Herzlich Willkommen auf unserer Homepage

Willkommen auf der Homepage von Tabea und Martin "Dinu" Ruegge. Wir sind ein sportliche Paar, das immer unterwegs ist. Mehr über uns findet ihr in den verschiedenen Menupunkten - einfach links darauf los klicken!

 

Hier auf der Frontseite präsentieren wir Euch immer den aktuellsten Bericht über unsere sportlichen Herausforderungen und zeigen Euch neue Fotos.

Etwas ältere Artikel (etwa 2-3 Monate alt) findet Ihr jeweils unter Aktuelles. Aber auch ein Blick in unser Archiv lohnt sich immer.

Es gibt auch einen Facebookaccount von Tab-di. Über diesen möchten wir in Zukunft sportliche Infos verbreiten oder auch Liveticker während Sportevents betreiben. Wer so auf dem Laufenden gehalten werden will, darf entweder auf Facebook unseren Account liken oder direkt hier auf der Homepage auf der rechten Seite auf «gefällt mir» drücken (dazu muss man aber auf Facebook eingeloggt sein).

 

Der Gigathlon war in jedem Jahr einer der Saisonhöhepunkte. Aus diesem Grund haben wir Ihm auch etwas mehr Platz auf unserer Seite gewidmet: Unter Gigathlon  findet Ihr alle  Berichte rund um den Anlass.

 

Martin "Dinu" Ruegge arbeitet als dipl. Ernährungsberater HF. Seine berufliche Homepage findet Ihr unter www.erb-monbijou.ch

Einige Fotos unserer Hochzeit findet Ihr als Präsentation hier: http://chris-herzog.ch/galleries/hochzeit_td/ .
Es lohnt sich, wenn Ihr Euch ein paar Minuten Zeit nehmt, es hat viele wunderschöne Fotos, hoffentlich auch eines von Euch? Zuerst die vom First-Look, aber auch von der Kirche, dem Apéro,.......

Dieses Wochenende wäre ich am Ventoux-Man-Triathlon...

verfasst von Tabea am 20.09.2020
Dieses Wochenende wäre ich am Ventoux-Man-Triathlon gestartet. Wir verzichteten auf die Anreise, weil das Ziel des Ventoux-Man in einem Gebiet ist, wo wir danach in die Quarantäne gehen müssten.
Dann kam halt alles anders. Ein Kollege entdeckte ein Rad-Brevet von Audax Schweiz. Hier die Erklärung, was Audax ist:

Ich überlegte schon einen Moment, ob ich wirklich nochmals so eine lange Radfahrt machen wollte… Am Mittwoch entschied ich mich dafür. Den Kollegen freute es - und ich hatte Freude, mich endlich entschieden zu haben. Und Dinu freute sich, dass nun endlich Klarheit herrschte!
Der Start war auf 04:00 angesetzt. Ich war bereits um 03.20 vor Ort, da es noch ein Frühstück gab. Zuvor musste ich meine Brevetkarte abholen und mein Rad wurde kontrolliert. Gemeldet waren 60 Leute (3 Frauen), welche auf 2 Startblocks aufgeteilt waren. Der 1. Startblock war um 04.00, 2. Block um 06.00.
Ich ass danach mit ein paar anderen Ultracycler Zmorge. Ich erfuhr von denen, was die schon alles für 1000km Brevets/Rennen gefahren seien… Dann kam ein Engländer an unseren Tisch. Der eine fragte, wann er von Zürich losgefahren sei für hier her. Er erwiderte, dass er um Mitternacht losgefahren sei. Ich fragte mich dann…. Warum um Himmelswillen fährt der Typ um Mitternacht los, wenn der Start um 04.00 ist. Von Zürich nach Luterbach hat man jetzt nicht mehr als eine Stunde…. Ein paar Minuten später wurde mir erklärt, dass er mit dem Rad!!!! nach Luterbach gefahren sei und nun die 400km fahre und danach wieder Heim fahre! Meine Augen fielen fast aus dem Kopf….. Einige, die aus Bern kamen, waren auch mit dem Rad angereist. Ich mochte mich daran erinnern, dass auf der Homepage unter Anreise stand: Bitte reist mit dem RAD an!!! Jetzt wusste ich, dass dies ernst gemeint war…. Unglaublich!!!!!
Um 03:50 gabs ein Minibriefing und dann hiess es, man könne starten. Doch gestartet wurde wohl erst 2min später. Ich stand auch dort in der Menge und fragte mich, warum niemand geht… Ich wäre am liebsten losgespurtet, aber das hätte sich wohl nicht gut gemacht, zudem ich dann vom Pulk sowieso bald wieder eingeholt worden wäre… das wäre mir dann zu peinlich gewesen. Also wartete ich brav, bis die ersten losrollten. Dieses Brevet war kein Rennen! Das Ziel war das Ziel. Es gibt keine Rangliste. Jedoch wurde mir erklärt, dass jeder versucht, so schnell wie möglich im Ziel zu sein – aber es sei kein RENNEN. Wir fuhren durch Biberist nach Lohn. Die Gruppe war mit ca. 14 Leute recht gross. In den Quartieren fühlte ich mich sehr unsicher. Man fuhr doch recht schnell, auch teilweise über Rechtsfortritt-Strassen. Und dann war noch das Thema Katzen…. Ich wollte gar nicht überlegen, was passieren würde, wenn eine Katze in unsere Gruppe lief… Dann endlich waren wir im Limpachtal unterwegs. Es ging im Windschatten fast gratis. Wir waren mit 37-40km/h unterwegs, mein Puls war tief. Ich rollte mit. Es war dunkel, ich machte mir oft Gedanken über die Tiere in der Nacht, welche einfach so auf die Strasse springen könnten. Ich hoffte einfach, dass das Glück auf unserer Seite war. Kurz vor Scheunenberg waren etwa 6 Leute vor mir. Das mag ich nicht, weil ich dann Angst habe, dass jemand hinfällt und ich darüber. Darum fahre ich immer in den ersten drei Positionen. Zu unübersichtlich ist mir dann das Ganze. Ich studierte gerade daran herum, dass hoffentlich jeder vor mir konzentriert fahren würde, auch wenn es dunkel ist, da machte es: RATSCH, BUMM, ein Velo flog durch die Luft, 3 Menschen fielen vor mir zu Boden. An Position 5 fuhr mein Kollege, welcher ein sehr guter Fahrradfahrer ist. Er reagierte unglaublich schnell und konnte ausweichen, ich hinter ihm zog mein Rennrad zur Seite. Lediglich mein Vorderrad wurde durch ihn touchiert und ich fuhr ins Gras. Ohne zu stürzen konnte ich anhalten, dafür zitterte ich am ganzen Körper! Ich sah da einen Mann am Boden liegen…. Er fühlte seine Beine nicht mehr. Er hielt sich auch den Kopf. Ansprechbar war er. Ein anderer gestürzter meinte, er habe das Schlüsselbein gebrochen. Ich stand da, wie bestellt und nicht abgeholt…. Die Ambulanz wurde gerufen. Ich und mein Kollege entschieden uns, weiterzufahren, jedoch verzichteten wir auf weiteres Gruppenfahren. Wir hatten zu grosse Angst davor, dass so was nochmals passieren würde. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass ein Dachs schuld war der in die Gruppe gelaufen war. Im Ziel erfuhren wir dann, dass sich der Radfahrer den Oberschenkel gebrochen hatte, mit dem Kopf und dem Fühlen sei aber alles wieder in Ordnung. Es handelte sich um den Engländer, welcher von Zürich nach Luterbach gefahren ist. Übrigens wäre das der Schnellste gewesen, liess ich mir sagen. Der sei irre schnell.

 

Mein Kollege und ich fuhren dann wie vorgegeben nach Neuenburg. Dort gabs einen tollen Anstieg zum Creux du Van. Dieser war recht steil. Ca. 5km mit über 13%! Im Wald des Creux du Van, wo wir um 07:00 waren, hörten wir Techno-Musik. Eine Wald Technoparty war also noch im Gange. Die waren dort hatten wohl so ihre Glücksgefühle, wie wir auch, aber wir waren im High dank Adrenalin – und die Partygänger? Wir mussten unterwegs 7 Checkpoints anfahren, bei jedem Checkpoint mussten wir ein Wort notieren. Beim Creux du Van mussten wir zu Fuss noch 15min zum Checkpoint laufen. Sie wollten uns die tolle Aussicht zeigen…. Dann gings über den Jura bis nach Pontalier, auf dem Streckenteil regnete es nun. In Pontalier, bei km 140, machten wir einen Boulangerie-Halt. Danach rollten wir an den Doubs und dem entlang. 180km waren wir in Frankreich unterwegs durch wunderschöne Gegenden, ich staunte nur noch. Ausserdem waren wir auf den 400km fast zu 80% nur auf Nebenstrassen, welche nicht befahren waren oder auf Radwegen unterwegs. Die Organisatoren überlegten sich definitiv etwas bei der Streckenplanung. Ab km 313 waren wir wieder in der Schweiz. Eigentlich hätten wir um 20 Uhr im Ziel sein wollen. Ich merkte aber, dass wir das nicht schaffen würden, obwohl unser Kilometerschnitt über 27km/h betrug. Zuviel Zeit verloren wir beim Massensturz und bei der kurzen Wanderung zum Creux du Van. 3 kleine Pausen legten wir dann auch noch ein. Somit vergingen über 2h mit Pausen, wandern oder warten…. Fast die ganze Zeit in Frankreich hatten wir eher starken Gegenwind, was das Ganze noch etwas härter machte. In der Schweiz legte sich dann endlich der Wind. Via Delemont gings nach Balsthal und dann retour nach Luterbach. Kurz nach 21 Uhr waren wir dann im Ziel und erst noch als die Ersten…..  Mir ergingen diese 400km sehr gut. Ich hatte zwar ein paar Mal eine kurze Krise, als ich mir überlegte, dass es noch lange dauert, aber irgendwie verflogen die Krisen immer wieder. Die Strecke war einfach genial. Die 4300 Höhenbeter merkte man kaum. Da wir auch 3x bei einer Tankstelle/Bäckerei angehalten hatten, konnte man sich auch immer gut mit Energie versorgen. Daher hatte ich auch nie ein Energieloch und ich konnte immer gut in die Pedale treten. Unterwegs, also bei km 250, haben wir einen weiteren Teilnehmer eingesammelt. Wir fuhren dann mit ihm. Er erzählte uns von diversen Brevets, die er gefahren war. Zum Beispiel von dem Paris-Brest-Paris (über 1000km). Dies sei ein legendäres Brevet. Man hat eine gewisse Anzahl Stunden Zeit bis ins Ziel. Es reichte ihm auch für ca. 4h Schlaf. Oder dann hätte er letzte Woche ein Brevet gemacht, wo er durch alle 26 Kantone der Schweiz fahren musste – Streckenwahl frei. Oder von dem Rennen: R.A.C.H (Race across Switzerland). Ich erfuhr da Sachen…. Er sagte auch, dass sich die Leute klar von Rennen/Wettkämpfen distanzierten, deshalb fahren sie auch Brevets. Jeder fährt so schnell er kann, aber es gibt keine Rangliste. Ich merkte schnell, dass dies alles Leute sind, welche Stunden um Stunden auf dem Sattel sitzen und kaum kaputt zu machen sind. Sie fahren einfach, Pedalumdrehung um Pedalumdrehung…. Die meisten halten auch die Pausen sehr kurz – sie machen die Pausen auf dem Rad… also während des Fahrens. Ich stoppe jetzt mal, ich könnte noch viel erzählen…. Jedenfalls war das ein weiteres Highlight für mich, so zum Saisonabschluss! Und ich bin gottenfroh, ist mir nichts passiert. Dieser Sturz mit dem Dachs geistert noch heute in meinem Kopf herum….

