Herzlich Willkommen auf unserer Homepage

Willkommen auf der Homepage von Tabea und Martin "Dinu" Ruegge. Wir sind ein sportliche Paar, das immer unterwegs ist. Mehr über uns findet ihr in den verschiedenen Menupunkten - einfach links darauf los klicken!

 

Hier auf der Frontseite präsentieren wir Euch immer den aktuellsten Bericht über unsere sportlichen Herausforderungen und zeigen Euch neue Fotos.

Etwas ältere Artikel (etwa 2-3 Monate alt) findet Ihr jeweils unter Aktuelles. Aber auch ein Blick in unser Archiv lohnt sich immer.

Es gibt auch einen Facebookaccount von Tab-di. Über diesen möchten wir in Zukunft sportliche Infos verbreiten oder auch Liveticker während Sportevents betreiben. Wer so auf dem Laufenden gehalten werden will, darf entweder auf Facebook unseren Account liken oder direkt hier auf der Homepage auf der rechten Seite auf «gefällt mir» drücken (dazu muss man aber auf Facebook eingeloggt sein).

 

Der Gigathlon war in jedem Jahr einer der Saisonhöhepunkte. Aus diesem Grund haben wir Ihm auch etwas mehr Platz auf unserer Seite gewidmet: Unter Gigathlon  findet Ihr alle  Berichte rund um den Anlass.

 

Martin "Dinu" Ruegge arbeitet als dipl. Ernährungsberater HF. Seine berufliche Homepage findet Ihr unter www.erb-monbijou.ch

Einige Fotos unserer Hochzeit findet Ihr als Präsentation hier: http://chris-herzog.ch/galleries/hochzeit_td/ .
Es lohnt sich, wenn Ihr Euch ein paar Minuten Zeit nehmt, es hat viele wunderschöne Fotos, hoffentlich auch eines von Euch? Zuerst die vom First-Look, aber auch von der Kirche, dem Apéro,....... Fotos zum anschauen als Galerie findet Ihr auch in unserer Rubrik "21.5.2016-Hochzeit".

Marathon mal anders

 

verfasst von uns Beiden am 13.8.2018

 

Am Montag (Also eigentlich am Dienstag, es war bereits deutlich nach Mitternacht) sind wir ziemlich strapaziert von der langen Reise mit Flugverspätungen nach Hause gekommen. 6h später waren wir bereits wieder bei der Arbeit. Langsam aber sicher mussten wir uns auf das nächste Projekt einstimmen, welches bereits am Mittwochnachmittag begann. Wir wurden von einem Kollegenpäärli angefragt, ob wir für ihr 90-köpfiges Hochzeit das Hochzeitsmenu kochen würden. Natürlich sagten wir sofort zu. Das Hochzeit fand vom Freitag bis Sonntag in einem Ferienlagerhaus auf dem Hasliberg statt. Das Hauptfest startete bereits am Freitag um 14:00 Uhr mit dem Apéro. Folgende kleine Häppchen durften wir zubereiten:

 

 

 

 

  • Früchtebowle
  • Käsebrot (mit Kräutern, Emmentalerwürfeln und Reibkäse)
  • Surprisezopf (mit Trockenfleisch, Pistazie und Crème fraîche)
  • Spiessli mit Zuchetti grilliert, Fetawürfelchen, Oliven, etc
  • Crevettencocktail
  • Erbsen-Koriander-Hot-Shots
  • Salzige Muffins mit Zucchetti und Speck
  • Pizzaherzen
  • Hackfleischkügeli paniert in Sesam
  • Frischkäsekügeli «paniert» mit gehackten Mandeln, Cranberrys und Dörraprikosen
  • Gemüsedipp mit Curry- und Quarksauce

 

Um 18 Uhr startete dann das Festessen. Das Menü war folgendes:

 

 

Dreierlei vom Fisch: Mousse von der geräucherten Forelle, Lachsroulade (Rouladenteig mit Spinat grün eingefärbt), Goldbuttstückli auf lauwarmem Linsensalat

 

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2-farbige Melonensuppe in kleinen Glasschäli serviert

 

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Rindsfilet mit Kruste aus Dörraprikose und Pistazien

Cognac-Rahmrisotto

Romanesco mit Mandelsplitter

 

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Schichtdessert mit Berner Haselnusslebkuchen, caramelisierten Birnenwürfelchen und lockerflockigen Quarkcreme

 

2farbiges Tobleronemousse

 

Pannacotta

 

Früchtetartelletes mit Lemon-Basilikumfüllung

 

Mini Cupcakes süsssauer

 

Früchte

 

Zusätzlich gabs auch immer noch Spezialmenus vegetarisch, vegan, für Kinder (Hamburger) oder glutenfrei.

Bereits am Donnerstag durften wir ins Haus. Ab 13 Uhr bereiteten wir dann all die Köstlichkeiten vor. Der Tag war lang, wir beendeten die Arbeit erst weit nach Mitternacht, wir hatten aber 2-3 Helfer aus dem Umfeld des Hochzeitpaares. Dinu stand dann am Freitag bereits wieder um 6 Uhr in der Küche, Tabea kam etwas später. Auch dieser Tag war lang, ins Bett kamen wir erst nach 01.00. Aber es hat sich gelohnt. Die 90 köpfige Gesellschaft war sehr zufrieden mit unserer Arbeit. Das Essen war immer rechtzeitig auf dem Tisch und wir waren selber auch zufrieden! Am Samstag mussten wir noch das Morgenessen vorbereiten, das heisst auch wieder: Weckerklingeln um 6:45. Danach gings aufs Rennrad. Wir fuhren über die Grosse Scheidegg nach Grindelwald und dann via Brünigpass wieder auf den Hasliberg. So kamen schöne 90km und 2200hm zusammen. Am Abend kochten wir dann noch Pasta mit Saucen und 2 verschiedene Risotto und Salat für die Gäste. Am Sonntagmorgen stand dann „nur“ noch Morgenessen (ab ca 7:00) parat machen und die ganze Küche putzen auf dem Plan.

 

Wir waren nach diesen Tagen richtig kaputt. Vor allem Tabea hat gelitten, da sie es sich nicht gewohnt ist, so lange in der Küche zu stehen. Tabea meinte, dass der Norseman gerade easy gewesen sei im Vergleich zu diesem Marathon. Dinu hingegen war völlig im Flow. Man merkte, dass er einen Kochbackground hatte. Obwohl er in 3 Nächten insgesamt weniger als 16h geschlafen hatte und am Freitag eigentlich 19h am Stück in der Küche stand (ohne grossen Pausen) wirkte er erstaunlich fit. Dass wir, als die Küche sauber abgegeben war gabs noch ein Berglauftraining, ca. 1h 20min, die tolle Umgebung mussten wir doch ausnützen! Nach der Abkühlung im Brienzersee mussten wir dann sagen: Es war sehr anstrengend, aber es hat doch auch Spass gemacht, wir würden sofort wieder zusagen! Ein paar Bilder von dem Apéro etc. gibts wie immer in der Galerie.

Norseman - I got it - the black shirt!

verfasst am Geburtstag von Tabea

I got it – Black Shirt Norseman – Xtreme Triathlon

Ich habe es geschafft, ich habe das schwarze Finisher-Shirt geholt! Das weisse wäre wohl eine kleinere Katastrophe für mich persönlich gewesen. Aber nun von vorne:

Die Pre-Race-Woche war turbulent. Am Dienstag Abend bekam ich einmal mehr ein Magen-Bauchstechen, was dann in Durchfall endete. Ich malte mir schon das Schlimmste aus, dass ich mich nun wie am Celtman nicht fit fühlen würde. Tags darauf, es war bereits Mittwoch, fuhren wir mit unserem Mietauto nach Eidfjord, also ins Startgelände des Norseman. Das Training stellte ich da ein. Nun galt es alles daran zu setzten, dass ich wieder fiter werden würde. In Eidfjord angekommen wurde ich dann doch langsam etwas nervös. Denn es waren schon viele andere Norseman-Athleten im Dorf. Und viele von denen trainierten noch. Die fuhren mit ihren super Material und ihrer professionellen Kleidung auf dem Trirad umher. Die andern schwammen wie verrückt im Fjord. Und noch andere rannten uns um die Ohren.... Und ich, ja, ich fühlte mich immer wie schlechter. Am Donnerstag erledigten wir dann das Check-in. Im Vergleich zum Swissman und Celtman war das Checkin-Gelände viel grösser. Es gab vor allem viel mehr zu kaufen.... 

Der Norseman ist eigentlich die Mutter der xtreme Triathlons, also so wie bei den Ironmännern Hawai das ist. Am Freitag war dann noch das kurze Briefing, wo alles Wichtige nochmals gesagt wurde. Das Wetter checkte ich ab Mittwoch auch sehr regelmässig. Fast stündlich änderten die Prognosen. Ein Einheimischer meinte dann, dass er die Prognosen gar nicht mehr anschaue, die stimmen sowieso nie. Einzig sicher war, dass die Wassertemperaturen ziemlich warm sein würden. 16-17 Grad waren angesagt anstatt der üblichen 10-14 Grad! Also perfekte Bedingungen. Vor dem Checkin musste ich noch Blut geben. Ich nahm an zwei Studien teil. Bei der einen musste ich eine Pille schlucken und mit dieser wurde dann während des ganzen Rennens meine Körperkerntemperatur gemessen. Bei der 2. Studie musste ich am Vortag, nach dem Rennen und am nächsten Tag je 1 x Blut geben. Sie wollen dort einige Blutwerte untersuchen. Auf die Resultate bin ich sehr gespannt. Je näher der Wettkampf rückte, desto mehr Respekt bekam ich. Denn meine 2 einzigen Ziele waren: 1. wollte ich nicht Letzte werden und 2. wollte ich unbedingt auf den Berg können. Damit man auf den Berg darf, musste man unter den ersten 160 Athleten sein, die km 32.5 beim Lauf passieren. Ersteres würde ich sicher erreichen. Aber unter den 160 zu sein, schien mir, je näher der Wettkampf rückte, immer wie unmöglicher. Ich schaute die Ranglisten aus den Vorjahren an. Viele hatten eine Radzeit zw. 6 – 7h. D.h. ich müsste min. 25km/h fahren können auf die 3500hm/180km. Am Swissman im Vorjahr hatte ich einen 24km/h mit den gleichen Eckdaten/HM. Dinu mahnte mich, ich soll einfach fahren und nicht rechnen. Das 3. Ziel, eventuelle Podestambitionen, hatte ich nie. Obwohl einige aus meinem Umfeld meinten, dass dies möglich sei. Doch ich war da zu realistisch und habe im Vorfeld die Startliste gut angeschaut. Und da war klar, einen Platz unter den Top 10 wäre bereits eine hervorragende Leistung.

