Herzlich Willkommen auf unserer Homepage

Willkommen auf der Homepage von Tabea und Martin "Dinu" Ruegge. Wir sind ein sportliche Paar, das immer unterwegs ist. Mehr über uns findet ihr in den verschiedenen Menupunkten - einfach links darauf los klicken!

 

Hier auf der Frontseite präsentieren wir Euch immer den aktuellsten Bericht über unsere sportlichen Herausforderungen und zeigen Euch neue Fotos.

Etwas ältere Artikel (etwa 2-3 Monate alt) findet Ihr jeweils unter Aktuelles. Aber auch ein Blick in unser Archiv lohnt sich immer.

Es gibt auch einen Facebookaccount von Tab-di. Über diesen möchten wir in Zukunft sportliche Infos verbreiten oder auch Liveticker während Sportevents betreiben. Wer so auf dem Laufenden gehalten werden will, darf entweder auf Facebook unseren Account liken oder direkt hier auf der Homepage auf der rechten Seite auf «gefällt mir» drücken (dazu muss man aber auf Facebook eingeloggt sein).

 

Der Gigathlon war in jedem Jahr einer der Saisonhöhepunkte. Aus diesem Grund haben wir Ihm auch etwas mehr Platz auf unserer Seite gewidmet: Unter Gigathlon  findet Ihr alle  Berichte rund um den Anlass.

 

Martin "Dinu" Ruegge arbeitet als dipl. Ernährungsberater HF. Seine berufliche Homepage findet Ihr unter www.erb-monbijou.ch

Einige Fotos unserer Hochzeit findet Ihr als Präsentation hier: http://chris-herzog.ch/galleries/hochzeit_td/ .
Es lohnt sich, wenn Ihr Euch ein paar Minuten Zeit nehmt, es hat viele wunderschöne Fotos, hoffentlich auch eines von Euch? Zuerst die vom First-Look, aber auch von der Kirche, dem Apéro,....... Fotos zum anschauen als Galerie findet Ihr auch in unserer Rubrik "21.5.2016-Hochzeit".

Was seit dem Icon-Triathlon in Livigno so geschehen ist…..

verfasst von Dinu am 17.9.2017

 

Am Samstag gabs die Finisherzeremonie, danach fuhren „wir“ (jemand fuhr, jemand schlief) nach Hause. Es hatte bis nach Livigno hinunter geschneit, die Pässe waren aber alle geräumt.
Danach gabs Pause, Dinu besuchte zwar noch ein Lauftechniktraining, Tabea hielt sich aber still.
Am Mittwochabend reisten wir nach Zürich an die „Swissmanight“ wo der Kurzfilm über den Swissman vorgestellt wurde. Tabea kommt 2x darin vor 😊
Den Ausflug fand Dinu nicht so toll, denn umgeben von Ausdauersportlern holt Tabea sich jeweils noch wildere Ideen! Jetzt überlegt sie sich, im 2018 neben dem Norseman auch noch den Celtman anstelle des Gigathlons in die Saisonplanung einzuschliessen. Das kann ja heiter werden!
Am Samstag gings dann wieder in dieselbe Richtung wie die Woche zuvor, aber „nur“ bis ins Engadin, wo wir am Sonntagmorgen am Inlinemarathon starten wollten. Wetterprognosen: Dauerregen bei 1-3 Grad Celsius! Wir waren aber gut ausgerüstet und hatten ein Hotel, das knapp 100m vom Start entfernt war. So hatten wir während dem ganzen Rennen zwar etwas kalte Hände und Füsse, sonst wars für uns aber ganz ok – wir haben da ganz andere, völlig unterkühlte Sportler gesehen!
Tabea war etwas ängstlich in den Abfahrten, holte die verlorene Zeit aber in den Gegenanstiegen meistens wieder heraus. Meistens waren wir zusammen unterwegs, nur kurz vor dem Ziel riss Dinu mit einem Kollegen aus und konnte ein paar Sekunden Vorsprung auf Tabea und ihre Gruppe herausholen. Wir waren froh, sturzfrei im Ziel angekommen zu sein, den an einigen Stellen lag tatsächlich etwas Schneematsch auf der Strasse!
Danach waren noch 2 Tage im Südtirol geplant – Tabea hatte 2 Übernachtungen am Megathlon 2016 gewonnen. Eigentlich war die Idee, dass Dinu endlich einmal auf den Stelviopass kann – aber das Wetter war so schlecht, dass dies schon zum 2. Mal innert kürzester Zeit ins Wasser fiel.
Kaum waren wir am Dienstag zurück gabs den nächsten Wettkampf! Die Gurtegredi stand an – ein echt genialer Wettkampf, welcher ÜBERHAUPT nicht auf uns zugeschnitten ist! Man startet, einzeln, unten bei der Gurtentalstation und rennt den direktesten Fussweg hoch! Über diverse Treppenstufen, über Absätze, Wurzeln, etc. Da es zuvor geregnet hatte war der Weg dementsprechend rutschig! Man rennt los, nach 30sek rast das Herz, die Lunge pfeift wie eine alte Dampflock und die Beine brennen! So quält man sich dann nach oben, wo es Getränke und KUCHEN gibt! Guretenfestivalgänger rechnen, nüchtern, mit ca. 45min für den Weg. Der schnellste Läufer braucht knapp unter 8min (die Bahn braucht knapp über 7min bis nach oben) und wir beide etwas mehr als 12min. Vor 2 Jahren hatten wir noch einen riesigen Krach zu Hause („Du besch schnöuer“ „Nei Du“ „Nei Du“), in dem Jahr haben beide sicherheitshalber Diskussionen diesbezüglich sein lassen. Wobei es ja klar war, dass Tabea schneller als Dinu sein würde……
Am Samstag reiste Tabea nach Zürich an eine Weiterbildung. Dinu sah, dass eine Kollegin auf Facebook noch einen Partner für den Belpathlon suchte und meldete sich eine Woche vor dem Start. Er durfte die Bike- und die Laufstrecke übernehmen und hatte zwischen seinen beiden Einsätzen eine Pause – richtig ungewohnt, denn in den letzten Jahren waren wir beide jeweils als Singles gestartet! Auf dem Bike konnte er ordentlich Gas geben und kehrte recht zufrieden in die Wechselzone zurück. Die Bikestrecke hatte einige fiese Anstiege auf Lager und auch die Abfahrten waren nicht ohne. Auf der Laufstrecke, welche auch alles andere als flach war, hatte Dinu etwas mehr Mühe, er spürte doch etwas müde Beine. Da es zu Beginn seiner Laufeinheit noch regnete, waren die Wege teilweise recht rutschig!
Er erreichte mit seiner Partnerin Manuela den 11. Rang womit beide sehr zufrieden waren.
Sonntags waren wir dann wieder zusammen unterwegs. «Tour du Lac» tönt nicht nur schön, sie ist auch schön! Es handelt sich um eine «gemütliche» Inlineausfahrt um den Bielersee, welche der Inlineclub HotWheels jeden Herbst organisiert. Mittags, also bei km 60,  gab es einen Halt bei einer Familie, welche dem Verein angehört und einen kleinen Weinkeller mit Restaurant betreibt. Wir wurden regelrecht verwöhnt - Suppe, Salat, frischer Fisch aus dem Bielersee, Zwetschgenkuchen zum abrunden!
Tabea, die in diesem Jahr erst etwa 3x auf den Inlines stand, hatte  ordentliche Probleme mit ihren Füssen. So entschied sie sich nach dem Mittagshalt die letzten 12 km mit dem Auto retour zu fahren.

 Fotos? Galerie!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Dinus ICON Supporterbericht mit vielen Emotionen:-)

verfasst am 10. September 2017;

«Dinu, bitte schreibe Deinen Text über den Icon-extreme-Triathlon einmal mit etwas Emotionen, nicht so sachlich wie sonst» meinte Tabea. Das hat mich ordentlich geärgert, so eine Aussage – waren das nun genug Emotionen von mir?

 

Das mit den Emotionen war auch am Rennen selber „das grosse Thema“. Bereits im Trailer zuvor (schaut Euch das Video kurz an, wir haben es Euch da unten gepostet) werden Emotionen geschürt. Beim Racemeeting gings dann ähnlich weiter: alle Athleten erhielten einen Zettel, auf welchem sie ihre grösste Angst bezüglich dem Rennen notieren konnten. Im Vorjahr konnten die Athleten diese Zettel dann vor dem Schwimmstart im Feuer verbrennen, 2017 hätten die Finisher (ja, hätten….)  den Zettel im Ziel wieder erhalten sollen, um zu sehen, dass sie die Angst bezwungen haben! Das finde ich einen tollen Gedanken!

 

Am Morgen des Rennens (also mitten in der Nacht) war Tabea recht nervös, vor allem das Schwimmen machte ihr Angst! Mit den flackernden Feuern wurde die Nervosität aller Teilnehmenden nochmals spürbarer! Angst hatte ich allerdings keine, denn erstens weiss ich, wie gut Tabea schwimmen kann – und wer einmal versucht, im Winter mit ihr in der Aare schwimmen zu gehen, der weiss: Wenn sie sich einmal dazu überwunden hat und im Wasser ist, dann bringt man sie fast nicht mehr raus – auch bei Temperaturen weit unter 10 Grad!
Danach wurde ich mehrfach überrascht – dass eine Frau als Allererste aus dem Wasser steigt, hatte ich an einem Extremetriathlon noch nicht erlebt. Dass Tabea kurz darauf als insgesamt 6. zum Wasser rauskam, war auch erstaunlich früh – so weit vorne lag sie noch nie! Dass sie dann noch sagte, sie hätte dank Neoprenkappe, -handschuhen und –socken nicht kalt gehabt (bei 12,5 Grad) war noch erstaunlicher!
Danach rannten ALLE ins geheizte Umziehzelt – naja, fast alle, eine wünschte sich, direkt beim Velo (also im Regen) umziehen zu können. Es gehe schneller. Dafür stand sie dann noch etwa 5min am Feuer, um sich zu wärmen……
Unterwegs lief es recht gut, Tabea hatte warm und fuhr zügig. Ich hielt bei unserem Hotel an (lag direkt an der Strecke) und hängte Tabeas Neoprenbekleidung und Bikini zum Trocknen auf und verschickte Whatsappmeldungen und datierte Facebook auf.
Den Rest des Rennens kennt ihr ja bereits aus Tabeas Erzählungen von letzter Woche, ich habe Euch hier nur noch meine Highlights zusammengetragen -vielleicht bringe ich Euch ja zum Lachen, das wären ja dann auch Emotionen ;-)

Am Vorabend wurde mir gesagt: „Gsesch, Dinu, jetz chunsch Du ändlech ufe Stelvio!“ Meine Antwort war: „Super, dann habe ich das erledigt und muss nicht noch selber hochstrampeln“. Naja, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

 