...Politik....

verfasst von 13.09.2020, von uns Beiden

Die letzte Woche hatte es aus verschiedenen Ansichten in sich. Einerseits fuhren wir das Training wieder etwas hoch, anderseits lief auch sonst eher viel. Doch schön der Reihe nach.

 

Am Dienstag war Tabea mit ihrem Vater auf einer Velotour. Diese führte sie von Göschenen via Gotthardpass nach Locarno und anschliessend durchs Centovalli nach Domodossola. Da kamen 155km und 2400hm zusammen.

 

Am Samstag wiederholten wir das Intervall-Lauftraining von letzter Woche. Nur fuhr Tabea diesmal 2h Rennrad zuvor. Erstaunlicherweise lief es Tabea besser wie letzte Woche. Vielleicht lags am Velotraining zuvor oder sie war besser erholt.

 

Am Sonntag stand die alljährliche Tour du Lac vom Inline Club Hotwheels auf dem Programm. Bei dieser Tour werden bis zu 75km in einem weiten Bogen rund um den Bielersee auf den Inlines zurückgelegt. Bei traumhaftem Wetter genoss Dinu das Rollen durch die Landschaft. Anschliessend gabs ein tolles Fisch-Salat-Dessertbuffet in Schaffis am Bielersee. Tabea und Julia kamen mit dem Rennrad + Anhänger dorthin.

Das war die sportliche Seite der vergangenen Woche.

 

Das warem Spätsommer-Wetter genossen wir auch badend - wir waren sehr oft im Moossee und einmal auch im Bielersee.

Auf der politischen Seite erfuhren wir, dass ab diesem Montag weite Teile Frankreichs auf der Quarantäneliste des BAG’s stehen. Darunter fällt auch das Gebiet um den Mont Ventoux. Dort hätte Tabea nächsten Samstag einen Triathlon absolviert. Natürlich werden wir jetzt nicht dort rausfahren, wir wollen dieses Risiko nicht eingehen. Nun sind wir am schauen, was wir stattdessen aushecken und anstellen können.....

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Chli weniger Sport drfür Tierpark und Geburi

Verfasst von Tabea am 6.9.2020

Die vergangene Woche lief sportlich gesehen nicht viel. Tabea erholte sich von den Strapazen vom Cancellara Rennen. Sie ging 2 x locker schwimmen und 1x kurz laufen. Erst diesen Samstag, also nach über einer Woche, machte sie wieder eine längere Velotour nach Neuenburg, Val de Travers, Vue des Alpes und über den Chasseral. Da kamen 140km und 2500hm zusammen.
Dinu hingegen war mit Julia im Tierpark in Langenthal, um die Tiere zu bestaunen. Sie hatten bereits während der Woche versucht, im Dällhölzli Tiere zu bestaunen. Da war aber der Streichelzoo geschlossen und bei den ersten Tieren, den Pelikanen, trafen sie Bekannte an. Mit denen plauderten die Beiden eine Stunde und kehrten wieder zurück. In Langenthal kam aber Julia auf ihre Kosten – sie hatte eine riesen Freude an den Tieren!
Am Abend trafen wir uns dann am Bielersee, wo wir den Abend in einem unseren Lieblingsrestaurant ausklingen liessen. Am Sonntag gabs dann eine etwas härtere Laufrunde. 2x (2km im Halbmarathontempo, 2km im 10km-Wettkampftempo)...
Langweilig wars uns aber nicht, wir hatten z.B. Julias ersten Geburtstag zu feiern. Wahnsinn, wie schnell dieses erste Jahr verging.
Das war unsere Woche. Die folgende Woche wird sicherlich wieder mehr trainiert.

 

 Foto gibts in der Galerie

Chasing Cancellara

Verfasst von Tabea am 30.8.
Bereits stand das 2.
Rennen von «Chasing Cancellara» vor der Tür. Dieses Mal war die Strecke noch happiger wie neulich von Bern nach Andermatt. Die Strecke sollte von Zürich nach Zermatt führen, dabei wurden insgesamt 280km und 6300hm zurückgelegt.
Ich fühlte mich die ganze Woche nicht sehr gut. Bereits vor dem Weissenstein Lauf hatte ich Probleme mit meinem Magen/Darm. Ich hatte zwar weder Durchfall noch musste ich erbrechen. Dennoch schmerzte es in der Magen-Darm Gegend und ich fühlte mich sehr müde. Wie ihr gelesen habt ist mir daher der Weissensteinlauf nicht sehr gut gegangen. Danach war für mich klar, ich setze nun alles auf die Karte Regeneration, denn ich wollte unbedingt am Radrennen starten. Am Dienstag hatte ich das Gefühl, dass es besser gehe, daher ging ich kurz aufs Rad. Ich merkte aber sofort, dass ich doch noch nicht so fit war. Daher pausierte ich am Mittwoch auch wieder. Am Donnerstag, als ich aufstand, war das komische Gefühl im Bauch wieder verstärkt vorhanden. Das Rennen startete aber bereits kurz nach Mitternacht. Ich überlegte kurz, nicht zu starten. Trotzdem entschied ich mich dann dafür, mal nach Zürich zu gehen. Um 16.30 war ich in Zürich, um 19Uhr hatte ich bereits gegessen und ich legte mich im Hotel nochmals hin. Mit Schlafen war natürlich nichts. Erst kurz nach 22 Uhr konnte ich noch 1.5h schlafen. Um 00:30 stand ich auf, ass ein Brötli und ging zum Startgelände. Ich hatte das Gefühl, dass es mir etwas besser ging. Um 01.26 folgte mein Startschuss. Es wurde wiederum in 4er Gruppen gestartet. Die ersten 80km führten von Zürich via Sursee nach Schüpfheim. Diese ersten 80km gingen mir erstaunlich gut. Auf den ersten 30km war Windschattenfahren erlaubt. Jedoch hatte ich selten Jemanden, dem ich hinterherfahren konnte. Bei km 80 hatten wir bereits 1600hm in den Beinen. Dann gings hoch auf den Sörenberg. Und dann fings an. Mir war plötzlich sehr übel und ich hatte Bauchkrämpfe. Ich versuchte tapfer weiter zu essen und zu pedalen. Oben auf dem Glaubenbielenpass angekommen war es bereits wieder hell. Die Abfahrt war wunderschön – Morgenrot und eine wunderschöne Sicht auf den Sarnersee gabs zu bestaunen. Die Auffahrt auf den Brünig fand ich nicht lustig. Mein Bauch schmerzte mir sehr. In Innertkirchen gabs einen Verpflegungsposten mit Bouillon. Ich trank davon und hoffte, dass es mir danach bessergehen würde. Ich startete zum Grimselpass hoch. Die Bauchschmerzen legten sich etwas – immerhin bis zur Staumauer hoch. Dann begann alles wieder von vorne mit Übelkeit und starken Bauchschmerzen. Ich war froh, als ich oben auf dem Pass ankam. Dort gabs wieder einen Verpflegungsposten, wo ich mich mal hinsetzte. Essen ging nichts runter. Ich wartete ein paar Minuten. Es besserte kaum. Ich überlegte, was ich nun tun sollte. Aufgeben auf dem Grimselpass? Jetzt, wo es bis nach Visp runtergehen würde? Nein, das kann doch nicht wahr sein… Daher setzte ich mich wieder aufs Rad für 500m, wo ich erneut einen Stopp einlegen musste, weil die Bauchkrämpfe zu stark waren. Nach weiteren geschätzten 5 Minuten Pause versuchte ich es erneut. Ich rollte dann bis Ulrichen runter, wo der nächste Verpflegungsposten mit Bouillon war. Auch dieses Mal half mir dieses Getränk und linderte meine Schmerzen. So konnte ich einigermassen weiterrollen das Goms runter. Schnell war ich nicht mehr unterwegs. Es war ein stetiges Abwäge zwischen pedalen und Beine hängen lassen. Kurz nach Visp legte ich einen Tankstellenstopp ein. Ich hatte null Appetit, aber ich wusste, dass etwas runter musste. So kaufte ich mir 2 Dosen Cola (kein Zero!) und einen Spinatstrudel, welchen ich mir draussen am Boden sitzend runter drückte. Die Belohnung war dann, dass ich die nächsten 20km Richtung Zermatt weniger Schmerzen hatte und wieder besser fahren konnte. Bis nach Zermatt zog es sich sehr lang hin. Ab Visp waren es noch 35km und 1000hm – nicht gerade wenig, wenn man sich nicht mehr gut fühlte. Aber irgendwie kam ich hoch, Pedalumdrehung um Pedalumdrehung nährte ich mich dem Ziel Zermatt. Dinu und Julia standen dann plötzlich auch noch an der Strecke. Sie waren an diesem Tag von Bern nach Zermatt angereist und konnten mich kurz vor Täsch noch anfeuern. Das war echt der Hammer meine beiden Liebsten wieder zu sehen, nach solch einer Tortour…. Nach ca. 12h55min kam ich dann in Zermatt an, völlig kaputt und müde. Ich konnte mich in diesem Moment gar nicht mehr freuen, dass ich es geschafft hatte – zu müde war ich. Dass ich 4.wurde, freute mich einerseits, anderseits hatte ich auf Platz 3 nur 10min verloren, was ich wahrscheinlich ohne meine Bauchbeschwerden geschafft hätte. Aber ja, es ist wie es ist, an diesem Tag konnte ich froh sein, dass ich finishen konnte, und ich bin auch stolz darauf, dass ich es durchgezogen habe. Mental bin ich mittlerweile recht stark. Vor ein paar Jahren hätte ich auf dem Grimselpass aufgegeben. Dieses Mal konnte ich mir aber den Zieleinlauf in Zermatt dagegen heben, was so stark wirkte, dass ich mich bis ins Ziel schleppte. Jetzt ist mal Erholung angesagt. Die nächste Woche trainiere ich sehr wenig. Sehr wenig heisst, mehrere Ruhetage und vielleicht mal 1h Rad, 45min Laufen und 1x Schwimmen. Wobei, am Sonntagnachmittag, als Dinu von seinem Helfereinsatz am Inlinerennen «Mittelland rollt» (von 8 bis ca. 15:30 bei strömendem Regen draussen, teilweise ohne Bewegung als Streckenposten) zurückkam, ging ich bereits wieder schwimmen – draussen versteht sich!

