichnete sich als Geniesser und Kuschelhotel. Man versuchte uns überall zu entschleunigen. Bei der Anreise durften wir nicht einchecken, sondern mussten in der Gartenwirtschaft einen Drink geniessen. Aber so nicht mit uns. Wir entflohen dem ganzen „Enschleunigungszeugs“ am Dienstag und fuhren mit den Rennrädern eine Tour über das Furkajoch und noch über einen zweiten Pass. Das entsprach genau Dinu’s Vorstellung von Erholung! Natürlich gabs nach der Tour einen Besuch im Wellnessbereich, bevor wir uns durch den herrlichen 6 Gänger assen. Für den Mittwoch hatten wir uns eine 25km lange Biketour aus einem Katalog ausgepickt, waren aber bereits nach der 20km langen Anfahrt bis zum Tourstart über 2 „kleine Hügel“ recht müde. Ausserdem blitze und donnerte es rund um uns herum. So kürzten wir die Tour etwas ab und genossen stattdessen einen Kaiserschmarrn (von dem Tabea etwa seit 3 Tagen träumte und bis dahin keinen bekommen hatte).  Am Donnerstag stand bereits die Abreise auf dem Programm. Zuvor absolvierten wir einen Berglauf auf den Hausberg von Bezau, um danach mit der Gondelbahn wieder runter zu fahren. Natürlich gabs nochmals einen Kaiserschmarn. Wir reisten mehr oder weniger erholt zurück nach Hause, um am Freitag topfit bei der Arbeit zu erscheinen. Am Freitag und am Samstagabend besuchten wir diverse Konzerte am Openair in Etziken, trainingsmässig reichte es am Samstag zu einem Rumpfkrafttraining. Am Sonntag wollten wir an Bruce Springsteenkonzert und fuhren mit den Rennrädern hin. Obwohl schlechtes Wetter gemeldet war (und wir lange nicht wussten, ob wir wirklich mit dem Rad starten sollen) hatten wir bis Rothrist trockene Strassen, ab da waren nur die Strassen nass, zu regnen begann es erst etwa 30km vor Zürich. Ab da dafür um so heftiger.
Tabea wusste nicht, dass Dinu eine Übernachtung in einem Hotel in der Nähe des Letzigrundes reserviert hatte. Die warme Dusche kam nach dem Regen umso gelegener.

Nach dem tollen Konzert und der Übernachtung gings heimwärts. Tabea konnte es kaum erwarten und riss Dinu früh aus dem Schlaf (kurz nach 9) - er hatte auf ausschlafen gehofft, da er am Sa. und So. Morgen zu Hause früh aufgestanden war - sich um seine Stärken kümmern (das wird e Runninggag, Priska), womit aber nicht das langsame Radfahren gemeint ist.

Aber Tabea wollte einen weiteren Weg mit viel mehr Höhenmeter (130km, 16000 Höhenmeter) zurückradeln....... Und wir wollten zum Znacht zurück in Bern sein!

Fotos gibts in der Galerie.

Gewinnen!

Verfast von uns Beiden am 25.7.2016
Dinu hats geschafft! Er hat an einem Sportwettbewerb einen Preis gewonnen! Während den Velotagen in Bern, welche im Rahmen der Tour de France stattfanden, hat er gross abgeräumt. Nun weiss er auch, wo seine Stärken liegen! Den Preis hat er am Slowrace gewonnen. Das ist ein Wettbewerb, bei dem man eine vorgegebene Strecke auf einem Minivelo so langsam wie möglich zurücklegen musste. Nun ist diese Woche per Post tatsächlich ein Preis dafür ins Haus geflattert. Im Langsam sein, liegt somit Dinus Stärke.

Tabea gewinnt ihre Preise aber durch sportliche Leistung und Tempo. Am Bodensee-Megathlon hat sie ihren Gegnerinnen (von ca. 19 Frauen) über 15min abgenommen und ist souverän zum Sieg geschwommen, geradelt, geskatet, mountainbiket und gerannt. Was für ein toller Erfolg. Sie kann es selber noch kaum fassen.

Jetzt gönnen wir uns noch ein paar Tage Erholung in einem Hotel. Die Übernachtungen hat Dinu gewonnen in einem Wettbewerb, bei welchem man ein Gedicht schreiben musste.

Die ausführlichen Erlebnisberichten folgen nächste Woche.

Bilder gibts in der Galerie.

Swissman bis heute

 

Verfasst von uns Beiden am 18.7.2016

Nach dem Swissman stand Erholung auf dem Programm – vor allem bei Dinu. Tabea hingegen war nach einer Erholungspause seither 2x auf dem Niesen, auf dem Harder, auf diversen Pässen und fuhr die Rennradstrecke des Infernos ab.

Aber schön der Reihe nach:

Am Wochenende nach dem Swissman wollte Tabea mit einer Kollegin auf eine 3-tägige Velotour, welche sie wegen des schlechten Wetters absagen mussten. Deshalb entschieden sich die Beiden, nur auf den Niesen zu laufen. Dafür waren wir am Sonntagnachmittag zusammen auf einer Biketour im Jura unterwegs, natürlich mit anschliessendem Hupf in die Aare in Zuchwil. Tabea war überrascht, wieviel Strömung die Aare da noch hat, da wir doch deutlich abwärts getrieben wurden.

 

Das Wochenende danach waren wir noch weniger zusammen unterwegs. Am Samstag fuhr Tabea mit einer Kollegin die Rennradstrecke des Infernos ab während Dinu ein Klassentreffen hatte und dabei mit dem Schlauchboot von Uttigen nach Bern fuhr. Das war herrlich entspannend, nachdem wir am Vortag am Konzert von Unheilig in Aarberg gewesen waren (Obwohl Dinu immer betont hatte, dass er nie mehr an ein Unheilig Konzert kommen würde. Da wir aber ganz kurzfristig von einer Kollegin vergünstig Tickets abkaufen konnten, liess er sich "ummotivieren").
Am Sonntag war Tabea an einer Weiterbildung über das Thema Skilled Running. Viel Laufschul- und Krafttraininginput gab es, während Dinu sich um seine Stärken kümmerte und mehrheitlich zu Hause aktiv war. Zusätzlich genoss er einen prächtigen Nachmittag und Abend mit seinem Gottemeitli.

 

Und das aktuelle Wochenende? Das war nicht besser, seit wir verheiratet sind verbringen wir sehr viel Zeit getrennt :-). Tabea hatte schon seit längerem geplant, ein Wochenende bei einer Kollegin in Chur zu verbringen. Sie fuhr daher mit dem Rennrad von Innertkirchen über den Grimselpass, Furkapass und Oberalppass nach Sedrun. Knackige 2900hm auf nur mal 86km zeichnete die Strecke aus. In Sedrun wartete bereits ihre Kollegin auf Tabea. Sie hüpften in einen tollen kleinen Badesee und danach gings weiter nach Disentis. In Disentis gings in ein Restaurant, welches scheinbar Weltmeister ist im Capuns machen. Tabea war doch etwas skeptisch und bestellte Pizokel mit Gemüse. Am nächsten Tag wurde Tabea in die Welt der Pferde eingeführt. Ihre Kollegin besitzt ein Pferd und sie hatte gerade am Sonntagmorgen Stalldienst. Also half Tabea beim Misten und sie erhielt viele spannende Infos über die Haltung der Pferde. Nach einer Stunde war dann das auch geschafft und sie lief mit der Kollegin und Pferd, welches bepackt war mit einem Pferderucksack (unser Mittagessen wurde also getragen), den Berg hoch. Tabea war etwas erstaunt über die Leistung des Pferdes. Es meisterte die 680hm auf 4.2km souverän innert einer Stunde! Oben angekommen war das Pferd aber dann doch recht müde und hungrig. Die Wiese musste dran glauben und es frass und frass…. Tabea und die Kollegin machten es dem Pferde gleich und assen ein farbenfrohes Mittagessen bestehend aus Himbeeren/Erdbeeren/Himbeeren/Tomätli/Rüebli/Gürkli/Trockenfleisch. Der Abstieg ging dann bedeutend länger. Ein Pferd läuft also besser hoch wie runter ;-). Unten angekommen, schwang sich Tabea wieder aufs Rad (nicht aufs Pferd!) und fuhr im Eiltempo nach Sargans. Der Wind kam natürlich frontal gegen das Gesicht! Dank einem tollen Windschatten, welchen sie kurz nach Zizers einfing, ging es in einem irren Tempo nach Sargans. Sie kämpfte 30min lang, den Schatten nicht zu verlieren, denn im Wind wäre sie noch mehr verloren gewesen.

 

Dinu begleitete Tabea  am Samstagvormittag die ersten paar Kilometer in Richtung Grimselpass, kehrte dann aber wieder um. Er hatte noch ein dichtgedrängtes Programm: Einkaufen, Treppenhaus reinigen, waschen, Wohnung putzen und für den Sonntag packen. Denn da stand schon wieder „Aarebötle“ auf dem Programm.