  • Man sagte uns, das Wasser sei zu kalt, man habe darum die Schwimmstrecke „a little Bit“ gekürzt – 3km statt 3.8km. Die sind echt gnädig!
  • Unterwegs telefonierte ich noch mit Kollegen in der Schweiz, welche versuchten, ein Ticket für ein Toten Hosen Konzert zu organisieren – so Nebenjöbchen halt, supporten alleine reicht nicht 😊
  • Am Ofenpass brachte ich Tabea ein Schälchen Mango. Ich hoffte, dass sie das Schälchen nimmt und sich davon verpflegt – geht aber nicht mit Handschuhen, also durfte ich 1km mitjoggen und Tabea füttern. Beim retourjoggen dachte ich «Hoffentlich habe ich heute Abend noch genügend frische Beine, um auf den Berg zu rennen»
  • Einmal meinte Tabea: «Ich kann mit den Handschuhen meine Riegel nicht öffnen, ich verhungere vor einem Haufen Essen!». Also bin ich mit ihr mitgerannt, habe alle ihre Riegel einzeln geöffnet und zurück in den Riegelhalter an ihrem Fahrradrahmen gelegt – ein paar Extrameter.
  • Als Tabea völlig unterkühlt vom Rad stieg und aufgeben wollte, war mir klar, was zu tun ist. Ich wusste, wenn ich sie aufgeben lassen würde, würde sie wochenlang grübeln: Wäre es nicht doch möglich gewesen zu finishen? Warum habe ich nur aufgegeben? War ich zu wenig trainiert? War ich zu schwach? Ich wusste also: aufwärmen lassen, warm anziehen, motivieren und weiter geht’s!
  • Nach dem Stopp gings etwa 30 Minuten bis die Sonne schien. Tabea bekam heiss und zog einen Grossteil der wärmenden Kleider wieder ab……… Genau, und 20 Minuten später begann es wieder zu regnen, Tabea hatte natürlich alle regenabweisenden Kleider ausgezogen……..
  • Die Rennrad-Strecke führte lange geradeaus, bis wir in ein Dörfchen kommen. Dort biegt die Strecke rechts ab, nach 100m ein grosses, auffälliges Fahrverbot und ein Parkplatz. Dort halte ich an, man erklärt mir, dass die Athleten umkehren müssen. Als ich dies auch Tabea beigebracht habe fährt sie retour, ich unterhalte mich noch kurz und fahre etwa 5min später los. Nach 100m muss ich somit wieder links abbiegen. Da die Strecke aber spontan umgeändert wurde, fehlt dort ein Pfeil. Ich denke: «Hoffentlich ist Tabea hier auch abgebogen!» Danach fahre ich etwa 12km bis ich wieder wende und zurückfahre, bis mir Tabea entgegenkommt. Ich frage: «Hesch di verirrt?» «Jo, wohär weisch jetz Du das scho weder???»…….
  • Dort, wo alle Athleten ankamen und wendeten um sofort weiterzufahren, genau dort hielt Tabea an, um mit Jemandem auf Englisch zu diskutieren: «Warum müssen wir wenden? Gab es Athleten, welche über den Stelvio fahren durften?» Es könnte ja sein, dass sie doch irgendwie rüber fahren könnte……
  • Auf der gesamten Rennradstrecke gab es 4 Baustellen – die italienischen Organisatoren betonten sehr, dass alle 4 auf Schweizer Strassen seien…
  • Oben auf den Pässen, die Rennradfahrer kommen an, werden vom Betreuungsteam in Empfang genommen, setzen sich, lockern die Beine, essen ein Sandwich, ziehen warme und trockene Kleider an und fahren dann 10min später weiter. Alle? Nö, Tabea kommt oben an und sagt: «Bis nachhär» und düst die Abfahrt hinunter.
  • Ich erreiche die Wechselzone zwischen Rennrad und Laufen. Die Wechselzone sei dort in diesem Raum, wird mir erklärt. Der Raum ist eine kleine Kammer mit 2 Bänklein, in welchem sich etwa 6 Männer umziehen. Da erreicht eine andere Frau die Wechselzone, diese wird in ein noch kleineres Räumchen hinter Raum 1 geschickt – dieses Räumchen wäre aber zu eng, damit sich auch Tabea dort umziehen könnte. Also frage ich auf Englisch den Helfer, welcher die Frau in den Raum gewiesen hat, wo es Platz für eine 2. Frau habe. Er weist auf Raum 1 und zuckt mit den Schultern. Also führe ich Tabea genau in den Raum, wo ich ihre Kleider und Schuhe fein säuberlich parat gelegt habe – da kommt der Helfer angerannt und irrt mit uns herum, geht schlussendlich mit uns rund ums Gebäude in ein fast leeres Restaurant, wo wir einen guten Platz erhalten. Den hätte er mir ja von Anfang an zeigen können……
  • Auf der Laufstrecke, O-Ton-Tabea: „Beim nächsten Mal, wenn Du auf mich wartest, kannst Du mir dann….. mitbringen und beim übernächsten mal, also etwa in 5-7km vielleicht dann noch ….. ? „Warten“ hiess: Mit dem Auto losfahren, schauen, wo die Strecke durchführt, einen geeigneten Parkplatz suchen, Essen und Getränke schnappen, zur Strecke und dort Tabea etwas entgegen laufen, fotografieren, Essen oder was auch immer abgeben, ihre Trinkflasche auffüllen, mit ihr mitjoggen, zurück zum Auto.
  • Irgendwann hatte sie wieder so Wünsche für die nächsten beiden Treffen, worauf ich fand: „Dort vorne wollte ich zum Hotel, kurz Infos in die Schweiz weiterleiten, mich umziehen (damit ich nicht in Jeans und Halbschuhen auf die Laufstrecke muss), Wasser nachfüllen und die Laufrucksäcke kontrollieren!“ „Chasch das ned spöter mache?“. Genau, später = Tabea würde am Checkpoint stehen, dürfte nicht weiter ohne Begleiter und Rucksack – und würde sich sehr freuen

  • Ich stehe am Checkpoint, wo die Rucksäcke kontrolliert werden und warte auf Tabea. Ihr Rucksack, den ich ihr mitbringe, ist verdächtig leicht. Meine Kontrolle ergibt, dass die Regenjacke, Mütze und Handschuhe fehlen…….. Die hatte sie am Laufstart aus dem Rucksack genommen, danach aber wieder ins Auto geworfen, wo sie noch lagen. Also sprintete ich zurück zum Auto und hoffte, dass Tabea nicht in der Zwischenzeit am Checkpoint ankommt….
  • «Nie mehr starte ich an so einem Event» sagte Tabea unterwegs zu mir, was mich doch sehr freute! «Emu nümme wenns rägnet»……..
  • Jeder musste eine Stirnlampe mitnehmen. Auf dem Trail über Wurzeln war Tabeas Wahl besonders hilfreich – sie hatte die kleinste und leichteste Lampe dabei, der Lichtkegel erreichte den Boden allerdings nicht….. Zum Glück hatte ich 2 Lampen in meinem Rucksack – Zufälle gibt’sVor dem Rennen: «Tabea, hesch di guet erhout vor Tortour?». «Jo, klar, die chalte Temperature mache mehr vöu meh Angst!» Nach der Tortour; Kopie aus dem Text von letzter Woche: «Ich wusste bereits im Vorfeld, dass es ein gewagtes Spiel sein wird nach der Tortour noch diesen langen Wettkampf zu bestreiten. Aber no Risk no Fun».
  • «An der Finisherzeromonie verwöhnen wir sie mit lokalen Spezialitäten» stand in der Ausschreibung – das war dann Pasta mit Tomaten- oder Bolognesesauce, ein Stück Torte mit Schokolade oder Aprikosenkonfitüre plus eine Orange und eine Nektarine. Wobei dies mit Abstand die beste Nektarine war, welche ich im 2017 gegessen habe!!! Aber insgesamt hatte ich wohl ein falsches Bild von lokalen Spezialitäten...
  •  All diejenigen Sportler, welche die Zeitlimite nicht erfüllt hatten, durften (Naja, dürfen?) am Schluss nicht ins Ziel auf dem Berg rennen, sie drehten eine kurze Schlaufe in Livigno. Sie wurden auch als Finisher geehrt, erhielten aber an der Zeremonie ein schwarzes statt ein weisses Shirt! «Hey, das schwarze sieht viel besser aus als das weisse», falls ich also irgendwann einmal auf die wahnhafte Idee kommen sollte (nein, ist nicht zu erwarten!) und in Livigno starten würde: Ich möchte dann ein schwarzes Shirt! Ist weniger anstrengend und sieht VIEL besser aus :-
  • Ich habe an dem Wochenende wohl gegen 1000km im Auto zurückgelegt, zwei Wochenenden zuvor auch eine gewaltige Strecke als Beifahrer an der Tortour – ich glaube, ich bin nun genügend trainiert um an Formel 1 Autorennen zu starten, mein Saisonziel 2018 ist somit bereits definiert ;-)

  • Apropos Auto: Nachdem unser Auto rundum derart verklebt ist, dass man die weisse Farbe fast nicht mehr sieht, kleben nun ein Tortour- und ein Livignokleber im Innenraum……

  • Tabea meinte die Woche: Also eigentlich denke ich, eines Tages möchte ich schon noch den ganzen Icon absolvieren – also mit dem Stelvio und dem Ziel ganz oben!

 

Icon xtreme Triathlon 2017 in Livigno

verfasst von Tabea am 3. September 2017

Mein letzter Saisonhöhepunkt stand am 1. September auf dem Programm!

2 Wochen nach der Tortour wagte ich mich an den ICON xtreme Triathlon. Dieser besteht aus 3.8km Schwimmen in Livigno auf 1800m.ü.M., 195km Rad/4700hm (Forcala-, Bernina-, Ofen- und Stelviopass und dann wieder hoch nach Livigno) und 38km/1500hm Lauf auf einen Berg bei Livigno.

Ich wusste bereits im Vorfeld, dass es ein gewagtes Spiel sein wird nach der Tortour noch diesen langen Wettkampf zu bestreiten. Aber no Risk no Fun. Als ich ein paar Tage vor dem Wettkampf die Wetterprognosen anschaute, graute es mir. Dauerregen war angesagt! Dauerregen und sogar Schneefall auf über 2500 m.ü.M. Und der Stelvio liegt auf 2800 m.ü.M. Ich versuchte mich mental darauf einzustellen.

Am Donnerstag um 15 Uhr gab es vor Ort ein Briefing, wo alle Fragen beantwortet wurden. Denn auf der Homepage fand man nur spärlich Infos….Zuvor mussten Dinu und ich zu einem kurzen Interview, welches auf Englisch stattfand. Ich wurde gefragt, ob ich wisse, dass dieser Triathlon härter sei wie der Norseman. Lächelnd fand ich, dass ich dies nicht gewusst habe und mir mal gesagt wurde, dass der Swissman härter wie der Norseman sei. Ich dachte somit, dass er Icon für mich machbar sein würde und glaubte nicht so recht an seine Aussage.

Am Briefing danach wurde erklärt, dass es bei der Radstrecke 3 Optionen geben wird und dies wird spontan am nächsten Morgen entschieden, je nach Wetterlage. Das gleiche galt beim Laufen, denn das Ziel wäre auf 3000m.ü.M. Wenn es aber schneien würde, dann wäre es zu gefährlich gewesen und das Ziel hätte ins Tal verlegt werden müssen. Auch beim Schwimmen gabs 2 Optionen. Entweder eine verkürzte Schwimmstrecke infolge zu kaltem Wasser oder eine 5km Laufstrecke. Somit war zu diesem Zeitpunkt alles offen. Man musste spontan sein und sich mit der Situation abfinden. Leider gehört das nicht zu meinen Stärken. Ich plane gerne und mag es nicht, wenn dann plötzlich alles auf den Kopf gestellt wird!

 

Tagwache war bei uns dann um 03:45. Als wir das Hotel verliessen war es sehr kalt und es regnete. Wir fuhren zum Schwimmstart. Wir erfuhren, dass das Wasser nur 12.5 Grad hätte und die Strecke gekürzt werden muss. Ich dachte, dann wir müssten wohl nur 1.9km schwimmen, aber als ich dann nachfragte, hiess es, «nur»3km werden geschwommen. 3km bei 12.5 Grad, ihr könnt euch vorstellen, wie es einem in diesem Moment geht. Natürlich trug man den Neo und ich hatte zum Glück auch Neoprenhandschuhe und Füsslinge dabei. Aber ich war mit diesen Sachen noch nie bei diesen Temperaturen geschwommen.