 

E Sach vo es paar Sekunde wenn ned sogar Hundertschtu.....

verfasst von Dinu am 24. August 2020

Am Freitagabend starteten wir am Heartbeatrun in Bern. Das Ziel: 920m so schnell wie möglich zu rennen. Die Strecke startete flach, der Aare entlang, danach den Aargauerstalden hoch. Man konnte, coronabedingt, mehr oder weniger starten, wann man wollte. Das war ideal für uns, so konnte zuerst Tabea starten, während Dinu mit Julia am Streckenrand zuschaute, danach umgekehrt. Das Rennen war sehr kurz und dementsprechend hart.

Man muss sich vorstellen, Dinu startete über 45min später, aber die Zeiten im Ziel waren unglaublich: Tabea: 4:02:1, damit auf Rang 3 ihrer Alterskategorie (0,1 Sekunde vor Rang 4!), Dinu mit 4:01:7 – wir lagen also 0,4 Sekunden auseinander! Weniger als eine halbe Sekunde! Beide ärgerten sich etwas, es nicht unter 4Minuten geschafft zu haben.

Tabea hatte sich aber etwas müde und unwohl gefühlt, wir gingen aber davon aus, dass dies mit der Velotour zusammenhängt, die sie am Nachmittag (mit Julia im Anhänger) absolviert hatte.

Am Samstag genossen wir einen Ausflug nach Luzern – nach Tabeas Schwimmtraining. In Luzern hatten wir, mit Dinus Eltern, eine Rundfahrt auf dem Vierwaldstättersee inkl. einem leckeren Nachtessen gebucht. Ein großartiges Erlebnis. Julia, die Wasser sehr liebt, war begeistert, sie staunte ab dem vielen Wasser, den Wellen, der Umgebung und dem Antrieb des Dampfschiffes.

Tabea quälten diffuse Bauchschmerzen und Kopfweh, aber zum Glück nicht heftig. Wir übernachteten dann gleich bei Dinus Eltern in Zuchwil, denn am Sonntag wollten wir am Weissensteinlauf in Solothurn starten.

Beim Weissensteinlauf wurden bei der Ankunft im Startgelände Masken verteilt, welche bis zum Start (Ausnahme: Warmlaufen) getragen werden mussten, die Startenden (ca 450) wurden in 10 Blöcke eingeteilt (Tabea startete 10:10, Dinu 10:15), welche dann in Minigruppen von 5 Läufern alle 5 Sekunden losgeschickt wurden. Nach dem Start gabs Boxen, wo die Masken weggeworfen werden konnte – perfekt durchdacht und organisiert!

Tabeas Bauchschmerzen waren etwas stärker geworden, Dinu fand, das sei wohl die Nervosität.

Die Strecke war wunderschön, sie führte durch die Vernaschlucht/Einsiedelei, teilweise über die geteerte und sehr steile Bergstrasse, über viele Kieswege und schöne Singeltrails. Es hatte aber erstaunlich viele Bergabpassagen, eine, recht steile, führte auf einem unebenen Weg ab der Röti hinunter zum Kurhaus, gefolgt von einem kurzen Schlussaufstieg. Auf den 14km. mussten aber 1'000 Höhenmeter aufwärts zurückgelegt werden!

Tabea hatte von Anfang an einen sehr hohen Puls und fühlte sich sehr unwohl. Bereits bei km 2 überlegte sie sich kurz, aufzugeben. Sie kämpfte sich aber hoch auf den Berg und war dort frustriert, dass sie über 3min langsamer war wie bei der letzten Teilnahme. Dinu hingegen liefs rund, aber wie zwei Tage zuvor ärgerte er sich über ein paar Sekunden – 1:30:06:8 zeigte die Zeit an. Er hätte also 7 Sekunden schneller rennen müssen um unter 1h 30min zu bleiben. Er war aber mit seiner ersten Teilnahme zufrieden.

Den Tag liessen wir zuerst bei Gelati, danach mit einem Ausflug ins Attisholz (inkl. baden) ausklingen. Tabeas flaues Bauchgefühl verschlimmerte sich aber, sie hatte im Verlauf des Tages weder Lust auf Cola Zero, Salat, Gemüse, Obst noch nach Süssem. Dabei liebts sie all das, nach einem Lauf sowieso.

Nun hoffen wir, dass sie sich bis am Freitag gut erholt, denn dann steht das Radrennen Chasing Cancellara Zürich-Zermatt über den Glaubenbiehlen, Brünig und Grimsel auf dem Programm.

 

Race around Austria Challenge (560km/6400hm)

verfasst von Tabea am 16.08.2020

Im April habe ich mich für die Challenge am Race around Austria entschieden. Eine Kollegin hatte mich angefragt, ob ich Lust hätte, das Rennen am Race around Austria zu fahren. Es seien 560km/6400hm und das Ganze: unsupported. Mit anderen Worten heisst das: Ich bin während diesen 560km auf mich alleine gestellt und darf keine Hilfe von aussen annehmen (bis auf Wasser und Essen, das man kaufen darf). Damals überlegte ich tatsächlich mehrere Tage lang, ob ich das wirklich möchte. Ich fand 560km auf dem Rennrad zu fahren schon etwas lange und monoton. Doch ich entschied mich, dies zu versuchen. Die Vorfreude war in dem Moment gross. Der Respekt wurde auch immer wie grösser, je näher das Rennen kam. Und plötzlich war August.
Nun musste ich mich mit dem Packen auseinandersetzen. Vom Veranstalter sind einige Sachen vorgegeben, die man mit auf die Strecke nehmen muss. Hier ein paar Beispiele: 2 Lichter vorne wie hinten, Navi, 100 Euro Bargeld, Powerbank und vieles mehr. Das Wetter machte es uns zum Glück recht einfach, denn es war schön gemeldet. Somit nahm ich keine Regenjacke mit und konnte meine Trikottaschen mit Essen füllen. Ja, man muss viel mitnehmen. Denn es gab unterwegs keine Verpflegungsposten. Man musste auch selber für Wasser schauen. Das machte das Ganze nicht einfacher, denn in Österreich gibt es praktisch keine Brunnen mit Trinkwasser (dies wurde mir im Vorfeld so erzählt). Ich fragte mich dann schnell mal, wie ich in der Nacht zu Wasser kommen würde…. Die Lösung war: Friedhöfe anzusteuern oder auch Bahnhöfe oder an den Häusern nach kleinen Wasserhähnen Ausschau halten.
Einen Ernährungsplan musste auch hin. Ich entschied mich, alles mit Iso zu fahren und dazu Riegel/Brötli/Gel zu essen. Pro Stunde musste also immer mind. 1 Riegel oder ähnliches runter. Man konnte im Vorfeld eine Box aufgeben, welche einem bei km 337 überreicht wurde. Somit musste ich nur Essen für die ersten 10h mitnehmen. Aber auch das ist schon eine sehr grosse Menge. Meine Trikottaschen waren sehr voll. Ich wollte verschiedene Esswaren mitnehmen, da ich befürchtete, dass mir die Riegel mal verleiden könnten. Daher war mein Motto: so abwechslungsreich wie möglich. Natürlich hoffte ich auch mal noch auf eine Tankstelle, wo ich kurz eine Esspause einlegen konnte.

 