Um 02:30 des Wettkampftages ging der Wecker. Es regnete. Wir fuhren mit dem Auto zum Startgelände wo wir das Bike eincheckten und um 03:45 verabschiedete ich mich von Dinu, denn die Fähre fuhr um 04.00 los. Das war echt ein komisches Gefühl, als ich in die Fähre stieg. Jetzt war ich auf mich alleine gestellt. Jetzt galt es Ernst. Es gab kein zurück mehr. Ca. 45Min sass ich mit allen anderen Athleten auf der Fähre. Einigen Athleten war der Respekt ins Gesicht geschrieben. Um 04.35 begab ich mich zum Bereich, wo die Tore geöffnet werden würde. Dort gab es auch Duschen. Um 04.45 öffneten gings los, die ersten Athleten sprangen von der Fähre ins Wasser. Mir wurde im Vorfeld gesagt, dass man 8m runter springen müsste! Dies war aber definitiv erfunden. Die Sprunghöhe betrug nur 3m, dass ich das jetzt mal richtig gestellt habe. Ich entschied mich, erst 6min vor dem Startschuss ins Wasser zu springen, damit ich nicht unnötig lang kalt haben würde. Mein Sprung ins Wasser war natürlich ein Rückwärtssalto – dies konnte ich mir nicht entgehen lassen. Pünktlich um 05:00 Uhr ertönte das Schiffshorn und der Start im Wasser erfolgte. Es ging ziemlich tumultig zu und her. Ich kassierte einiges Schläge, teilte aber selber auch aus. Erst nach ca. 500 m beruhigte sich das Ganze. Ich versuchte dann meinen Rhythmus zu finden. Die Temperatur empfand ich als angenehm. Und dann endlich erreichte ich das erste Etappenziel nach 1h05. Mit dieser Zeit bin ich nicht zufrieden. Ich sollte eigentlich schneller schwimmen können. Ich bin im Moment noch am analysieren, ob es an meinem neuen Neo liegt, welcher wohl zu viel Auftrieb im Meerwasser für mich hat. Ich eilte aus dem Wasser, Dinu packte mich und führte mich zum Rad. Ich war erstaunt, dass bei den Eliten-Frauen bereits fast alle Räder weg waren. Dinu half mir beim Wechseln. Obwohl wir normalerweise ein super Team sind, klappte der Wechsel nicht ganz so gut. Ausserdem änderte ich spontan meine Kleiderwahl, was es für Dinu schwieriger machte. Wir üben weiter, beim nächsten Mal klappt es bestimmt wieder besser. Dann gings aufs Rad. Es war trocken. Kalt hatte ich auch nicht, im Gegenteil, es war warm und ich bekam sehr schnell heiss, denn die Radstrecke stieg sogleich an. Auf den ersten 25km waren 1300hm zu bewältigen. Ich versuchte einen Rhythmus zu finden. Dinu durfte erst ab km 35 supporten. Als ich die 1300hm geschafft hatte, befand ich mich auf einem Hochplateau. Dort hat es normalerweise immer starken Gegenwind. Ja, Normalerweise.... Dieses Jahr hatten wir unglaubliches Glück denn wir hatten etwas Rückenwind. Bis Km 90 gings dann wellig weiter. Es war perfekt um mit dem Triathlon-Rad Tempo zu machen. Ab km 90 gab es noch 4 Berge zu meistern. Ab km 150 gings dann nur noch runter. Teilweise war ich mutterseelenalleine unterwegs, so dass ich mich fragte, ob ich eine Abzweigung übersehen hätte. Es war richtig ungewohnt so wenig Menschen an einem Wettkampf um mich zu haben. Dinu stand dann aber zum Glück immer mal wieder da und gab mir zu trinken/essen. Mit einem Schnitt von ca. 28Km/h kam ich dann im 2. Etappenziel an. Ich war völlig zufrieden. Wie gesagt, habe ich nie mit einer Zeit unter 7h gerechnet auf dem Rad, nun hatte ich nur 6h 30nin gebraucht. Der Wechsel auf die Laufschuhe ging sehr rasch vor sich. Und dann gings los auf die 42km/1800h. Bis dahin war ich auf Rang 68. Mittlerweile war ich recht optimistisch, unter den ersten160 durchzukommen. Das Laufprofil war allerdings gar nicht meines. Die ersten 25km waren topfeben. Alles auf Teer, der Strasse entlang wo die der ganze Verkehr durchrollte. Aber so konnten wir immerhin gut supportet werden. Dennoch empfand ich es als mühsam, so nahe am Verkehr zu sein und vor allem alles auf Teer zu laufen. Die ersten 10 km hatte ich nach 52min hinter mir. Bis dahin hatte ich bereits 2 Frauen überholt und war auf Rang 8. Nach 9h unterwegs sein, musste ich dann doch hinter den Busch. Ich fand das noch spannend. Denn auf dem Schiff wollte ich eigentlich noch aufs WC, um die Blase zu entleeren. Jedoch war die Schlange zu lang, dass ich mich entschied, es sein zu lassen. In den Neo pinkeln kam für mich nicht in Frage. Das finde ich unglaublich eklig. Dass ich es aber 9h lang ohne WC Gang aushalten würde, hätte ich nicht gedacht.... Nach der kurzen Pause versuchte ich, langsam wieder den Tritt zu finden. Es fiel mir aber immer wie schwerer. Ab Km 18 kamen Schmerzen in den Oberschenkeln dazu. Mein Kilometerschnitt erhöhte sich auf 5:45 min/km. Phasenweise gabs sogar einen 6:00 min/km Schnitt. Es fiel mir schwer, das Tempo zu halten. Die Ferse meldete sich dann auch noch. Somit hatte ich ab km 20 mit einigen Problemen zu kämpfen, was sich aufs Tempo auswirkte. Doch dann kam ich endlich zu KM 25, dem berüchtigten Zombie-Hill. Ab dort durfte man endlich auch Kopfhöhrer benutzen und es ging aufwärts. Natürlich nutzte ich diese Gelegenheit und lies meine Playlist laufen. Die richtige Musikwahl beflügelte mich und ich hatte auf den nächst 3km aufwärts einen Höhenflug. Ich überholte und überholte, es machte richtig Spass so gut vorwärts zu kommen. Ab km 28 bin ich dann aber auch marschiert, da es recht steil war. Ich freute mich auf km 32.5. Denn ich wusste, dass ich unter den ersten 160 sein würde und auf den Berg hoch darf. Dinu wartete bereits auf mich denn er durfte/musste mich ab dort begleiten. Ich war unglaublich erleichtert mein 2. Ziel erfüllt zu haben. Ab dann hiess es nur noch: Hoch auf den Gipfel. Die Zeit war mir ziemlich egal. Ich überholte bei km 34 noch eine weitere Frau. Lustigerweise war es genau diese Frau, welche ich letztes Jahr beim Swissman in Grindelwald überholt hatte. Sie wurde damals zweite:-). Und dieses Jahr genau das Gleiche, sie war wieder das ganze Rennen vor mir und kurz vor dem Ziel konnte ich sie überholen. 

Die letzten 4 km waren sehr schwer zu laufen, das Gelände sehr anspruchsvoll, man musste sich einen Weg über und zwischen Steinen hindurch suchen. Man sah das Ziel, aber es kam nicht näher. Meine Ferse, Achillesehne, Knie, hinteren Oberschenkel, ja, alles tat weh! Daher versuchte ich auch gar nicht mehr zu joggen. Ich marschierte mehr oder wenig zügig hoch. Und dann endlich, nach 13h 20min traf ich oben im Ziel ein. Untypischerweise ziemlich emotionslos. Der Zieleinlauf hatte ich mir irgendwie bombastischer vorgestellt. Irgendwie wusste ich gar nicht, ob ich jetzt wirklich im Ziel war. Mir wurde lediglich der Chip abgenommen und eine Suppe in die Hand gedrückt. Ich erreichte den 7. Rang bei den Frauen von 38 gestarteten. Damit bin ich sehr zufrieden. Auf Nummer 6 hätte ich 40min aufholen müssen. Die Frauen am Norseman sind also echt stark. Danach hiess es für mich, zur Blutentnahme zu gehen. Dinu holte mir eine Waffel, währenddem ich 30min warten musste. Endlich an der Reihe wurde ich 3x gestochen. Meine Vene wurde 2x nicht getroffen, beim 3. floss kein Blut, es war zu dick“flüssig“. Ein 4. x stechen wollte er nicht mehr. Er schickte mich runter, denn dort gab es eine weitere Blutabnahmestelle. Wir machten uns dann auf den Weg zur Bahn um runter zu fahren. Und dann geschah es wieder, wie bereits vor 2 Jahren beim Inferno. Ich bekam Herzrasen, mir wurde schwindlig, ich machte eine Art Schnappatmung. Ich bekam Panik. Ich legte mich sofort an den Boden, ansonsten wäre ich wohl umgefallen. Dinu holte dann Hilfe. Das Team vom roten Kreuz  war schnell bei mir und beruhigte mich. Viel machen konnten die aber auch nicht. Ich musste einfach ruhig am Boden liegen und sie gaben mir viele Decken, da ich am ganzen Körper zitterte. Scheinbar habe ich wohl zu wenig getrunken und oder zu wenig Salz zu mir genommen und im Ziel zu wenig oder das falsche gegessen, so dass der Blutzuckerspiegel zu schnell nach unten gesackt ist... Und dann halt die Erschöpfung und die Höhe - mein Kreislauf machte das nicht mehr mit. Die Rotkreuz-Helfer fuhren dann mit mir in der Bahn runter, einfach um auf Nummer sicher zu gehen. Ich war echt dankbar, dass die sich so gut um mich kümmerten, denn ich hatte echt unglaubliche Angst.... 1 Stunde später kamen wir dann unten an. Es ging mir bereits wieder viel besser. Nochmals gings zur Blutentnahme. Dieses Mal fanden sie die Vene nach 2 x stechen. Dann gings ab unter die Dusche und zum riesigen Abendbuffet. Das war ein echtes Schlaraffenland! Fisch, Meerestiere (habe ich alles nicht gerne), viel Salat, einige Kohlenhydratebeilagen und ein riesiges Dessertbuffet – all das gabs nun als Belohnung. Echt schade, dass ich zu diesem Zeitpunkt keinen grossen Appetit mehr hatte.

Todmüde fielen wir kurz vor Mitternacht ins Bett. Am nächsten Tag gings nochmals zur Blutabnahme. Dieses Mal klappte es beim 1. Mal stechen. Die Resultate erhalte ich aber erst in ein paar Wochen. Und dann gabs endlich, endlich das schwarze Shirt, wegen dem war ich ja unter anderem hier. Kurz darauf fand die Siegerehrung statt. Unglaublich, wie schnell die Frauen waren. Die schnellste hatte 11h14min! Die 3. platzierte 12h00. Die spielen in einer anderen Liga.
Ich fand den Norseman einen super Wettkampf, die Landschaften sind phänomenal. Einzig die Laufstrecke lässt zu wünschen übrig. 25Km auf dem Asphalt zu laufen, wo die Autos einem entgegen kommen, das macht für mich nicht gross Spass. Dafür waren die letzten 6 km gigantisch. Jetzt habe ich mein Paket komplett mit Swissman, Celtman und Norseman. Mal schauen, was nächstes Jahr ansteht. Meine Ziele für dieses Jahr sind erfüllt. In 2 Wochen starte ich noch am Inferno. Dort habe ich aber absolut null Ambitionen. Ich will dort einfach oben angekommen und Spass haben. Ich bin gespannt,wie weit ich mich bis dann erholt habe.... Dinu war ein genialer Supporter. Ich bin echt dankbar, ihn an meiner Seite zu haben. Sein Job war hart. Er musste mich 13h20min betreuen - oder noch ein wenig länger.... Er war stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort! Einfach super! 

 

Der Retourflug war äusserst mühsam! Wir sind verspätet von Bergen losgeflogen, darum hatten wir genau 15min Zeit in Amsterdam um den Anschlussflug zu erreichen. Dies schafften wir dank einem Spurt trotz schmerzender Beine! Jedoch mussten wir dann doch noch 1h im Flugzeug warten. Die Folge war, dass wir erst um 23 Uhr in Basel landeten! 2 Gepäckstücke sind dann wieder nicht angekommen. Folglich mussten wir dies noch melden. Und der Velokoffer war beschädigt! Da beim Schalter eine Schlange war konnten wir erst kurz nach Mitternacht den Flughafen (ohne Gepäck, nu das Velo kam an) verlassen. Zum Glück holten uns meine Eltern ab, sonst wären wir wohl nicht mehr nach Hause gekommen.
Wir haben einfach kein Glück mit fliegen. Und ich hasse fliegen immer noch!!!!!

 

Bilder gibts in der Galerie.

Norwegen

Verfasst am 29.7.2018 von uns Beiden

Schon fast eine Woche sind wir nun in Norwegen. Dieses Mal ist das Gepäck gleichzeitig mit uns angekommen. Aber beginnen wir doch schön der Reihe nach. 