Im Startgelände brannte ein grosses, wärmendes Feuer (Anmerkung des Supporters: Tabea stand so nahe am Feuer, ich befürchtete schon, dass der Neopren nächstens schmelzen würde….). Im Hintergrund lief mystische Musik. Immer der gleiche Song. Ein Song, welcher Spannung aufbaute, also wirklich ein extrem passender Song. Ich stand dann sicher 30min im Neopren inkl. Füsslingen und Handschuhen und Neoprenkappe am Feuer. Die Vaseline hatte ich natürlich zu Hause vergessen. Aber jemand gab mir netterweise seine und so konnte ich mein Gesicht dick einstreichen. Dann stand man so am Feuer, die Musik im Hintergrund, es war «stockdunkel», man schaute einander in die Augen, man sah die Ängste den Teilnehmer ins Gesicht geschrieben und man wartete auf die «Erlösung». Dieser Moment war magisch, einmalig und der Wahnsinn! Einer meiner Höhepunkte dieses Wettkampfes. Dann gings ans Wasser. 5min standen wir am Rande des Sees und schauten ehrfürchtig ins dunkle Wasser. Von weitem sah man die Bojen, welche ab und zu blinkten. Es gab auch ein paar Boote, die mit Scheinwerfer ausgestattet waren, aber es hiess, wir müssen zu den blinkenden Bojen schwimmen…. Nur sah man diese nicht sehr gut.

Wir erhielten alle einen Leuchtstab, welchen wir an die Badekappe oder den Neopren heften musste, so dass man uns besser sah. Und dann, ja dann gings los. Schritt für Schritt gings ins Wasser. Da ich in der vordersten Reihe war, war ich innert 10s bereits am Schwimmen, währendem die Hintersten noch lange ins Wasser liefen. Die ersten 300m waren schlimm. Zuerst war ich geschockt von der Kälte, dann habe ich enorm viel Wasser geschluckt, dann sah ich dieses blinkende Licht nicht und es war dunkel ;- ). Ich versuchte ruhig zu bleiben und mich auf meinen Schwimmstil zu konzentrieren und suchte einen Athleten, an welchem ich mich orientieren konnte. Mit der Zeit war ich Mutterseelen alleine unterwegs. Ich mitten im dunklen See, ich sah nichts, nur ab und zu ein blinkendes Licht oder einen Scheinwerfer oder die Strassenlaternen am Ufer. All diese Lichter verwirrten mich und ich wusste nie wirklich genau, wo ich hinschwimmen musste. Phasenweise dachte ich: «Was würde jetzt passieren, wenn ich die Panik bekommen würde, oder einen Krampf?» Ich sah keine Rettungsboote in meiner Nähe.

Ich verdrängte diesen Gedanken und schwamm weiter. Dann endlich kam ich zur ersten Boje und plötzlich waren auch 2 andere Schwimmer noch bei mir. Ein Boot mit einem Scheinwerfer zeigte uns den Weg, was ich natürlich nicht wusste. Ich schwamm also immer in das Scheinwerferlicht rein. Plötzlich aber war der Scheinwerfer weg. Kein Licht war mehr vorhanden. Wir waren zu dritt und schauten uns an und riefen: «Where ist he light? I can’t see it! Where is it?!» Leichte Panik konnte man aus den Stimmen heraushören. Plötzlich war der Scheinwerfer wieder da.

Kurz darauf erreichte ich die 2. Boje und ab dann gings zurück. Auf den 1.3km zurück bis ans Ufer gabs keine Bojen mehr. Wir orientierten uns nur noch am Feuer, welches in der Wechselzone brannte. Dies ging dann erstaunlich gut, denn dieses Licht sah man gut im Vergleich zu diesem blinkenden Bojen.

Es wurde nun auch langsam heller. Auf dem Rückweg war nie jemand neben mir. Ich fühlte mich alleine und schwamm so gut es ging zum Schwimmziel. Ich machte gegen die Langeweile immer wieder ein Spielchen, das wie folgt aussah: 10 Armzüge, dann orientieren, 20 Armzüge, dann wieder orientieren…..Die Kälte hatte ich irgendwie ganz vergessen, ich war die ganze Zeit mit Orientieren beschäftig. Ich war aber erstaunt, dass ich nicht kalt hatte. Klar wurden mit der Zeit die Arme und die Finger etwas steif aber ich habe mir das Ganze viel schlimmer vorgestellt. Und dann kam ich am Ufer an. Als 6. Person stieg ich aus dem Wasser. Ich war sehr zufrieden und das Schwimmen war sogleich mein 2. Highlight. Der Wechsel verlief dann sehr lange. Es regnete natürlich immer noch. Ich zog mich sehr warm an. Dies war aber alles andere als einfach, weil alles an mir steif war. Socken anzuziehen dauerte mind. 2 Minuten und so zog es sich hin. Ganze 10min brauchte ich zum Wechseln. Danach hatte ich so kalt, dass ich Dinu sagte: «Ich muss unbedingt noch ans Feuer stehen, sonst werden meine Hände bald nicht mehr auszuhalten sein». Nach insgesamt 13min sass ich auf dem Rad und radelte bei Regen Richtung Berninapass. Ich trug eine super Regenjacke, darunter ein Longshirt, dann Beinlinge und Triathlonhosen, darüber Regenhosen.

Ich kam gut vorwärts, mir war in diesem Moment auch noch warm. Auf dem Berninapass kam dann aber ein mühsamer kalter Wind dazu. Dinu wartete immer wieder auf mich und erkundigte sich, ob alles gut sei. Für die Abfahrt entschied ich mich alles anzubehalten und nur die Handschuhe auszuwechseln. Denn meine Finger waren bereits klatschnass. Die Abfahrt vom Berninapass nach Pontresina war dann kalt. Ich hätte besser was Trockenes angezogen…. Und dann überholte mich eine Frau und dann noch gerade eine 2. Ich versuchte, dran zu bleiben und konnte so die Frauen auch wieder überholen. So fuhren wir die nächsten 30km natürlich immer mit etwas Abstand hinter einander her. Mal war ich schneller, mal die anderen. Dinu wartete dann in Samedan im Auto auf mich. Leider übersah er mich und wartete und wartete auf mich. Und ich war schon lange durch…. Irgendwann merkte er aber, dass er mich wohl übersehen hatte. Ich war dann bereits fast in Zernez, als Dinu von hinten wieder kam. Er gab mir was zu essen und so fuhr ich langsam den Ofenpass hoch. Ein Kollegenpärchen, welches im Engadin Ferien machte, feuerten mich am Ofenpass mehrmals an. Unglaublich, wie das motiviert. Je länger der Pass dauerte, desto kälter wurde mir. Vom Berninapass bis nach Zernez war man recht schnell unterwegs und dort kühlte ich ziemlich aus, wovon ich mich schlecht erholte. Auf dem Ofenpass dachte ich, ich muss nun so schnell wie möglich runter, so dass ich wärmer bekommen würde. Mir war zu diesem Zeitpunkt aber schon richtig kalt und so fuhr ich die ersten Serpentinen runter. Ich konnte kaum mehr Bremsen, meine Hände waren durchfroren und schmerzten. Ich zitterte am ganzen Körper. Nach ca. 3km Abfahrt kam ein Hotel/Restaurant, ich stieg ab dem Rad, Dinu war gerade hinter mir und folgte mir. Ich stand weinend in der Hotelrezeption und erklärte Dinu: «Ich kann nicht mehr!!» Ich zitterte vor mich hin. So kalt war mir schon lange nicht mehr. «Ich beende das Rennen» teilte ich ihm mit. Er meinte dann, dass er mich nun ganz neu einkleiden wird und ichs nochmal versuchen soll…. Ich verschwand dann mal für 10min in der Toilette, wo es einen Handfön hatte. Dies war natürlich keine gute Idee, aber ich hielt die Finger drunter! Ich hätte schreien können…ich tats auch…. Irgendwann waren die Finger aber wieder etwas aufgetaut und ich ging wieder zu Dinu. Er hatte bereits alles Material ausgelegt und ich konnte mich neu einkleiden. Dieses Mal legte ich mich doppelt so warm an. Rennradhosen mit Beinlingen, dannach Skihosen darüber, oben gabs 2 Longshirts, 1 Winddichte Jacke, 1 Primasoftjacke und am Schluss noch eine Regenjacke. Nur die Füsse blieben nass, da ich kein 2. Paar Schuhe hatte. Nach geschätzten 45min Wechselzeit war ich wieder im Stande auf das Rad zu sitzen. Im Kopf stimmte es bei mir ab dann leider nicht mehr so. Ich war mittlerweile sehr weit hinten! Zuvor war ich so gut dran….. und jetzt dümpelte ich irgendwo zu hinderst rum, nur wegen dieser Pause infolge Kälte. Ich fuhr dann etwas demotiviert den Ofenpass runter. Ca. 10km vor Prad, wo es auf den Stelvio hätte gehen sollen, kommen mir Athleten auf dem Rad entgegen. Ich dachte nur «Häää?!» Nach dem 4. Athleten begriff ich, dass wir wohl den Stelvio nicht fahren dürfen. Und so war es. In Prad mussten wir kehren und die ganze Strecke wieder zurückfahren!!!! 35km bis auf den Ofenpass, dann gings hinten runter und dort mussten wir durch den Tunnel nach Livigno. Das war wirklich hart, das mental durchzustehen. Ich freute mich so sehr auf den Stelvio. Und jetzt mussten wir diesen langweiligen Ofenpass hochfahren! Auf dem Stelvio lag Schnee, dies war die Begründung. Also auf 2700m.ü.m. liegt Schnee - smit war für mich in diesem Moment klar, dass auch die Laufstrecke nicht wie geplant gelaufen werden könnte, das Ziel wäre ja auch auf 3000m.ü.M. Somit würde es einen mehr oder weniger flachen Marathon geben - das wäre mein grösstes Problem wegen meiner Ferse. Berghoch geht, aber zu lange flach und hoch und runter laufen ist Gift. Dies alles trug dazu bei, dass es für mich mental echt schwer war, das Ganze durchzuziehen. Ich konnte mich so schlecht motivieren wie selten. Ich dachte oft ans Aufhören. Spass hatte ich schon länger nicht mehr. Mir war es zu kalt und zu nass. Aber irgendwie fuhr ich weiter. Dinu köderte mich immer wieder mit gutem Essen. Mal gabs Schoggi, mal frische Mangostückli, mal Silserbrötli, dann wieder ein Schoggistängeli oder ein Snickers. Es war jedes Mal eine Überraschung, was er mir beim nächsten Mal hinhalten würde

Kurz vor dem Ofenpass erfuhr ich, dass in Livigno 2 Laufrunden gelaufen werden müssen, da es Schnee auf 3000m.ü.M. hätte. Genau, meine Befürchtung wurde zur Wahrheit!

Meine Beine waren mitlerweilen sehr müde, ich kam sehr langsam vorwärts. Wahrscheinlich war das die Bestätigung dafür, dass ich mich noch nicht genug erholt hatte von der Tortour. Auf der Abfahrt vom Ofenpass runter zog ich wieder neue Handschuhe an inkl. Abwaschhandschue darüber, weil die waren wasserdicht. Unten wartete bereits Dinu. Ich musste das Rad ins Auto laden, um durch den Tunnel zu fahren, welcher uns nach Livigno führte. Nach dem Tunnel hiess es, wieder das Velo aus dem Auto nehmen und zurück nach Livigno fahren. Ich war mir sicher, dass das Etappenziel nun in Livigno sein würde. Aber mit dieser Annahme war ich falsch. Denn in Livigno gings dann noch 500hm hoch bis zur Wechselzone. Wenn man nicht mehr damit rechnet, dann wird’s wirklich hart. Nach ca. 10 Stunden kam ich dann in der Wechselzone an. Dinu führte mich in einen Umziehraum, wo ich mich wiederum ganz neu bekleidete.