 

Am Abend war der Gentleman dann richtig charmant. Per Whatsapp schrieb er Tabea, welche in Zizers übernachtete: „Wie soll ich die Nacht bloss überleben? So verloren in dem leeren Bett? Ich freue mich auf Morgen, dann wird’s besser! Dann ist die frisch gewaschene Bettdecke wieder trocken….."
Tabea  revanchierte sich in der Nacht danach und blockierte das ganze Bett – siehe Die Rache:-)Foto….
Vor dem Schlauchbootfahren wollte er noch die Velotage in Bern besuchen. Ein Tag bevor die Tour de France in Bern ankommt war einiges los. Gesperrte Strassen, die man befahren durfte mit haufenweisen Ständen mit Aktionen. Da war zum Beispiel der Hillsprint, wo man einen kurzen aber heftigen Anstieg hochsprinten musste. Dinu probierte sein Glück zweimal, einmal mit Tabeas Stadtvelo und 1x mit den Inlines. Mit dem Rad war er 19 Sekunden schneller, aber auf den Inlines war er ja schon müde vom ersten Versuch.
Einen vorübergehenden Podestplatz erkämpfte sich Dinu aber dann im Slowrace. Da ging es darum, eine vorgegebene Strecke auf einem Minivelo auf Pflastersteinen so langsam wie möglich zurückzulegen! Das hatte Dinu super im Griff und übernahm kurzfristig die Spitze des Gesamtklassements! Langsam hat er also im Griff;-). Bilder von all diesen Aktivitäten gibts in der Galerie

Da gibts Fotos unserer Hochzeit

Verfasst am 11.7.2016

Am vergangenen Wochenende waren wir oft getrennt unterwegs. Am Freitagabend noch zusammen am Stars of Souns Openair in Aarberg. Tabea machte dann am Samstag eine Rennradtour ab Bern via Beatenberg und Brienz auf die grosse Scheidegg und zurück während Dinu auf der Aare im Schlauchboot unterwegs war.

Am Sonntag war Tabea in einer sportlichen Weiterbildung in Zürich (Weiterbildung als Spinninginstruktorin) während Dinu am Vormittag zu Hause blieb und den Nachmittag mit seinem Gottemeitli in der Badi und beim Grillieren verbrachte.

Wir haben es aber endlich geschafft, unsere Hochzeits-Fotos von Chris Herzog (MERCI) auf unsere Homepage zu laden. Ihr findet sie unter "21.5.2016-Hochzeit" , viel mehr als Ihr bisher in der Präsentation gesehen habt.

Swissman

verfasst von Tabea am 3.7.2016

 

I did it – I am a Swisswoman:-)
Hätte mir eine Woche zuvor jemand gesagt, dass ich diesen Wettkampf auch wirklich schaffen werde, hätte ich ihn unglaubwürdig angeschaut…. Swissman bedeutet:
3.8 km schwimmen von der Insel Brissago nach Ascona, dann 180km und 3600hm von Ascona via Gotthard-, Furka- und Grimselpass nach Brienz «radeln» und anschliessend noch via Giessbachfälle, Interlaken, Grindelwald auf die kleine Scheidegg laufen, also 42 km zu Fuss; Höhenmeter sind dies wohl gegen 2000. Um an diesem Anlass teilnehmen zu können, muss man sich im Herbst registrieren. Danach werden die Startplätze verlost. Gerade mal 250 Athleten dürfen starten, wovon eine beträchtliche Anzahl Startplätze ans Ausland vergeben werden. Ungefähr 52 Nationen waren an diesem Anlass mit am Start– die kommen sogar von Brasilien, Mexico, Südafrika…. Wirklich eindrücklich. Der Swissman ist sehr familiär gehalten was durch die tiefe Teilnehmerzahl wirklich gut möglich ist. Es gibt keine Rangliste, lediglich die ersten 3 Frauen/Männer werden geehrt. Für die anderen Teilnehmer gibt’s nur eine Finisherliste nach Alphabet. Im Vordergrund steht das Erlebnis und vor allem, innert 19h das Ziel zu erreichen. Jeder, der das schafft, ist ein Sieger. In max. 19h sind 225.8 km und ca. 5800hm mit der eigenen, menschlichen Kraft zurückzulegen. Man muss jeder Witterung trotzen, egal ob Hagel oder brutale Hitze. Der Swissman gehört unter die Kategorie Extrem-Triathlon, wovon es noch ein paar andere gibt….


Nun zu meinem Erfahrungsbericht. Die Woche vor dem Swissman war alles andere als toll. Wie immer vor einem solch harten Wettkampf, steht in der Woche zuvor sehr wenig Training an. Man muss sich erholen, um ganz fit am Start zu sein. Ich spürte noch immer den Gigathlon in mir – erholt war ich also noch nicht. Deshalb gabs in der Woche praktisch keinen Sport mehr. Man beschäftig sich viel mehr mit sich selbst, hört auf jedes Zeichen des Körpers, jeder Husten wertet man mehr, jedes Ziehen/Zwicken im Rücken oder Oberschenkel beunruhigt einem. Und man befürchtet plötzlich noch krank zu werden. Selber versucht man sich einzureden, dass man sich das nur einbildet. (Anmerkung Dinu: Und der Partner wird zum Psychiater…) Aber die Symptome melden sich wieder und man denkt doch, dass da was nicht stimmt. Ich habe mir sogar überlegt, ob ich am Dienstag vor dem Wettkampf tatsächlich draussen schwimmen soll…. Man könnte sich ja erkälten… okay, es regnete an diesem Dienstag wie aus Kübeln, Wassertemperatur war bei 20 Grad, also wärmer wie die Luft und ich ging eine Stunde ohne Neopren schwimmen. Normalerweise würde ich mir solche Gedanken nie machen, dass man sich davon Erkälten könnte…. Die Gefühlswelt ist völlig durcheinander…. Und das schlimme ist, am Tag X ist es am schlimmsten! Aber wie gesagt, ich weiss schon, dass man sich viel einbilden kann…. Mit dem Kopf kann man immer logisch überlegen…
Am Freitag gings dann endlich los ins Tessin. Es war unglaublich heiss. Eine solche Hitze wünschte ich mir für den Samstag bestimmt nicht. Die Eröffnungszeremonie war genial! Es wurden Emotionen geschürt, man fühlte den Spirit! Nach dem Checkin gingen wir noch kurz baden und 2 Kugeln Gelati essen, dann genossen wir ein tolles Abendessen und zum Abschluss gabs nochmals Gelati – wenn schon, denn schon – am Samstag würde ich all diese Energie gut gebrauchen können!
An der Eröffnungszeremonie wurde gesagt, dass das Schiff am Samstag pünktlich losfahren würde. Alle, die zu spät kommen, für diese ist der Swissman vorbei! Diese Worte hatten sich bei mir eingebrannt… deshalb wollte ich extrem früh vor Ort sein. Auch wurde gesagt, dass auf Grund des Wetters allenfalls nicht geschwommen werden könnte. Der Entscheid würde aber erst kurz vor dem Start erfolgen.
Samstagmorgen: Um 3 Uhr waren wir bereits in der Wechselzone in Ascona. Wir hatten genügend Zeit, um alles einzurichten. Danach gabs einen 10min Spaziergang zum Schiffssteg. Rund um uns herum blitzte es fröhlich vor sich hin. Ein Spektakel war das. Es war richtig warm – sozusagen, die Ruhe vor dem Sturm. Um 4 Uhr mussten wir Athleten uns registrieren und aufs Schiff steigen. Man stieg mit dem Neopren und der Schwimmbrille/Kappe ins Schiff und suchte einen Sitzplatz. Das Gefühl dort drin zu sein, ist unbeschreiblich. Ich schaute mich um, sah die vielen Athleten. Alle sahen so schnell und muskulös aus und dann sah ich mich an…. Ein Ziehen im Fuss, im Schenkel, ein Kratzen im Hals und noch einige Symptome mehr meinte ich zu spüren. Dann sah ich den riesigen Berg Arbeit vor mir, welcher mich zu erdrücken erschien….  Ich fühlte mich richtig „sch….“. Die negativ Spirale begann perfekt zu drehen…. Ich war derart mit mir beschäftigt, so dass mich um 4:15 die Durchsage im Schiff wieder völlig zurück in die Realität holte. Der Schiffstart wurde um 20 min nach hinten geschoben. Man hoffte, dass das Gewitter sich nun entladen würde und man dann schwimmen konnte. Leider passierte das nicht. In diesem Moment sass ich dort auf dem Stuhl und dachte: Was passiert da?!? Auf was soll ich mich nun einstellen? Schwimmen oder Ersatzlaufstrecke? Ich will aber Schwimmen!!! Warum schon wieder so ein doofes Gewitter? Und dann der Entscheid: Kein Schwimmen, dafür 4 km Laufen. Toll, meine beste Disziplin wurde wiederum durch meine schlechteste ersetzt. Aber dieses Mal fand ich den Entscheid wirklich gut! Denn ein paar Minuten später kübelte es und ein riesen Gewitter ging über uns herab. Alle Athleten verliessen das Schiff. Die Stimmung war eindrücklich, leider sehr schwer zu beschreiben. Mir gings mittlerweile auch wieder besser. Meine ganze Spannung war wie weg, das Wetter motivierte mich auch nicht wirklich… Wir liefen zurück zu der Wechselzone. Natürlich wurden wir klatschnass, da es wie aus Kübeln regnete; habe ich das schon erwähnt?
Wenn man meine letzten paar Zeilen liest, denkt man wohl, WARUM nimmt die Tabea überhaupt an einem solchen Anlass teil? Es „kackt“ sie ja nur an?! Warum tut sie sich das an? Hier die Auflösung: Im Vorfeld freute ich mich extrem auf diesem Wettkampf! Ich freute mich auf die Herausforderung. Ich trainierte dafür stundenlang. Und genau das zählt. Ich weiss, dass ich mich, auch wenn ich mich im Moment nicht gut fühle, eigentlich doch auf diese Strapazen freue. Ich habe mich vor einem Wettkampf noch selten gut gefühlt. Ich gehöre nicht zu der Sorte Menschen, die sagen: Ei, ich bin so was von parat! Ich rocke heute das Ding!! Ne, das sind nicht meine Worte. Ich lasse mich oft durch harte Wettkämpfe verunsichern und beginne zu zweifeln, ob ich diese überhaupt schaffen kann. Obwohl ich vom Verstand her weiss, dass ich das schaffen kann, da ich dafür viel trainiert habe! Aber Verstand und Gefühle sind zwei verschieden paar Schuhe… Und ich weiss, es geht vielen anderen Athleten auch so…. Das Gefühlschaos vor einem Wettkampf empfinde ich leider auch als spannend. Etwas widersprüchlich das Ganze.. Jedenfalls kurz gesagt: ich liebe solche Herausforderungen, ich liebe es an meine Grenzen zu kommen, ich liebe es, wenn ich das Gefühl habe, es geht nicht mehr weiter, aber dann der Kopf sagt; doch, es geht weiter, einfach weiter machen, es geht schon. Ich liebe das Gefühl, im Ziel zu sein und zu realisieren, was man jetzt gerade geschafft hat und mich beeindruckt, wie man mental so viel schaffen kann, was man vor ein paar Jahren nie erträumt hat zu schaffen… Ich liebe die Tage nach dem Wettkampf, wenn man noch im Hoch schwebt. Wie man sieht, es ist nicht nur die Leistung die mich fasziniert, sondern auch der andere, der mentale Teil, an welchem man extrem arbeiten kann. Und ich kenne mein Schwächen, ich weiss, woran ich noch arbeiten kann… da gibt’s noch einiges zu tun. Ihr werdet es merken; wenn ich mal schreiben werde: Ich fühlte mich vor dem Wettkampf so was von parat, dann, ja dann wisst ihr, sie ist mental noch besser geworden :- ).