Der Dienstag war recht happig. Der Wecker klingelte für Dinu um 05.00 Uhr, da es noch einiges zu erledigen gab. Danach gings ab zur Arbeit (Bei Tabea stand noch ein Krafttraining an), am späteren Nachmittag dann per Zug nach Basel, um via Amsterdam nach Bergen zu fliegen. Bis wir im Hotel ankamen, wars schon weit nach 01:00 – 20h auf den Beinen. Am Mittwoch montierten wir die Laufschuhe und rannten auf einen Aussichtsgipfel in der Nähe der Stadt (auf 650m.ü.m.). Auf einem Online-Tool entdeckten wir einen Weg, welcher direkt nach oben führte. Vor Ort war dieser dann sehr anspruchsvoll und wurde auf der Karte als sehr schwere Bergroute taxiert. Logischerweise begegneten wir keiner Menschenseele, der Weg war aber echt sehenswert aber anspruchsvoll! Oben angekommen wollten wir im Bergrestaurant etwas frühstücken, da wir nüchtern hochgelaufen waren. Die Preise waren aber so hoch, dass wir uns dagegen entschieden. Wir kauften uns nur ein Joghurt und assen dies bei traumhafter Aussicht auf einem Felsblock. Für den Abstieg wählten wir dann die einfache Route, welche über eine sehr lange Treppe abwärts führte. Dieser Weg war natürlich voller Touristen. Danach stand Sightseeing auf unserem Programm. Am Donnerstag begann der Tag gleich wie am Vortag. Denn es gibt rund um Bergen noch weitere Hügel. Dieses Mal joggten wir auf einen, der nur 400 m.ü.M. ist. Da dies für uns eigentlich zu kurz ist und „wir“ das Optimum aus dem Training rausholen wollten, gabs ein hartes Intervall-Berglauf-Training. Das sah folgendermassen aus: kurz nach den ersten Höhenmetern bis Oben auf den Berg jeweils 30 Sekunden an der Schwelle laufen, danach 30 Sekunden etwas lockerer. So war das Training dann sehr kurzweilig und wir waren sehr schnell oben und bestaunten die Aussicht. Anschliessend gabs noch einen Sprint mit dem Koffer durch die halbe Stadt, weil wir danach mit der Fähre nach Stavanger fuhren. Auf der Fähre hatten wir mehr als genug Zeit (5.5h), welche wir nutzten, um den Freitag zu planen. Wir wollten den Kjerag (ein Steinblock, der zwischen 2 Felsen eingeklemmt ist) und den Preikestolen (ein Felsplateau, von welchem es senkrecht fast 600m zu einem Fjord runter geht) besuchen. Doch die Möglichkeiten per ÖV schienen da sehr beschränkt zu sein. Die Recherche im Internet ergab: Für sehr sportliche Leute sei es möglich, beide Sehenswürdigkeiten an einen Tag zu besuchen, aber nur, wenn man die Nacht zuvor unterhalb der ersten Sehenswürdigkeit übernachten würde und man nach dem Besuch bei der zweiten auch gleich dort schlafen würde. Nach langem googeln nach der optimalen Lösung entschieden wir uns, ein Auto zu mieten um zwischen den Touren jeweils möglichst flexibel zu sein. Nach unserer Ansicht war das die günstigste und effizienteste Methode – denn wir wollten die beiden Aussichtspunkte „uf ei Chlapf“ an einem Tag ohne Übernachtung machen. 

Am Freitag (8:00, sobald der Vermieter öffnete!) holten wir dann unser Auto ab. Gebucht war ein günstiger Kleinwagen, ein Peugeot 106. Wir erhielten aber einen recht grossen und modernen Toyota. Mit dem düsten wir dann in 2.75h zum Ausgangspunkt des Kjerags. Dort gab es einen riesigen Parkplatz. Man bezahlte dort aber 26 Fr Gebühr. Tabea ärgerte sich derart über diese hohen Kosten und schlug vor, das Auto irgendwo anders abzustellen. So fuhren wir ca. 3 km wieder zurück und stellten unser Auto ab – wir durften dafür etwas länger rennen. Bei recht heissen Temperaturen nahmen wir den ca. 6 km langen Aufstieg in Angriff. Der Weg war teilweise sehr steil und anspruchsvoll. Laut Internet waren Wanderschuhe Pflicht, neben ein paar Asiaten in weissen Turnschuhen waren wir in unseren Laufschuhen aber sogar überdurchschnittlich ausgerüstet. Bereits die Aussicht unterwegs war atemberaubend, die Aussicht beim Kjerag noch besser. Um auf den Felsblock zu gelangen musste man dann bei einer Schlange anstehen – zum Glück musste man aber nichts dafür bezahlen ;-). Dinu, mit seiner Höhenangst hatte recht mit sich zu kämpfen aber es gelang ihm, zwar etwas verkrampft, sich auf dem Felsen aufzurichten! Kurz bevor er an die Reihe kam, schlug aber sein Herz extrem hoch! Auf dem Stein sagte er: „E schaffes ned“, nahm dann aber all seinen Mut zusammen und richtete sich wacklig auf.

Danach gings zügig zurück zum Auto. Wir verpflegten uns auf der Fahrt und legten einen kurzen Zwischenstopp ein, um unsere Wasservorräte aufzufüllen. Denn in der Zwischenzeit war es sehr heiss geworden. Doch die Zeit lief, vor allem als wir etwa 20min auf eine Fähre warten mussten. Doch etwas nach 16:00 starteten wir auf den zweiten Aufstieg. Während der erste über weite Felsplatten aufwärts führte, wo man sich den Weg selber etwas suchen musste, war der Weg hier vorgegeben – es waren mehrheitlich Treppenstufen. Auf dem Weg waren deutlich mehr Touristen unterwegs (er ist besser ausgebaut, einfacher begehbar und schneller erreichbar und gilt als weniger anspruchsvoll), aber der grösste Teil war auf dem Retourweg. Auch diesen Weg schafften wir wieder in etwa einem Drittel der angegebenen Zeit und wie immer war Tabea deutlich schneller oben wie Dinu. Vom Preikestolen aus war die Aussicht auf den Fjord viel schöner wie vom Kjerag, dafür ist der Kjerag selber spektakulärer wie der Preikestolen. Wir sind aber froh, haben wir beide besucht. Der Rückweg ging problemlos, beim Auto mussten wir noch Dinus Natel suchen. Unterwegs war im aufgefallen, dass er es nicht dabei hatte. Im Auto wars aber auch nicht! Hatte er es doch unterwegs verloren? Er durchsuchte den Kofferraum, schaute unter seinem Sitz – nichts! Also fuhren wir los, etwas verärgert, denn die tollen Fotos vom Kjerag waren auf seinem Natel! Naja, wir versuchten nochmals, das Natel zu erreichen da vibrierte es – unter Tabeas Sitz, unter welchem Dinu nicht nachgeschaut hatte, weil da Tabea bereits geschaut hatte.

Unterwegs wollten wir irgendwo noch kurz in Süsswasser baden. Auf dem Navi entdeckten wir einen Fluss, zu welchem wir hinfuhren. Da war ein toller Wasserfall bei welchem mehrere Leute am baden waren – herrlich! Mit einer weiteren Fähre gelangten wir nach Stavanger wo es zeitlich sogar für ein Abendessen in einem indischen Restaurant reichte. Wir hatten also beide Sehenswürdigkeiten an einem Tag inkl. Hin- und Rückreise geschafft! Insgesamt hatten wir ca. 19Km/1100hm an diesem Tag zurückgelegt. Am Samstag erkundeten wir Stavanger. Wir besuchten diverse Sehenswürdigkeit, mehrere Einkaufsgeschäfte und hatten das Glück, dass wir während einem 3 Tägigen Segelschifffestival in Stavanger waren. Es gab diverse alte und sehr grosse Segelschiffe zu bewundern, bei mehreren durfte man sogar kurz an Bord gehen. Stavanger empfanden wir als herziger und noch schöner wie Bergen. Wir hatten an unserem Sightseeing Tag schlussendlich fast gleich viele Schritte zurückgelegt wie am Vortag bei unseren beiden Touren. Wir lernten auch einiges übers Wetter. In Stavanger regne es durchschnittlich 250 Tage, in Bergen 300 Tage pro Jahr. In Stavanger wurde am Freitag der wärmste Tag seit Messaufzeichnung registriert (33 Grad). Und genau an diesem Tag hatten wir nichts besseres zu tun, als auf 2 Berge zu joggen. Allgemein haben wir dieses Mal echtes Wetterglück! Am Dienstagabend hatte es kurz geregnet und am Samstagabend, als wir im Restaurant sassen, schüttete es wie aus Kübeln. Ansonsten schien an jedem Tag die Sonne. In den nächsten Tagen soll es etwas wechselhaft weitergehen, nicht mehr ganz so heiss aber immer wieder sonnig!

Den Sonntag mussten wir ruhiger verbringen. Unsere Fähre zurück nach Bergen startete bereits um 07:00 Uhr. Ab Montag sind wir dann mit einem Mietauto unterwegs und erkunden das Inland. 

Ein paar Bilder gibts in der Galerie.

Joncherey und Morgenberghorn

 Verfasst von Tabea am 23.7.

Das Morgenberghorn hat es Tabea plötzlich angetan. Michael, ein Triathlonkollege, erzählte am Mittwoch dass er am Freitag auch mal das Morgenberghorn besteigen wolle. Tabea meinte dann ganz spontan, dass sie auch mitkommen würde. Da es früh losgehen sollte, entschied sich Tabea ganz spontan, bereits am Donnerstagabend ins Suldtal zu fahren und dort nochmals im Auto zu übernachten. Am Freitag, bei strahlendem Sonnenschein, gings dann mit Michael los. Der Aufstieg war teilweise recht anspruchsvoll vom Gelände her. Denn diesesmal gings über eine andere Route! Nach 1h50 waren wir dann oben. Im Vergleich zum letzten Mal mit Dinu hatten wir an diesem Tag kein Wölkchen am Himmel!! Die Aussicht war genial. Es scheint tatsächlich so zu sein: Sobald Dinu dabei ist sind entweder keine Tiere zu sehen oder es herrschen schlechte Sichtverhältnisse!

Der Abstieg war sehr schwierig und Tabea hatte am Tag danach Muskelkater. Am Samastag gabs dann ein kurzes Intervall auf dem Bike mit anschliessendem Koppellauf. Danach stellten wir das Training bis Montagmorgen ein. Denn am Nachmittag fuhren wir mit Tabea's Bruder und Frau nach Joncherey. Dort gibts einen kleinen See mit schwimmenden Häuschen drauf, wo man übernachten kann. Am Sonntag besichtigen wir noch Belfort und dann gings bereits nach Hause. Natürlich zog es uns noch kurz in die Aare im Marzili. Dort entdeckten wir auf der andern Uferseite ganz viele Brombeersträuche. Und so verbrachten wir knapp 1 Stunde lang mit Brombeerpflücken. Kratzer und Schürfungen trugen wir davon, dafür hatten wir eine richtig grosse Schale voller Brombeeren – das gab ein leckeres Birchermüesli zum Znacht!

 

Für Tabea gilt es schon bald ernst. Noch diese Woche fliegen wir nach Norwegen. Viel Training gibt es nicht mehr. Wir werden nun Bergen und die Umgebung besichtigen bis am 4.8., wo dann der Norseman stattfinden wird.

 Bilder gibts in der Galerie

Schlafen im Auto, 11 Autos an einem Tag und VIEL Sport...

Verfasst von uns beiden zwischen dem 14. und 16.7.