 

Von 2200m.ü.M. führte die wunderschöne Laufstrecke innert 7km runter nach Livigno (1800m.ü.M.). Kieswege, manchmal Waldweg, teilweise am Fluss entlang - also wirklich sehr abwechslungsreich. Meine Beine waren schwer wie Blei. Nach 8km sah ich dann Dinu wieder, welcher mir ein Snickers brachte. Ich genoss dies joggend, war dabei aber nicht sehr schnell unterwegs. Wenn ich 6min pro km hatte, dann war das schon schnell. Phasenweise musste ich auch kurz gehen. Die ersten 10km hatte ich nach 1h10, damit war ich eigentlich noch zufrieden. Bei km 15 passierte dann der grosse Fehler! Ich hatte zuvor die Laufstrecke genau studiert. Bei km 15 war unser Hotel. Dort musste ich vorbei und ca. 2km weiterlaufen und dann wenden und wieder zurück zum Hotel. Kurz vor dem Hotel gabs noch einen Verpflegungsposten, 500m später war eine Zeitmessmatte am Boden mit einem Pfeil, worauf ein Pfeil zurück zu sehen war! Daneben sass ein Streckenposten. Ich sah das und dachte: «Ah, das isch iz da,wo mä när uf dr 2. Laufrundi muess wändä» und lief dort ganz selbstverständlich vorbei weiter geradeaus. Der Streckenposten reagierte nicht, ich fand es nur bald seltsam, dass ich alleine unterwegs war. Nach ca. 1.5km gabs dann wirklich einen Pfeil, so dass ich nicht an der Strecke zweifeln musste. Doch kurz danach war kein Pfeil mehr zu sehen und ich war auf der Hauptstrasse. Ohne zu überlegen joggte ich einfach wieder zum Hotel zurück, weil ich ja wusste, dass ich dort wieder vorbeikommen hätte müssen. Und Dinu stand dann auch schon dort und verärgert sagte ich ihm, dass ich die Strecke nicht mehr gefunden hätte. Er wies mich dann wieder zum Verpflegungsposten und ab dann war ich wieder auf der richtigen Strecke. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ich diese 4km umsonst gemacht hatte. Dies realisierte ich erst am Tag danach, als ich auf Strava die Laufstrecke der anderen ICON-Athleten anschaute und die etwa 4km weniger gelaufen waren. Dem ging ich dann nach und ich fand schnell den Fehler - der Wendepunkt damals hätte auch für die 1. Runde gezählt! Wie blöd kann ich da nur sein diesem Punkt einfach vorbei zu laufen, obwohl ich die Zeitmatte und den Wendepunkt gesehen hatte…. So verlor ich nochmals mind. 30min und war noch weiter hinten. Hätte ich das zu diesem Zeitpunkt gewusst, dann hätte ich wohl geschrien!

Dinu teilte mir vor diesem Fehler noch mit, dass die eine Frau nicht weit vor mir sei. Jetzt war sie natürlich wieder sehr weit vor mir…. Die nächsten 5km waren dann sehr schwierig, Es ging steil hoch und dann wieder runter. Alles auf Singletrails, meine Ferse und die Knie begannen zu schmerzen. Es zog sich hin, für diese 5km brauchte ich lange. Nach 27km kam ich dann in Livigno an, wo Dinu mit mir die 2. Runde Laufen musste. Wir mussten beide je einen Laufrucksack mit Ersatzkleidern, Verpflegung, 1l Getränk und weitere Dinge mitnehmen. Wir konnten nicht verstehen, warum wir für die noch 12km so viel Material mitschleppen mussten. Denn auf den Berg ging es ja nicht. Der Streckenposten sagte uns, dass wir noch 12km zu laufen hätten. «12km bis ins Ziel» dachten wir. Die 2.Runde war dann extrem hart. Die Beine wurden noch müder, ich (und somit gezwungener Massen auch Dinu) war sehr langsam unterwegs. Es war mittlerweile schon dunkel. Die letzten 5km waren wieder die coupierte Strecke der ersten Runde. Wir wanderten alles, da unsere Stirnlampe leider nicht sehr viel Licht hergab und mir jeder Schritt weh tat. Dann endlich, noch 1km bis nach Livigno, wo wir das Ziel erwarteten. Ich versuchte noch einen Endspurt zu machen. Ich sah den Zielbogen. Wir liefen durch. Aber es war kein Speaker dort. Keine Leute, nichts. Wir schauten uns an und sagten etwas enttäuscht: «Huch, das isch aus? Nid grad viu….»

Etwas weiter hinten stand ein weiterer Streckenposten. Ein Mann der keine Ahnung vom Rennen hatte, aber uns irgendwie mitteilte, dass wir dort hinten hoch rennen müssten. Wir fragten noch: «wohin hoch»? Er sagte nichts und zeigte nur hoch. Wir sahen dann ICON Fähnchen, welche der Gondel entlang schnurgeradeau und steil den Berg hoch ausgesteckt waren. Wir sahen auch schon die Lichter erste Zwischenstation der Bahn und dachten, wir müssten einfach noch dort hoch gehen. Fast auf allen Vieren wandelten wir den dunkeln Berg hoch. Endlich, nach etwa 20min, erreichten wir die Zwischenstation der Gondel, aber dort war nichts! Keine Finishline. Nichts. Wir schauten uns ungläubig an: «Das kann doch nicht sein, jetzt geht es in allem Ernste noch weiter hoch, das ist doch ein schlechter Witz!» Leider war dieser Witz die knallharte Wahrheit! Weit oben sahen wir plötzlich weitere Stirnlampen leuchten. Die waren wirklich sehr weit oben. Mir gings gar nicht mehr gut. Ich war total müde, meine Beine waren total kaputt, am liebsten wäre ich an den Boden gesessen und hätte geschlafen. Aber wer hätte mich dort retten können? Niemand war weit und breit. Dinu und ich waren alleine im Dunkeln irgendwo am Berg unterwegs. Das einzig «sinnvolle», das uns blieb, war hoch zu gehen. Einfach Schritt für Schritt! Kein Wort sagte ich mehr, Dinu neben mir schwieg auch. Ich kämpfte mit mir, hatte keine Kraft mehr zum Sprechen. Und dann, nach ca. 600hm und einer weiteren Stunde unterwegs, sahen wir Fahnen und Fackeln. Ich hatte das Gefühl, ich sei wohl nun im Paradies angekommen. Ich fühlte mich nicht mehr unter den Lebenden. Ich wankte den Fahnen entgegen. Die Fackeln unterwegs wiesen uns den Weg. Und dann, die letzten 100m waren wieder so steil, dass ein schnelles Gehen unmöglich war. Dinu meinte noch, ich solle einen Zielsprint machen, wie ich ihn sonst jeweils mache. Keine Chance, meine Kräfte waren am Ende.

Es lief die gleiche mystische Musik wie bereits beim Schwimmstart! Dieser Moment war magisch! Wahnsinnig! Ein unglaublich schöner Zieleinlauf kurz nach 23 Uhr! Tot müde fiel ich Dinu in die Arme. Irgendwie glücklich, lebend oben angekommen zu sein, irgendwie enttäuscht, nicht schneller gewesen zu sein, irgendwie verärgert, dass ich so eine lange Pause beim Rad einlegen musste und einfach froh, endlich etwas näher beim Bett zu sein. Zum Glück wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht, dass ich freiwillig noch 4 km mehr gerannt war… Humpelnd liefen wir zum Bergrestaurant. Wir traten ein und es wurde gejubelt und applaudiert. Ich bin wirklich etwas erschrocken und wusste nicht, warum die applaudierten. Denn ich war ja nicht erste und meine Zeit war recht schlecht… Aber später merkten wir, dass die Athleten und Betreuer im Restaurant jedem applaudierten, der dort rein gekommen ist. Wir erhielten frische Pasta. 2 Teller bestellte ich, da die Portionen nicht sonderlich gross waren.

Um 01.30 waren wir dann endlich im Bett, um 09:00Uhr ging bereits wieder der Wecker, da die Zimmerabgabe um 10 Uhr war.

Die Finisherzeremonie um 13 Uhr war eindrücklich. Jeder der Athleten wurde persönlich auf die Bühne gerufen. Jeder! Die Wettkampfzeit wurde nie erwähnt. Es war zweitrangig, wie lang man hatte. Es gab auch keine Siegerehrung. Lediglich gesagt wurde, dass dies die schnellste Frau und dies der schnellste Man war. Jeder der oben angekommen ist, war somit ein Sieger. Dieser Gedanke ist sehr schön und hat auch mir gezeigt, dass es eine gute Leistung war, oben anzukommen, obwohl meine Erwartungen dieses Mal nicht erfüllt werden konnte. Es wurden sogar diejenigen 6 Sportler geehrt, welche von Livignio aus nicht mehr auf den Berg rennen durften, weil die Zeit nicht mehr gereicht hätte. Diese erhielten ein schwarzes Finishershirt während wir anderen ein weisses erhielten – und auch die Sportler wurden auf die Bühne gebeten und wurden wie Helden gefeiert! Wir alle waren Icons – Ikonen!

Dinus Supporterbericht lest ihr dann nächste Woche – der braucht wieder länger!

Bilder gibt es in der Galerie.

 

Amsterdam

verfasst von uns Beiden am 27. August 2017

Nach der strengen Tortour war für uns «Pause» angesagt. Die Pause sah so aus: Montagvormittag arbeiten, Montagnachmittag: Flug nach Amsterdam, wo wir bis und mit am Donnerstag Kurzurlaub mit einem Kollegenpärchen verbrachten. Tabea holte eine extra Portion Adrenalin in einem spektakulären Achterbahnpark, während Dinu es eher ruhiger anging. Am Donnerstag stand dann das härteste Training der Woche an. Der Sprint vom Bus, welcher unterwegs wertvolle Zeit vergeudet hatte bis zum Zug, welcher in dem Moment losfuhr, wo Dinu auf den Knopf drückte. Somit waren wir erst um 22:30 statt um 22 Uhr zu Hause. Nach der Aus- und wieder Einpackschlacht gings am Freitag zur Arbeit und danach nach Spiez, wo wir 2 Tage bei toller Musik am Seasidefestival geniessen konnten. Übernachten durften wir bei einem Kollegenpärchen, welches in Spiez wohnt. Tabea nahm das Training am Samstag wieder auf und schwamm 3.3km im Thunersee herum, während Dinu eine Joggingrunde einlegte. Am Sonntag schnallten wir uns seit langem wiedermal die Inlines um die Füsse.Ein paar Fotos findet ihr hier:

TORTOUR

verfasst von Tabea am 21.08.2017:

Die Tortour trägt zu recht diesen Namen: 1000km und 13000hm sind die Eckdaten dieses Radrennens, welches in Schaffhausen startet und auch dort wieder endet. Natürlich gab es viele Hochs und Tiefs. Wir waren aber auch 41Stunden unterwegs mit fast keinem Schlaf. Da erklären sich die Tiefs etwas besser. Auch das Wetter war sehr abwechslungsreich. Von Hitze bis zu starken Regenfällen und Gewittern hatten wir alles dabei. Nur der Schnee fehlte.... Aber jetzt mal von vorne.