Aber jetzt zurück zum Swissman, von diesem Anlass möchte ich ja eigentlich schreiben, obwohl mich das psychologische fast noch mehr interessiert;-)
Der Startschuss fiel um 5:45. Ich startete mit Regenjacke auf die 4km Laufrunde. Nach 1km bereits zog ich die Jacke aus und band sie um mich. Es war trotz Regen sehr heiss. Der Wechsel aufs Rad ging problemlos, ich entschied mich, ärmellos zu starten. Weder Ärmlinge noch Regenjacke nahm ich mit aufs Rad. Die ersten 60km gingen super. Es regnete zwar, die Temperaturen waren aber super! Nach 60km hatte ich noch immer einen 30er Schnitt. Dann von km 60-80, also bis Airolo, stieg es immer wie mehr an. Dinu, mein super Supporter, konnte mich an diversen Stellen unterstützen. Ich erwartete ihn ab km 30 irgendwo einmal, aber er tauchte dann erst bei km 60 auf, weil er im Stau steckte. Dies war aber kein Problem, da ich genügend Essen und zu trinken bei mir hatte. Der Aufstieg zum Gotthardpass war nass und ungemütlich und die alte Tremolastrasse war holprig. Ich war sehr froh als ich oben ankam und Dinu mich in Empfang nahm. Dort oben gabs für mich den längsten Stopp, da ich mich oben völlig neu kleidete und danach noch Regenhosen anzog. Ich war froh, um diesen längern Halt (länger = 5min), dafür hatte ich in der Abfahrt wirklich schön warm! Von Hospental gings dann bis Realp eher flach weiter, natürlich mit etwas Gegenwind. Dinu streckte mir auf diesem Streckenabschnitt ein Weggli entgegen, welches ich nur so in mich reinzog. Die daraus resultierte Energie liess mich den Furkapass hochfliegen. Und wir hatten Glück, am Himmel konnte man blaue Flecken sehen, so dass ich die Abfahrt vom Furkapass lediglich im Windstopper hinter mich bringen konnte. Der Aufstieg zum Grimselpass war dann um einiges härter. Dies obwohl ich diesen Pass liebe. Aber bereits im Vorfeld habe ich geplant, dort eine Nussrolle zu verdrücken, sozusagen als „Zückerli“ Und diese Nussrolle lies mich dann ohne Probleme den Grimselpass bewältigen. Oben angekommen fütterte mich Dinu noch mit Schoggi, obwohl ich das nicht wollte…. Aber er meinte, die Nussrolle sei schon längst wieder weg… okay, er würde es ja schon wissen und ich ass die Schoggi. Weisse Schoggi!!! So fein! Er meinte auch, dass ich mich wärmer anziehen solle - unten regne es. Ich glaubte das nicht und entschied mich, nur mit einem Windstopper den Pass runterzufahren. Zu dieser Zeit war es auf dem Grimselpass bewölkt, aber noch kein Tropfen Regen war zu spüren. In Innertkirchen bei ca. km 165 war ich plötzlich unglaublich müde. Ich wäre am liebsten auf den Boden gelegen und wollte schlafen. Daher kam mir die Steigung von Innertkirchen hoch als riesig vor! Ich sagte zu Dinu, ich wüsste nicht, ob ich diese Steigung noch hochkäme. Er streckte mir einen Koffeinshot entgegen, welchen ich nur mürrisch entgegennahm… Ich war der Meinung, dass dieser Shot viel zu früh eingesetzt würde, so dass ich beim Laufen, bei einer eventuellen Krise, ein weiterer Shot nichts mehr nützen würde. Dennoch nahm ich ihn zu mir. Ein paar Minuten später flog ich über diesen kleinen Berg hoch und anschliessend nach Meiringen runter. Unterwegs rief mir eine Zuschauerin zu, ich sei die 6. Frau….. Mich interessierte das wenig, nahm es aber zur Kenntnis.
Die Müdigkeit war weg, meine Beine konnten wieder richtig gut in die Pedale drücken. Leider begann es kurz vor Meiringen stark an zu regnen. Dinu hatte also recht gehabt…. Eine Jacke wäre nun praktisch gewesen, aber es ging auch ohne. Zusätzlich zum Regen kam noch ein mühsamer Wind ins Spiel, welcher natürlich frontal gegen uns wehte. Nach 8h10min kam ich in Brienz an. Dinu führte mich gerade zum Auto, wo ich mich komplett umzog. Auch trockene Socken zog ich an. Dies brachte zwar wenig, denn innert ein paar Minuten waren diese wieder nass….Dinu organiserte mir eine Cola zero, weil das mein Lieblingsgetränk ist. Ich marschierte mit der Coke los, da es  die ersten 3km aufwärts ging. Die Coke schmeckte aber nicht so gut wie erhofft. Die Geschmacksempfindung nach 8.5h Sport ist ganz anders wie sonst. Jedenfalls schmeckte sie mir nicht und musste sie wegschütten.

42km standen nun vor mir. Mir wurde jetzt so richtig bewusst, was ich nun noch leisten musste. Ich nahm mir vor, alles, was aufwärts ging, zu wandern und alles andere zu joggen. Die Strecke führte zu den Giessbachfällen hoch. Dies marschierte ich alles. Dann gings runter nach Iseltwald und dann nach Bönigen und Interlaken. Dinu erwartete mich in Iseltwald, wo er mir eine Reihe weisse Schoggi und ein halbes Weggli gab, welch ein Genuss. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich eine nette Begleitung und wir joggten ca. 20km zusammen in einem recht flotten Tempo und ich war überrascht, dass ich den Halbmarathon in ca. 2h15 geschafft hatte. Obwohl ich praktisch 4km gewandert war. Bei km 15 überholte ich dann eine Frau, somit war ich nun an Position 5. In Interlaken holte ich nochmals eine Frau ein, welche wohl einen ziemlichen Einbruch hatte. Nun war ich an Position 4. Unglaublich, dachte ich mir. Aber meine Kräfte schwanden leider auch langsam. Bei km 24 sah ich Dinu vor Grindelwald das letzte Mal. Ich freute mich jedes Mal, ihn zu sehen! Jedes Mal!!! Ich war immer gespannt, was er mir nun zu essen anbieten würde. Wiederum gab er mir etwas Schoggi und Salzstängeli. Ich konnte zu diesem Zeitpunkt noch immer sehr gut Energie zu mir nehmen, auch wenn die Lust nach Essen eher gering war. Dennoch ass ich brav nach Plan. Zwischen km 24 und km 32 wurde es ganz schön hart. An meinen Zehen hatte ich viele Blasen. Jeder Schritt schmerzte. Dass ich so viele Blasen hatte, war völlig logisch. Über 10 Stunden war ich mit nassen Füssen unterwegs, da entstehen natürlich gerne Blasen. Dann endlich traf ich nach 4h Joggen und 33km in Grindelwald ein. Auf diesen Moment freute ich mich schon seit Stunden. Denn ab dann durfte ich mit Dinu die letzten 9km auf die Kleine Scheidegg in Angriff nehmen. Gleichzeitig begann für mich die 4. Disziplin – die Bergwanderung. Dinu stand mit beiden Rucksäcken, welche durch das OK kontrolliert wurden (was man alles mitnehmen musste, hat Dinu bereits beschrieben) parat und wir liefen los. Steil gings hoch. Wir marschierten am Anfang, wenn es flacher wurde, motivierte er mich zum Joggen. Meine Beine waren zu diesem Zeitpunkt recht müde. Phasenweise war mir schwindlig. Dinu fütterte mich andauernd mit Gel, Activator-Zuckershot oder ab und zu mal mit Schoggi. Diese Energieschübe wirkten leider nur noch wenige Minuten, dann war die Energie schon wieder weg. Man kann das vergleichen mit wie wenn man Papier ins Feuer wirfst – zack, weg ist es.  Da die Sicht recht schlecht war, konnte man das Ziel nie sehen. Meine Uhr zeigte mir aber, wie viele km noch zu gehen sind. Leider meldete die aber immer wieder: Akku schwach, was mich recht nervte. Ich hoffte fest, dass die Uhr mich bis ins Ziel begleiten würde und die ganze Strecke aufzeichnete. Nach 42.2km, also kurz vor dem Ziel, gab sie auf. Wir mussten aber nur noch paar 100m bis ins Ziel gehen.