Wir fuhren 2 Tage früher nach St. Georgen im Attergau, wo der Start sein sollte. Wir liessen es uns dort noch richtig gut gehen, assen feine österreichische Spezialitäten und badeten viel. Am Mittwoch um 15.15 Uhr sollte es dann losgehen. Ich war sehr nervös und ich hatte gar kein gutes Gefühl für dieses Rennen. Ich wusste auch nicht, wie ich diese x Stunden Radfahren mental über die Runden bringen sollte. Ich überlegte mir im Vorfeld Strategien, wie ich mir das Rennen so kurzweilig wie möglich gestalten konnte und wie ich nicht immer an die noch zu fahrenden 560km denken müsste. Aber dann stand ich kurz vor dem Start auf der Startrampe… Die meisten anderen unsupported Teilnehmer hatten viel mehr Material wie ich dabei. Wahnsinnig, wie diese ausgerüstet waren. Ich stand da, lediglich mit 2 Riegelhaltertäschli und 3 vollgepackten Trikottaschen…..
Der Start war imposant. Das Ganze war recht professionell aufgezogen. Man musste noch kurz vor dem Start ein Interview geben. Ich empfand das als recht ideal, denn so vergass ich, dass ich bald starten musste. Und dann gings los. Meine Kollegin startete 2min vor mir. Ich fuhr los und holte sie nach gut 25min ein. Wir fuhren ein Stück, mit dem nötigen Abstand, da Windschattenfahren verboten war, zusammen und dann fuhr ich weiter. Sie blieb aber immer mit etwas Abstand hinter mir. Da es richtig heiss war, hatte ich meinen ersten 1 Liter Bidon bereits nach einer Stunde geleert. Daher musste ich mich bereits mit der Wassersuche auseinandersetzen. Und siehe da, ich sah einen Brunnen, ich hielt an. Meine Kollegin fuhr weiter. Ab dann sah ich sie erst wieder im Ziel. Der Brunnen hatte leider KEIN Trinkwasser: mir war das egal und ich nahm trotzdem. Das Wasser war aber sehr warm und ich fragte mich im Nachhinein, wie es um die nicht-trinkwasser-Brunnen in Österreich stehen würde... Ich der Schweiz trinke ich immer von solchen Brunnen, aber hier weiss ich, dass das Wasser meist ok ist. Aber wie ist es in Österreich? In den nächsten Stunden hatte ich dann immer wie mehr ein schlechtes Gewissen und fragte mich, wie kann ich so blöd sein und nach der ersten Stunde vom Rennen (es folgten ja nur noch ein paar
😉) von  einem NICHT-TRINK-WASSERBRUNNEN zu trinken…. Mein Bauch fühlte sich bereits komisch an. Ich war mir immer sicherer, dass dies vom Wasser des Brunnens kam…. Langsam setzen Bauchkrämpfe ein. Ich fuhr aber tapfer weiter. Die ersten 100km hatte ich in ca. 3h05 hinter mir, also schneller wie gedacht – aber es war auch die flachste Strecke (ca. 600hm). Es war bereits kurz vor 19 Uhr und langsam aber sicher machte ich mich auf die Suche nach einer Tankstelle, um vor der langen Nacht noch was Richtiges zu Essen. Doch da war ich bereits an der Donau. Zuvor hatte mir Jemand gesagt, dass die Route lange der Donau entlangführen und dass man dort keine Essmöglichkeit mehr finden würde. Und schwups, war ich an der Donau…. Meine Bauchkrämpfe wurden stärker und bald musste ich einen Stopp einlegen…. Durchfall… Mist…. Warum hatte ich nur von dem Wasser getrunken…. Mist….. Ich fuhr weiter. Es dunkelte bereits ein. Keine Tankstelle in Sicht. Die Bauchkrämpfe kamen zurück… Dieses Mal versuchte ich diese zu übergehen und nicht wieder anzuhalten und siehe da, plötzlich waren sie weg…. Warum auch immer…. Nun war bereits 21 Uhr. Nun hiess es: Mit Licht fahren. Ich fuhr immer noch an der Donau entlang. Die Stimmung war einmalig. Einen wunderbaren Sternehimmel und einen roten Mond gabs zu bewundern. Dann endlich ging es mal länger hoch. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits aufgegeben, irgendwo noch eine offene Tankstelle zu finden. Aber just in diesem Moment, also kurz nach 22.30 kam ich zu einer Tankstelle, welche noch geöffnet hatte. Natürlich waren dort noch viele andere Teilnehmer. Ich stürmte rein, nahm ein Sandwich und eine Cola zero und ass/trank das in einem ziemlichen Tempo. Dennoch verfolgen so etwa 15min…. Es kam mir aber vor wie 5min😉. Dann gings in der Dunkelheit weiter, es lief erstaunlich gut. Ich kam gut vorwärts, obwohl ich mir das Fahren in der Nacht als sehr monoton vorgestellt hatte. Es war richtig schön, in der Nacht zu fahren. Die Temperaturen waren sehr angenehm, am Himmel sah ich diverse Sternschnuppen. Und die Zeit verflog… Was mir etwas Angst bereitete waren die Abfahrten am Waldrand. Mit hohem Tempo fuhr ich jeweils runter und ein paar Mal sah ich Rehe, welche vielleicht 1m neben mir am Strassenrand standen. Ich hoffte echt immer, dass diese nicht plötzlich in mich reinrennen würden… Ständig musste ich mich um die Wassersuche kümmern. Irgendwann fing ich an, die supporteten Teams nach Wasser zu fragen, denn dies war erlaubt. So kam ich recht einfach zu Wasser. Ab Km 300 war mir dann wieder vermehrt übel, ich ass aber trotzdem weiter. Oft half das Essen sogar gegen die Übelkeit, was Dinu überhaupt nicht erstaunt….. Was auch half, waren meine Salztabletten. Dann kam endlich km 337, wo meine Box war. Dort hatte ich u.a. einen Couscous-Humussalat deponiert. Normalerweise liebe ich solche Sachen, aber dieses Mal würgte ich dieses Ding runter und nahm noch ein Brötli mit, welches ich mir ebenfalls hingelegt hatte. Nach einer ca. 15min Pause fuhr ich dann weiter in die Nacht. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich einen Schnitt von ca. 29km/h. Der nächste Streckenabschnitt sollte dann aber langsamer werden. Der Hengstpass stand auf dem Programm. Von Km 330 bis 400 gings coupiert weiter. Mittlerweile war ich mit einem anderen Athleten unterwegs – natürlich mit dem nötigen Abstand. Ab und zu fuhren wir auch nebeneinander und verkürzten uns die Zeit mit etwas Quatschen. Er war bereits 3x dabei und kannte daher die Strecke. Er informierte mich darüber, dass ab km 400 der Hengstpass langsam nahen würde. Zuerst ging es 20km in ein Tal nach hinten – ein stetiges auf und ab. Ich weiss nur noch, dass es immer noch dunkel war und dass es mir wiedermal übel war. Die Riegel hingen mir schon lange zum Hals raus. Ein Silserbrötli vom Vortag hatte ich zum Glück noch im Trikot. Doch dieses war so staub trocken, dass ich es nur mit ordentlich Flüssigkeit runterbrachte. Als dann diese 20km durch waren, kamen die nächsten 20km, welche nun zum Hengstpass hochgingen. Für uns Schweizer ist das eigentlich kein wirklicher Pass. Auf den 20km wurden lächerliche 450hm gesammelt….. Ich war gerade bei der Morgendämmerung an diesem Pass unterwegs. Die Stimmung war genial. Meine Übelkeit war wieder verflogen – wie so oft an diesem Rennen. Die Abfahrt von knapp 950m.ü.m. war dann auch die längste vom ganzen Rennen. Und es wurde immer wie wärmer…. Wie schade es doch war, dass die Nacht durch war – die Nacht, vor der ich mich so gefürchtet hatte. Da ich wiedermal mit Wasserknappheit zu kämpfen hatte und mittlerweile keine supporteten Teams mehr zu sehen waren, suchte ich eine Tankstelle. Bei KM 450 fand ich dann eine und ich war wiederum nicht die einzige Teilnehmerin, die dort einen Stopp einlegte. Ich kaufte mir wieder ein Sandwich und eine Cola zero, setzte mich dieses Mal aber draussen hin. Die Pause dauerte so etwas länger…. In diesem Moment war mir das aber egal, weil ich wusste, dass mir diese Pause allenfalls mehr bringt, wie wenn ich langsam weitergefahren wäre. Und so war es dann auch. Ich entschied mich, meinen letzten Joker zu ziehen: Musik. Und dann gings ab. Auf den nächsten ca. 60km flog ich nur so durch die Gegend. Die Müdigkeit war weg, ich fühlte mich voller Energie, konnte kräftig in die Pedale drücken und die Kilometer verflogen im Fluge. Der letzte Anstieg hatte es dann aber wieder in sich. Es war mittlerweile ca. 10 Uhr und zu heiss für meine Verhältnisse. Mein Hoch wich und das Tief kam wieder. Es gab Rampen von 12-15% und das immer wieder. Normalerweise lache ich über solche Sachen, aber dieses Mal war es zum «grännä». Meine Beine/Kniee waren so müde und schmerzten. Ich quälte mich hoch. Da ich wusste, dass ich im Moment auf Rang 2 klassiert und Nummer 3 nur 12km hinter mir war, wollte ich keinen allzu grossen Einbruch riskieren.
Seit Km 400 hatte ich auf Gel umgestellt, da ich diese am besten «exen» konnte und am wenigsten mitbekam, dass ich was ass. Zudem waren es Koffeingels. Dummerweise hatte ich zu wenig davon mitgenommen und ab km 520 hatte ich keinen Gel mehr bei mir. Es ging nun runter zum Attersee. Endlich war das Ziel in Sichtweite. Noch 20km fehlten bis zum Ziel. Eigentlich wäre die letzten 20km recht easy zu fahren gewesen, aber mir war plötzlich ganz komisch. Keine Energie kam mehr aus meinen Beinen, ich drückte in die Pedale, aber ich kam nicht richtig vorwärts. Dann hatte ich das Gefühl, dass ich bald vom Velo fallen würde. Einen Gel hätte ich in diesem Moment gut brauchen können. Ich redete Dinu kurz eine Sprachnachricht, dass ich gerade sehr grosse Mühe hätte. Er meinte, ich solle sofort in die nächste Tankstelle eine richtige Cola trinken. Diese Idee fand ich halb so gut, weil ich eigentlich so schnell wie möglich ins Ziel wollte. Aber da kam die Tankstelle und ich holte mir eine Cola. 5min später gings wieder gut. Dies war dann wohl wirklich eine Unterzuckerung…
Die letzten Kilometer verflogen dann schnell. Und da war das Ortsschild: St. Georgen = das Ziel! Was für ein Gefühl! 560km/6500hm hatte ich hinter mich gebracht, eine ganz Nacht lang gefahren, so viel erlebt in diesen 21.5h. Es gab ein paar Hochs und Tief. Je länger das Rennen dauerte, desto extremer wurden diese. Die Hochs waren aber so was von genial, dass sich jedes Tief lohnte. Auch spannend fand ich das Ganze mit der Energiezufuhr. So viel wie in diesem Rennen hatte ich noch nie gegessen. Dennoch habe ich Fehlerquellen gefunden, was dann auch meine Energiemangel auf den letzten Kilometer zeigte. Und wiedermal bestätigte es mir, dass man auch trotz Übelkeit und Appetitverlust essen kann. Dies ist reine Kopfsache, man darf die Übelkeit jeweils nicht zu fest werten, sondern schön brav weiter Energie zuführen. Denn oft kommt die Übelkeit auch von Koffein- oder Energiemangel oder wie bei mir ab und zu durch Salzmangel.
Der Zieleinlauf war sehr imposant. Ein Töfffahrer begleitete einem auf die Tribüne, wo man kurz ein Interview geben durfte – dieses Prozedere wurde mit allen Teilnehmenden durchgeführt!
Ich hatte in der Tat Rang 2 herausgefahren, Rang eins hatte sich meine Kollegin aus Bern erkämpft, welche mich überhaupt auf diese Idee gebracht hatte! Meinen grössten Respekt geht an sie, für diese Distanz hatte sie etwa eine Stunde weniger lang gebraucht!
Mit meinem Resultat war ich mehr als zufrieden. Meine Nettofahrzeit betrug bei 20h25. Nettofahrzeit = Fahrzeit ohne Pausen. Natürlich wurde aber die Bruttozeit genommen, welche bei mir 21h25 betrug. 1h Pause heisst das…. Daran lässt sich
bei einem nächsten Rennen sicherlich auch noch was schrauben. Während des Rennens, so ab km 400 sagte ich mir, dass ich so was nie mehr machen würde. 2 Tage danach sah das Ganze schon wieder anders aus. Ich wäre definitiv wieder zu haben für so was. Am liebsten wieder unsupported. Denn ich fand das irgendwie noch toll, so alleine und auf mich gestellt unterwegs zu sein. Ich denke auch, dass es eine grössere Challenge ist, unsupported diese Kilometer hinter sich zu bringen, wie wenn man immer jemand hat, der einem alles gibt, was man braucht. Dieses Rennen fand aber im Rahmen des «Race Arround Austria» mit Distanzen bis zu 2’500km. Sowas (und bereits die Distanz von 1’000km kann ich mir (noch?) nicht vorstellen!