Am letzten Wochenende hiess es ja, dass auf dem Augstmatthorn die Chance eigentlich sehr gross sei, Gemsen und/oder Steinböcke aus nächster Nähe zu sehen. Sie seien da die Menschen gewohnt und seien darum fast immer sichtbar – ausser wenn Dinu kommt. Wir sahen EINEN Steinbock aus etwa 300 m Entfernung. Und ähnlich lief es diese Woche – aber schön von vorne.
Wir hatten am Dienstagnachmittag und am Mittwoch frei genommen. Die Idee sah folgendermassen aus: Wir joggen los (wir hatten mehrere Routen im Kopf) im Berner Oberland oder im Wallis mit einem Rucksack, halten irgendwo an, essen etwas aus dem Rucksack, schlafen auf der mitgebrachten Decke und rennen am Folgetag weiter. Ein Traillauf mit Übernachtung unter freiem Himmel. Etwa 4 Tage zuvor: Wetterprognosen hervorragend, auch in der Höhe nachts Temperaturen um 15 Grad Celsius, also perfekt. In den Tagen zuvor entschlossen wir uns, eine Tour im Oberland ab Aeschiried (bei Spiez) zu machen. Ziel: Isenfluh ob Lauterbrunnen, je nach Kräften sogar das Schilthorn. Auf der Anfahrt meinte Dinu: Ich will dann nochmals die Prognosen anschauen, ich habe heute gehört, dass es in der Nacht regnen könnte. Tatsächlich, die Wetterapp zeigte Regenwolken in der Nacht und Temperaturen um die 4-6 Grad in der Höhe!! Was nun? Umkehren und doch ins Wallis? Oder in den Jura, da sollte es auch trocken bleiben? In Richtung Gstaad fahren? Nach einem tumultigen Hin-und-Her beschlossen, in der Region zu bleiben und eine erste kurze Runde mit leichtem Gepäck zu machen, dann im Auto (trocken und wärmer) zu übernachten und am Folgetag eine längere Runde zu drehen.
Die erste kleinere war schon wunderschön, wir lernten die Pochtenbachfälle kennen, assen unser Picknick bei herrlicher Aussicht und entdeckten ein schönes Restaurant, um etwas zu trinken. Aber wir hatten nach dem Abendessen schon kalt ☹.
Im Auto wurde es, trotz mehreren Schichten, auch nicht so richtig warm. Wir konnten aber durchaus ein paar Stunden schlafen und waren froh, im Auto und nicht irgendwo draussen übernachtet zu haben…. Am Mittwoch war dann das Morgenberghorn das erste Ziel! Dort soll man die allerbeste Aussicht im ganzen Berner Oberland haben! Eiger, Mönch und Jungfrau zum Greifen nah, der Thuner- und Brienzersee unter einem, aber auch der Jura und die französischen Alpen könne man sehen! Wir rannten in unterschiedlichen Tempis hoch. Laut Wegweisern musste man mit etwa 4,5h rechnen, dass Tabea aber nur etwa einen Drittel brauchte ist ja klar! Die Strecke war schön, man hatte stets einen tollen Blick auf den See und die Berge rundum (Tabea auf ihren Niesen….).  Das Morgenberghorn steckte aber im Nebel, was wir von unten entdeckten. Der Weg hinauf war stellenweise extrem steil. Nur dank gespannten Stahlketten kamen wir überhaupt hoch – unsere Laufschuhe waren definitiv die falsche Ausrüstung! Der eine oder andere Ausrutscher kostete auch etwas Nerven!
Endlich oben angelangt schien zwar die Sonne aufs Horn (das tat gut, nach der Kälte in der Nacht), aber die Berge rundum waren wolkenverhangen. Nix mit Aussicht auf….. Wir blieben noch eine Weile und machten uns dann auf den Abstieg. Wir wählten eine andere Route aber auch die war anspruchsvoll! Wir hatten etwa gleich lange runter wie hoch, auch hier war die Aussicht oft traumhaft. Irgendwann kamen wir von oben zu den Pochtenbachfällen und danach ins Restaurant von gestern. Dies war nun gut gefüllt – ein Car stand vor dran! Wir genossen ein kaltes Getränk und rannten dann noch zurück zu unserem Auto – es war ein toller Ausflug.
Dinu liess es Donnerstag, Freitag und Samstag mit dem Sport sein während Tabea natürlich dauernd am spörteln war.
Freitagabend trennten sich unsere Wege wieder einmal. Tabea fuhr ins Oberland, sie war auf den Geschmack gekommen mit dem Schlafen im Auto und übernachtete in Innertkirchen. Sie versuchte Dinu zu überzeugen, dass die Arbeiten zu Hause locker an einem Tag unter der Woche erledigt werden könnten. Er fand aber, dass den Umschwung Jäten, Treppenhaus reinigen, 2 Aperobrotsorten aus 2,5kg Mehl, waschen, bügeln, Balkon reinigen und den Haushalt machen mehr Zeit als „einen Abend“ brauche – und er am Sonntag an einem Inlinerennen starten wolle, da seien 5 Pässe auf dem Rad als Vorbereitung nicht so ideal. So blieb er am Samstag zu Hause um am Sonntagmorgen dann aufzubrechen. Er beschloss, zu probieren, ob er mit Autostopp nach Freiburg im Breisgau reisen könnte. Dazu fuhr er mit dem Rad ins Grauholz und versuchte sein Glück.
Dinus Bericht:
Am Sonntag wollte ich mich mehreren Herausforderungen stellen. Ich wollte an einem Einzelzeitfahren (alle 15 Sekunden startet jemand) auf einen Berg (Schauinsland bei Freiburg im Breisgau) teilnehmen. Mit über 1000 Startenden (Rennrad, Bike, Liegeräder, Tandem, Rad mit Kinderanhänger, Rollski und Inline) ein grosser Anlass. Meine Vereinskollegen fuhren zu 5. per Auto zum Start, ich wollte aber nicht dass man noch ein 2. Auto benutzt. Die Verbindungen per ÖV wirkten auf den ersten Blick recht vernünftig, am Vorabend entdeckte ich aber, dass ich 5x umsteigen und über 90 Franken bezahlen müsste. Und da wir ja bisher jeweils Glück hatten beim Autostoppen wollte ich einmal eine weitere Reise per Autostopp antreten. Etwa um die gleiche Zeit, wie der Zug ab Bern losgefahren wäre, stand ich mit einem Schild in den Fingern an der Autobahnraststätte Grauholz und weniger als 10 min später sass ich in einem Land Rover, Jahrgang 1972, welcher maximal 80km/h vorwärts tuckerte. Der Motor war derart laut, ich habe jetzt noch Halsschmerzen vom Kommunizieren mit dem Fahrer. Er setzte mich in Pratteln ab wo ich über eine Stunde warten musste. Ich befürchtete schon, dass ich es nicht rechtzeitig ankommen würde. Ab da lief es aber rund, ich fuhr noch mit 4 weiteren Autos und wurde direkt bei der Startnummerausgabe abgesetzt! Ich hatte noch 30min bis zu meinem Start, ich zog mich um, düste 500m zur Gepäckaufgabe, füllte meinen Bidon (es gab nur warmes Wasser) und stand gerade rechtzeitig beim Startgelände. Die Dame dort meinte, ich könne wie geplant um 11:56 starten oder aber kurz nach 12:00, wo sie alle Inliner nacheinander losschicken würden. 10-15 min Pause, vom Stress etwas herunterkommen aber evtl. müde werden oder jetzt starten – ich entschied mich fürs loslegen. Die Strecke führt über 11,5 km konstant aufwärts und überbrückt beinahe 800 Höhenmeter. Ich brauchte eine Weile um in den Rhythmus zu kommen. Es startet aber auch mit dem steilsten Stück und wurde gegen Ende etwas „flacher“ unterwegs überholte ich immer wieder Sportler, ich wurde aber auch immer wieder überholt. Etwa 3k m vor dem Ziel düsten dann noch 2 andere Inliner, welche wohl etwa 10min nach mir gestartet waren, an mir vorbei. Trotzdem erreichte ich einen Rang im Mittelfeld – in der Alterskategorie M35 wäre ich sogar erster geworden, wir waren aber nur 3 J.
Oben konnte man sich verpflegen. Ich plauderte noch mit meinen Vereinskollegen und machte mich auf den Heimweg. Zuerst per Gondelbahn und dann per Autostopp. Ich sass wieder in 5 Autos, in Freiburg wartete ich über 45 min, obwohl ich an einer sehr dicht befahrenen Strasse stand. Und wieder in Pratteln wartete ich gegen eine Stunde. Dafür sass ich eine lange Strecke in einem tollen Cabriolet und von Pratteln ins Grauholz nahmen mich 2 Franzosen mit, welche sich mehr aufs Natel, wo sie den Match live schauten, konzentrierten als auf den Verkehr. Zum Glück war auf der Strasse nicht mehr so viel los. Ihre Verbindung hinkte aber wohl etwas hinterher, Tabea schrieb mir jeweils zuvor, dass es wieder ein Tor gab bevor wir es auf dem französischen Natel sahen. So konnte ich den Jungs sagen, dass die Franzosen den Penalty versenken würden, so konnten sie sich etwas beruhigen – ich glaube, der hätte vor Aufregung das Steuer losgelassen!
Im Grauholz nahm ich mein Velo, fuhr zu Tabea, die an einem Publicviewing war, danach gings mit unserem Auto heimwärts….. Ich sass also in insgesamt 11 Autos (inklusiv unserem eigenen), 1x in der Gondel, war 2x per Fahrrad, 2x per Inlines und immer wieder zu Fuss unterwegs. Mit Pratteln habe ich schlechte Erfahrungen gemacht, ansonsten habe ich viel erlebt, viel gesehen und viele Leute kennengelernt. Das Rennen war echt hart (steil, keine Ruhephase und an den sonnigen Plätzen richtig heiss) und der ganze Tag war sehr ermüdend – aber irgendwie toll J

Tabeas Bericht

 