 

Der Zieleinlauf war absolut super. Mit Kuhglocken wurde jeder einzelne Athlet begrüsst und das OK gratulierte einem persönlich. Zu diesem Zeitpunkt realisierte ich noch gar nicht, was ich gerade geschafft habe. Ich fands schon toll, dort oben zu sein… aber Emotionen waren nicht viele vorhanden. Ich wollte viel lieber Duschen gehen, essen und schlafen. Nach dem Duschen merkte ich so richtig, wie kaputt ich war. Meine Füsse schmerzten. Ich humpelte zum Abendessen. Beim Abendessen ging nur noch eine 2/3 Portion Pasta Bolognese runter. 1h später lagen wir im Massenlager. Ich nahm prophylaktisch schon mal ein schwaches Schlafmedikament. Leider nutze dies gar nicht. Ich konnte nicht einschlafen, zu aufgedreht war ich – aber eigentlich todmüde. Kurz nach Mitternacht war ich dann doch weg, aber um 6Uhr wieder hell wach. Die Zeit zwischen 6 Uhr bis 8 Uhr vertrieb ich mir mit meinem Smartphone. Ich hatte ja viele Nachrichten zu lesen, da Dinu mein Rennen auf Facebook getrackt hatte. Eine tolle Idee war das von ihm.
Am Sonntag fand noch die Finisherzeremonie statt, wo die ersten 3 Frauen und Männer geehrt wurden. Dass ich 4. von 22 Frauen und 60. von 250 gestarteten Athleten wurde, freute mich riesig. Nie hätte ich mit einem solch guten Rang gerechnet, muss aber auch sagen, dass ich noch nie so einen langen Wettkampf gemacht habe und somit nicht wusste, wie mein Körper das verkraften würde. Er verkraftete es aber bestens. Zwei Tage später spürte ich ausser Müdigkeit kaum mehr was – Kein Muskelkater, keine Verletzung. Erstaunt war ich auch, dass ich praktisch keine Krisen während diesen 14.75h Sport hatte. Wenn eine kleine Krise in Anmarsch war, dann wusste ich, dass mein Gehirn wieder Zucker brauchte. Ich gab ihm Zucker und die Krise war weg. Ich bin extrem zufrieden mit meiner Leistung. Ohne meinen super Supporter hätte ich das wohl nie so souverän geschafft. Er war immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort, er verpflegte mich perfekt, gab mir zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Kleider und er war einfach da, wenn man ihn brauchte. Danke für deinen bomben Einsatz! Ich kann den Swissman jedem wärmstens empfehlen. Ein sehr familiärer und gut organisierter Anlass! Ich werde im 2017 wohl wieder am Start sein, insofern ich einen Startplatz ergattere……

Bilder gibts in der Galerie.

 

 

 

Dinus Gigathlon-Erlebnisbericht – und was danach geschah

Veröffentlicht am 27. Juni von Dinu
Es waren 2 prächtige, sonnige Tage – der Donnerstag, an dem wir am Gigathlon anreisten und der Freitag, an dem wir alles einrichteten, eincheckten und uns einstimmten. Ab da wars dann aber fertig mit Sonnenschein.
Am diesjährigen Gigathlon starteten wir als Couple mit dem Namen „Ruegge’s Flitterwochen. Er wurde bereits im Vorfeld als einer der härtesten 2-Tage-Gigathlons bezeichnet, dies aufgrund der Streckenführung mit den vielen Höhenmetern. Dass die Temperaturen und der Regen das Ganze noch anspruchsvoller machen würde, hatten wir uns für unsere Flitterwochen eigentlich nicht gewünscht.
Am Samstag-Morgen fuhren wir mit dem Zug ins Tessin. Fälschlicherweise hatte ich (und diverse weitere, mit denen ich gesprochen habe) angenommen, dass wir durch den neuen Tunnel fahren würden, was aber leider nicht der Fall war. Das unsichere Wetter liess die Veranstalter das Schwimmen absagen und durch eine Laufstrecke ersetzen. Obwohl das als Option angesagt worden war, waren plötzlich alle auf Materialsuche. Jemandem habe ich meine Triathlonhosen und mein langärmliges Trikot ausgeliehen, einem zweiten meine gelben Inlinehosen – ben eg Gopfridstutz e Kiosk?
Einige waren auch noch dran, ihre Inlineräder zu wechseln, weitere staunten, da sie bis zu dem Zeitpunkt nicht gewusst hatten, dass es spezielle Regenrollen für Inlines gibt. Ich war zum Glück ausgerüstet und konnte gleich los düsen, als Tabea angerannt kam.
Einen grossen Teil der Strecke konnte ich von Windschatten profitieren, aber etwa das erste Drittel der Strecke legte ich alleine zurück. Die Wege waren oft, trotz Regenrollen, rutschig, da sie mit Kuhsch….. oder sonstigem Dreck beschmiert waren. Mit ein paar Hindernissen (Treppen runter, rutschige Brücken, enge Einfahrten und Kurven, Strecke über einen Teppich) kam ich gut zurecht und legte die Inlinestrecke in einer guten Zeit zurück. Da der Wechsel neutralisiert wurde, nahm ich mir Zeit und zog nun Velohosen an.
Mit der Bikestrecke hatte ich mehr Mühe. Ein steiles Stück, über welches man die Bikes tragen musste (etwa 15min lang) forderte mich recht heraus. Ich stand zum Teil vor hohen Tritten und fragte mich, wie ich da ohne Bike hochkommen sollte – erst recht mit Bike und Rückenschmerzen von der ersten 42km langen Teilstrecke schien es unmöglich.
Trotzdem kam ich oben an und durfte weiter fahren. Der Anstieg, der mir etwas zu steil war, wollte und wollte nicht enden, erst recht, da ich ein falsches Streckenprofil im Kopf hatte. Aber irgendwann erreichte ich das Ziel doch noch, wo ich Tabea auf ihre Reise schicken konnte.
Nun reiste ich mit dem ÖV zurück nach Erstfeld, wo ich mit 3 Taschen und einem verpackten Fahrrad zum Hotel zurück musste. Keine leichte Aufgabe, zum Glück war das Hotel fast vis a vis vom Bahnhof.
Nachdem ich das Bike (ich durfte Tabeas Rennmaschine verwenden, sie hat ein viel besseres) gereinigt, Tabeas Effektentasche vom Start geholt, Kleider aufgehängt und teilweise trockengeföhnt und die nassen Kugellager gereinigt hatte, genehmigte ich mir eine Dusche. Ich organisierte warme Kleider und ging zum Ziel, um auf Tabea zu warten. Diese kam völlig müde und etwas unzufrieden über ihre Leistung im Ziel an. Als sie aber den erstaunlich tollen Zwischenrang sah, war sie dann doch happy. So gut es ging half ich ihr beim Packen für Tag 2, nachdem sie zuvor geduscht und wir gegessen hatten. Mit etwas Einsatz brachte ich sogar ihre Rennveloschuhe wieder fast trocken hin.


Am Tag 2 spielte ich „Supporter“. Ich stand mit Tabea auf, ging mit ihr zum Frühstück, begleitete sie zum Zug, ging zurück ins Hotel, montierte für Tabea gute Lager und Rollen auf die Inlines (es sollten trockene Strassenverhältnisse warten), ging auf den Zug, richtete die Wechselzone ein, nahm Tabea nach dem Schwimmen in Empfang, half ihr in die Inlineausrüstung und schickte sie auf die Strecke. Danach gings zurück nach Erstfeld, wo Andrea, unsere Supporterin die 2. Wechselzone eingerichtet hatte. Andrea konnte Tabea am Morgen nicht begleiten, weil das logistisch schlicht nicht möglich gewesen wäre.
Tabea sah nach den ersten 2 Disziplinen echt nicht mehr so toll aus, berichtete über Übelkeit und meinte, sie wisse nicht, ob sie das schaffen würde. Und es klang ausnahmsweise richtig glaubhaft. Ich machte mir etwas Sorgen und beobachtete sie konstant auf dem Livetracker. Witzigerweise wurde sie plötzlich etwas westlich von Afrika geortet, da sah man tatsächlich Afrika und daneben unser Teamname: Ruegge‘s Flitterwoche! Ich fand das ja eine tolle Idee von Tabea…..
 Nun hatte ich etwas Zeit, alle nassen Kleider inklusive Neopren von Tabea in unserem RIESIGEN Hotelzimmer zum Trocknen aufzuhängen. Priska würde wohl sagen: Ja, genau Dinu, da sind deine Stärken! Der Sonntagmorgen war also perfekt auf meine Stärken zugeschnitten.
Doch ich hatte noch einen sportlichen Einsatz! Und so verschob ich mit Andrea und Chrigu in die nächste Wechselzone. Bis zu dem Zeitpunkt war es in Erstfeld trocken, der Himmel wurde aber immer wie dunkler. Also montierte ich Regenkleider und machte mich für den Bikestart parat.
Tabea, die es tatsächlich ins Ziel schaffte, übergab mir den Chip und los gings! Die Bikestrecke war dieses Mal viel besser auf mich zugeschnitten. Eine leicht ansteigende Strecke, die ich mit Kraft hochdrücken konnte, nur kurze, steilere Passagen und ab und zu auch flache Teilstücke. Ich konnte oft Biker von 5er-Teams anhängen, überholte Couples und Singles und merkte, dass ich viel besser unterwegs war als am Vortag. Das lässt sich auch mit einem Blick auf die Rangliste im Nachhinein bestätigen. Wie lange würde das Hoch andauern? Bis zum Ende der Bikestrecke hielt es jedenfalls an. Ich wechselte auf die Laufschuhe und kam da in einem für mich guten Tempo vorwärts. Nach etwa 6 Kilometern erreichte ich eine Läuferin eines 5er-Teams, mit der ich etwas plaudern durfte. Die Zeit verging wie im Flug und ab Kilometer 13 konnte ich sogar noch an Tempo zulegen und bis zum Ziel beschleunigen. Der Zieleinlauf war super, Tabea wartete und wir durften die letzten paar hundert Meter zusammen zurücklegen. Da wir viel besser rangiert waren als bei unseren bisherigen Teilnahmen waren noch viel mehr Zuschauer vor Ort wie sonst. Die Stimmung war SUPER! Wie es sich für Flitterwochen gehört, habe ich all meine Kräfte mobilisiert und Tabea über die Schwelle/Ziellinie getragen! Hat evtl. noch jemand ein Foto davon??
Wir sind mächtig stolz, das Ziel erreicht zu haben! Es haben sehr viele Singles, Couples und 5er-Teams aufgrund der harten Bedingungen aufgeben müssen. Dass wir ins Ziel kamen und VIEL weiter vorne rangiert waren wie je zuvor, erfüllt uns mit Stolz!
Ein herzliches Dankeschön an unsere Supporter und alle, die uns unterstützt, angefeuert oder sonst irgendwie mitgeholfen haben!