Fotos gibts in der Galerie.

 

Kommentare: 1
  • #1

    Marcel (Montag, 17 August 2020 10:00)

    Sehr cooler Bericht; den Input wegen Übelkeit und Salztabletten finde ich sehr interessant; Und Gel runterkippen ohne quasi die den Brechreiz zu haben ist auch einer meiner Rezepte :-) Gut gemacht Tabea!!!

Bärner Bärgloufcup

verfasst am 09.08.2020 von uns Beiden

In der vergangenen Woche starteten wir beide am Berner Berglaufcup. An jedem Abend um 19 Uhr rennt man auf einen Hügel rund um Bern, Ende der Woche wird ausgewertet, wer der oder die Schnellste war. Am Montag: Gurten, Dienstag: Bütschelegg, Mittwoch: Belpberg, Donnerstag: Bantiger, Freitag: Ulmizer. Die Strecken sind immer für unsere Verhältnisse relativ kurz , zwischen 3.5 - 5.1km und mit ca. 340-520 Höhenmeter sicher nicht flach.

Erlebnisbericht Tabea
I
ch war gespannt auf diese Berglaufcup-Woche. Mein Ziel war es, immer Vollgas zu geben. Und so stand ich am Montagabend an der Startlinie. Ca. 20min später war ich totalkaputt im Ziel. Somit hatte ich mein Ziel mit Vollgas geben erreicht. In der Cupwertung (alle TN, welche an min. 4 Läufen starteten, kommen in die Gesamtcupwertung) war ich auf dem 5. Platz.

 

Am Dienstag war ich am Nachmittag 3km schwimmen, um meine Beine zu lockern, denn diese fühlten sich sehr müde an. Ich nahm mir für den Lauf auf die Bütschelegg vor, nicht ganz so schnell zu starten. Denn immerhin wars die Königsetappe mit 5km und 500hm. Und meine Beine fühlten sich sehr schwer an. Kurz nach dem Start gings steil hoch, ich versuchte dosiert zu laufen, nahm immer mal wieder Tempo raus, um dann wieder Gas zu geben. So kam ich nach 33min im Ziel an. Kaputt war ich nur zu 96%. Daher hatte ich mein Ziel erreicht, obwohl ich dann doch etwas unzufrieden war, warum ich nicht noch etwas mehr leiden wollte/konnte. Cuprangierung nach 2 Läufen: immer noch Rang 5.

 

Am Mittwoch gabs nicht viel neues von meinen Beinen. Die waren sehr müde. Aber an diesem Tag durfte ich noch 4h aufs Rad. Ich fuhr 100km/1500hm durchs Emmental. Es lief zögerlich und eher mühsam. Ich merkte, dass ich in den letzten Tagen schnelle Läufe gemacht hatte. Und schwups, war Abend und ich stand an der Startlinie zum Belpberglauf. Es war sehr heiss. Ich war gespannt, was ich aus meinen müden Beinen noch rausholen konnte. Nach 26min war ich im Ziel. Es lief mir lustigerweise sehr gut. Ich hatte die beste Rangierung und das, obwohl ich noch Radfahren war. An dem Tag stiess ich auf Platz 3. in der Cupwertung vor, nach 3. Läufen.

 

Am Donnerstag hatte ich Geburtstag. Wir liessen den Laufcup sausen und wanderten im Simmental den Simmenfällen entlang hoch zu den Siebenbrünnen und noch etwas weiter….. Wir verbrachten einen wunderschönen Tag dort und am Abend liessen wir den Abend am Thunersee ausklingen.

 

Am Freitag gabs dann den letzten Lauf auf den Ulmizer. Ich hoffte mittlerweile, meinen 3. Gesamtrang behalten zu können. Ich wusste aber, dass Nummer 4. mir sehr nah an den Fersen war. Daher musste ich nochmals recht vollgas geben. Es war wieder ein heisser Abend. Aber die Laufstrecke ging vor allem durch den Wald. 3.7km/330hm war das Menü. Ich startete eher zügig, nach 2km merkte ich, dass keine Frau hinter mir war, daher nahm ich auf den flachen Stücken immer mal wieder Tempo raus. Nach 21min war ich dann im Ziel. Mein Zieleinlauf sah fast immer gleich aus. Ich versuchte auf den letzten 500m noch alles zu geben, so kam ich jeweils über die Ziellinie und fiel zu Boden, japste nach Luft und erholte mich langsam wieder.

 

Mein Resultat über die 4. Bergläufe: 3. Platz Overall Frauen (von 57), in meiner Altersklasse wurde ich 1.

 

Ich freue mich sehr über diese Rangierung und dass es mir so gut gelaufen ist. Jetzt ist Erholung angesagt, die nächsten Laufeinheiten werden erst in über 8 Tagen wieder kommen... Jetzt steht der Fokus auf dem Radfahren.

 

Erlebnisbericht Dinu:
Wir hatten das Glück, am Montag und Dienstag jeweils jemanden zu haben, der oder die auf Julia schauten. So konnte ich an diesen beiden Tagen auch starten. Montag, Gurten, 90% der Startenden stehen kurz vor der Startlinie und rennen aufs Kommando los. Etwa 10% der Startenden stehen noch im Trockenen (es regnete leicht) und starten von da aus. Da es aber hiess, man könne, coronabedingt, bis zu 2min nach dem Startschuss noch losrennen, warte ich ab. So spät wie möglich überquere ich die Startlinie, kann mein Tempo einteilen, habe am Anfang kein Gedränge und die Leute, welche ich überhole, sind bereits weit verteilt. Trotzdem oder Dank dem bin ich schlussendlich etwas schneller als bei meiner letzten Teilnahme! Am 2. Tag stehe ich auch etwas abseits, nach dem Startschuss entscheide ich dann aber spontan, mit der Masse zu starten – aber im hinteren Teil des Feldes. Alle steilen Teile marschiere ich, die flachen Teile renne ich hoch. Gegen Schluss kann ich noch richtig aufdrehen, bin aber enttäuscht, dass das Ziel in diesem Jahr etwa 400m (auf 5km sind das fast 10%!) früher ist wie beim letzten Mal. Tabea sah ich zu Beginn des Rennens, der Abstand wurde immer wie grösser, im Schlussaufstieg und im Endspurt kam ich ihr aber immer wie näher. Nach ihrem Lauf legte sie sich an den Boden und schaute den Teilnehmenden zu, wie sie ins Ziel rannten – und wartete wohl auf mich. Ich war aber bereits im Ziel, ging zu ihr hin und sie meinte «Mischt, Du besch scho do?». Das ist Mal eine Begrüssung – wobei sie das sagte, weil sie ein Foto von mir schiessen wollte.
Mittwochs verzichtete ich auf einen Start, Donnerstags war ich mit Tabea unterwegs, am Freitag stand ich wieder am Start, nun aber mit Anhang! Julia hatte ich im Tragegstältli dabei und marschierte zuhinterst los. Sie kreischte und hatte hinten an meinem Rücken eine Party, als mich aber 2 Läufer überholten begann sie zu quietschen – da hatte sie wohl das Wettkampffieber gepackt. Bergauf konnte ich mit ihr sehr schnell laufen und sogar ein paar Walker überholen, Bergab und in den Flachstücken, die es am Ulmizer leider auch hat, spazierte ich sehr gemütlich und wurde immer wieder noch überholt. Trotz Zusatzgewicht, so wenig erschöpft und locker hatte ich noch nie ein Ziel am Berglaufcup erreicht
😊
Mein Start war auch nicht geplant gewesen, ich konnte die Nummer für den Cup von einem Kollegen (Merci!) übernehmen. Ansonsten wäre ich nicht zur Serie gestartet.  So wars ein ganz gelungener Anlass.

Nach dem wir letzten Samstag den 1. August und am Sonntag Julias Segnung gefeiert hatten, war am Donnerstag nun Tabeas Geburtstag an der Reihe. Der Freitag war dann aber der Höhepunkt der Feierei – ich erfuhr am Morgen, dass ich mein CAS in Sporternährung bestanden habe und am Abend feierten wir Tabeas 1. Rang in der Altersklasse und den 3. Platz Overall. Am Samstagabend feierten wir mit Tabeas Eltern nochmals Tabeas Geburi, am Sonntag gabs den Event «Skate, Bade Bräteln» vom Inlineclub Mittelland (auch fast eine Feier) und am späteren Nachmittag besuchten wir Dinus Eltern, welche Tabea auch noch zum Geburi gratulieren wollten.
Aber nun ist genug gefeiert – jetzt wird’s wieder Ernst! Bis wohl am Donnerstag, vielleicht feiern wir ja dann auch noch etwas…….