Wie oben erwähnt, fand ich Gefallen am Übernachten im Auto. Wahrscheinlich liegt das daran, dass es was Neues ist und ich das letzte Mal in meiner Kindheit gemacht habe…. Schon seit ein paar Wochen setzte ich mir in den Kopf die 5 Pässefahrt zu machen. Nur das optimale Datum hatte ich bis dahin noch nicht gefunden. Und jetzt wurde dieses sonnige Weekend gemeldet…. Ich brachte die Idee dieser Pässefahrt nicht mehr aus dem Kopf. Es zog mich sozusagen nach Innertkirchen, wo die Pässefahrt starten würde. Dinu’s Argument dem Haushalt Vorrang zu geben, konnte ich nicht nachvollziehen…. Denn ich sage mir immer, wenn ich mal auf dem Sterbebett liege, was werde ich wohl dann sagen? Sicherlich nicht: HÄTTE ICH MEHR HAUSHALT GEMACHT! Sondern ich würde sagen, toll, habe ich damals diese tolle Pässefahrt gemacht, habe ich im Auto übernachtet, etc.
Ausserdem fand am Sonntag der Vogellieslilauf in Adelboden statt. Der Gedanke reizte mich, nochmals ein hartes Trainingsweekend zu machen mit Pässefahrt und dann am Sonntag mit ermüdeten Beinen diesen Berglauf. Und da ich schon mal in Innerkirchen war am Samstag, lohnte es sich auch nicht, nochmals nach Bern zu fahren. Daher gabs noch eine 2. Übernachtung im Auto in Adelboden. Aber jetzt von vorne. Am Freitagabend fuhr ich mit dem Auto nach Innertkirchen. Dort übernachtete ich etwas oberhalb auf einem Kiesplatz, wo keine Menschenseele war. Ich richtete mich ein und freute mich auf die Nacht im Auto. Ich schlief gut, auch wenn es etwas hart war. Etwas Luxus gönnte ich mir und ich nahm mein Duvet mitJ. Um 6.45 stand ich auf, um 07.00 Uhr war ich startklar. Dummerweise fing es genau zu diesem Zeitpunkt leicht an zu nieseln. Natürlich hatte ich keine Regenjacke oder sonstiges mitgenommen, denn am Vortag sah das Wetter nur perfekt aus. So startete ich ohne irgendwas mitzunehmen, ärmellos auf den Grimselpass. Es war frisch, wenn nicht schon etwas kalt. Der Himmel sah ziemlich verhangen aus. Ich machte mir Sorgen, dass ich wegen meiner Kleiderwahl die Tour vielleicht nicht beenden könnte…. Der Regen war aber nur vor kurzer Dauer. Ich war erstaunt, wie viele Töffs und Autos bereits um 7 Uhr auf der Strecke waren. Nach exakt 1h55min war ich auf dem Grimselpass. Ich macht nur ein Foto und fuhr wegen der Kälte gerade wieder herunter, da ich ja nichts Warmes anzuziehen hätte. Ich fragte mich wiederum kurz: „Warum habe ich auch nicht nur ein paar Ärmlinge eingesteckt? Das hätte jetzt echt keinen Platz gebraucht….“. In Ulrichen wartete der nächste Pass auf mich. Der Nufenenpass gehört mit seinem Anstieg auf 2400 m.ü.M. zu den eher steileren Pässen. Da der Verkehr noch mehr zunahm hörte ich beim Aufwärtsfahren Musik. So störte es mich nicht, wenn x-Tausend Autos/Töffs neben mir vorbei düsten. Nach genau 1h15min kam ich auf dem Nufenenpass an. Noch immer wars nicht sonderlich warm, daher zog ich gerade durch und fuhr nach Airolo runter, wo ich nach 4h15 eintraf. Ab dort wusste ich, dass ich noch 4h haben werde, denn am Swissman brauchte ich genau so viel für Gotthard, Furka und Grimselpass bis Innertkirchen. Der Gotthardpass, also die Tremola, ist grundsätzlich ein schöner Pass. Jedoch empfinde ich die Pflastersteine als recht mühsam. Ich nahm also die nächsten 950hm in Angriff. Nach 1h05min kam ich müde oben an. Dort gönnte ich mir, leider im Restaurant weil es draussen zu kalt war, einen Kuchen. Frisch gestärkt gings den Gotthard runter. Das es viel Verkehr hatte, muss ich nicht mehr erwähnen;-). Ferienbeginn halt.
Danach fuhr ich nach Realp und nahm den Furkapass in Angriff. Dort hörte ich so richtig tolle Musik, so dass ich die ersten 40min in einem richtig tollen Tempo hochfahren konnte. Es wurde jetzt aber so richtig heiss und sonnig, ich hatte richtig Mühe mit dem Umzugehen. Nach und nach  wurden meine Beine immer wie schwerer,  sie hatten heiss und waren energielos. Ein kleiner Hungerast machte sich bemerkbar. Da es nicht mehr weit nach oben war, fuhr ich noch bis zum Passschild, welches ich nach 1h05min erreichte (950 Höhenmeter waren es). Oben verdrückte ich einen Schoggiriegel und trank einen Koffeinshot. Die Aussicht dort oben ist himmlisch! Und dann war der ganze Spuk leider schon fast vorbei. Den Grimselpass mit seinem knapp 400 hm ab Gletsch hatte ich nach 30 min auch geschafft. Es lief also wieder rund. Da ich in Folge meines Sturzes vor 3 Wochen im Moment eher vorsichtig runter fahre, brauchte ich für die Abfahrt dann doch noch 37min. Und so kam ich wie geschätzt nach ziemlich genau 4h ab Airolo in Innertkrichen an. Die ganze Tour ergab insgesamt 160km und 4800hm und ich war 8h 15 unterwegs. Damit war ich sehr zufrieden. Und dann fing es an zu regnen. Welch ein Glück, sass ich bereits im Auto. Ich fuhr an den Brienzersee um kurz zu baden (da regnete es zum Glück nicht) und dann gings wieder retour nach Meiringen, wo ich mit einem Kollegen Pizza essen ging. Um 21 Uhr machte ich mich auf den Weg nach Adelboden. Einen geeigneten Platz zum übernachten im Dunkeln zu suchen war dann doch schwieriger wie gedacht. Aber dann fand ich einen tollen Platz, neben einem Fluss, ziemlich abgelegen, wo ich kurz darauf müde einschlief. Am Sonntag gings dann bereits um 8 Uhr wieder los zur Startnummerausgabe des Vogelliesi-Laufes. 12.6km und 850hm erwarteten mich. Meine Beine fühlten sich wie Blei an. Ich konnte mir fast nicht vorstellen, diesen Lauf zu bewältigen. Ich war aber sehr gespannt, wie ich mit dieser Voraussetzung umgehen würde. Um 10.10 fiel der Startschuss. Ich lief ziemlich gemächlich los. Auf den ersten 6 km versuchte ich, nicht zu schnell zu laufen. Ich fand ein Tempo, das ich länger durchziehen hätte können, aber es war definitiv nicht ganz mein Wettkampftempo. Versuchte ich etwas schneller zu laufen, dann spürte ich die Beine derart, dass ich wieder in das eine Spur langsamere Tempo retour fiel. 2x gings bergab, wo ich sehr vorsichtig lief. Und dann folgte jeweils wieder in eine Gegensteigung, wo ich wie in eine Wand lief. Auf den letzten KM versuchte ich dann doch noch etwas das Tempo zu erhöhen und kam nach 1h22min im Ziel an. Unter diesen Voraussetzungen war ich damit zufrieden. Jedoch hat mir diese Pässe-Vorbelastung sicher etwa 4 min gekostet. Dennoch landete ich auf dem 18. Platz von 160 gestarteten Frauen. Damit bin ich zufrieden. Die Form stimmt und ich bin zuversichtlich, dass ich den Norseman xtreme Triathlon in 3 Wochen erfolgreich finishen kann. Jetzt muss ich nur noch meine Schwimmpause, welche infolge Rennradsturz jetzt über 3 Wochen gedauert hat, beenden.

 

Fotos gibts wie immer in der Galerie

Dolomiten? Vogesen? Egal, Hauptsache Berge!

Verfasst von Tabea am 9.7.
Alle Jahre wieder verbringen meine Kollegin Daniela und ich Rennradferien. Wir fahren meistens von zu Hause mit Gepäck los und das Ziel ist es jeweils möglichst viele Höhenmeter zu sammeln und dabei diverse Pässe zu befahren. So auch dieses Jahr. Geplant war aber dieses Mal mit dem Auto in die Dolomiten zu fahren und dort dann die Dolomiten zu erkunden. Am Freitagabend wollten wir los fahren. Danä war aber bis am Freitag noch in Wien und kam um 18 Uhr in Belp an. Ich wollte sie dort abholen. Tags zuvor schrieb sie mir eine whats app und meinte, ob ich das Wetter in den Dolomiten angeschaut hätte, es sei ja gar nicht so gut! Völlig überrascht betrachtete ich die Wetterprognosen. Und siehe da, Montag-Mittwoch war eher regnerisches Wetter in den Dolomiten gemeldet während es in Bern trocken bleiben sollte.

Spontan planten wir dann um und fuhren in die Vogesen. Denn dort sollte es bis Donnerstag schönes Wetter geben. Wir fuhren mit den Rennrädern ab Biel los über den Jura nach Frankreich. Die ersten 50km waren sehr coupiert, die restlichen 110km dann mehrheitlich flach. Die 110 flachen Km machten uns dann doch zu schaffen. Es war heiss, windig (natürlich gegen uns) und es zog sich hin. Wir freuten uns schon auf den nächsten Tag, wenn es dann endlich bergiger werden sollte. Nach 160km und 1500hm kamen wir dann in Colmar an. Dort hatten wir ein günstiges Hotel reserviert für sage und schreibe 30fr die Nacht. Dort nächtigten wir 4x. An den folgenden Tagen erkundeten wir dann die Vogesen. Wir merkten rasch, dass die Vogesen dem Jura gleichen. Höher als 1400m.ü.m. kam man nicht. Die Steigungen waren weniger steil wie im Jura was wir eher als mühsam erachteten. 6-8% ging es meistens hoch, dafür recht lange. Die Strassen waren leider nicht immer sehr gut. Verfahren haben wir uns zum Glück nie, denn im Vorfeld habe ich einige Routen selber zusammengestellt und aufs Navi geladen. So kamen wir ziemlich weit in den Vogesen rum. Auch anders wie in der Schweiz ist, dass es teilweise unterwegs keine Restaurants hatte. Denn zu unseren Rennradferien gehört auch immer eine Pause unterwegs, welche wir gegen Schluss einplanen. Und meistens machen wir die oben auf einem Pass oder einem schönen Dörfchen. Nur gabs dort auf den Pässen selten ein Restaurant und teilweise auch in den kleinen Dörfchen gabs nichts. Wir sammelten daher viele km und hm. Am Sonntag gabs 150km/2900hm, am Montag 140km/2300hm, am Dienstag dann mal ein kleinere Tour von 90km/1500hm, dafür gabs am Mittwoch wieder mehr: 150km/2500hm. Am Mittwoch verliessen wir Colmar. Wir fuhren über den Col de Grand Balou. Das war ein wirklicher Leckerbissen. Eine wunderschöne Gegend und auf dem Pass oben hatte es sogar mehrere Aussichtsrestaurants, wo wir natürlich einen Halt einlegten. Dann gings runter und wir verliessen Frankreich und fuhren nach Neuenburg am Rhein, wo wir eine super Gelateria empfohlen bekamen und diese sogleich testeten. Geniales Eis gabs! Dann kamen die letzten 30km und 1000hm in den Schwarzwald. Wir visierten das Dörfchen Schönau an. Leider war genau die Strasse nach Schönau wegen Steinschlag gesperrt. Dennoch riskierten wir die Durchfahrt, wenn auch mit einem etwas mulmigen Gefühl. Dafür kam ich recht schnell oben an, weil ich schnell durch dieses Gefahrengebiet wollte. In Schönau fanden wir ein tolles Hotel und ein noch tolleres Restaurant, wo wir uns wie jeden Abend die Bäuche vollschlugen. Und das Dessert danach durfte auch nie fehlen. An einem Abend diskutierten wir darüber, wie schön es eigentlich ist, dass wir uns immer wieder von neuem über Kleinigkeiten an Essen freuen konnten. Jeden Tag von neuem freuten wir uns wie kleine Kinder auf die Cremeschnitte, den Kuchen oder was auch immer während der Radfahrt. Wir genossen jede Kalorie. Und am Abend beim Abendessen das genau Gleiche. Wir liessen es uns sehr gut gehen, genossen, freuten uns ab dem feinen Essen und dazu gabs gute Gespräche. Es ist einfach sehr schön, wenn man sich mal wieder ab Kleinigkeiten freuen kann:-) und das jeden Tag aufs Neue!!!!!

 

Am Donnerstag gings dann auf die letzte Tour! Wir starteten von Schönau nach Todtmoos. Leider fing es an zu regnen und das nicht nur wenig. Es schüttete und es erinnerte mich gerade wieder an Schottland. Als wir dann Basel erreichten nach 70km und 1500hm entschlossen wir uns, dort den Zug zu nehmen und nicht wie geplant nach Olten zu fahren. Denn der Spassfaktor war sehr gering und warum sollten wir die Tour so beenden, wir hatten so viele schöne KM und HM gemacht. Nächstes Jahr versuchen wir es nochmals mit den Dolomiten und sonst haben wir noch viele weitere Pläne, wo unsere Radferien hingehen könnten.
Am Samstag gabs dann ein Koppeltraining: Ich düste mit dem Triathlonrad (völlig ungewohnt) nach Interlaken wo Dinu mein Velo in Empfang nahm. Das luden wir ins Auto ein, danach bestiegen wir (mit ein paar Hundert weiteren Touris) die Harderbahn. Ab dem Harder rannten wir los in Richtung Augstmathorn. Die Tour würde 3,5h dauern, wir waren aber zügiger unterwegs. Man rennt viel auf dem Grat in Richtung Brienzer Rothorn, den Brienzersee hat man stets im Blickfeld. Das Augstmathorn ist bekannt dass man da oft Gemsen und Steinböcke sehen kann - bei meinem letzten Ausflug hatte ich eine ganze Herde Steinböcke aus nächster Nähe gesehen und Dinu davon vorgeschwärmt. Diesesmal sahen wir einen Bock von Weitem.
Höhenpunkte à la Dinu:

-Es geht über einen schmalen Grat, ich mit meiner Höhenangst überlege gerade ob ich auf allen Vieren gehen soll oder umkehren, da höre ich Tabea rufen: Da ist es nicht so steil, da kannst Du gut laufen, wir müssen uns langsam beeilen...... Motivationskünstlerin!

-Oben auf dem Gipfel, Tabea: Da siehts ganz anders aus wie das letzte Mal, ich bin mir nicht sicher, ob wir richtig sind. Dinu: "Wie sahs denn das letzte Mal aus?" "Das weiss i ned, emu angers! Denne hets vöu Steiböck gha! Und meh weiss i nümme, es het Näbu gha" - ja, klar, somit waren wir sicher falsch :-)
- Ich fand, die Tour wäre super, wenn man sie so in 1-2h mehr ablaufen könnte.....

Ab dem Augstmathorn ging es über mühsame Trails runter. Grosse Absätze und steile Stücke wechselten sich mit flowigen Passagen ab. Endziel war Habkern wo wir das Postauto nehmen wollten und uns dann für Autostopp umentschieden. Ein abschliessendes Bad im Thunersee gehört bei mir ja logischerweise dazu.....
Am Sonntag gabs dann eine Radtour mit etwas mehr als 100km - mit herrlichem Boxenstopp bei Dinus Götti. MERCI für die köstliche Bewirtung.

Fotos gibt es wie immer in der Galerie.