Wir blieben bis am Schluss im Zielgelände, der Einlauf des allerletzten Singles ist immer ein Highlight, das wir uns nicht entgehen lassen wollen. Danach schliefen wir nochmals im selben Hotel um am Montag das ganze Chaos ins Auto zu verstauen. Wir machten danach noch einen Spaziergang auf einem Teil der Sonntagslaufstrecke. Durch ein herrliches Naturschutzgebiet, eine Auenlandschaft mit Blick auf den See, einfach herrlich. Wir konnten uns Zeit nehmen, denn für die Nacht auf Dienstag hatten wir uns ein Zimmer in einem Wellnesshotel reserviert. Den Wellnessbereich nahmen wir am Montag ordentlich in Anspruch. Am Dienstag hatten wir abgemacht, dass wir auf einen Berg hochlaufen würden. Naja, für mich war laufen sowas wie wandern, für Tabea eher schon wieder Joggen.  Zum Glück regnete es, so dass es eine kürzere Tour mit einem herrlichen Trail-Wanderweg um Weggis herum gab – natürlich nicht flach. Danach reisten wir, mit ein paar Zwischenstopps, zurück nach Hause, wo all das schmutzige und feuchte Material aus dem Auto geräumt werden mussten.
Am Mittwoch stand akklimatisieren an zu Hause (aufräumen, waschen, ein paar Stunden zur Arbeit) und eine Rennradtour (etwas mehr als 2h) auf dem Programm – aktive Erholung à la Ruegges.
Donnerstags und Freitags arbeiteten wir wieder. Freitags stand dann auch ein Schwimmmtraining auf dem Programm.


Dann kam der Samstag! Am Morgen kamen nochmals meine Stärken zum Zug (die Toiletten mussten gereinigt werden), dann gings ab nach Grindelwald. Da ich Geburtstag hatte, durfte ich wählen, was ich möchte: Eine Biketour (also zuerst das Bike nach dem Gigathlon noch in Stand setzen) oder eine Joggingtour von Grindelwald zur kleinen Scheidegg – Streckenbesichtigung der letzten paar Kilometer des Swissman‘s mit Meet & Great des OKs. Was für tolle Wahlmöglichkeiten an einem Geburtstag! Faulenzen stand leider nicht zur Wahl…. Ich wählte somit Variante 2, da ich keine Lust und Zeit zum Bike putzen hatte.
Neben uns waren noch 2 weitere Interessierte vor Ort, so dass wir zu viert mit dem Guide hochrennen durften. So war das Ganze recht angenehm, bis zu dem Punkt, wo Tabea fand, wir könnten doch etwas beschleunigen und den Rest alleine hochrennen…..
Naja, an dem Samstag hatte ich keine Chance, in den steilen Passagen mit Tabea Schritt zu halten. Ich hoffte, dass sie denn am Swissman genügend müde sein würde. Nicht, dass sie ihren Supporter abhängt. Das sei auch schon vorgekommen…….
Auf der Scheidegg gabs eine ordentliche Rösti, runter gings per Bahn!
Ich wusste, dass ich danach irgendwo zu einem Nachtessen und einer Übernachtung eingeladen sei, wo genau wusste ich aber nicht! Ich staunte nicht schlecht, als wir kurz vor Zweisimmen an einem herrlichen See anhielten – dem Forellensee. Ein idyllischer Fleck mit 3 kleinen „Holzhäusern“, die aussahen wie überdimensionale Fässer. Ein solches „Fass“ war zur Übernachtung für uns reserviert! Wow, eine tolle Überraschung.
Im Restaurant am See haben wir lecker gegessen (ich natürlich Forelle, frisch aus dem See) und danach in unserem Häuschen herrlich geschlafen. Das Frühstück wurde vors Haus serviert, leider konnten wir (wegen Regen – muss ich das noch erwähnen) nicht auf der herrlichen Veranda frühstücken, aber im Häuschen wars auch bequem.
Die Enten vom See hatten richtig Freude an Tabea und wattschelten ihr noch bis zum Auto hinterher! Obs an der Salami lag, welche Tabea den Enten verfüttert hatte?
Dass wir danach in der Gegend nochmals joggen gingen, ist ja wohl klar? Danach relaxten wir im Solbad in Schönried.