 

Am Donnerstagmorgen wurde ich von unseren 2 Supportern um 10Uhr  (wir hatten 4 Supporter im Einsatz. Die erste Hälfte machten 2 Supporter und die andere Hälfte die anderen) zu Hause abgeholt. Eine Stunde zuvor rief mich Cornelia (meine Tortour-Partnerin) an und fragte, ob ich wisse, dass wir Reflektoren am Velo brauchen? Ob ich solche habe? Ich war erstaunt über die Frage, wusste nichts davon. Auch auf der Homepage der Tortour fand ich keine Infos darüber, dass wir solche Reflektoren brauchen würden. Schlussendlich nahm ich das Telefon in die Hand und rief das OK der Tortour an, welches mir dann sagte: „Ohne Reflektoren = keinen Start“. Mir wurde gesagt, dass diese Info im Handbuch stehe. Handbuch?! Das habe ich nie gesehen! Ich hatte das Reglement gelesen und das Routebooklet, aber ein Handbuch habe ich völlig übersehen auf der Homepage. Das Handbuch hatte über 30 Seiten und das musste ich nun noch durchackern. Coni machte noch einen Umweg zu Ihrem Velomech und organisierte Reflektoren. Mit ca. 20min Verspätung fuhren wir los. Im Auto las ich dann das Handbuch mit einem mulmigen Gefühl durch. Ich hatte Angst, dass dort noch anderes drin stehen würde, was wir für eine Start brauchen und wir nicht hatten. Und schon kam der 2. Punkt. Supporter-Reflektoren-Westen! Diese mussten durch uns gestellt werden! Ich war der Meinung, wir würden  die von der Tortour erhalten. Somit mussten wir einen weiteren Stopp bei einer Tankstelle einlegen, um 2 Westen zu kaufen.

 

Dann kam der nächste Punkt, die Athletenerklärung muss man unterschrieben beim Check-In abgeben! Wir hatten die natürlich auch nicht dabei.... Und so gab es noch ein paar Punkte, wo wir einander fragend anschauten und sagten: Hesch du das gwüsst?! Das darf mä de im Fau nid!? Ich war also auf der ganzen Autohinfahrt völlig im Stress. Coni schlief neben mir wie ein Stein...... Um 12.55 kamen wir dann in Schaffhausen an. Noch 5min hatten wir bis zum Check-In Ende!!!! Es reichte aber und das mit der Athletenerklärung war dann auch nicht so schlimm. Sie drucken uns eine aus und wir konnten die unterschreiben! Es ging dann weiter mit Pastaparty und im Anschluss war das Athletenbriefing.

 

 

Um 15.55 fand der Prolog statt. Dieser ist nur 1km lang und startet beim Rheinfall in Neuhausen. Dieser wird lediglich durchgeführt, um die Startzeit festzulegen. Coni und ich waren uns aber einig, dass wir den nur locker fahren und so machten wir das auch. Die Stimmung auf dem einen Kilometer war super. Viele Leute applaudierten und die Kulisse mit dem Rheinfall war auch atemberaubend.  Wir liessen den Abend bei einem feinen Essen ausklingen und waren um ca. 22Uhr im Bett. Ich konnte erstaunlich gut schlafen.

 

Um 01:30 ging dann der Wecker. In der Jugi gabs noch ein Frühstück für die Tortour-Teilnehmer. Wir mussten 15min vor unserem Start um 2:30 Uhr vor Ort sein. Um 02.25 standen wir auf der Bühne, wo es losging. Kurz vor dem Start realisierten wir, dass das Navi von Coni nicht geht. Auf den ersten 2 Etappen brauchte man zum Glück noch kein Navi, da die Strecke ausgeschildert war. Aber danach ist man zwingend auf ein Navi angewiesen. Wir hatten also zu diesem Zeitpunkt noch keine Lösung, wie wir das mit den Etappen von Coni machen würden. Ein kurzes Interview folgte und dann gings los. Die erste, mittlere und letzte Etappe mussten wir zusammen fahren. Wir fuhren eher gemütlich los, wir wollten ja nicht schon überpacen. In unserer Kategorie war leider nur ein anderes Frauenteam unterwegs. Wir hatten also praktisch keine Konkurrenz. Uns war es aber auch ziemlich egal, ob wir oder sie schneller waren. Aber auf der 1. Etappe war das andere Frauenteam immer um uns herum. Auf der Fläche waren sie schneller, am Berg etwas langsamer. Sie hatten aber auch mehrere Räder dabei. Ein Triathlonrad für die Fläche, ein Bergrad für die Berge. Wir hatten das nicht. Wir fuhren alles mit einem Rad:-). Viele andere Teams hatten verschiedene Velos und Wechselräder dabei, solche mit hohen Felgen oder eben auch nicht. Dies macht natürlich Sinn auf den flachen Etappen. Man kann so viel Zeit herausholen. Aber das Ganze hat halt auch einen finanziellen Aspekt. 

 

Die 2. Etappe fuhr auch Coni, während dieser Etappe konnte ich fast 2 Stunden schlafen und ich fühlte mich danach recht gut.

 

Die 3. Etappe führte mich dann von Unterwasser nach Chur. Ausser dass ich mit etwas Gegenwind kämpfen musste, erging es mir auf dieser Strecke gut. In Chur kam dann wieder Coni zum Einsatz. Sie musste nach Disentis fahren. Da sie kein Navi hatte, mussten wir am Anfang vor ihr herfahren, damit sie den Weg fand. Bald mal wars dann aber nicht mehr schwierig, denn es führte nur eine Strasse nach Disentis. Ich verpflegte mich im Auto wiederum gut und legte mich hin. An Schlafen war aber nicht mehr zu denken.

 

Die 5. Etappe war dann meine Königsetappe. Sie führte über den Oberalppass und auf den Sustenpass. Bis auf die letzten Kilometer am Sustenpass ging es mir super. Denn dort war es unglaublich heiss, meine Knie schmerzten, in meinem Magen hatte ich immer ein Stechen. Ziemlich erschöpft kam ich dann oben an. Coni hatte dann eine Berg-Runter-Etappe bis Interlaken.

 

In Interlaken gabs einen Loop zu fahren. Und zwar musste ich den Beatenberg fahren. Zum Glück zogen Wolken auf und ich konnte die Steigung auf den Beatenberg den Umständen entsprechend recht gut hochfahren.

 

In Interlaken wechselten wir dann wieder und Coni fuhr nach Bulle. Bereits am Thunersee fing es an Regnen. Ein riesen Gewitter war über uns. Und die arme Coni war am pedalen, was das Zeug hielt. Die Wellen im See waren so hoch. Man hätte meinen können, wir sind am Meer. Es war ein riesen Spektakel und Coni war leider mitten drin. Sie musste im Regen den Jaunpass hoch. Es war bereits dunkel. Immer wieder kamen heftige Regengüsse; Coni kämpfte sich tapfer hoch. Da Coni kein Navi hatte, mussten wir ihr den Weg zur Timestation in Bulle weisen. Damit ich aber genügend Zeit hatte, um mich auch parat zu machen, telefonierten wir unseren neuen Supportern (die stiessen ja in Bulle zu uns), dass sie mit einem Auto auf den Jaunpass fahren sollen und sie dann Coni den Weg leuchten könnten. So machten wir das und der Wechsel in Bulle fand ohne grössere Probleme statt.

 

Die Nachtetappe über den Col du Mosses war eindrücklich. Ich fuhr selten so lange in der Dunkelheit. Die Müdigkeit wurde auch immer mehr, aus diesem Grunde war es recht hart, dort hoch zu fahren. Der Regen liess aber zum Glück etwas nach. Die Abfahrt nach Aigle war eher langsam, da ich nur meinen Veloscheinwerfer hatte. Das Supporterauto musste bereits nach Aigle, damit sich Coni parat machen konnte.

 

Um ca. 01.00 traf ich in Aigles ein und Coni schwang sich mit mir aufs Rad. Denn die nächsten 50km durften wir zusammen bestreiten. Wir waren nun beide müde und schnell kamen wir nicht mehr vorwärts. Das andere Frauenteam war bereits über alle Berge. Wir fuhren ab jetzt einfach unser Rennen mit dem Ziel ins Ziel zu kommen. Kurz vor Montreux hatten wir einen Platten, welcher von unseren Supportern sehr schnell gewechselt wurde (Schlauch).Nach diesen für mich insgesamt 100km gabs dann in Morges endlich mal wieder eine Ruheetappe.

 

Kurz nach 06.00 stieg ich in Baumles wieder aufs Rad. Einen schönen Aufstieg nach St-Croix folgte. Dieser ging mir wieder recht gut. Auf der Fläche hatte ich immer mehr Mühe, aufwärts waren die Beschwerden besser zu ertragen.

 

In Le Locle kam dann wieder Coni zu ihrem Einsatz. In Reconvillier war wieder ich dran. Die Strecke führte mich nach Delemont und dann via Gänsbrunnen nach Balsthal. Nun war ich wirklich sehr müde. Mein Po und meine Knies machten mir Sorgen. Meine Beine waren müde und wollten nicht mehr so richtig in die Pedale drücken. Mental wurde es definitiv schwieriger. Aber ich freute mich auf Balsthal, denn dort sollten ein paar Kollegen plus meine Eltern auf mich warten. Diese Motivation war Gold wert. In Balsthal liessen wir uns dann sicher 30min Zeit um mit den Leuten vor Ort zu sprechen. Somit kam ich natürlich auch nicht zu Schlaf, denn wir mussten danach so schnell wie möglich zur nächsten Timestation in Laufenburg fahren.

 

Meine letzte Alleinfahr-Etappe stand nun auf dem Programm. Laufenburg-Glattfelden. Mit einem 30er Schnitt kam ich in Glattfelden an und war äusserst zufrieden.

 

Die letzte Etappe durften wir dann wieder zusammen fahren. Es kamen also nochmals 48km zusammen. 48km die nicht mehr enden wollten. Ich hatte richtig Mühe mit meinem Kopf. Mental konnte ich wirklich schlecht arbeiten zu diesem Zeitpunkt. Ich war zu müde und zu erschöpft. Ich hatte das Radfahren satt. Hätte nur noch ins Bett wollen. Aber es waren noch 30km vor uns. 30km können unglaublich lange sein, wenn man nicht mehr mag. Dann endlich kamen wir in Schaffhausen an, aber dort mussten wir noch eine 12km Schlaufe anhängen!! Ein paar fiese Gegensteigungen gabs natürlich auch noch. Aber dann kamen wir überglücklich im Zielgelände an!

 

Ich fuhr in diesen 41Stunden insgesamt 7010 Höhenmeter, 550km und war 22 Stunden 20min unterwegs...