 

Segnung Julia

verfasst von Dinu am 3. August 2020

Julia weckte uns in der Nacht auf vergangenen Montag. Wir merkten rasch, dass ihre Temperatur erhöht war (so um die 38 Grad). Sie schlief unruhig. Tagsüber war sie bei Tabeas Eltern, war etwas weinerlicher aber doch noch so aktiv. In der Nacht auf Di stieg die Temperatur auf 39,4 Grad tagsüber sank die Temperatur auf 37,2 Grad. Ein kurzes Bad im warmen Moossee half ihr, die Temperatur etwas zu senken.  In der Nacht auf Mittwoch stieg die Temperatur auf 39 Grad. An Dinus Papitag schlief sie bis um 13:00, danach wachte sie auf, trank Wasser, und schlief beim Wickeln schon wieder ein. Sie schlief fast den ganzen Mittwoch, insgsamt war sie ca 2h wach. Da sie weder Schnupfen, Husten, rote Flecke noch Krämpfe hatte und wenn sie wach war eigentlich recht gute Laune hatte, verzichteten wir, auf den Notfall zu gehen. Und tatsächlich, am Do Morgen  zeigte das Thermometer nur noch 37,5 Grad. Allerdings weinte sie die ersten 2,5h nach dem erwachen und war untröstlich – bis sie wieder einschlief.  Die Temperatur sank auf 36,2 Grad, bei Kindern Untertemperatur. Telefon an den Arzt: «Göt i Notfau». Google meinte zu Untertemperatur: Unterzuckerung - logische Erklärung, sie hatte ja am Vortag fast nur geschlafen und nichts gegessen!  Somit liessen wir das mit dem Notfall. Wir schauten, dass sie ab da jede Stunde etwas ass/trank, ab Donnerstagabend kehrte dann auch wieder Leben in Julia zurück. Ab Donnerstagabend, wo das Fieber weg war hatte sie roten Ausschlag - typisches Zeichen vom 3 Tage Fieber, danach kämen 2-3 Tage mit Ausschlag, zu demwäre ja Mi./Do. ein zweitägiger Ausflug mit Übernachtung auf dem Brunni (bei Aeschi bei Spiez) geplant gewesen, was natürlich ins Wasser fiel. Nun sind wir wieder am Aufpäppeln. Wir waren aber riesig froh, denn am Sonntag stand Julias grosser Tag an: Ihre Segnung. Wir erwischten ein trockenes Zeitfenster, an welchem wir die Open-Air-Segnung am Bielersee durchführen konnten – welch Glück. Das war wohl die Belohnung für die Strapazen der Woche.
Sport trieben wir aber auch etwas, wir konnten uns zum Glück abwechseln, da Dinu für den Ausflug nicht nur am Mi sondern auch am Do. frei hatte. Am Samstag waren wir dann seit längerer Zeit sogar zu zweit auf dem Rennrad. Während Dinus Eltern zu Julia schauten fuhren wir eine wunderschöne Tour am Jurasüdfuss entlang – inkl. Intervall und einem Anstieg auf die Jurahöhe…..Tabea war am Montag auf der 4 Pässetour - Sustenpass - Gotthardpass - Nufenenpass - Grimselpass. Am Mittwoch gabs bei ihr noch eine 6h Juratour. Jetzt heisst es aber für sie langsam runterfahren für das Race around Austria, welches in gut 9 Tage starten wird. Diese Woche starten wir aber beide noch am Berner Berglaufcup. Heute gehts mit dem Run auf den Gurten los.

Stockhornhalbmarathon

verfasst am 26. Juli 2020
Eine Woche nach dem Vogellisilauf fand der Stockhornhalbmarathon statt. Tabea war mit am Start. Hier ein kurzer Erlebnisbericht:
An diesem Morgen fühlte ich mich nicht ganz so fit (Anmerkung Dinu: Überrascht Euch das auch so brutal extrem??). Zwei Tage zuvor war ich 150km/3000hm auf dem Rennrad unterwegs und hatte ziemlich mit der Hitze zu kämpfen. Ich wusste nicht, ob ich mich nun genug erholt hätte für diesen Halbmarathon. Auch war es wieder sehr heiss, was mich etwas beängstigte, weil ich die Hitze beim Laufen überhaupt nicht mag. Der Startschuss fiel dann um 09.50. Ich startete vorsichtig und nicht zu schnell. Die ersten 6km führten auf Teerstrasse/Wiesen eher flach Richtung Stockhorn. Auf diesen ersten Kilometer war es brutal heiss. Mein Tempo konnte ich kaum halten, es fühlte sich äusserst unangenehm an. Ich überlegte mir kurz, den Lauf zu stoppen und nach Hause zu gehen. Denn so, dachte ich mir, macht es keinen Sinn.... Dennoch lief ich weiter - Zum Glück..... (aufgehört hätte ich wohl eh nie;-))) Dann kam endlich ein längeres Waldstück. Auf einer längeren Teerstrasse gings nun aufwärts. Mir liefs wieder besser, da die Bäume genug Schatten und Abkühlung spendeten. Bei jedem Brunnen legte ich einen ganz kurzen Stopp ein, kühlte mich runter. Dasselbe machte ich bei den Getränkeposten. Immer die gleiche Abfolge: Zuerst ein Becher Isotonisches trinken, dann 1 Becher Wasser getrunken, dann 1 - 2 Becher über mich gekippt... Ab km 13 kamen dann sogar Wolken dazu, was für mich noch besser war. Endlich konnte mein Körper wieder richtig arbeiten. In zügigem Tempo konnte ich das Stockhorn erklimmen. Nach 2h 29min war ich im Ziel. Ich war mit meiner Zeit sehr zufrieden. Vom Rang her reichte es mir in meiner Altersklasse auf den 6. Platz von 40 Frauen/Gesamtrangliste Frauen: 12 von 125). Ich war etwa 10min schneller wie bei meiner letzten Teilnahme vor ein paar Jahren!

Vogellisi-Berglauf

verfasst von Tabea am 19.7.20
Zum 2. Mal startete Tabea am Vogellisi-Berglauf in Adelboden. Das letzte Mal war sie vor 2 Jahren am Start und hatte diesen Lauf in guter Erinnerung.
Trotz Corona fand diese Veranstaltung statt. Das Starterfeld war somit recht gut besetzt mit starken Frauen wie Männern. Ein spannendes Rennen stand somit bevor.
Dinu und Julia begleiteten Tabea zum Lauf. Die Beiden wanderte mit einer Kollegin zum Ziel hoch.
Kurzbericht Tabea:
Lustigerweise war ich dieses Mal überhaupt nicht nervös. Ich freute mich einfach nur auf diesen Lauf. Einzig die Hitze bereitete mir Sorgen, da ich damit sehr schlecht umgehen kann. 10:15 fiel der Startschuss, ich startete eher zügig, aber nicht zu schnell. Die ersten Kilometer waren noch schön im Schatten, daher lief es mir auch noch recht gut. Ich war auf den ersten 6km deutlich schneller unterwegs wie vor zwei Jahren …. Dann brach ich etwas ein, weil es immer heisser wurde. Dennoch versuchte ich das Tempo durchzuhalten und kam nach 1h20min ins Ziel. Ich war genau 2 min schneller als bei der letzten Teilnahme, damit war ich zufrieden. Anschliessend gabs ein gemeinsames «Zmittag» mit meinen Liebsten. Retour durfte ich mit dem Triathlonrad fahren während Dinu und Tabea mit dem Auto retour düsten. Leider war meine Batterie für die elektronische Schaltung aus unerklärlichen Gründen leer, was hiess, dass ich nicht mehr schalten konnte. Somit wurden die 2.5h eher anstrengend, weil ich nur eine hohe Frequenz treten konnte.

 

Kurzurlaub Zernez

verfasst von Dinu am 13.07.2020

Plan: Tabea startet am Engadinradmarathon, und wenn wir schon einmal im Engadin sind, bleiben wir gleich ein paar Tage. Da der Radmarathon abgesagt wurde, sah dann das Programm so aus: Tabea startete am Freitag am Chasing-Cancellara (siehe Text von letzter Woche), wir übernachteten in Andermatt und fuhren von da weiter ins Engadin – in Zernez hatten wir unser Hotel. Tabeas Idee: Wir können ja dann abwechselnd Teile der Strecke ins Engadin mit dem Velo zurücklegen während der Andere mit Julia im Auto fährt. Tabea war dann aber vom Vortag zu müde, so dass sie die Idee fallen liess, während Dinu mit Tabeas Rennrad ab Andermatt über den Oberalp radelte, dann aber auch das Auto bestieg. Am Sonntag war Tabea bereits wieder fit genug und startete bereits am morgen früh auf eine längere Tour über den Flüelapass und Julierpass. Dinu fuhr dann später nach St. Moritz, wo er mit Julia eine Runde joggen ging. Tabea steuerte auch nach St. Moritz, so konnten wir zu dritt am wunderschönen Lej Marsch Mittagessen und danach baden. Tabea und Julia blieben da noch etwas während Dinu sich Tabeas Rennrad schnappte, nach Zernez runter düste und noch etwas an seiner Abschlussarbeit schrieb.
Montags stand der Stelviopass auf dem Programm. Tabea hatte immer so von dem Pass geschwärmt und Dinu eingetrichtert: Als Velofahrer musst Du den Pass einfach mal selber, ohne Motor, bewältigen. Also düste er mit dem Auto nach Italien während Tabea sich aufs Rennrad schwang und über den Ofenpass nach Prad und auf den Stelvio fuhr. Mit dem Mountainbike und Julia im Anhänger erklomm er nach und nach den Pass. Er findet, dank den kleinen Gängen könne er auf dem Bike recht angenehm kurbeln, es sei fast weniger ein «gemurkse» wie auf dem Rennrad mit den schwereren Gängen. Er machte auch immer wieder Pause, um Julia etwas Wasser anzubieten. Unterwegs gabs auch einen Mittagessenstopp für Julia. Tabea kämpfte sich schwer den Stelvio hoch. Es war sehr heiss unten und sie hatte grosse Mühe damit – gefühlte 40 Grad waren es…..;-). Auf dem Pass gabs dann endlich für Tabea den langersehnten Kaiserschmarrn, während dem Dinu sich mit Knödel verköstigte.
Nach der Abfahrt räumte Dinu alles ins Auto und wollte losfahren um Tabea irgendwo einzuladen – sie hatte noch nicht genug und war weiter gefahren. Doch dummerweise sprang das Auto nicht mehr an. Warum wissen wir bis jetzt nicht, das Licht hatte er nicht brennen gelassen, die Türen waren zu. Tabea hatte das vor etwa einem halben Jahr schon einmal. Er rief Tabea an, welche nun umkehrte um ihm half, das Auto vom Parkplatz auf die Strasse zu schieben. Ab da gings nur abwärts bis zur nächsten Ortschaft (Prad). Die Batterie war aber so leer, sie liess sich nicht starten! In einer Autogarage konnte man uns helfen und den Motor starten, sie konnten die Batterie aber nicht wechseln. Wir wollten in Italien noch Abendessen, waren aber nicht sicher, ob danach das Auto wieder anspringen würde. Die Strecke bis nach Glurns, wo wir essen wollten, war etwa 14km weit und wir hofften, dass dies reichen würde. Nach einem Bad in einem Flüsschen (wir trafen auf Einheimische, die uns sagten, dass in diesem Fluss normalerweise nicht gebadet würde….) gings zum leckeren Abendessen – südtirolerische Knödel und Kaiserschmarrn zum Dessert. Das Auto sprang danach problemlos an – wir waren extrem erleichtert!
Zum Abschluss unseres Kurzurlaubs gingen wir am Dienstag wandern. Wir starteten ab Zernez und wanderten über einen Berg zur Chamanna Cluozza – der einzigen Hütte im Nationalpark, in der man übernachten könnte. Wir genossen ein Stück leckeren, hausgemachten Kuchen und Arvensirup, bevor wir einen weiteren, höheren Berg erklommen. Fast zuoberst genossen wir die Aussicht, unser Mittagessen (Julia eines aus dem Gläschen – aber nicht flüssig
😊) und hatten Gesellschaft von Murmeltieren. Weiter oben gabs ein ganzes Rudel Hirsche und ein paar Gämsen zu sehen. Nach dem Gipfel gings dann eine kleine Ewigkeit runter zur Hauptstrasse. Das Runterlaufen verursachte bei Dinu Muskelkater, den er noch am Donnerstagabend verspürte. Für die Tour waren etwa 8h berechnet worden, wir kamen auf etwa 6.5h – aber mit Kuchen- und Mittagshalt.
Mittwochs gings wieder nach Hause, wobei Tabea via Albulapass und dann durchs Landwassertal hoch nach Davos radelte während Dinu die Passstrasse über den Flüela mit dem Auto befuhr. Kurz vor Passhöhe sah Dinu eine Schafherde und hielt darum an. Seit etwa 5 Tagen zapplet und quietscht Julia jedes Mal vor Freude wenn sie einen Hund sieht. Vielleicht funktioniert das ja auch mit Schafen? Die beiden hatten riesiges Glück, ein Schafhirtepaar verteilte Salz und Brot was dazu führte, dass etwa 200 Schafe den Berg herunterrannten um zu essen. Julia sass am Boden und wurde gwundrig umringt von den Schafen – sie hatte eine riesen Freude!