In der Woche danach standen „kürzere“ Trainings an. Am Montag radelte Tabea nach Olten (ich kümmerte mich um meine Stärken), Dienstags Schwimmen, Mittwoch Laufgruppe – und am Freitag reisten wir bereits ins Tessin für den Swissman, da man um 15:00 spätestens am Check-In sein musste.
Vor Ort das übliche: Man plaudert hier und dort, macht sich gegenseitig nervös und ist gespannt auf den Folgetag. Wobei ich diesmal ja völlig locker bleiben konnte – herrlich.
Während der Eröffnungszeremonie hatte ich dann doch etwas Gänsehaut, als bei bombastischer Musik Bilder vom Vorjahr gezeigt wurden. Das war also der Spirit des Swissman – haufenweise Emotionen!
Nach einem erfrischenden Bad im See, Bezug des Hotels, einem leckeren Abendessen mit anschliessender Gelati gings früh ins Bett – es war noch hell draussen. Im Voraus meinte Tabea ja, dass wir möglichst spät aufstehen würden, ich sie in der Nähe des Schiffsteges (der Schwimmstart sollte auf der Brissago-Insel erfolgen) absetzen und dann die Wechselzone einrichten solle. Am Vorabend dann aber die Programmänderung: sie wollte nun plötzlich 1h 15min vor dem Start losfahren (vom Hotel in Ascona!)!! Und so klingelte der Wecker um 2:20…..
Selbstverständlich waren wir viel zu früh vor Ort, stellten Tabeas Fahrrad in die Wechselzone und plauderten mit Kollegen. Den Rest des Materials liessen wir im Auto, die Prognosen liessen Regen erwarten, so wollten wir die Velobekleidung noch im Trockenen lassen.
Nach einem kurzen Fussmarsch erreichten wir das Schiff, immer noch etwa 20min zu früh. Tabea sollte mit dem Schiff zum Start fahren, dann 3,8km schwimmen. So hatte ich genügend Zeit um die Wechselzone einzurichten, etwas Zmorge zu essen und noch etwas am Laptop zu arbeiten. War der Plan….. Wir hatten uns verabschiedet. Tabea war auf dem Schiff verschwunden und ich wollte von draussen zuschauen, wie das Schiff abfährt. Dann die Durchsage: Abfahrt wird 30min verzögert, man hoffe, dass ein anstehendes Gewitter durchziehen würde, so dass man danach das Schwimmen durchführen könne. In Ascona war trocken, im Sekundentackt gingen aber Blitze über den umliegenden Bergen nieder. Ein spektakulärer Anblick! Noch etwas später: Schwimmen abgesagt (nichts Neues im Tessin und völlig verständlich), stattdessen eine 4km lange Laufstrecke! Also zurück zum Auto, Tabea aus dem Neopren und in die Laufklamotten wechseln, während es zwischenzeitlich wie aus Kübeln zu regnen begonnen hatte und ich bachnass war. „Warten wir im trockenen Auto bis zum Start in 45min?“ „Nö, ich will schon zum Startgelände“. Ok, schliesslich war ja das Startgelände ganze 300 m entfernt. Und so standen wir kurz darauf dichtgedrängt unter dem Vordach des Lidos. Ich genoss mein Zmorge (stehend ein Gipfeli, so hatte ich mir das vorgestellt) und wir warteten auf den Start.
Tabea nahm sich vor, etwa 6min pro Kilometer zu rennen, dass sie dann deutlich schneller war (4min 45sek pro km) ist selbstverständlich. Der Wechsel aufs Rennrad ging rasch, nun musste ich zurück zum Auto und landete im Stau. Dort konnte ich versuchen, den Livetracker zu starten und Tabea virtuell zu verfolgen. Klappte aber leider nicht.
Nach 3x etwas Stau gelangte ich zum ersten Supporterplatz, wo ich Tabea sehen sollte. Ich vermutete aber, dass sie da schon vorbeigerast war und hielt nur kurz an, um bei der Tankstelle daneben Weggli und Schoggi zu kaufen. „Pane?“ Erst in 10min, meinte der Verkäufer. Ok, also ohne Weggli ab ins Auto. Die Supporter waren auf der gleichen Route wie die Sportler unterwegs, so herrschte viel Verkehr und man fuhr oft hinter den Radfahrern her. So verging eine Ewigkeit in der ich Tabea nie zu Auge bekam! Erst nach fast 60km konnte ich sie erreichen, sie war auch recht weit vorne im Feld anzutreffen! Nun konnte ich endlich an einem Supporterplatz anhalten und ihr Getränke und Essen überreichen. Ab da funktionierte es einwandfrei, ich hielt an, machte etwas parat, übergab es ihr und raste weiter. Ich ging ihr jeweils etwas entgegen, um mit ihr etwas mitjoggen zu können, denn sie hatte die Tremola in Richtung Gotthard erreicht. Kurz bevor sie ankam sprach sie jeweils Nachrichten, welche sie mir per Whatsapp zu schickte– ich hätte gerne noch…… Logo, ich etwa 1km vom Auto entfernt, sie kurz darauf bereits vor Ort – so musste sie bis zur nächsten Zone warten. Es war aber toll, man konnte all paar Kilometer wieder anhalten und etwas übergeben und die Sportler anfeuern. Das war echt super. Und so verging die Zeit wie im Flug – Autofahren, anhalten, allerlei parat machen, entgegenrennen, Foto schiessen, anfeuern, Supporten, zum Auto rennen, Foto auf Facebook stellen, 100 Whatsappnachrichten beantworten, weiterrasen und dasselbe von vorne.
Bei wechselndem Wetter (ich wurde immer mal wieder klatschnass), der Suche nach Weggli, kaltem Wasser (man durfte die Flaschen nicht bereits am Morgen abfüllen, sonst wäre das Getränk zu warm geworden) – an den Supporterplätzen war nicht immer noch ein WC vorhanden – Suche nach Cola Zero, Suche nach einem Mittagessen und einem WC für mich und viel Autofahren kamen wir zügig vorwärts.
Beim Herunterfahren von den Pässen sah ich oft grauenhafte Autofahrer, welche den Velofahrern leider oft den Weg versperrten. Es war doch kein Problem, kurz vom Gas zu gehen, rechts etwas ran zu fahren und die Velofahrer vorbei zu lassen. Oft wurden die Sportler aber richtiggehend ausgebremst von Supportern und Touristen, welche das Autofahren schlichtweg nicht im Griff hatten!
Es war aber auch oft knapp, Tabea auf dem Pass mit warmen Kleidern einzudecken, kurz aufzuräumen während sie losdüste, dann mit dem Auto runter zu rasen und unten am Pass die Kleider schon wieder in Empfang zu nehmen! Aber es klappte immer.
Auf der Grimsel schien die Sonne, der Radar zeigte aber starken Regen im Tal. Meine Überredungskünste reichten aber nicht, Tabea zum Mitnehmen von Regenkleider zu motivieren. So kam sie klatschnass in Brienz an, wo der Wechsel auf die Laufschuhe stattfand. Komplett umgezogen und in trockenen Schuhen (die Einlagesohle hatte ich auf der Autoheizung seit dem Morgen trocken bekommen) rannte sie los – durch eine riesige Pfütze, direkt bei der Wechselzone. Somit waren Schuhe und Füsse wieder nass
:-)
Auch auf der Laufstrecke durfte ich an 4 Orten anhalten, Verpflegung anbieten und jeweils etwa einen Kilometer mitjoggen. Sie kam super vorwärts und war viel schneller als geplant. Trotzdem zweifelte sie immer noch, ob sie es bis ins Ziel schaffen würde!
In Grindelwald stellte ich das Auto ab, musste 2 Rucksäcke kontrollieren lassen (lange Hosen, 1 Pulli, eine Jacke, 2 Riegel, Rettungsdecke, 2 Riegel (ich hatte für mich Olo-Marzipan und Haselnuss-Lebkuchen eingepackt) und 5dl Wasser pro Rucksack mussten enthalten sein) und dann mit Tabea die letzten Kilometer bis hoch zum Ziel laufen. Selbstverständlich trug ich dann beide Rucksäcke…..
Tabea legte auch aufwärts ein zügiges Tempo vor. Ich staunte richtig. In den flacheren Passagen motivierte ich sie, es mit Joggen zu probieren, was sie aber zunächst ablehnte. Sie habe überall Blasen, die Füsse schmerzten bei jedem Schritt, so dass sie nur gehen könne. Mit der Zeit gab es aber tatsächlich einzelne Strecken, die sie joggte!
Sobald sie etwas ass, ging es ihr wieder deutlich besser, sie aber zum regelmässigen essen zu motivieren war aber nicht immer leicht!
Irgendwann kam dann das Ziel in die Nähe. Bis zu dem Zeitpunkt zweifelte sie immer noch daran, das Ziel zu erreichen! Noch viel grössere Sorgen machten ihr aber die Pulsuhr – die meldete immer wieder: Akku schwach. „Die darf doch jetzt nicht abstellen“ war eine der grössten Sorgen!
Und dann waren wir kurz vor dem Ziel, das hättet ihr sehen sollen. Noch kurz zuvor hatte sie behauptet, dass sie aufwärts auf keinen Fall mehr joggen könne! Nun legte sie einen Schlussspurt hin, ich kam nicht mehr nach! Echt jetzt, einen Sprint vom Feinsten!
Ja, sie hat das Ziel erreicht, was für eine gewaltige Leistung. Nun lassen wir sie etwas erholen. Sie wird spätestens nächste Woche einen Bericht veröffentlichen.
Natürlich habe ich auch allerlei anderen geholfen! Mitten auf der Grimselpassstrasse habe ich angehalten, den Warnblinker gestartet und dem Radfahrer im Gras mit meiner Pumpe den Hinterreifen aufgepumpt, den Schlauch hatte er zum Glück bereits gewechselt. Und einem Läufer, der beim Supporter Salztabletten verlangte (der Supporter hatte aber keine dabei)  konnte ich auch weiter helfen....
Achja, währende dem hochrennen behauptete sie doch tatsächlich, dass sie 1.) NIE mehr am Swissman starten werde und sie nun 2. mindestens 3 Wochen keinen Sport mehr treiben werde. Nun ist klar: Dienstags Spinning, evtl. am Freitag ein kurzer Lauf und das Datum für den Swissman 2017 hat sie sich auch schon gemerkt….
Fotos von der Erholungszeit gibt's in der Galerie