 

verfasst von Dinu am 21.08.2017:

Dinus Erkentnisse und Ideen rund um die Tortour:

 

  • Supporter Chrigu war der Wahnsinn - immer gut vorbereitet, dazu das Auge für die besten Fotos, stets ruhig, der King der Strasse und technisch auf der Höhe. Als ich z.B. das erste Mal ins Auto einstieg steckte sein Smartphone bereits in der Halterung im Auto und zeigte, wo wir gerade sind und wo die Route zur nächsten Wechselzone durchführt - nicht etwa die direkteste Route sondern die Route der Radfahrer! Nebenbei erwähnte er, dass die Halterung auch seine sei, die er vorhin gerade installiert hatte! Ich staunte nur noch!
  • In Zukunft wird es die Kategorie "E-Bike" geben - die ersten 95km fahren die mit Strom, dafür haben sie es danach, wenn die Batterie zu Ende ist, etwas schwerer :-)
  • An der Tortour kamen unsere Ladies jeweils in der Wechselzone an, übergaben den Chip, setzten sich hin (oder schauten auf dem Navi, wie die Durchschnittsgeschwindigkeit war) und wechselten die Kleider. Die verschwitzten kamen in einen Sack - am Sonntag landeten die feuchten Kleider dann in unserer Waschküche! Ich war ja an vielen Sportanlässen und habe Einiges erlebt! Aber so gestunken hat es in unserer Waschküche noch nie!!!
  • Samstagabend, wir erreichen Schaffhausen, wo wir die Ladies im Ziel in Empfang nehmen sollen. Idealerweise sollte in der Jugi das Zimmer bereits bezogen sein - ihr dürft ja 3x raten, wer die 4 Betten anziehen durfte, damit wir das dann nach 23:00 nicht auch noch erledigen mussten..... Zurück zu den Stärken!
  • Die beiden kamen im Ziel an, gratulieren sich, lassen sich von uns gratulieren, dann fragt Tabea: "Und was mache mer jetze?". Logo, sie als Triathletin wollte wohl danach auf die Laufschuhe wechseln und eine Runde Joggen gehen.....
  • Es war am letzten Dienstagabend, Tabea erklärt mir um etwa 23:00 irgendetwas, mir fielen fast die Augen zu. Dabei dachte ich: Na toll, ich bin jetzt schon übermüdet, Mittwoch und Donnerstag werden streng, am Freitag muss ich um 6:00 aufstehen, zur Arbeit, am Abend nach Bulle fahren, als Supporter den Einsatz starten durch die ganze Nacht und den ganzen Freitag - wenn das nur gut kommt.
  • Ich hatte ja die Hoffnung, dass wir in der Wechselzone jeweils so 1h Zeit haben um uns auszuruhen, bis dann der Wechsel stattfindet........ Die Realität sah dann anders aus - 2x 5min Pause gabs für uns.
  • Trotzdem wars erstaunlich, wie wir dank Adrenalin nur selten eine Krise hatten! Chrigu ist fast die ganze Strecke am Steuer gesessen und ich habe fotografiert, die Ladies verpflegt, zum Schlafen gebracht (sonst hätte die eine die ganze Zeit am Smartphone verbracht),organisiert, etc. - so viele Stunden ohne Schlaf! Am Samstagabend waren wir dann dementsprechend Müde!
  • Tabea meinte ja zuvor, dass sie die Tortour 1x machen würde. Ausnahme sei höchstens, wenn ich mit ihr im Couple starten würde. Während dem Rennen fand sie dann, das sei etwas vom Härtesten, was sie je gemacht habe - das mache sie nie wieder........ Ob sie sich daran halten wird?
  • Auch gesagt hat sie, dass sie die nächsten 2 Wochen auf kein Velo mehr sitzen wird!

 

 

 

Sportanlässe bis zum Abwinken

verfasst von Dinu am 14.August 2017

Am 10.6.2017 kam ich am Bieler Hunderter im Ziel an – seither startete ich an keinem Wettkampf mehr – bis am vorderen Wochenende, als ich am Glacier 3000 startete. Ich hatte mit Tabea vereinbart, dass ich mich im Juni und Juli erhole, und wenn ich gerade dran bin, erhole ich mich für sie auch etwas – sie hat etwas weniger Zeit dafür.
Nach dem es am Samstag beim Glacier so gut lief stand ich am Montag schon wieder hinter einer Startlinie! Der Berner Berglaufcup stand letzte Woche an – jeden Abend wird ein Rennen auf einen Hügel rund um Bern durchgeführt. Familiär aber perfekt organisiert und mit Charme – aber brutal hart. Wie z.B. am Montag, wo man auf 3,6km 310 Höhenmeter zurücklegen musste – von Wabern auf den Gurten. Da hast Du keine Zeit zum Überlegen oder taktieren, denn nach etwas mehr als 20min bist Du im Ziel! Wenn die Beine nach 200m zu brennen beginnen ist das der Vorgeschmack auf das, was die Woche noch so bringen könnte!
Wir kennen aber immer wieder viele der Teilnehmenden – und so kurze, harte Einheiten sind auch gute Trainings, um an seiner Geschwindigkeit zu arbeiten!
Am Gurten lief es mir hervorragend, ich war fast 1,5min schneller wie im Vorjahr, ich war zufrieden!
Tag 2, Dienstagabend, wir sind auf dem Weg zu Etappe 2, Ziel auf knapp 1000müM, die Bütschelegg. Tabea, welche wieder mehr Schmerzen an ihrem Fuss hat, erzählt von ihrem Tag: «Ich hatte heute Mittag einen Termin bei der Physio, die hat meine Beine ordentlich durchgeknetet, ich habe jetzt noch Schmerzen!» «U so wottsch Du hüt starte???» «Jo, klar, oder meinsch, es sig ned sinnvoll?».
Nach einem kurzen Gespräch drehen wir um, holen Tabeas Schwimmsachen, sie setzt mich am Bahnhof in Bern ab, sie geht schwimmen und ich an den Berglauf.
Das Rennen auf die Bütschelegg führt über eine längere Strecke und zählt als das Härteste der Woche, dementsprechend hat man zu kämpfen unterwegs. Aber ich bin knapp 45sek schneller als 2 Jahre zuvor – im Vorjahr war ich nicht gestartet! Nur 45 Sekunden? Beim Gurten war ich ja 1,5 schneller als im Vorjahr? Ein Blick auf die Rangliste zeigt: Ich war am Gurten zwar 1,5min schneller wie 2016 ABER über 1min langsamer wie 2015!! Schock! Naja, bei der Bütschelegg war ich ja nun schneller wie 2015, immerhin!
Am Mittwoch musste ich länger arbeiten, ich konnte so nicht starten und auch Tabea verzichtete auf den Start und drehte stattdessen eine längere Radtour über den Gurnigelpass.


Am Donnerstagabend sass ich dann in einem bequemen Lehnstuhl, genoss eine Modenshow und dachte an all die Armen, welche sich zeitgleich auf den Bantiger hochquälten! Denn wir halfen Tabeas Bruder einen Anzug für seine Hochzeit auszusuchen! Davon gibt es leider keine Bilder – die dürfen wir ja nicht herumzeigen.
Freitagabend, die letzte Etappe des Berglaufcups stand an! Der Ulmizberg hat mehrere flache Passagen oder führt teilweise sogar leicht abwärts, dafür sind die Anstiege umso steiler. Im Vorjahr gelang mir dort das beste Resultat – und ich konnte mich tatsächlich noch steigern. Oben kam ich völlig ausser Atem an, musste eine Weile hinsitzen aber war happy, auch die Strecke geschafft zu haben. Auch Tabea konnte sich verbessern, was sie etwas versöhnlicher mit dem Ausgang der Woche stimmte. Beim anschliessenden Pastaplausch (ein Rennen, wo die Pastaparty hinterher durchgeführt wird, ist also auch toll!) gabs viel zu plaudern.


Am Samstagmorgen verschwand Tabea mitsamt unserem Auto nach Burgdorf – sie wollte mit einem Kollegen am 100x100m-Schwimmen teilnehmen. Dass sie, statt wie geplant 5km zu schwimmen schlussendlich fast 7km zurücklegte, überrascht wohl Niemand?
Ich durfte dann mit dem Fahrrad nachreisen, ein gemütliches aus- oder einrollen nach Burgdorf. Ab da fuhren wir mit dem Auto an den malerischen Baldeggersee, wo ein Inlinerennen stattfand. Es gab 2 Startblöcke: Startblock 1 für alle, die für die 39km über 1h und 18min benötigen würde und 15min später alle diejenigen, welche schneller sind. 1h 18min entsprach 30km/h – etwa das Tempo, das ich als realistisch empfand. Und nun? In das langsamere Feld, welches mit den Kurzdistänzlern (2 Runden um den See statt 3) gestartet wird, mit dem Risiko, dass ich die letzte Runde alleine drehen muss? Oder zu den Schnelleren, mit dem Risiko, dass alle zu schnell sind? Ich entschied mich für das langsamere Startfeld.
Bei Start stand in der ersten Reihe die Juniorenkategorie, welche ich auf den ersten 2km überholen musste. Danach fuhr ich eine Weile alleine, überholte 2 Gruppen und fand ein Grüppchen, wo ich mich wohl fühlte.
Nach 2 Runden wurde gesprintet wie wild, danach waren wir noch zu viert, alle anderen durfte nach 2 Runden das Rennen beenden. Wir harmonierten gut, wobei die 2 Frauen nicht so viel Windschatten hergaben.
Ich kam aber recht erschöpft aber happy im Ziel an. Ich hatte knapp weniger als 1h 16min gebraucht, was also für den schnelleren Startblock gereicht hatte. Ich war somit deutlich über 30km/h unterwegs gewesen – was sich immer wieder überraschend anfühlt.


Am Sonntag stand in der Agenda: Rennradtour mit Eike und Daniela – «es gmüetlechs Usfährtli», wurde mir versprochen. Da die Beiden aber absagen musste (das anschliessende Abendessen zu viert konnten wir aber geniessen), waren wir nun zu zweit unterwegs. Wir entschieden uns für ein kurzes aber knackiges Biketraining: 1h mit ein paar harten Intervallen war geplant! Tabea hatte am Freitagabend noch davon erzählt und es gab tatsächlich Leute, die das Tabea nicht zutrauten, dass sie nur eine Stunde trainieren würde.
Zuerst begann es mit Einfahren. Nach etwa 5min fuhren wir auf eine steile Rampe zu – „Lockeres Einfahren?“, fragte ich. „Ja, wir müssen doch warm werden“, kam die Antwort. Tabea liess sich aber überzeugen und wählte eine Ersatzroute.
Nach 30min waren wir wieder unterhalb einer steilen Rampe. Dort gibt es 3 steile Anstiege von unterschiedlicher Länge, welche parallel verlaufen. Jeder dieser Anstiege durften wir nun „zügig“ hochfahren, bis die Beine und Lunge brannten – oder noch etwas mehr! Ein wirklich hartes Training, meine Beine brennen immer noch (und sie brannten schon zuvor, Nachwehen vom Inlinerennen/Berglaufcup). Danach gabs lockeres Ausfahren so dass wir nach 1h 20min wieder zu Hause waren. Alles klar, oder? Sie hat sich also erstaunlich gut an die 1h gehalten!
Den Tag haben wir dann bei einem leckeren Abendessen oberhalb des Thunersees ausklingen lassen.
Das waren somit 5 Wettkämpfe in 8 Tagen – nun mache ich mit erholen weiter – das finde ich angenehmer!
Wobei, diesen Freitag muss ich früh zur Arbeit, nach der Arbeit mit dem Auto nach Bulle, dort steige ich als Betreuer an der Tortour ein, fahre die ganze Nacht bis und mit Samstagabend Auto! Das wird auch streng – wobei Tabea ja dann die meiste Zeit Rad fährt! Als Teilnehmerin in einem 2er-Team startet sie an der Tortour, welche um Mitternacht in der Nacht auf Freitag starten wird! Da ist mein Job ja wirklich reine Erholung!

Ein paar Bilder gitb es in der Galerie.