Rückblick auf Schottland à la Dinu

Verfasst von Dinu, irgendwann letzte Woche

Vor einem Jahr hatte ich nach dem 100er die ersten 3 Arbeitstage meinen Arbeitsbeginn erst um Mittag eingeplant um mich erholen zu können. In diesem Jahr war ich Mo. wie auch am Di aber schon wieder ganz normal bei der Arbeit. Obwohl ich am Mo meinen Arbeitsplatz im 3. Stock hatte habe ich jeweils auf den Lift verzichtet – die Beine schmerzten aber schon noch. Am Di lag sogar einen Sprint bis zum Postauto drin!
Am Dienstagabend reisten wir nach Zürich, da wir am Mittwoch bereits früh nach Schottland (via London) abgeflogen sind. Hier so die wichtigsten Anekdoten von unterwegs:

 

-          Mi Morgenfrüh, kurz nach 4:00, fast 2 km mit Triathlonrad, Koffern und Rucksack stehen uns bevor. Bei der Bushaltestelle unterwegs marschieren wir zügig durch – um die Zeit fährt doch noch kein Bus! Denken wir. 3 min später überholt uns tatsächlich ein Bus! Wir rennen zurück zur Haltestelle und checken die Abfahrtszeiten – das war soeben der erste am Morgen, der nächste fährt erst in 30min.

 

-          Tabea hat als Handgepäck einen Koffer dabei, der genau den maximal erlaubten Massen des Handgepäcks entspricht. Zusätzlich trägt sie einen ebenso grossen Rucksack und kommt mit den beiden Stücken (zusammen wohl nochmals 30kg) als Handgepäck durch!

 

-          Nach der Sicherheitskontrolle in Kloten füllen wir jeweils unsere Getränkebidons mit Hahnenwasser wieder auf, um im Flugzeug etwas zu trinken zu haben. In London müssen wir, obwohl wir ja nur umsteigen, durch eine weitere Kontrolle. Ich stehe da mit meinem 1l Bidon und schaue mich suchend um. Die Dame meint: «You have to drink!». Ich schraube den Bidon auf und gehe unauffällig in Richtung Abfalleimer – «No, you have to drink!». Ok, fast ein Liter aufs Mal. Danach lege ich die leere Flasche zu meinem Gepäck aufs Förderband, den Deckel separat – wie immer. Auf der anderen Seite kommt mein Gepäck OHNE die Flasche raus. Ich frage beim Personal nach, die suchen überall – die Flasche bleibt verschwunden. Ich stehe nun also da mit einem Liter Wasser im Bauch aber ohne Flasche!

 

-          Inverness, Ankunftsflughafen, Passkontrolle. Wir und Pässe, wir haben ja so unsere Erfahrungen (ja, vor allem ich). Hier gibt es Variante 1 – automatischer Scan des biometrischen Passes, dauert ca. 3 Sekunden, ohne Wartezeit. V2: Ca 40min Anstehen, danach ID kontrollieren lassen und mehrere Fragen beantworten. Tabea hat leider nur die ID dabei, somit V2. Dinu hätte den Pass dabei, stellt sich aber mit Tabea in die Schlange.

 

-          Tabeas Gesicht, als sie erfuhr, dass ihr Rad in London geblieben sei, könnt ihr Euch ja in etwa vorstellen. Am liebsten wäre sie im Flughafen geblieben und hätte notfalls dort übernachtet!

 

-          Inverness, die Jugi liegt ausserhalb, wir marschieren mit unseren Koffern (zum Glück ohne Radkoffer, der ist sperrig und mühsam zu schieben) dorthin, danach in die Stadt, machen Sightseeing. Meine Oberschenkel (vor allem der rechte) strahlen einen zunehmend stärkeren stechenden Schmerz aus. Muskelkater? Naja, wenn ich eine Pause mache nimmt der Schmerz ab, wenn ich losmarschiere ist er weg, kommt aber nach und nach zurück und wird so schmerzhaft, dass ich fast stehen bleibe. Kater fühlt sich anders an. Eine Überlastungserscheinung? Ein Faserriss? Keine Ahnung, hoffentlich bessert es.  Es sind aber auch erst 4 Tage her seit ich im Ziel des 100er ankam. Tabea meint am Abend so: «Hüt se mer ou nume 28'000 Schritt gloffe», allerdings hat Tabea die längeren Beine wie ich und macht grössere Schritte, bei mir waren es wohl über 30'000?

 

-          Am Tag darauf wurde am Morgen tatsächlich das Fahrrad in die Jugi geliefert! Wir holten das Auto ab (Die erste Fahrt war der Horror) und beluden es mit dem Gepäck.

 

-          Zum Voraus hatten wir gelesen, in Schottland übliches Wetter sei folgendermassen: Es beginne ca. 30x am Tag zu regnen und es höre auch 30x am Tag wieder auf und dazwischen scheine auch immer wieder die Sonne. Schotten würden die Kapuze nie benutzen, denn wenn sie oben sei habe es ja sowieso wieder aufgehört zu regnen. Und genau so ging es während den ersten paar Tagen.

 

-          Selbstverständlich trafen wir in der Jugi in Inverness auf eine Gruppe von 4 Schweizern, welche erzählten, sie seien nun 3 Wochen in den Highlands unterwegs gewesen und es habe NIE geregnet!

 

-          Tabeas Magendarm-Problematik Bauchstechen während ca. 5 Tagen, ab und zu plötzliche Krämpfe mit Durchfall) nötigte uns auf der Autofahrt zu Stopps an ungewöhnlichen Orten. Tabeas letzte Worte waren dann: «Hesch mer es Nastuech? Ah, do Merci». Höhepunkt: Wir fahren durch ein Einfamilienquartier bei Fort Williams und halten vor einem Haus, wo wir denken, dass dies unser Airbnb sein könnte. Tabea: «Mischt, e ha Buchchrämpf, hesch mer Nastüechli?». Ich: «Do chasch emu niene». «Aber e mues!». Der Magen beruhigte sich, die Besitzerin erschien rasch und Tabea konnte sich ordnungsgemäss erleichtern 😊

 

-          Apropos Airbnb – das ist echt krass, in einigen Ortschaften steht an jedem 2. Haus ein Schild «Bed and Breakfast», da vermietet echt fast jeder ein Zimmer!

 

-          Eine der wichtigsten Einkäufe für Tabea: 1 Flasche Balsamico! Allerdings war der Deckel defekt, also hat sie den Essig in eine Petflasche mit Klickverschluss umgeschüttet. Ich fand ja, dass dies riskant sei, sie soll doch warten, bis wir eine mit Drehverschluss haben!

 

-          Wir fahren am Loch Ness entlang, dem See, wo Forscher die Oberfläche tagelang beobachten und schauen, ob sich Nessie zeigt. Und was macht meine Beifahrerin? Sie schläft…..

 

-          Am Morgen oder nach einer Pause ins Auto steigen und losfahren = kein Problem. Aber anhalten, im Nieselregen ein Foto machen, einsteigen, Jacke ausziehen und losdüsen – und 100m später kommt mir ein Auto auf der selben Strassenseite entgegen! So Spontanaktionen waren zu gefährlich, nach dem 2. Mal habe ich ein grosses Hinweissymbol aufs Steuerrad geklebt, ab da gings tatsächlich (bitte links fahren)!

 

-          Am Wettkampftag, 30min vor dem Start, Tabeas Hauptproblem: haufenweise Schnecken im Rasen!

 

-          Was meint ihr, wie oft bin ich irgendwo am Strassenrand angehalten, habe Tabea angefeuert, ihr zu Essen oder zu trinken gebracht oder sie fotografiert um danach so schnell wie möglich zum Auto zu rennen, die Türe zu öffnen und zu merken: Mist, das Steuerrad ist auf der anderen Seite des Autos…

 

-          Tabea kommt in die Wechselzone vor dem Laufen und entscheidet sich, das Radtrikot auszuziehen und ein Laufshirt zu tragen. Danach laufe ich mit ihr bis zur Strecke und kehre zurück zum Wechselplatz, wo ich mit dem Aufräumen beginne. In Tabeatrikot steckt aber dummerweis noch der Livetracker – naja, so konnten Tabeas Follower danach schauen, wo ich mich so herumgetrieben habe…..

 

-          Apropos Wechselzone, habt ihr schon einmal ein Triathlonrad, einen Sack mit Esswaren, einen Sack mit nasser Radbekleidung inkl. Schuhe und einem Badetuch, einen Sack mit trockenen Ersatzkleidern und Regenjacken, einen Helm und haufenweise andere Dinge 1km vorwärtstransportiert? Das barfuss in Alltagsschuhen – Tabea brauchte trockene Socken zum Rennen und da sie keine eingepackt hatte, bat sie mich um meine……

 

-          Ich musste nach dem Wechsel 1km zurück zum Auto, alles einladen, in die Tankstelle (es gab auf der 200km Rundstrecke ca. 1 Tankstelle und max. 2 geöffnete Geschäfte) Wasser kaufen, ca. 5km fahren (auf einer schmalen Strasse, wo Autos nur an dafür ausgeschilderten Plätzen kreuzen konnten und das überholen der Teilnehmenden des Celtmans auch äusserst schwierig war), im Nirgendwo parkieren (wo es ja noch andere 200 Supporter wollten), mich umziehen, alles für mich und Tabea parat legen und zum Kontrollposten gelangen – das in der Zeit, in welcher Tabea 18km zurücklegt – easy also. Nur logisch, dass mir Tabea knifflige Zusatzaufgaben (in meinem Getränkebehälter drin klebt zuunterst ein Riegel, den ich nicht herausfischen konnte, es wäre großartig, wenn Du das machen kannst) auferlegte!

 

-          Bei km 18 mussten die Teilnehmenden spätestens 11h nach dem Startschuss erscheinen, um die Originalstrecke über 2 Berge laufen zu können! Wer später kam musste einen auch sehr anspruchsvollen aber doch weniger steilen Weg begehen aus Sicherheitsgründen. Wer obendurch kann, erhält ein blaues Finishershirt, wer untendurch musste ein weisses. Tabeas Ziel war natürlich das blaue Shirt und der Berg – logo! Sie war zeitlich super unterwegs, ich wartete bei km 18 auf sie, denn auf dem Streckenteil über die Berge (ab km 18 für ca. 12km) mussten die SportlerInnen begleitet werden! Die letzten 12 Kilometer durfte ich Tabea auch begleiten oder 2km zurück zum Auto laufen und dieses dann ins Ziel fahren. Naja, das war die Ausgangssituation.

 

-          Etwa 40min bevor die 11h verstrichen wären, wurde verkündet: Wegen Wetterumbruch in den Bergen wird ab jetzt niemand mehr über den Berg gelassen, es gehen ab sofort alle auf die «untere» Route. Diejenigen, die aber vor 11h hier sind erhalten trotzdem das blaue Shirt!

 

-          Ich dachte sofort: «Und wie bringe ich das nun Tabea bei, welche sich auf die Bergstrecke gefreut hatte?» Es wurde mir auch bewusst, dass ja bereits 2 Frauen auf der Bergstrecke waren, Tabea (als Bergfloh) hätte ja vielleicht noch eine Chance gehabt? Und mir wurde plötzlich klar, dass ich mit meinen Beinen (sie hatten die letzten 2 Tage zwar nicht mehr weh getan, aber nach knapp 7 Tagen waren sie wohl noch nicht ganz erholt) nun nicht 12 km mit ihr rennen musste, sondern 24 km! Und dass ich dafür für mich zu wenig Wasser dabei hatte.

 

-          Zum Glück hatte ich keine Zeit zum überlegen denn Tabea kam gerade am Posten an! Vor ihr kamen nur gerade 2 Sportler an, welche nicht über den Berg durfte, es war also eine Sache von wenigen Sekunden oder höchstens Minuten, dass es nicht gereicht hat. Tabea nahm die Info aber recht locker auf und rannte gleich weiter!

 

-          Am ersten Anstieg war Tabea nicht mehr so schnell unterwegs, ich war froh denn ich merkte, dass ich schneller könnte. Danach gings wellig weiter, Tabea drehte auf und überholte plötzlich 2 Läufer, welche kurz zuvor noch an Tabea vorbeigerannt waren! Ich hatte echt Mühe und hatte teilweise fast 100 m Abstand! Aber dass sie langsamer laufen muss wegen mir als Supporter, das wollte ich ja dann doch nicht….