Üse Rangverlouf
Üse Rangverlouf

Gigathlon 2016 - der Bericht von Tabea

Verfasst von Tabea am 19.6.
Zwei Wochen nach unserer super Hochzeit und knapp 5 Tage nach unserer NY Reise fand dann auch schon der Gigathlon statt. Ich kämpfte mit dem Jetlag und versuchte mich auf den Gigathlon einzustellen, was gar nicht so einfach war. Irgendwie war ich noch völlig im High von der Hochzeit und NY, so dass es mir wirklich schwer fiel, mich nun auf den Gigathlon zu konzentrieren. Das hätte ich nie gedacht. Ich muss aber auch noch sagen, dass mich das Wetter nicht gerade vom Hocker riss….. Am Donnerstag reisten wir bereits nach Emmetten um langsam in der Gigathlonwelt anzukommen. Wir genossen das schöne Wetter und gingen gut Abendessen. Am Freitag gings dann weiter nach Erstfeld, wo der Check-In über die Bühne gehen sollte. Doch zuvor fuhren wir mit dem Auto durch den Gotthardtunnel, um mein Rennrad in Airolo zu deponieren. Aus logistischen Gründen war es für uns einfacher, ein Velo bereits dort zu haben, damit unsere Supporter am Samstagmorgen nicht 2 Velos herumtransportieren mussten. Danach gings zurück nach Erstfeld, wo wir gerade auf Eröffnung des Check-in eintrafen. Wie üblich dauert dieses Szenario etwas länger. Wir waren sicherlich 2 Stunden beschäftigt Leute zu treffen, zu diskutieren etc. Man sieht so viele bekannte Gesichter wie selten an einem anderen Anlass in der Schweiz. Um ca. 17 Uhr trafen dann auch unsere Supporter ein, mit welchen wir dann gerade im Hotelzimmer verschwanden, um ein Kurzbriefing durchzuführen. Dann gings weiter mit Abendessen/Glaceessen und der Eröffnungsfeier, welche dieses Jahr leider sehr mager ausfiel und uns enttäuschte. Wir wurden informiert, dass es sein könnte, dass man am Samstagmorgen nicht schwimmen kann wegen Gewittergefahr. Als ich das hörte, war ich ziemlich deprimiert und unmotiviert. Anstelle Schwimmen würde dann ein 10km Lauf stattfinden. Super, meine beste Disziplin sollte gestrichen und durch meine schlechteste ersetzt werden… Frühzeitig gingen wir zu Bett da um 3Uhr der Wecker klingelte. Viel geschlafen haben wir nicht, da wir in einem recht lärmigen Hotel waren.
Um 4 Uhr ging der Zug nach Tenero. Schlafen konnte man im Zug auch nicht mehr. Zu aufgeregt waren wir. Kurz vor Tenero gabs einen Blitz am Himmel und für mich war sofort klar, dass dieser Blitz sicherlich auch vom Gigathlon-OK gesehen wurde und das Schwimmen nun abgesagt würde. Ein paar Minuten später kam die SMS: Schwimmen abgesagt, dafür 10km Lauf. Juhui….. Ich war demotiviert vom schlimmsten. Das Problem war auch, dass ich am Abend noch 23km Laufen musste und die 10km am Morgen einfach 10km zu viel waren… Aber ich musste nun da durch. Laufschuhe hatte ich eingepackt, aber natürlich keine Laufklamotten. Ich frage mich noch heute, wie ich das vergessen konnte. Dinu konnte mir aber mit seinen Kleidern aushelfen. Dann erfolgte der Start um 7Uhr. Ich ging gemächlich los und kam mit einem Schnitt von 4min45 pro Km im Ziel an. Ich war äusserst zufrieden. Dinu startete freudig mit den Inlines auf die 42km Strecke. Für mich hiess es nun, alles zusammenpacken und mit dem Zug zurück nach Biasca. In Biasca konnte ich den Wechsel von Dinu aufs Bike mitverfolgen. Dann gings mit den Supportern weiter nach Airolo. Natürlich auch wieder mit dem Zug und mit viel Gepäck. Dass es geregnet hat, muss ich wohl nicht mehr erwähnen. In Airolo verschlug es uns gerade in ein Restaurant, wo wir unseren Hunger stillten. 2h später standen wir in der Wechselzone in Airolo und warteten auf Dinu. Seine prophezeite Zeit überbot er ziemlich. Wir dachten schon, dass er sich verfahren hätte…. Nein, er ist nicht schlecht gefahren, die Strecke war einfach anspruchsvoller wie gedacht.
Die Speaker verkündeten immer wieder, dass sich die Rennradfahrer gut anziehen und Wechselkleider mitnehmen sollten, da es auf den Pässen sehr kalt und nass sei. Ich überlegte mir sehr lange, ob ich mit oder ohne Rucksack fahren sollte…Und entschied mich schlussendlich, ohne zu fahren und alles ins Trikot zu packen. Ich hatte wirklich recht Bedenken über die bevorstehende Rennradfahrt über den Nufenen- und Furkapass. Nicht wegen der Distanz oder Höhenmeter sondern viel mehr wegen des nassen und kalten Wetters. Endlich kam Dinu in der Wechselzone an und ich trat in die Pedale. Der Aufstieg zum Nufenenpass ging mir sehr gut. Ich hatte Glück und bei meiner Überfahrt war es nur kalt aber nicht nass. Bei der Runterfahrt nach Ulrichen fing es an zu tröpfeln. In Gletsch war ich schon ziemlich nass. Nun stand noch der Furka auf dem Programm. Ich liebe diesen Pass. Er besteht aus vielen Serpentinen. Man sieht schon von unten, wo das Ziel sein wird. Dieses Mal sah man auch, wie schlecht das Wetter dort oben sein würde. Also nahm ich mir vor, so schnell wie möglich den Furka hinter mich zu bringen. Ich warf einen Activator (Koffeein-Shot) ein und fuhr den Pass hoch. Kurz vor der Passhöhe zog ich meine Regenjacke und Handschuhe an. Meine nassen Sachen behielt ich aber darunter an, was ein Fehler war. Die Runterfahrt war die Hölle. Man sah sehr wenig. Ausserdem hatte ich die ganze Zeit auf der Abfahrt einen Car vor mir, so dass ich immer wieder voll bremsen musste. Ich fror wie ein Schlosshund, der ganze Körper zitterte. Ich hoffte so fest, dass dies keine Folgen für den nächsten Tag haben würde….
Völlig durchnässt und verfroren kam ich in Göschenen an. Mit der Velozeit war ich aber dennoch sehr zufrieden(Anmerkung des Dinus: Das stimmt nicht, sie fand im Ziel, sie sei viel zu langsam gewesen. Erst, als wir die Rangliste angeschaut hatten und gesehen hatten, wie weit vorne sie mit dieser Zeit klassiert war, war sie etwas zufrieden!). Ich hatte trotz den widrigen Bedingungen genug Kraft und Energie, um diese Strecke in einer für mich guten Zeit zu bewältigen. In Göschenen gings rasch weiter. Es gab keine Pause, sondern ich musste mir die Laufschuhe schnüren und startete auf die 23mkm Laufstrecke. Auf den ersten 2km war ich mit meinen Füssen beschäftigt. Ein paar Mal hielt ich an und leerte meine Schuhe, da ich das Gefühlt hatte, ich liefe auf Steinen. Nix war… meine vereisten Füssen waren derart kalt, dass ich kein gutes Gespür mehr hatte und sie sich taub anfühlten. Die nächsten 6km spazierte ich viel. Der Weg war rutschig und schwierig zu laufen. Ausserdem hatte ich mit dem Atem Mühe. Ich konnte nicht mehr tief in die Lunge atmen. Dies erschwerte mir jede Aufwärtssteigung. Aus diesem Grunde ging ich immer, wenn der Weg aufwärts führte. Alles andere versuchte ich zu joggen. Ab KM 10 gings dann praktisch nur noch flach oder abwärts und ich konnte wieder etwas Tempo machen und kam um 20.30 im Zentralort Erstfeld an, hungrig und müde und müde und habe ichs schon erwähnt: ich war müde!
An diesem Tag belegten wir den Schlussrang 39 von 147 gestarteten Couples – wir waren durchaus zufrieden. Nun waren wir zwar im Ziel, aber das Bett noch sehr weit entfernt. Im Ziel sein heisst, duschen, Abendessen und dann packen für den nächsten Tag. Man musste also die letzten Gehirnzellen noch aktivieren, um das Material am richtigen Ort zu verstauen. Danach gabs noch ein kurzes Supporterbriefing, damit auch sie wussten, was sie wann und wo uns übergeben mussten. Vor 23 Uhr kamen wir daher nicht ins Bett.
Am Sonntagmorgen früh um 5Uhr ging der Wecker. Ich wachte auf und mir war übel! „Nein“, dachte ich, „nur das jetzt nicht“. Aus Erfahrung weiss ich, wenn ich meinen Kreislauf überfordere, sei es mit Wetterkapriolen oder sehr harten Anstrengungen, dann reagiere ich häufig mit Übelkeit und Energielosigkeit. Per Zug gings dann von Erstfeld nach Flüelen, wo der Schwimmstart erfolgte. Zum Glück ware eine gute Kollegin bei mir und lenkte mich von meinen Sorgen ab. Um 7Uhr starteten wir in das 14 Grad kalte Wasser. Mich störte die Temperatur nicht. Ich trug einen Neo und eine Neoprenkappe, somit war es mir nicht ganz so kalt. Ausserdem mussten wir nur 1.5km schwimmen, was ich in 25min hinter mich brachte. Dass ich als 7 Couple aus dem Wasser stieg, erfreute mich sehr. Dann gings für mich gerade weiter mit dem Inlinen. Eigentlich waren es nur 20km, welche ich zu bewältigen hatte. Aber diese 20 km hatten es in sich. Meine Beine waren schwer und die Muskeln brannten rasch. Ausserdem war die Übelkeit immer präsent. Ich kam die ganzen 20km in keinen Rhythmus, konnte kein Tempo machen und an der Ferse entstand eine riesige Blase. Ziemlich deprimiert und kraftlos kam ich im Etappenziel an. Nun musste ich noch aufs Rennrad wechseln. Der Klausenpass stand an. Insgesamt erwarteten mich 104km und 2800hm. Mir graute es von diesen Zahlen. Im Normalfall würde ich das lieben! Aber in meinem Zustand… Ich hatte keinen Plan, wie ich über diesen Pass kommen sollte. Die Strecke war einfach. Man musste auf den Pass hoch, auf der anderen Seite runter- und dann dieselbe Strecke wieder zurück fahren. Deshalb gabs auch so viele Höhenmeter. Der Pass selber liegt auf ca. 1940m.ü.m. Langsam rollte ich los. Langsam bliebs die ganze Zeit bis auf den Pass hoch. Ich kam gemächlich voran. Immerhin rollte es. Zufrieden war ich aber nicht, weil ich normalerweise schneller hochfahren könnte. Unterwegs traf ich andere Gigathleten, mit welchen ich eine Zeitlange Belangloses schwatzen konnte und mich so von der Strecke ablenken konnte. Ausserdem achtete ich mich auf eine gute Energiezufuhr. Jede Stunde ass ich einen Riegel oder Gel trotz Übelkeit. Ich merkte jeweils, dass sich die Übelkeit etwas legte, wenn ich was ass. Also ass ich. Früher hätte ich da wohl nie was gegessen. Mittlerweile bin ich schlauer geworden und weiss, dass man den Körper nicht noch strafen darf mit zu wenig Energie, wenn er schon so am Kämpfen ist. Oben auf dem Pass angekommen, wollte ich meine Jacke anziehen. Ich griff in meine Trikottasche und merkte rasch, da ist keine! Zum Glück war es recht sonnig und warm und ich konnte mit meinen Ärmlingen und kurzem Windstopper runterfahren. 20km und 1300hm gings runter. Unglaublich lange kam mir die Abfahrt vor. Und das alles musste ich wieder rauf? Mit welcher Kraft? Ich hatte null Ahnung. Langsam wurde der Himmel dunkler und es sah aus, wie es bald wieder zu regnen anfangen sollte…. Der zweite Aufstieg auf den Pass war dann, wie befürchtet, nicht einfacher wie der Erste. Aber ich kam vorwärts, wenn auch im Schneckentempo. Unterwegs traf ich immer wieder auf bekannte Gesichter, welche als Single teilnahmen. Auch diese waren am kämpfen. Endlich erreichte ich den Urnerboden. Es fing bereits an zu Nieseln. Ich war ab dann nur noch damit beschäftigt, wie ich die Abfahrt vom Pass nach unten ohne Regenjacke überstehen sollte. Ich wusste ja bereits, wie kalt es sein kann (Erinnerung an den Vortag). In der Not begann ich unterwegs die anderen Teilnehmer zu fragen, ob sie denn nicht eine Regenjacke zu viel dabei hätten…. Logischerweise nicht…. Warum sollte man auch 2 Jacken mit sich herumschleppen…. Somit war mein nächster Plan, die Zuschauer zu fragen. Und prompt, ein netter Kerl gab mir seine Jacke! Ich war ihm so was von dankbar! Da er auch nach Erstfeld kam, konnte ich die Jacke dann am Infopoint in Erstfeld abgeben. Endlich war ich auf der Passhöhe und ich konnte runterdüsen. Es war nass und kalt, aber nicht so schlimm wie am Vortag vom Furka runter. Während der ganzen Velofahrt wünschte ich mir nur eine Dusche und ein Bett. Das war wirklich extrem und hatte ich so schon selten. Ich wollte nur noch schlafen, schlafen, schlafen! So kam ich müde im Ziel an. Die Luft war draussen. Mir wurde schwindlig, mein Herz fing wie doof an zu rasen, obwohl ich nichts mehr machte. Rasch legte ich mich auf den Boden und streckte die Beine in die Höhe, trank viel Bouillon, ass Banane. Nach ca. 20min konnte ich langsam wieder aufstehen! Mein Kreislauf war wirklich völlig am Boden…. Mich beeindruckte das ziemlich. Denn, hätte ich im Ziel noch weiter leisten müssen, wäre das schon noch gegangen und ich wäre nicht zusammen geklappt. Aber weil mein Körper wusste: So, jetzt ist fertig, Pause, Schluss, reagierte er so. Die ganze Spannung fiel zusammen (im wahrsten Sinne des Wortes). Der Körper ist schon ein Wunderwerk. Wie lange er solch harte Bedingungen mitmacht und nicht bereits vorher umfällt. Er weiss, bis wo er leisten muss und hält das durch. Dieses Szenario passiert einem natürlich höchstens, wenn es einem nicht gut geht. Hätte ich einen guten Tag gehabt, wäre mein Körper nie an diese Grenzen gekommen. Aber es war nun mal nicht so und mein Körper kam an seine Grenzen.
Danach ging ich rasch unter die Dusche und legte mich ins Bett. Ich hatte ja ca. 5h Zeit bis Dinu auch im Ziel ankommen sollte. Ich wollte aber unbedingt den Wechsel von Dinu noch miterleben, wie er auf die Laufschuhe wechseln würde. Daher ging ich mit den Supportern nochmals mit in die Wechselzone. Dinu kam mit dem Bike angeflogen. Er sah noch gut aus und meinte auch, dass es ihm sehr gut gehe. Somit stand den letzten 22km nichts mehr im Wege, die er bis ins Ziel machen musste.
Unsere Supporter verabschiedeten sich nach diesem Wechsel. Sie hatten einen super Einsatz geleistet! Nochmals vielen herzlichen Dank! Toll ward ihr dabei! Ich ging ins Zielgelände, traf einige Kollegen, wir erzählten unsere Gigathlongeschichten, welche wir erlebt haben und dann kur vor 20 Uhr stand ich beim Zieleinlauf. Dinu kam Punkt 20:00:00 im Ziel an. Der Zieleinlauf war fantastisch! Mit dem 38. Rang waren wir durchaus zufrieden, wenn auch nicht alles optimal verlief! Dennoch ein toller Anlass, welcher uns immer in Erinnerung bleiben wird!
Ihr wollt Bilder sehen? Kein Problem, die findet Ihr in der Galerie!