 

Nach einem Zwischenstopp auf dem Heimweg (Baden) kamen wir erschöpft zu Hause an. Wir räumten rasch auf, Dinu hatte danach eine online Besprechung. An den 2 Folgetagen waren wir dann am Kochen und backen. Dinu jeweils am Morgen vor und am Abend nach der Arbeit, Tabea teilweise auch tagsüber. Am Samstagmorgen stand Dinu schon kurz nach 5:00 in der Küche, denn er hatte Familienangehörige und Freunde zum Apero ab 14:00 und Grillznacht eingeladen. Er feierte seinen 40. Geburtstag noch nach (40gi ist er ja schon seit Mitte Juni). Dass wir da ein grosse Aperobuffet, haufenweise Salate und am Schluss auch Desserts offerierten, ist doch klar. Coronakonform hatten wir auch haufenweise Tische organisiert. Dank Wetterglück gabs ein Fest, das wir beide als wunderschön in Erinnerung behalten werden – merci an alle, die dabei waren. Und was wünschte sich Dinu zum 40.???????? Ein Velo mit Motor, ein E-Bike (nein, kein MTB, ein normales Strassenvelo, occasion, aber mit gelber Nummer 😊).
Sonntag? Aufräumen, Tabea ging auf eine längere Velotour während Dinu nochmals Besuch hatte (sein Götti), anschliessend mit Julia Joggen und baden ging. Tabea’s Velotour führte rund um den Napf mit 180km und 3700hm gespickt.
Startet guet i die nöii Wuch.
Bilder gibts in der Galerie.

 

Chasing Cancellara

Verfasst von Tabea am 5. Juli

Chasing Cancellara; Bern-Andermatt, so hiess das Velorennen, an welchem ich letzten Freitag teilgenommen habe. Das Rennen führte von Bern via Schwanden nach Innertkirchen, danach folgten Grimselpass, Nufenenpass und zum krönenden Abschluss noch der Gotthardpass. Das Ziel befand sich oben auf dem Pass, weil auf der abschliessenden Abfahrt nach Andermatt zu viele Baustellen waren.
Für mich war es das erste längere Rennen nach der Lockdown-Situation. Ich freute mich deshalb riesig auf diese Herausforderung. Die Strecke war mit 210km und 5000hm doch recht coupiert. Gestartet wurde zw. 04:00 und 04.30 Uhr am Morgen jeweils in 4er Gruppen. Die ersten 35km durfte man Windschattenfahren. Mein Start war um 04.15. Fabian Cancellara war beim Start und schaute jedes Rad an, ob alle Pflichtutensilien dran waren. Und dann gings los… die ersten 35km war ich in einer Gruppe unterwegs in welcher recht unregelmässig gefahren wurde. Für mich in einem etwas zu hohen Tempo. Ich wollte aber nicht abreissen lassen, obwohl meine Beine teilweise höllisch brennten. Ich hoffte für mich einfach, dass ich es später nicht bereuen würde.
Bereits kurz nach dem Start fing es an zu Regnen. Am Anfang wars nur wenig. Als ich dann aber in Gunten am Thunersee ankam, schüttete es bis Innertkirchen wie aus Kübeln. Den See entlang nahm ich ziemlich Tempo raus, mein Ziel war es, mich bis Innertkirchen von den ersten 35km etwas erholt zu haben. Ich hoffte auch, dass der Regen nachlassen würde, denn für die folgenden Pässe hätte ich viel zu wenig warme Kleider dabeigehabt – nur eine Regenjacke führte ich im Trikot mit. Als ich dann in Innertkirchen ankam, hörte es tatsächlich auf zu regnen. Dafür waren meine Beine schon sehr müde. Ich fuhr den Anstieg zum Grimselpass hoch. Meine Beine brannten, zu diesem Zeitpunkt konnte ich mir nicht vorstellen, noch 2 weitere Pässe zu fahren. Ich entschied mich dann, im Moment zu fahren und gar nicht weiter zu überlegen. Und so kam ich ziemlich erschöpft auf dem Grimselpass an. Man sah keine 50m weit, denn es war bewölkt, neblig und kalt. Deshalb fuhr ich sofort wieder runter. Bereits nach 2km runterfahren waren die Strassen trocken und die Sonne kam – willkommen im Wallis. Wie schön das war, endlich konnte ich mich etwas erwärmen. Bis nach Ulrichen nahm ich es gemütlich und verpflegte mich gut auf dem Rad. Dann gings den Nufenenpass hoch. Meine Beine hatten sich nicht erholt, ich würgte mein Rad und mich irgendwie den Pass hoch. Jetzt war es sogar zu heiss…. Auf dem Grimselpass hätte ich mir heisse Temperaturen gewünscht und nun wars zu heiss…. In Airolo angekommen nahm ich den Schlussanstieg unter die Räder. Jetzt kam noch ein starker Wind dazu - leider Gegenwind. Teilweise stoppte mich der Wind gefühlt fast auf Null runter. Die Pflastersteine machten das Ganze nicht einfacher. Also, um es kurz zu sagen, der Aufstieg auf den Gotthardpass war äusserst anspruchsvoll, dafür waren meine Beine erstaunlicherweise etwas besser dran. Die fühlten sich nun plötzlich viel besser an. Nach 8h54min kam ich dann sehr erschöpft auf dem Gotthardpass an. Zufrieden mit der Leistung war ich höchstens bedingt. Ich hatte an diesem Tag selten gute Beine – vom Gefühl her, die Muskeln brannten schon sehr früh (nach 100km), die gefahrene Zeit war aber okay und dass ich das Ganze bei diesem Wetter durchgestanden hatte, machte mich dann doch zufrieden. Dass es für den 4. Rang von etwa 20 gestarteten Frauen und den 41 von über 200 Teilnehmenden insgesamt (Männer und Frauen) gereicht hatte, überraschte mich dann sehr. Da ich mich nie wirklich gut gefühlt hatte, dachte ich, dass ich sehr langsam unterwegs gewesen sei.
Ich kann mir gut vorstellen, an diesem Rennen nächstes Jahr wieder zu starten. Es gibt ja wirklich nicht viele Rennen, welche ab Bern starten, also fast vor meiner Haustüre.