 

-          Der Weg war anspruchsvoll, es ging über Stock und Stein und 2x sogar durch ein Bachbett! Aber Tabea liess sich durch nichts aufhalten und erreichte souverän das Ziel! Dort kam sie sogar als allererste Frau an, die beiden, welche die Strecke über den Berg absolviert hatten wurden aber natürlich vor ihr rangiert.

 

-          Tags darauf, Rangverkündigung, die meisten Sieger klettern mühsam auf die Bühne, nur eine hüpft fast hoch, als ob nichts gewesen wäre…

 

-          Wie reinigen Schotten ihre Sportwäsche? Sie hängen sie draussen auf! So gesehen bei unserem Übernachtungsort, trotz schottischem Wetter hingen da der Neopren und die Sportbekleidung eines schottischen Finishers draussen!

 

-          Danach bereisten wir weiterhin schöne Flecken in Schottland. Ich hielt ab und zu an um zu fotografieren. Tabea meinte dann jeweils: «Was hesch de jetz weder fotografiert? Do hets jo nume Böim/Wäuder/Hügu/Natur/……, emu nüt spannends, das fingsch aus ir Schwitz ou!“

 

-          Tiere solls in Schottland geben, Tiere bis zum abwinken! Adler, Delfine, Wale, Hirsche, schottische Hochlandrinder, Ungeheuer in Seen und x weitere! Und was haben wir gesehen? Ein kleines Wiesel, Tabea sah haufenweise Quallen und ab und zu gabs ein paar Schafe! Auf einer Laufrunde um Bern kann ich Euch mehr schottische Hochlandrinder zeigen wie wir in 8 Tagen in Schottland gesehen haben!

 

-          In Glasgow gaben wir unser Auto ab und bezogen unser Zimmer im Easyhotel. Naja, das Startgeld, Automiete, Flug etc. hatten derart viel gekostet, irgendwo mussten wir ja sparen. Wenn wir ins «Zimmer» kamen mussten wir jeweils unsere Koffer vor die Eingangstür schieben um auf die Toilette gehen zu können, derart eng war es!

 

-          Ey, ich sag Euch, das ganze Hotel roch nach Balsamico, im Lift, im Flur, ja selbst in unserem Zimmer roch es nach Essig. Wer alle Punkte oben gelesen hat kann sich vorstellen wieso….

 

-          Nun landeten wir zum ersten Mal in einem Einkaufscenter. Da kommt man um eine Ecke, geht auf die Rolltreppe zu und merkt als man darauf steht: Die sind auch verkehrt rum gebaut! In der Schweiz hatte ich übrigens wieder Mühe, die richtige Rolltreppe zu erwischen!

 

-          Am Mittwoch hatte Dinu plötzlich Magenkrämpfe und Schüttelfrost, am Donnerstag auf der Rückreise musste er oft aufs WC, ab Nachmittag auch mit Durchfall und einem übelriechenden Aufstossen – Tabea befürchtete, dass der Flug gestoppt wird wegen Giftgasverdacht! Freitag: Dinu blieb zu Hause und sass teilweise bis zu 45 min auf dem WC, nach einem Immodium wurde es besser. Samstag fühlte er sich fitter und kam am Abend wieder zum Haus raus und verbrachte einen gemütlichen Abend am Wohlensee. Sonntag: Immodium wirkte nicht mehr, es ging wieder los Montag: Ein mulmiges Gefühl, kraftlos aber er ging zur Arbeit, seither bessert es von Tag zu Tag. Am Mittwoch war er endlich wieder einmal 45 min Joggen!
Wir denken, dass Dinu den selben Käfer erwischt hat wie zuvor Tabea, dass es ihn aber, noch geschwächt vom 100er, stärker erwischt hat!

 

-          Die Rückreise verlief super! Flug 1 nach London: Verspätet, hoffentlich reicht es zum Umsteigen! Flug 2: Verspätet! Flughafen Basel: Gepäck fehlt, Velo kam dieses Mal an. Finde um 21:00 noch Jemanden, der Dir um die Zeit weiterhelfen kann! Somit erreichten wir einen deutlich späteren Zug als erhofft. Toll um am Freitag arbeiten zu gehen! Der Koffer wurde aber am Folgetag bis vor die Haustüre geliefert!

 

-          Tabea startete am Samstag (1 Woche nach dem Celtman) zur ersten Radtour – gnue Pouse gmacht!

 

-          Auf dieser ersten Ausfahrt brach ihr ein Teil des Lenkers ihres Triathlonvelos ab! An dem Fahrrad, das in Schottland war! Es hat den Flug wohl nicht so gut überstanden. Tabea war mehrfach froh: 1. Dass ihr dies passierte, als sie im Schritttempo unterwegs war, so konnte sie einen Sturz vermeiden aber vor allem 2. dass dies nicht am Wettkampf passierte!

 

-          Am Tag danach (Sonntag) fand sie, sie sei genügend fit um am Grenchenberglauf starten zu können. Da bewies sie, dass sie richtig fit ist und war die schnellste Läuferin in ihrer Alterskategorie. Sie spielt nun mit dem Gedanken, noch mehrere Rennen der Juratoptour zu bestreiten um auch auf der Jahreswertung einen Podestplatz zu erkämpfen!

 

-          Doch kurz darauf hatte sie schon wieder Pech! Bei einer Ausfahrt mit ihrem Rennrad rutschte sie auf Kies aus und stürzte leider. Zum Glück kam sie mit ein paar Schürfungen und Prellungen davon, der Helm rettete einiges. Denn sie fiel ziemlich fest auf den Kopf.

 

Nun kehrt etwas Ruhe ein. Tabea startete am Sa.mit Daniela, ihrer Kollegin, wie jedes Jahr auf eine Rennradtour über mehrere Pässe. In diesem Jahr wollten sie mit dem Auto ein Stück fahren um danach die Dolomiten zu erkunden. Da die Wetterprognosen schlecht waren sind sie nun in den Norden losgedüst und erkunden die Vogesen und übernachten mehrfach in Colmar. Dinu genoss die Ruhe, fuhr mit einem Kollegen nach Kiesen und liess sich in der Aare (Dinu im Neo, Berti der Kämpfer ohne) gemütlich nach Bern schaukeln.

Fotos passend zum Text sind gleich hier unten - anklicken um die Beschreibung lesen zu können!

 

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Aktuelles und 100er Bericht aus den Augen der Supporterin

Die ersten paar Zeilen verfasst von uns am 24.6., der Haupttext verfasst von Franziska Baumann am Di. 12.6.
Zuerst noch News von heute Sonntag, 24.6. Tabea fühlte sich fit genug um am Grenchenberglauf starten zu können. Und was tat sie da? Sie wurde Erste in Ihrer Alterskategorie, der helle Wahnsinn!!!! Nach dem Bild folgt der weitere Text!

Am Bieler 100er wurde Dinu von Franziska Baumann supportet. Dies unter dem Motto "Never change a winning Team", denn die beiden waren bereits im Vorjahr zusammen über die 100km zusammen unterwegs gewesen. Franziska war am frühen Nachmittag bei uns zu Hause, hat mitgeholfen beim Material bereitstellen, hat Dinu nach Biel chauffiert, ihm bei den Vorbereitungen geholfen und war danach die ganze Zeit (bis auf 2 Teilstrecken, wo SupporterInnen nicht zugelassen sind) mit ihm unterwegs. Sie gab ihm Essen, Trinken, Ersatzkleidung, Licht und was er sonst so brauchte, schrieb Nachrichten in Whatsapp, Updates auf Facebook, informierte Dinus Götti über den aktuellen Standort, sorgte für Musik und war die ganze Zeit gut drauf und wirkte NIE müde. Keine Ahnung, wie sie das gemacht hat, aber ohne sie wäre die neue persönliche Bestzeit nicht möglich gewesen!  Und was macht sie 3 Tage später? Sie schreibt noch einen Text für unsere Homepage, welcher hier nun endlich online kommt. MERCI auch dafür:

Lieber Martin

 

Etwas verspätet möchte ich doch noch ein paar Worte zu dem 100km Bieler schreiben, aus der Sicht einer Supporterin.

 

Martin ist der absolut genialste Läufer und Mensch, für ein ver-rücktes Vorhaben wie ein 100km Bieler ist. (nicht zu sein scheint – ist) Schon seit nun langer Zeit, lernten wir uns kennen und schätzen. Das Zusammenarbeiten in der Praxis an der Schwarztorstrasse ist zu einer wirklichen Freude geworden. Unser beider Humor trifft, nein übertrifft den manchmal anstrengenden Alltag als selbständig Erwerbende. Daraus entstand was man gemeinhin als Freundschaft bezeichnet, geprägt von Achtsamkeit und Bewunderung. Diese beiden Eigenschaften durften während ca 13 h voll ausgelebt und erlebt werden!

 

Ich wurde als Supporterin reich beschenkt und verwöhnt – ich habe so fest Freude und möchte mich an dieser Stelle allerherzlichst bedanken für das feine Nachtessen und den Lauf in Uettligen, das Tab-Di T-Shirt, die Kohlenhydrat Speicherfüllung in Biel, das Kaffeegeld, die Danke-Schöns und die herzliche Wertschätzung. Alles keine Selbstverständlichkeit, aber eine Martin & Tabea Herzhaltung!

 

Kurz vor dem Start, während es aus Kübeln goss und die Heftigkeit des Regens, ganz kurz am Elan kratzte, kam mir in den Sinn, dass ich Gummistiefel im Auto hatte. Witze darüber wie man mit solchem Schuhmaterial denn Fahrradfahren können, liessen die Giesserei von oben verstummen.

 

Die erste Schwierigkeit entstand schon bald……die Fahrer/innen müssen sich von ihren Athleten trennen und das ist hart. Auf einmal waren alle auf sich alleine gestellt und als Martin meinte: Ich sei nervöser als er, wusste ich-  jawohl das stimmt und wie. In Lyss hatte ich Zeit mir Gedanken zu machen und mir hundert Fragen zu stellen. Glücklicherweise entstehen schon bald Freundschaften und mit einem Dani aus dem Thurgau landete ich kurzum im Kaffee. Später kamen Wernu, Tabea und ihr Vater auch nach Lyss und plauderten mit mir. Ich wollte aber eigentlich nur noch Martin sehen und mit ihm weitergehen. Er kam frisch und spritzig angelaufen und los ging’s…….bald war das erste Viertel der Strecke vollbracht. Wir fanden die «alte» Vertrautheit und ich wusste was ich zu tun hatte. Diesmal waren sogar logistische Themen ausgemerzt, jede Einzelheit in den Taschen war genau beschriftet. Essen, Kleider, Akkus, Medikamente, Salben, Verbandsmaterial und last but not least die Sonnenbrille! Vorne im Korb eine Schälchen gefüllt mit Kirschen…..die gehörten nur mir!

 

Wieder ein solcher Abschiedsmoment – unglaublich – die fielen mir so sehr schwer – war dann auf km 56! Martin einfach so alleine die nächsten 10 km gehen zu lassen, grauenhaft…….dafür am Ende des Dammes wartete der tollste Kaffeestand der Welt «Adrianos», mir vertraut von all den Querrennen im Winter! Auch da kam Martin wirklich gut daher! Wow! So ein Laufstil!
Die Aemme führte Hochwasser – braun – wild.

 

Von nun an führten wir viele Gespräche, sogar einen Moment lang schlich sich das Thema «neues Projekt ein». Welcher Wettkampf von diesem Ausmass, ist als nächstes auf Martin’s Liste! Lasst euch überraschen! (Vielleicht wäre dies eine Wettbewerbsausschreibung auf Eurer Homepage)

 

Der Kaffee, mitgebracht von Martins Götti und seiner Frau liessen mein Adrenalin deutlich ansteigen! Ich liebe Kaffee und dieser war herrlich! Danke! Plötzlich beginnt man zu verstehen was Glück ist, eine Geste wie diese ist grandios, und dass die Füsse Martin immer noch trugen, war das zweite Glück! Die Füsse, was die leisten müssen, übertrifft jedes Mal wieder mein Vorstellungsvermögen… So feine, filigrane Auflageflächen, die bei jedem Schritt das mehrfache des Körpergewichtes abfedern müssen und das während 100 Kilometern!

 

Aus meinem beruflichen Hintergrund war mir ständig bewusst, wie fein der Körper reagieren kann auf solch wahnsinnige Leistungen. Mein Inneres hoffte stets, dass die Blutzuckerwerte von Martin sich «anständig» verhalten würden, was sie auch recht passabel taten.