Der etwas andere Gigathlon

verfasst von Tab-Di am 14. Juni 2016

 

Knapp 5 Tage nachdem wir aus NY zurück kamen, stand der Gigathlon rund um das Gotthardmassiv auf dem Programm. Im Jahr zuvor waren wir als unverheiratete in der Kategorie Singles unterwegs, dieses Jahr verheiratet als Couple. Im Voraus hiess es, dass es einer der härtesten  2 Tage Gigathlons überhaupt werden sollte. Auch speziell war es, dass der Gigathlon anfangs Juni statt mitte Juli stattgefunden hat. Auch dass es 2 Tage mehrheitlich geregnet hat, war ungewöhnlich. Ihr seht also, es war wirklich sehr viel ungewöhnlich und speziell. Das nass kalte Wetter machte den Gigathlon noch härter, so dass ungewohnt viele Teilnehmer aufgeben mussten, leider auch diverse aus unserem persönlichen Umfeld. Kopf hoch und gute Besserung/Erholung an Alle.

Es gab aber auch einiges, das wie immer war: unser Betreuerteam Andrea und Chrigu brachten eine Topleistung, der Gigathlon war ein zweitägiges Toperlebnis und war das Startgeld wert und wir beide kamen wie bisher an jeder Gigathlonteilnahme sturzfrei und wohlbehalten im Ziel an. Das Endresultat war deutlich besser wie wir uns es erhofft hatten! Einen ausführlichen Bericht mit Fotos werden wir wohl erst nächste Woche veröffnentlich – jetzt kümmern wir uns um die Erholung. Tabea hat nur 2 Wochen Zeit bis zum Swissman. Aber ihr habt ja hier unten noch unsere NY Tabelle zum studieren, welche wir neu veröffentlicht haben.

NY - 1. Teil Flitterwochen

 verfasst von Tab-Di am 13. Juni 2016

 

Teuerstes Abendessen

160 Dollar!!

Wir rechneten mit 90. Dass sie uns jede Beilage verrechneten,

damit rechneten wir nicht. Denn in der Schweiz ist es ja üblich, dass zu einem Steak o.ä, eine Beilage gratis gewählt werden kann. Nicht so in diesem Restaurant. Eine kleine Beilage kostete extra.

Teuerste Beilage Im obengenannten Restaurant bestellte Dinu Spinat als Beilage. Der wurde wunderschön in einem Schälchen serviert. Das sah sooooo lecker aus, Tabea bestellte auch noch einen Spinat. Als dann die Rechnung kam und wir pro Spinatportion 9 Dollar bezahlen mussten (wir hatten also Spinat für 18 Dollar gegessen, an anderen Orten gab es die Hauptmahlzeit zu dem Preis) trauten wir unseren Augen kaum noch.
Schönstes Abendessen In einem Rooftoprestaurant am East-River auf Long Island mit Aussicht auf die Skylines.
Wetter 1 Regentag, ansonsten sonnig, heiss mit bis zu 30 Grad. Wir kannten bisher New York nur als kalte Stadt, in diesem Jahr haben wir ein ganz neues NY kennen gelernt.
Salatbar Tabea's Lieblingsmittagsessen - in NY wimmelt es nur so von diesen Salatbars. Man kann dort seinen eigenen Salat zu recht günstigem Preis zusammen stellen. In der Schweiz gibts das auch, aber oft sehr teuer. Daher gabs bei Tabea JEDEN Tag so einen tollen Salat! Anmerkung Dinu: Naja, das mit "wimmeln" ist ja übertrieben, teilweise fuhren wir von der hintersten Ecke Brooklyns zurück nach Manhattan, um da in eine Salatbar essen zu gehen. Dabei gabs in Brooklyn leckere Asiatische Takeaways,....
Dunkin Donuts Dinu als Dunkin Donuts Fan freute sich schon zuvor auf viele Donuts. Er kam aber in diesen 7 Tagen gerade mal auf 3 Donuts... Da es so heiss war, waren wir an den restlichen Tagen in Gelaterias anzutreffen.
frühstes Aufstehen Um 1:30 in der Nacht. Denn wir wollten mal die Strassen von Manhattan joggend bei Nacht erleben. Fazit: Die Strassen sind tatsächlich nicht leer, auch zu später Stunde nicht.
spätestes Aufstehen 9 Uhr. Tabea gilt ja als Langschläfer. Jedoch in diesem Urlaub stand sie meistens zwischen 7.30 und 9 Uhr auf.... Und sowas nennt sich Urlaub....
Shopping Oh ja, da gabs viel zu shoppen. Zum Glück gibts die Kreditkarte.
Abendessen Fast immer waren wir bei Asiaten zu Gast. 
Sightseeing

Wir waren schon 3x in NY. Aus diesem Grunde hatten wir schon viele Sehenswürdigkeiten gesehen und konnten uns anderen, neuen Sachen widmen. Folgendes haben wir unternommen:

- Highline-Park: Die High Line ist eie 2,33 km langse, nicht mehr als solches genutzte Güterzugtrasse im Westen von Manhattan, das von 2006 bis 2014 zu einer Parkanlage, dem High Line Park, umgebaut wurde.

- Government Island: Mit dem Schiff ist man in 7min auf der kleinen Insel. Tolle Sicht nach Manhattan

- Ground Zero Memorial: Zum ersten Mal sahen wir das Ground Zero Memorial. Uns beeindruckten diese zwei Becken mit den zwei grössten von Menschen erschaffenen Wasserfällen sehr. 

- Besichtigung von Queens, Brooklyn und Bronx. In Brooklyn besichtigen wir den Green-Wood Friedhof. Er beherbergt etwa 600'000 Gräber auf 1.9km2. Viele bekannte Persönlichkeiten liegen dort.

Sport

3 x Jogging, 2 x Rumpftraining und x km zu Fuss durch die Strassen von Manhattan/Brooklyn/Queens. Die Füsse schmerzten nach dieser Woche mehr als nach einem Marathon. Wir legten um die 100km zurück.

 

Parks

Es gibt erstaunlich viele Pärke in NY. Der grösste und wohl bekannteste ist der Central Park. Im Frühling ist der wunderschön, er lebt richtiggehend. Unglaublich, wie viele Leute joggend, walkend, mit den Inlines oder mit dem Rennrad unterwegs sind. Man könnte meinen, es findet gerade ein Lauf statt. Viel Musik und Action gibts bis in die späte Nacht hinein.

Martin Ruegge und Tabea Zimmermann

10'000 Besucher vom 11.11.11-1.4.14

Besucher ab 1.4.14:

 

 

Chris Herzog - unser Hochzeitsfotograf
Chris Herzog - unser Hochzeitsfotograf