Velotour ins Wallis

verfasst von uns Beiden am 28.6.2020
Der ursprüngliche Plan lautete: 10 Tage Ferien in Österreich inkl. Tabea’s Teilnahme am Austria xtreme Triathlon. Wegen Corona wurde daraus nichts und wir suchten ein Ersatzprogramm. Tabea schenkte Dinu zum 40. Geburtstag eine Übernachtung im Wallis. Wo genau verriet sie aber nicht, sie sagte nur: «Es liegt e chli oberhalb vo Bex». Dazu planten wir eine 4 tägige Velotour als Ersatz für die Österreichferien. Ziel war es, am 2. Tag beim obenerwähnten Hotel anzukommen. Am 1. Tag startete Dinu mit dem Bike und Veloanhänger und Julia ab Wimmis, wo sie das Auto parkierten. Tabea fuhr von zu Hause aus los. Beide wollten Saanen erreichen. Tabea’s Route führte via Jaunpass und Abläntschen/Mittelberg nach Saanen, was ca. 120km/2600hm ergab. Dinu’s Route führe entlang dem Veloweg hoch bis Saanenmöser. Die Route war wunderschön und führte praktisch keinen Meter der Autostrasse entlang. Dafür gabs ein paar giftige Anstiege. Einer davon war so steil, dass er sogar kurz ab dem Bike steigen musste. In Saanen übernachteten wir in der Jugi, nachdem wir im ca. 12 Grad kalten Fluss gebadet hatten. Am 2. Tag wollte Dinu eigentlich über den Col du Pillon. Wir erfuhren aber vor Ort, dass dieser wegen einer Baustelle gesperrt war. Er überlegte noch kurz, ob er es trotzdem versuchen und die Baustelle ev. umfahren kann. Schlussendlich entschied er sich dagegen und fuhr wie Tabea über den Col des Mosses dirket ins Wallis. Tabea hängte noch einen kleinen Umweg an und fuhr via Les Diablerets über den Col de la Croix nach Aigle. Dort trafen wir uns an einem See, wo wir gemütlich zu dritt picknickten und badeten. Tabea fand: «Wir sind zeitlich sehr gut dran, jetzt müssen wir nur noch zum Hotel, welches etwas oberhalb von Bex sei». Danach machten wir uns getrennt auf den Weg zum Hotel. Unterwegs erhielt Dinu die frohe Botschaft: «Für zum Hotel zu gelangen, musst du 800hm zurücklegen – es hätte aber auch einen Bus». Dinu meinte, er höre nicht richtig – «E chli oberhaub vo Bex = 800 Höhenmeter??». Er hielt, nach den ersten 200 Höhenmetern an der brennenden Sonne, bei der Bushaltestelle an. Buse fuhren zwischen 14:00 und 17:30 keine! Somit wars also klar: Er musste da rauf. Mit Anhänger und schon einem, zwar kleinen, Pass in den Beinen! Irgendwann kam die Nachricht von Tabea (Um etwa 17:00, nach der Hälfte des Anstiegs: «Wo besch? Mer müesse vor Reception no e Virtustung zum Hotel u de spöter nomou so wit zum Restaurant u de weder zrugg loufe! Settsch auso ned nach de 6i dobe si, schüsch chöi mer jo d Ussicht ned gniesse!» Dinu pedalte und pedalte und überlegte, ob er den Bus (mit Velo, Anhänger, Gepäck und Julia) nehmen sollte oder nicht? Aber da er auf einer langen Strecke zwischen 2 Dörfern ohne Bushaltestelle war, fuhr der dann irgendwann vorbei. Dafür kam Tabea zurück und übernahm für eine Teilstrecke das Bike mit dem Anhänger. Oben angekommen musste er, völlig erschöpft, zugeben, dass sich die Anstrengung gelohnt hatte. Wir übernachteten in den sogenannten Whitepods, das sind einzelne Hüttchen, die aussehen wie eine Mischung aus einem Zelt und einem Iglu! Wunderschön mit traumhafter Aussicht aufs Unterwallis! Nach einem leckeren Abendessen genossen wir die Nacht in unserem Pod und hatten, aus dem Bett, den Blick über die ganze Gegend. Die Blitze in der Nacht machten die Stimmung noch viel eindrücklicher. Die Wetterprognosen für Tag 3 liessen fürs Oberwallis Gewitter erwarten. Unser ursprünglicher Plan lautete an Tag 3 nach Ulrichen zu fahren, um am Folgetag den Grimselpass zu meistern. Spontan entschieden wir uns um, unsere Tour an den Neuenburgersee zu verlagern. Dinu fuhr somit via Montreux, Lausanne nach Yverdon – da kamen 100km zusammen. Tabea machte einen Abstecher nach Frankreich und fuhr durch einen Teil der Savoyeralpen nach Genf um dann via Nyon nach Yverdon zu gelangen. In Frankreich fuhr sie durch ein grösseres Gewitter mit viel Gegenwind. Dafür wurde sie ab Genf mit Sonne und Rückenwind verwöhnt. So kam sie nach 212km/2600hm gegen 18 Uhr in Yverdon an. Nach einem kurzen erfrischenden Bad im See entdeckten wir eine geniale Pizzeria und schlugen uns die Bäuche voll. Am 4. und letzten Tag fuhr Dinu via Estavayer dem Neuenburgersee nach Hause. Tabea hatte die Aufgabe erhalten, das Auto in Wimmis abzuholen. Daher führte ihre Route via Fribourg über den Gurnigelpass nach Wimmis. Sie sammelte in den 4 Tagen 560km/10`000hm, so viele Kilometer wie sie bald an einem Radrennen in Österreich am Stück fahren muss.

 

Ein paar Erkenntnisse von unterwegs:

 

  • Im Berner Oberland können Velowege plötzlich sehr schmal werden, schmaler wie unser Thule Veloanhänger breit ist und die Wege können so steil werden, dass Dinu mit dem Anhänger nicht hochkommtn der Westschweiz sind die Velowege zwar viel breiter, aber es hat regelmässig Abschrankungen drin, die genau so breit sind, dass man zwar mit dem Anhänger durchkommt, aber garantiert nicht fahrend, weil links und rechts, weil links und recht knapp 0.5mm Platz bleiben.
  • Wenn Tabea sagt, ein bisschen oberhalb von Bex, meint sie 800hm!!
  • Auf der Route zwischen Wimmis und Saanenmöser kamen uns haufenweise E-Bikes entgegen. Dinu schien der einzige sein, der aufwärts fuhr und auch der einzige ohne Motor, das fand sogar Julia doof, irgendwann begann sie zu schimpfen, als uns wieder eine 5er Gruppe rasant kreuzte.
  •  Apropos Julia: Sie schien es die meiste Zeit genossen zu haben im Anhänger zu sitzen. Sie war entweder still, plauderte oder war am Singen. Weinen hörte man sie so gut wie nie
  • Eine Ausnahme bezüglich Weinen gab es doch. Plötzlich begann sie extrem laut zu weinen. Dinu hielt sofort an, nahm sie auf dem Wagen, hielt sie auf dem Arm, versuchte sie zu trösten und lief die ganze Zeit hin und her. Sie beruhigte sich aber nicht, der arme Dinu hatte keine Ahnung, was er noch tun könnte. Singen, ablenken, Musik auf dem Natel abspielen, Mamas Stimme ab einer Sprachnachricht – nichts half. Er hatte keine Ahnung, was los war. Er suchte ihren Kopf, Hände, Beine und alles ab, ob sie sich evt. verletzt hatte? Müde sein konnte sie nicht, bei einem kurzen Brunnenstopp 5min zuvor schlief sie noch fest. Nach 30min begann sie, zwischendurch ruhiger zu werden – um dann um so lauter zu werden. Irgendwann entdeckte Dinu dann doch, dass ein Finger etwa gerötet schien – ob das der Grund sein konnte? Dann entdeckte er einen braunen Punkt im Finger – ein Stachel einer Biene? Er zog ihn heraus und kühlte in mit Wasser. Julia beruhigte sich dann irgendwann – insgesamt musste sie ABER fast 45min weinen
  • Dinu ist nun zufrieden, wenn er an einem Tag über 100km fährt und dabei 20km/h radelt, Tabea machte täglich fast das doppelte 😊
  • In der Westschweiz wird man viel öfters und freundlicher gegrüsst als in der Deutschschweiz!
  • In der Westschweiz ist das Wasser in den meisten Dorfbrunnen "Non portable", da sucht man teilweise recht lange, bis man weder an Wasser kommt!

 

  • Haben wirs schon erwähnt: Wenn Tabea sagt, ein bisschen oberhalb von Bex, meint sie 800hm!!?
  • Obwohl wir oft getrennt unterwegs waren hatten wir alle riesig viel Spass an der Tour!
  •  Wenn man beim Packen denkt «Nein, den Parapic nehme ich doch nicht mit, wir versuchen ja, so wenig Gepäck wie möglich mitzunehmen – doofe Idee! Der hätte sicher Julias Finger besser gekühlt!
  • Der Col du Pillon mussten wir ja wegen einer Baustelle umfahren. Auf der Ersatzroute Col des Mosses hatte es dann insgesamt 4 Baustellen mit Ampeln. Wer um himmelswillen plant so etwas?
  • Mittagshalt gabs für Dinu und Julia immer an einem Gewässer. Kaum sieht Julia einen Fluss/See strahlt sie, rudert wie wild mit den Armen und macht sich dann auf allen Vieren auf den Weg. Sie ist eine richtige Wasserratte!
  • Dinu wurde für eine Facebook-Challenge (wos darum geht, auf posttraumatische Belastungsstörungen, Depressionen, Angstzustände und Selbstmordprävention aufmerksam zu machen) nominiert und durfte zusätzlich jeden Tag noch 25 Liegestütze machen......

 

Fotos von diesem gelungen Veloabenteuer gibts in der Galerie.

Der Coronagraben.....

Verfasst von uns Beiden am 21.6.
Covid-19 oder Corona hat uns alle irgendwie beeinflusst, das ist klar. Über unsere Motivation und Trainings haben wir ja fleissig weiter berichtet. Dass es uns auch im Alltag (Tabea im Homeoffice, bei Dinu die Auswirkungen auf seine Beratungstätigkeit) ist ja auch klar. Aber über den Einfluss auf die alltäglichen Dinge und den Corona-Graben durch unsere Wohnung haben wir noch nie berichtet 😉 Es gab ja den Coronagraben durch die Schweiz. Die französischsprechende Schweiz und das Tessin waren ja härter getroffen und verlangten härtere Regeln, die Deutschschweiz war ja im Vergleich eher offener. Wobei es auch da sehr verschiedenen Meinungen gab, Dinu kann da aus seinen Beratungen ein Liedchen singen. Aber auch bei uns gabs den Coronagraben. Wie der aussah? Den merkte man in diversen Diskussionen und Handlungen. Als der Bundesrat die Verhängung des Ausnahmezustandes (oder wie hiess das nochmals?) verkündete, und es hiess, dass ab Montag alle Restaurants geschlossen werden, fand Tabea: «Logo, jetz gö mer am Sunntig nomou go ässe, e weiss jo ned, wenn i s nöchste Mou cha go!» Dinu war eher auf dem Standpunkt Sicher nicht, wenns ab Montag verboten ist machts am Sonntag sicher keinen Sinn – ich will nicht!» 

Als es dann ums Lockern ging gabs wieder dasselbe Spiel. Nach so langer Pause wollte Tabea am 1. Tag auswärts essen gehen, Dinu war wieder nicht einverstanden. Aber es war ja nun erlaubt?

Spannend wurde es dann, als wir kürzlich wieder (zusammen) Leute zum Znacht eingeladen haben. Am Samstag ein Paar und dann, kurzfristig, am Tag darauf noch gerade Tabeas Eltern. Am Montag kam dann per Whatsapp die Nachricht von Paar 1: «Ich habe heute Husten, Atemnot, Fieber, mir geht’s gar nicht gut! Ich war vorhin beim Arzt, man hat einen Coronatest gemacht. Ich erfahre am Mittwoch dann das Resultat!» Das war ein leichter Schock. Was tun? Bis am Mittwoch in Quarantäne? Oder normal weiter? Und was ist, wenn er Corona hat? Dann haben wir es ja garantiert auch? Diverse Gedanken rasten durch den Kopf. Spannenderweise war nun Dinu viel gelassener als Tabea, obwohl sie es zuvor ja immer viel lockerer gesehen hatte?

Da gings dann ähnlich weiter: Tabea fand: «E go am Mittwuch no go vöu Sport tribe, e weiss jo ned, wenn i s nöchste Mou use darf? Luege einfach, dass i niemmerem begägne!» Während Dinu fand: «Zu Hause bleiben ist jetzt das Beste, wir sollten nicht noch andere Leute anstecken!». Zu unserem Glück hatte er dann nicht Corona (aber 2 Tage auf dem Weg zur richtigen Diagnose verloren), so dass wieder alles normal weitergehen kann. Aber die Gedanken, die man sich dann plötzlich macht, waren echt nicht lustig.

Kurz darauf durften wir ja bereit wieder zu unserem ersten coronakonformen Wettkampf starten 😊

 

Martin Ruegge und Tabea Zimmermann

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Chris Herzog - unser Hochzeitsfotograf
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