 

Als Tabea zu uns stiess, waren die Beine von Martin etwas schwer geworden, ich würde meinen so die erste echte mentale Herausforderung. Jetzt waren wir zu Dritt unterwegs und lachten ordentlich viel. Ich glaube jeder Läufer beisst ab da heftig und es wird einem bewusst, dass ein 100km Run etwas völlig Unberechenbares in sich birgt.

 

Und weiter ging’s, Begegnungen wurden zu Verbündeten oder Leidensgenossen oder Motivatoren. Tabeas Bruder – auch er war da und wie! Es entstand ein wunderschöner Film und ich glaube, Martin wird ihn noch manches Mal anschauen…..ich auch!

 

5 km vor Schluss, da war’s schon ein Kämpfen und Ringen um jeden Meter. Völlig unerwartet stand da, wie aus dem Nichts aufgetaucht meine Schwester Stefi. Sie fühlte (als ehemalige Langstreckenatlethin) so fest mit Martin, es gab zum ersten Mal Tränen! Hopp Martin Hopp Martin! Waren die Worte.

 

Wirklich - wirklich liebe Leserin und lieber Leser, was jetzt in Innern im Kopf und im Körper abgeht, so kurz vor dem Schluss, das ist nicht mehr in Worte zu fassen. Martin’s Wille, Martin’s Begeisterung für Aussergewöhnliches, Martin’s sich motivieren lassen, Martin’s Ausdauer, Martin’s Sinn für Humor, liessen diese Schlussphase - in die pure Glücksphase -  Zieleinlauf einmünden……Robert filmte und war sichtlich berührt, meine Schwester wieder da, Tabea mit weit offenen Armen und, Christoph hoch erfreut…….MARTIN YOU ARE SIMPLY THE BEST. Alle Achtung und Bewunderung meinerseits – auf zum nächsten Projekt!

 

Deine Supporterin

Celtman xtreme Triathlon

verfasst von Tabea am 17. Juni 2018

Irgendwie wollte Schottland nicht, dass ich am Celtman starte....

Schon die Anreise gestaltete sich schwierig. Wir flogen über London und mussten dort umsteigen. Das Gepäck wurde automatisch weiter geleitet. Als wir dann in Inverness landeten und ich mein Natel wieder startete, sah ich die SMS: We are sorry to report that 1 checket bag/s did nod reacht your flight..... Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, wie geschockt ich mein Natel in den Finger hielt! Ein riesiger Klumpen bildete sich in meiner Magengegend... Äusserst genervt stieg ich aus dem Flugzeug und suchte den Infopoint auf. Dort wurde mir gut geholfen und sie versicherten mir, dass das Gepäck am nächsten Tag da sein werde. Welches Gepäckstück hat es eigentlich getroffen? Natürlich mein Triathlon-Rad mit sämtlichen Kleidern, Neopren und den Laufschuhen im Transportkoffer!!! Ich zweifelte zu diesem Zeitpunkt am Start am Celtman... wie frustriert ich war, könnt ihr Euch sicher vorstellen. Am Donnerstag morgen kam dann tatsächlich mein Rad im Hotel an. Das Rad war noch ganz. Ich baute es zusammen und testete es. Draussen regnete es wie wild und der Wind wehte übel. Das sei typisches schottisches Wetter! Ich fragte mich kurz, warum ich mich damals für diesen Wettkampf angemeldet habe, wenn die Wetterbedingungen hier oft sehr schlecht sind.... Wahrscheinlich weil es ein schöner Wettkamp sei.... Das wollte ich jetzt sehen. Am Freitag fand das Briefing statt. 230 andere Spinner aus 41 Nationen (ja sogar einer aus Indien war dabei, Jemand aus Barbaidos, jemand aus dem Iran und aus vielen anderen Nationen) waren dabei. Die Wettervorhersagen waren so wie man es erwartet in Schottland: Regen, phasenweise kurze Regenpausen, ca. 12 Grad. Die Wassertemperatur sei unter 12 Grad. Das konnte ja heiter werden. Und dann bekam ich am Donnerstag ein Bauch/Magenstechen. Es fühlte sich so an, als ob ich bald krank werden würde. Teilweise musste ich gebückt gehen, weil es so weh tat. Essen ging aber zum Glück noch. Aber ich machte mir riesige Sorgen für den Celtmanstart.

Am Samstag um 02:30 ging dann der Wecker. Um 03:15 hatten wir bereits den Chip abgeholt. Mein Bauchstechen begleitet mich immer noch. Wenn ich was ass oder mich zu fest bewegte, tat es höllisch weh. Warum, warum, warum jetzt zu diesem Zeitpunkt, exakt auf den Wettkampf hin?!! Warum jetzt! Das ist doch nicht fair! Wäre ich doch so parat gewesen... aber nein, wollte mir jetzt die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung machen? Demotiviert stieg ich um 04.15 in den Bus, wo alle Athleten zum Schwimmstart geführt wurden. Dort angekommen hatten wir noch 30min Zeit bis zum Start. Es gab noch ein Gruppefotos, Dudelsack-Spieler musizierten, es brannten Feuer – eine wirklich sehr misteriöse Stimmung. Nur ich war nicht in Stimmung. Ich rechnete nicht damit, lange auf dem Rad zu fahren.... Ja, vielleicht müsste ich bereits im Wasser rausgefischt werden, weil mein Magen/Bauch irgendwas macht, was er nicht sollte.... Egal, ich stieg ins Wasser. Ca. 11 Grad waren es. Genau konnte es niemand sagen. Die Genauigkeit ist den Schotten sowieso abhanden gekommen.... Ungefähr 204km, ungefährt 12 Grad, ungefähr.... meistens waren es weniger;-).

Es war kalt!Kälter wie damals in Livigno. Und dann ertönte das „Horn“, nun ging es los. Habe ichs schon erwähnt, dass es kalt war? Ich versuchte einen Rhythmus zu finden. Und die berühmten Quallen sah und spürte ich auch!!!! Das war wirklich sehr speziell in diesen Quallen zu schwimmen. Nach einem KM wurde meine Armen immer wie träger. Richtig warm wurde mir auch nicht. Und so stieg ich nach 55mi und 3.1km aus dem Wasser. Das ist für mich eine sehr enttäuschende Schwimmzeit! Denn eigentlich hätte es noch Strömungen gehabt, so dass die meisten Leute schneller waren wie gewohnt!!!! Aber ich schwamm ca. 8min langsamer wie sonst... Tja.... Schlotternd kam ich aus dem Wasser. Ich konnte mich kaum bewegen. Dinu führte mich zum Wechselplatz und er zog mich komplett um. Schon nur die Handschuhe überzustreifen war eine riesige Herausforderung und brauchte locker 5min. Nach fast 15min Wechselzeit ging ich dann aufs Rad. Übrigens habe ich beim Schwimmen meinen Bauch nicht gespürt!!!!! Und das Wetter war trocken während der ganzen Schwimmzeit. Auf dem Rad versuchte ich einen Rhythmus zu finden und warm zu bekommen! Das gelang mir einigermassen. Nach 1h war dann fertig lustig. Es begann zu nieseln. Ich zog keine Regenjacke an, da ich dachte, dass es sicherlich wieder aufhören würde, so wie es ja in Schottland normal sei – mal regnet es, mal ist es wieder trocken, es wechselt sehr schnell, aber diesmal wurde es immer schlimmer. Nach knapp 3h zog ich dann doch die Regenjacke an...etwas spät... es schüttete aus Kübeln. Dinu, welcher mich während des Rennens begleitete, sah ich das 1. Mal bei km 70. Danach hielt er auch immer mal wieder an und gab mir zu trinken, Essen oder was auch immer. Nach km 110 war ich ziemlich demotiviert. Ich war nicht so schnell unterwegs wie geplant. Ich war die ganze Zeit auf dem Rad müde. Meinen Puls hoch zu halten ging irgendwie nicht. Und dann kam ab km 130 noch ein fieser Gegenwind dazu - und es schüttete wie aus Kübeln! Mehrmals überlegte ich mir, aufzuhören! Die Strassen waren übrigens auch sehr schlecht. Wir sind halt sehr verwöhnt von der Schweiz her. Nach km 160 nahm ich einen Koffeinshot und der zündete. Mit voller Kraft überholte ich Triathleten, welche mich kurz zuvor abgehängt hatten... Die Kraft wäre also da gewesen.... Nur die Müdigkeit war das Hindernis. Nach 200km kam ich dann in der Wechselzone an. Meine Bauchbeschwerden kamen auf dem Rad wieder, nach km 50 waren sie aber definitiv weg. Unglaublich!!!!!!!! Als ich auf die Laufschuhe wechselte, regnete es nicht mehr. Das stimmte mich optimistisch. Ich hatte nun 2h20min Zeit bis km 18, damit ich noch über den Berg gelassen würde. Wenn ich danach eintreffen würde, dann darf man nur noch die Low-Route machen. Aber ich wollte unbedingt über den Berg! Das war mein Ziel! Ausserdem bekommt man das blaue Shirt, wenn man oben drüber kann. Wenn man unten durch muss, gibts nur das weisse Shirt. Die Zeitlimite liegt also bei 11h – bei 18km auf der Laufstrecke - und dies nach 200km Rad/2400hm und 3.3km Schwimmen. Viel „Spatzig“ bleibt einem da definitiv nicht!

 

Aus diesem Grund gab ich recht Gas beim Laufen. Ich wollte unbedingt über den Berg! Die ersten Kilometer führten übern einen Pass. Anspruchsvolle Singletrails gabs zu bewältigen und die Aussicht war genial. Ich hatte super Beine und noch viel Energie! Wahrscheinlich lag das daran, dass ich beim Rad nicht alles geben konnte wegen der Müdigkeit. Dafür hatte ich nun die Energie noch. Ich überholte viele Männer und auch 2 Frauen. Somit war ich dann auf Rang 3. Ziemlich unter 2h kam ich dann beim KM 18 an. Ich hätte über 30min Reserve gehabt... Aber just 5min bevor ich dort eintraf begann es wieder zu regnen. Und mir wurde schonend beigebracht, dass wir ab jetzt nicht mehr über den Berg gehen dürften und wir der Lowroute folgen müssten. Das blaue Shirt bekommen wir aber trotzdem, da wir die Zeitlimite erfüllten! Immerhin das! Aber ich war frustriert. Für mich war diese Etappe der Leckerbissen! Zudem waren die beiden Frauen noch vor mir. Ev.hätte es ja noch geklappt mit einholen? Wenigstens die Nummer 2..... Aber jetzt war das Rennen gelaufen. Ich konnte also nur noch Dritte werden oder noch weiter nach hinten abfallen. Dinu musste mich ab km 18 begleiten. Die Route führte uns auf ca. 10Km über einen kleinen Pass mit vielen anspruchsvollen Singltrails! Es ging über Stock und Stein, ein Flussbett und schottische Moore mussten durchquert werden und die müden Muskeln wurden ordentlich gefordert. Ein joggen war teilweise unmöglich! Es forderte uns einiges ab. Auch wenn die Route „low-route“heisst, heisst es nicht, dass die nicht auch schwierig ist. Sie geht einfach nicht ganz so hoch rauf wie die Bergetappe! Der arme Dinu, mit seinen müden Beinen und Füssen mit Blasen vom 100km Lauf, musste ordentlich kämpfen um mir folgen zu können! Und dann endlich kam ich nach 13h07min im Ziel an! Ich war überglücklich diesen harten Wettkampf geschafft zu haben. Mit Rang aller Frauen bin ich zufrieden. Von den 250 Startenden wurden 173 rangiert, das zeigt, wie hart das Rennen war. Über den Berg durften 41 Teilnehmende, ich wurde dahinter auf Rang 44 gewertet, auch wenn ich überzeugt bin, dass ich noch ein paar eingeholt hätte....
Mental hatte er mir einiges abverlangt. Ich war ein paar Mal kurz davor, aufzugeben. Den Celtman kann ich dennoch weiterempfehlen. Wenn das Wetter schön ist, dann wäre die Gegend ein Traum. Einzig die Strassenverhältnisse lassen zu wünschen übrig. Die Laufstrecke ist aber genial.

 

Fotos folgen später...

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