Ein Wochentriathon

verfasst von Dinu am 7. August 2017

Am Dienstag 1. August begann unsere kleine Reise durch die Schweiz. Am Morgen gabs noch Einiges im Haushalt zu erledigen (und auszuschlafen), danach fuhren wir mit dem Auto nach Spiez um uns dort auf die Räder zu schwingen. «Mer müesse de chli Gas gäh, dass mer z Kanderstäg dr Zug verwütsche», wurde mir noch mitgeteilt, bevor es losging! Klar waren wir fast 30min zu früh oben – das reicht aber nur knapp um Billets zu lösen, aufs WC zu gehen, Bidons nachfüllen und für Tabea eine Cola Zero zu organisieren und die an der Sonne zu trinken– darum mussten wir also so pressieren.
Im Wallis gings mit den Velos weiter – die Abfahrt in Richtung Gampeln war sehr heikel zu fahren, weil ein extrem starker Wind wehte! Bis hoch nach Brig wehte uns dieser brutal entgegen – wir drückten wie wild in die Pedale und kamen auf ca. 20km/h auf flachen Stücken! Das gemeine war ja, dass am Himmel die Wolken in die gleiche Richtung geweht wurden, wie wir fuhren, der Wind aber wohl an der Furka oben abprallte und uns unten wieder entgegen blies – gemein!
Ab Brig liess der Wind aber nach, dafür begann die Steigung. Das Goms weist ein paar giftige Anstiege auf, obwohl Tabea zu Hause noch gesagt hatte: «Da geht es stetig leicht hoch, nichts Steiles, also voll Deine Anstiege, Dinu». Wer schon einmal im Goms unterwegs war, weiss, dass dies nicht ganz der Wahrheit entspricht.
Unterwegs kamen wir an einer Hängebrücke vorbei – ich mit meiner Höhenangst wurde dazu motiviert, auch ein paar Schritte darauf zu machen – wie wenn der Tag nicht schon streng genug gewesen wäre.
Kurz darauf begann es zu regnen, ich wartete unter einem Baum und beobachtete den kurzen Niederschlag. Ich finde das jeweils noch etwas Schönes, Romantisches – allerdings wäre es zu zweit noch romantischer, Tabea hatte mich natürlich längst abgehängt und wartete 3km weiter unter einem Bahnhofsvordach, bis der Regen nachliess.
In Gluringen hatte Tabea ein Hotel reserviert, wo wir uns auch eine erste Stärkung gab! Das Abendessen nahmen wir in Münster ein – bei der Velofahrt dorthin wurden wir nochmals verregnet. Doch als wir beim Abendessen waren gabs sinnflutartige Regengüsse – sehr eindrücklich zum Zuschauen. Das 1. Augustfeuerwerk haben wir dann allerdings verschlafen – wir waren zu erschöpft!
Wohin die Reise genau führen würde, wusste ich nicht, denn die 2. Übernachtung hatte mir Tabea zum Geburtstag geschenkt! Ich wusste aber nicht, wo! Ja, ihr seht, Tabea hat Humor – 3 Tage Radfahren inkl. Hängebrücke Überquerung als Geschenk für mich 😊
Tag 2 führte zuerst über den Nufenenpass – von der Natur her einer der schönsten Pässe, welche ich je überquert habe! Nach einem Misstritt in der Hotellobby hatte ich etwas Schmerzen im Fussgelenk und ich konnte etwas weniger Druck geben, Tabea musste also oben noch länger warten! Das Ganze spitzte sich dann am 2. Pass deutlich zu. Denn auf der Tremola zum Gotthard hinauf kam ich schon wieder an einen Unfall vorbei – der vierte in letzter Zeit. Naja, als der Regahelikopter ein paar Kilometer oberhalb von mir auf der Passstrasse landete, hatte ich ja schon Sorge um Tabea – wer einmal mit ihr im Strassenverkehr unterwegs war, weiss, wovon ich spreche. Es war aber eine Touristin auf einem «Parkplatz» einen Schritt zu weit gegangen (Foto? Selfie) und auf die Strasse direkt darunter (also etwa 4m Fallhöhe) geknallt…..
Obwohl Tabea danach meinte: «Dört hättsch sicher irgendwie düre chönne, mer wär das sicher glunge», wurden weder Töff- noch Velofahrer und auch keine Wanderer durchgelassen, während die Verletzte auf die Bahre, auf der Bahre ins Auto und mit dem Auto 30m zum Heli transportiert wurde. So musste Tabea oben auf dem Pass (sie war an der Unfallstelle schon durch, als der Heli kam) über eine Stunde warten und wir kamen auch deutlich später als geplant in Andermatt an. Dort gabs zuerst eine Stärkung, danach erfuhr ich, was denn nun mein Geschenk war. Und das war DER HAMMER, eine Übernachtung inkl. 4 Gänger im Hotel Chedi, dem tollen Hotel von Herrn Sawiri! Luxus pur – wir erholten uns herrlich im Wellnessbereich und assen dann ein leckeres Abendessen.
Die Zeit war leider viel zu kurz, am Tag darauf (nach einem herrlichen Speicherfüllen am riesigen Frühstücksbuffet) radelten wir bereits wieder heimwärts – über den Furka- und den Grimselpass bis zurück nach Spiez. Mein Fuss hatte sich erholt und ich konnte wieder deutlich schneller fahren! Trotzdem war ich froh um einen Rast in Interlaken. Am Abend war ich völlig erschöpft, erschien aber trotzdem gut erholt am Freitag bei der Arbeit.
Der schwierigste Teil der Radtour war wohl die Durchquerung von Interlaken – all die Touristen, welche ohne zu schauen die Strasse überqueren oder mitten auf der Strasse Selfies machen – unberechenbar.
Am Samstag stand der Glacier 3000 auf dem Programm. Da ich lange Bergläufe nicht so mag, hatte ich den mehrere Jahre etwas gemieden, im letzten Jahr hatte Tabea mich aber «motiviert» wieder zu starten, da er am ihrem Geburtstag stattfand. Und in dem Jahr wurde fast davon ausgegangen, dass ich wieder starte!
Wir reisten am Morgen an, um pünktlich um 10:00 starten zu können. Tabea hatte ein flaues Gefühl – noch etwas müde vom Alpe d’Huez Triathlon und der Velotour, Angst vor Fussschmerzen wie am Stockhornmarathon und etwas Bauchkrämpfe begleiteten sie. Ich war ruhiger, ich wusste vom Vorjahr, dass ich wohl zu schnell gestartet war und dann im obersten Streckenteil mit starken Schwindelgefühlen mehrere Pausen einlegen musste. Darum wollte ich in dem Jahr etwas langsamer starten. Dass ich dann auf den ersten eher flachen (400 Höhenmeter werden als eher flach bezeichnet an dem Lauf!) 16km ganze 7min langsamer war wie im Vorjahr gab mir dann aber doch etwas zu denken – hatte ich zu stark gebremst? Auf dem 2. Teil, einem stetig ansteigenden Kiesweg, konnte ich dann viele Läuferinnen und Läufer überholen, welche mich zuvor überholt hatten, ich hatte für den Teil dann auch etwa gleich lange, wie im Jahr zuvor. Der letzte Teil ist dann ein Bergwanderweg, oftmals sehr steil und enge, Überholen fällt da schwer. Trotzdem konnte ich dort zügig vorwärtskommen und erreichte das Ziel schlussendlich 3min früher wie im Vorjahr – ich hatte also oben 10min gutgemacht! Dass Tabea dann noch aufs Podest durfte, freute mich riesig!
Den Abendessen liessen wir am Murtensee ausklingen, wo wir mit einem leckeren Essen Tabeas Geburtstag vorfeierten.
Am Sonntag war Tabeas Geburtstag, wir hatten geplant, im Neopren von Uttigen (nicht zu verwechseln mit unserem Wohnort Uettligen) nach Bern zu schwimmen. Als ich am Morgen aufstand, es draussen merklich kühler war, die Wetterprognose Maximaltemperaturen von 19 Grad Celsius hervorsagten und die Aaretemperatur scheinbar nur 17 Grad betrug, ging ich davon aus, dass wir das Schwimmen sein lassen würden. Naja, falsch gedacht, Tabea liess sich nicht davon abbringen. Ich schlug vor, die Strecke zu verkürzen, mit dem Zug z.B. nur nach Münsingen zu fahren und ab da zu schwimmen. Tabea fand das ok, sie schaue nach, was denn praktisch wäre. Naja, statt in Uttigen starteten wir nun in Kiesen, etwa 3km weiter unten – Münsingen wäre noch etwa 3 Dörfer näher bei Bern gewesen.
Zu Beginn ging das Schwimmen erstaunlich gut, all 15min wartete Tabea wieder auf mich. Irgendwann schlotterte ich aber derart und hatte keine Kraft mehr zum Schwimmen, dass ich sehr froh war, in Muri die Aare verlassen zu können und im Schwimmbad warm duschen und etwas kleines essen zu können. Da nun die Sonne schien, konnte ich mir nun auch vorstellen, die letzten Kilometer bis nach Bern zu schwimmen, was dann auch sehr gut gelang!
Abends waren wir mit Tabeas Eltern am Bielersee essen – in den See wollten wir aber nicht mehr :-)

 

Somit sind wir an 3 Tagen wie wild geradelt, haben an einem Tag 26 km Berglauf absolviert und schwammen am Sonntag etwa 17km – ein wunderbarer „Wochentriathlon“!
Bilder davon gibts, wie immer, in der Galerie. Und diejenigen, welche es noch nicht gesehen haben: Auf Facebook findet ihr ein tolles Video von Tabea, kurz vor dem Sprung in die kalte Aare: https://www.facebook.com/TabDicom/

 

Alpe d'Huez Triathlon

Verfasst am 31.7. von Tabea mit Ergänzungen von Dinu 

Ziemlich spontan habe ich mich für den Alp dHuez Triathlon

entschieden – obwohl ich schon länger angemeldet war. Dieser besteht aus 2.2km

Schwimmen, 118km/3200hm Rad, 21km/320hm Laufen. Mir war bewusst, dass es ein

Risiko ist, nach all den Wettkämpfen in den vergangenen 5 Wochen, dort zu

starten. Und so war es dann auch. Wirklich fit fühlte ich mich nicht, aber ich

wusste, es würde von der Fitness her für ein Finish reichen. Ausserdem hatte

ich am Stockhornhalbmarathon 5 Tage zuvor starke Fersenschmerzen, was mir das

Laufen fast verunmöglichte.

Die Fersenschmerzen sind zwar ein 5 jähriges Problem, aber dass sie mich derart

während des Laufens einschränken, das geschah bisher sehr selten. Daher war ich

ziemlich pessimistisch gegenüber diesem Triathlon eingestellt. Vor allem das

Laufen machte mir Sorgen und war somit das grosse Fragezeichen, ob es überhaupt

einen Finish geben würde.

Am Mittwoch fuhren wir mit dem Auto nach Alp d‘Huez. Ich

konnte also schon einmal den legendären Pass hochfahren und jede Kurve genau

anschauen. Wir hatten ein Hotelzimmer mitten im Dorf zu einem vernünftigen

Preis. Das Zimmer war dann aber extrem klein. Gerade mal ein Doppelbett hatte

Platz darin. Wir holten die Startnummern und bald darauf sassen wir in einer

Pizzeria und ich füllte meine Kohlenhydratespeicher. Dinu machte auch mit, denn

auch er hatte am Wettkampftag ein strenges Programm.

Am Donnerstag um 8 Uhr mussten wir von der Alp dHuez mit dem Rad nach unten zu

einem See fahren. Alp dHuez liegt auf 1800m.ü.m. Man kann sich vorstellen, dass

es nicht gerade warm war um diese Zeit. Leider hatte ich keine Handschuhe

eingepackt, welche ich wirklich gut brauchen hätte können. Nach einer ca. 30min

Velofahrt zum See war ich bereits recht verfroren. Das Schwimmen im 15 Grad

kalten See machte mir nun noch mehr Sorgen.

Punkt 9.30 gings dann mit einem Wasserstart los. Es war kalt und ich ärgerte

mich, dass ich die Neoprenkappe nicht mitgenommen hatte. Die liegt Jahr für

Jahr zu Hause ungebraucht herum. Könnte ich sie mal brauchen, dann vergesse ich

sie mitzunehmen…. Das Schwimmgefühl war daher nicht ganz so gut. Die Arme und

Finger waren „gstabig“ und ich fand es schwierig effizient zu schwimmen. Nach

33min und Rang 8 aller 66 Frauen (3. Rang in meiner Altersklasse von 13 Frauen)

kam ich etwas verfroren aus dem Wasser. Dementsprechend lang fiel mein Wechsel

auf das Rad aus. Dann rollte ich los. Zuerst gings 25km mehr oder weniger

Talabwärts. Schon dort wurde ich sehr oft überholt. Ich staune immer wieder,

wie schnell die fahren können. Das Drücken auf der Fläche ist nach wie vor

nicht meine Stärke. Dann gings in den ersten Anstieg auf den ersten Pass hoch.

1000hm wurden erklimmt. Aber auch da wurde ich überholt und überholt. Ich

fühlte mich unglaublich langsam. Aber schneller ging irgendwie nicht.

Normalerweise liegen mir Steigungen, aber an diesem Tag wars mühsam und hart. Zu

meiner Freude war Dinu dort am Streckenrand. Er fuhr mit dem Rad die ersten

30km und wartete dann auf mich und fuhr kurz mit mir hoch, ehe er dann wieder

umdrehte und zur Alp dHuez fuhr.

Bereits nach den ersten 1000hm hatte ich das Gefühl, Beine wie Blei zu haben.

Die Steigungen danach (Ausser Alp DHuez) waren mit 6-8% nicht mal steil. Ich

hatte zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung, wie ich noch weitere 2200hm machen

sollte. Also nahm ich das Ganze Stück für Stück. Dann kam endlich der legendäre

Aufstieg zur Alp dHuez. Die ersten 4 km sind mit ca. 10-12% Steigung recht steil.

Zudem schien die Sonne erbarmungslos. Ich quälte mich hoch und kam mit einer

Zeit von 5h28 in der Wechselzone an. Emma Pooley (eine bekannte Triathletin)

hatte gerade mal 4h30 – dies nur so zum Vergleich.

Mit dem Rang 4 in meiner Altersklasse war ich nur bedingt zufrieden. Dann gings

auf die Laufschuhe. 3 Runden à je 7km waren zu absolvieren. Die Runde war sehr

coupiert und abwechslungsreich. Die ersten paar Kilometer liefen alles andere

als Rund. Aber ich hatte keine Fersenschmerzen, was mich fast etwas beflügelte.

Mein Gehirn war die ganze Zeit mit meiner Ferse verbunden. Hier ein kleiner

Einblick in meine Gedanken: Tut was weh?

Nein, Tut nicht, Tut wirklich nichts weh? Oder doch? Nein, es tut immer noch

nichts weh… Wau… so cool! Laufen zu können ohne Schmerzen; Tut wirklich noch

nichts weh? Nein, immer noch nicht. Bin ich froh…. Hoffentlich bleibts auch so.

Huch, ein Zwicken….. jetzt kommen dann die Schmerzen…. Nein, sie kommen nicht.

Ferse macht mit. Hoffentlich auch noch auf der nächsten Runde….

Ich war also beschäftigt und ausserdem sah ich Dinu immer

wieder, was mich etwas ablenkte. Auf der 2. Runde nahm ich dann einen

Koffeinshot und so lief die 2. Runde grandios. Ich hatte ein super Laufgefühl

und kam gut vorwärts. Die 3. Runde harzte, aber ich kam mit 1h56min fürs Laufen

und Rang 3 in meiner AK an. Der Zieleinlauf war grandios. Ich war mega happy

diesen Triathlon gefinished zu haben. Mit dem Schlussrang 4 in meiner AK und

Rang 15 von 66 gestarteten Frauen bin ich bedingt zufrieden. Schwimmen und

Laufen sind völlig ok, die Radeinheit ging etwas in die Hose. Aber wie gesagt,

ich war zu wenig erholt für diesen Wettkampf, daher war es fast nicht anders zu

erwarten. Der Alp dHuez Triathlon kann ich wärmstens weiterempfehlen. Er ist

sehr gut organisiert, viele Verpflegungsposten, tolle Finisherpreise und im

Ziel gibs sogar noch Whirpools, wo man samt Kleider rein darf. Das Schwimmen im

kalten See ist auch ein Erlebnis. Die Radstrecke ist mit den 3 Pässen sehr

abwechslungsreich. Mir persönlich haben aber die Pässe nicht ganz so gefallen.

Ich bin aber auch verwöhnt von der Schweiz und den vielen schönen Pässen.

Selbst die Alp dHuez hat mich nicht aus den Socken gehauen. An einen Stelvio

oder auch Splügenpass kommt sie leider nicht ran...

Die nächsten Tagen verbrachten wir dann noch in Alp dHuez und wanderten auf

einen Berg in der Umgebung hoch -wohlverstanden ganz gemütlich. Am Samstag

gings dann noch nach Annecy. Der Tourismus dort haute uns aus den Socken. Wir

fanden daher auch nur ein Hotel 5km von Annecy entfernt, welches noch bezahlbar

war. Am Sonntag fuhren wir mit dem Rad um den Annecysee. Dinu hatte bereits auf

den ersten Kilometer eine Platte und fuhr danach nur noch mit 3 Bar herum. Daher

waren wir eher gemütlich unterwegs. Als nächstes steht der Glacier 3000 Run auf

dem Programm und danach der Berner Berglaufcup, wobei ich vor zu Entscheide, ob

ich wirklich alles machen werde. Meine Ferse wird wohl die Antwort geben

müssen.

Dinus Ergänzungen und Erlebnisse:

- Am Morgen des Triathlons erwache ich, als der Wecker klingelt. Ich bin völlig

verunsichert, denn normalerweise steht Tabea an solchen Wettkämpfen etwa 30min

VOR dem Wecker auf.

- Ich ging nach unten, ass Frühstück, da erschien Tabea. „Dinu, e finge mi

Pulsgurt niene“. Klar, bei so einem RIESIGEN Zimmer geht so ein Pulsuhr überall

sein, den findet man fast nicht. Es dauert fast 20min., um den riesigen Palast

zu durchqueren….. Aber zum Glück hatte ich ja, als ich das Zimmer verliess,

gesehen, wie Tabea den Pulsgurt schon angezogen hatte, sie suchte also den

Gurt, welchen sie bereits trug……

- Die Strecke von der Alpe d‘Huez zum Schwimmstart führe zu 95% abwärts, so

heisst es auf der Homepage und wurde uns auch mündlich versichert. Am Morgan

sind wir somit losgeradelt, die ersten 4 Kurven auf der Passstrasse, danach

rechts weg, nach 300m geht’s aufwärts. Nach 800m endlich wieder runter, um kurz

darauf wieder aufwärts fahren zu müssen. Und nach dem 3. Anstieg erreichen wir

sogar ein Passschild!! Ich fragte mich, wer die 95% wohl gemessen hat?

- Ich beobachtete den Schwimmstart, welchen man erreicht, indem man etwa 150m

nach vorne schwimmen muss. Naja, es gibt solche Triathleten, die haben schon am

Start 150m Rückstand (Nein, Tabea nicht).

- Nach dem Schwimmstart radelte ich etwa 30km zum ersten Anstieg, da Tabea

dachte, dass sie nach dem Schwimmen kalt haben könnte und für die ersten 25km,

die tatsächlich mehrheitlich leicht abwärts führen, eine Jacke anzieht, welche

sie mir dann am ersten Anstieg abgeben wird.

- Als Tabea ankommt, hat sie keine Jacke an, ich radle aber trotzdem etwa einen

Kilometer den Pass aufwärts mit ihr mit. Sie schlug vor, ich könne doch einfach

die Strecke in ihrem Tempo mitabfahren, statt zurück zu radeln……. Dabei war ich

da schon völlig ausser Puste und trug einen Rucksack am Rücken!

- Auf dem Rückweg musste ich etwa 25km zurücklegen und dabei über 300

Höhenmeter erklimmen – danach begann der Anstieg zur Alpe d Huez!

- Der Anstieg ist ein sehr berüchtigter Anstieg und zieht Radfahrer aus der

ganzen Welt an. So habe ich haufenweise Velofahrer/Innen angetroffen –

teilweise habe ich überholt, teilweise wurde ich überholt. Und da siehst Du

alles: Ganze Familien, Senioren, Leute mit Tourenrädern, Minivelos, E-Bikes und

sogar 3 Jogger habe ich angetroffen.

- Ich ging ins Hotel, ein paar Dinge deponieren, auf Facebook (dank Wlan) erste

Bilder vom Rennen posten – da hörte ich draussen Applaus – der erste Triathlon

war schon hier oben!

- Ich fuhr Tabea etwa einen Kilometer entgegen, zog die Laufschuhe an und

joggte nochmals etwa einen Kilometer entgegen.

- Ich war erstaunt, wie intensiv die Sportler angefeuert wurden – da gabs

Musik, Tröten, Familienangehörige in Chearleaderkostümen – eine

Wahnsinnsstimmung an der Strecke. Ich sah aber auch viele Triathleten

ordentlich leiden!

- Ich rannte dann ein Stück mit Tabea mit, schnappte mir mein Rad und radelte

noch bis zur Wechselzone mit. Da umfuhr ich die Zone, stellte mein Rad ab und

rannte los, musste 2x die Strecke überqueren und konnte danach etwa einen

Kilometer mit Tabea mitjoggen. Danach wartete ich, bis sie von der ersten Runde

zurückkam.

- Pro Runde konnte ich jeweils in beide Richtungen etwa je einen Kilometer

mitjoggen, danach war ich immer froh, etwas warten zu dürfen. Wobei, von Runde

zu Runde wurde die Strecke immer wie länger, welche ich mitjoggen (durfte?

Musste?).

- Eine Kollegin fand, ich hätte es am Alpe d’Huez lockerer als am Swissman. Ok,

deutlich weniger Stress, da ich nicht mit dem Auto unterwegs und in keine

Unfälle verwickelt war. Aber körperlich fand ichs also fast anstrengender……

- Im Ziel meinte Tabea: Du, Dinu, eg be rächt kapputt, eg gloub, e ma Morn ned

nomou e Velotour mit em Aastieg do ufe mache  - Das fand ich ja die beste Nachricht des

Tages!

- Tabea war im Ziel, eine gefühlte halbe Stunde lag sie im Whirlpool, wir

holten ihr Gepäck ab, suchten etwas zu Essen, sassen am Schatten und

plauderten, ich holte mein Fahrrad – da kamen immer noch Sportler mit dem

Fahrrad oben an und mussten auf die 21km lange Laufstrecke! Am Alpe

d’Huez-Triathlon wird vorgelebt, dass das Mitmachen das Wichtigste ist!

- Ausgangslage: Nach dem Triathlon gabs am Sonntag eine lange (Anmerkung Tabea:

für Dinu sind 3h lang) Radtour, Di-Do werden wir 3 Tage in der Schweiz über

Pässe fahren, am kommenden Samstag ist der Lauf auf den Glacier 3000, am

Sonntag wird Tabea Geburtstag feiern, Montag bis Freitag wird Tabea an 4 Tagen

am Berner Berglaufcup auf verschiedene Berge rennen, am Samstag startet sie an

einem Schwimmanlass, der 100x100 heisst (das ergibt 10km, die man schwimmen

darf) und am Sonntag danach gibt’s eine Rennradtour mit Kollegen. Ich finde ja,

das ist ein Monsterprogramm. Als ich Tabea dann frage, was sie am Geburtstag

unternehmen will, schlägt sie vor: Eine Rennradtour durch den Jura mit 2

Pässen? Oder auf den Niesen rennen? Ich hatte ja auf Erholung gehofft……….
Fotos gibt's in der Galerie!

Martin Ruegge und Tabea Zimmermann

40'000 Besucher vom 11.11.11-31.12.16

Besucher ab 4.1.2017:

Besucherzaehler
Chris Herzog - unser Hochzeitsfotograf
Chris Herzog - unser Hochzeitsfotograf