Ferien im Tessin

Verfasst von Dinu am 5.5.

In diesem Jahr haben wir kein Wetterglück in unseren Ferien: Im Januar reisten wir wegen Dauerregen nicht in den Schwarzwald und reisten schlussendlich in die Ostschweiz (Säntispark) und zwar kürzer als geplant. Ostern: Zu Hause statt in den Süden. Und nun wollten wir letzte Woche ins Tessin reisen. Wir hatten, zusammen mit Tabeas Eltern, eine grosse Wohnung in Locarno gemietet, in welcher wir schon vor zwei Jahren eine Woche verbracht hatten. Aber die Wetterprognosen sahen schrecklich aus. Und Tabeas Laune sank in den Keller – sie vertrat die Meinung: «Wes im Tessin Mou schiffet de schiffets!»

Die Anreise war schon zum Schreien! In der Deutschschweiz herrschte Prachtswetter, wir waren in den kurzen Hosen unterwegs. Also verbrachten wir noch etwas Zeit hier, denn wir wussten, dass es im Süden regnet. Die Staumeldungen für die Reise war aber herrlich, für den ganzen Weg waren 20min Zeitverlust angesagt – Dinu hatte ja am Vortag den doppelten Zeitverlust nur bis nach Hägendorf (Teufelsschluchtlauf) gehabt. Irgendwann fuhren wir los und trafen Tabeas Eltern in einer Autobahnraststätte in der Innerschweiz. Sie waren früher los und hatten einen Ausflug auf den sonnigen Bürgenstock genossen! Als wir in der Raststätte ankamen, meinte der Staumelder: 25min Stau vor dem Gotthard (dafür, dass es unterwegs schon mehrfach gestockt hatte, doch noch viel). Wir trafen uns mit Tabeas Eltern, plauderten etwas, assen etwas und gingen zurück zum Auto: 70min Zeitverlust war nun angesagt. Und so standen wir dann eine Weile im Stau. Wie wenn das nicht schon genug wäre, gabs einmal einen lauten Knall! Der Fahrer hinter uns war im Schritttempo uns ins Heck gefahren. Tabea hatte kurz zuvor laut gedacht und gesagt: «Nume wöu so ne „$&%@#“? Idiot ned ufpasst het und e Unfau bouet het, müesse mer jetz so lang warte! Wenn dä no vorne steit, würdi dä am liebste go würge!» Dementsprechend ausgeglichen reagierte sie nach dem Zusammenstoss. Schuldige gab uns aber seine Telefonnummer und wir fotografierten sein Autokennzeichen. Man sah aber an keinem der Autos Spuren des Zusammenstosses und wir konnten kurz darauf wieder «weiterfahren». Als wir dann den Gotthard durchquert hatten, regnete es tatsächlich. Auch am Sonntag regnete es, so verliess Tabea als Erste das Haus, um 5km Schwimmen zu gehen. Der Rest der Familie folgte etwas später, um auch in die Badi zu gehen. Montags wars deutlich besser, Tabea, ihr Vater auf dem E-Bike und Dinu unternahmen eine Radtour nach Italien (natürlich nicht flach). Fast die Gleiche hatten wir auch vor 2 Jahren bereits abgefahren. Die Kids blieben beim Grosi. Unsere Wege trennten sich in Luino: Dinu und Heiner radelten zügig dem See entlang retour, Tabea hatte noch einen zusätzlichen Anstieg für sich eingeplant. Am Dienstag gings nach Bellinzona – mit den Velos und Thule. Julia fuhr den grössten Teil selber und spazierte danach noch mit auf eine der Burgen. 

Mittwochs ging Dinu eine flache Runde joggen, danach rannte Tabea hoch nach Cimetta, dem Hausberg von Locarno. Danach besuchten wir die Schoggifabrik «Alprose» in der Nähe von Lugano (bei Regenwetter) und schlenderten durch Lugano. 

Am Donnerstag absolvierte Dinu ein Krafttraining in der Wohnung, Tabea hatte ein Laufintervalltraining im Regen. Danach verschwanden wir in einem Aquapark (Splash&Spa) in der Nähe. Am Freitag war wieder besseres Wetter. Wir rannten beide in Richtung Cimetta hoch, Tabea bis oben, Dinu bis nach Cardada (Wir brauchten beide etwa gleich lange, obwohl Tabea deutlich weiter und auf einen höheren Punkt gerannt war). Da traf er die Kids mit den Grosseltern. Wir fuhren dann noch, mit Tabea, hoch nach Cimetta und wanderten, verbunden mit einer Schatzkarte, nach Cardada runter. 

 

Am Samstag stand die Heimreise an. Dinu fuhr mit den Kindern nach Bellinzona auf einen Spielplatz, Tabea radelte, via zusätzlichen Berg, bis kurz vor Airolo. Als plötzlich die Meldung von einem Unfall auf der Autobahn kam, düsten Dinu und die Kids auch los. Dummerweise blockierte ein Lastwagen eine Spur vor dem Gotthard. Beim Auflösen des Unfalls wurde wohl auch die zweite Spur zeitweise gesperrt – wir standen teilweise 10min still, bis wir weiterfahren konnte. Tabea wartete auf der Autobahnraststätte und hatte kalt (Sie war verregnet worden) während der Rest der Familie im Stau stand. Aber schlussendlich erreichten wir alle erschöpft unser zu Hause!

Tüfelsschlucht-Berglauf

Verfast von Tabea am 27.4.

Nach über 5 Jahren Pause konnte ich wieder einmal am Teufelschluchtlauf in Hägendorf starten. Der Start stand aber auf der Kippe. Ich erkältete mich 6 Tage zuvor, die Erkältung war aber am abklingen. Am Mittwoch war ich mit einer Kollegin noch 4.5h auf dem Rad, was nicht ganz locker ausfiel. In der Nacht auf Donnerstag war mir extrem übel, ich konnte kaum schlafen und wälzte mich im Bett. David hatte Durchfall und war auch nicht fit. Wahrscheinlich hatte ich den gleichen Käfer wie er. Jedenfalls verbrachte ich den halben Donnerstag im Bett. Mir war übel, ich musste aber nicht erbrechen. Ich rechnete nicht damit, dass ich am Freitag am Schluchtlauf starten könnte. Mich ärgerete das extrem. Denn mein Ziel diese Saison ist, in der Juratoptour-Serie gewertet zu werden, dafür musste ich den Teufelschluchtlauf machen. Dinu riet mir, den Lauf einfach gemütlich angehen zu lassen und nur an der Schwelle zu laufen…. Falls ich dies könne, hängte er noch dran. Diese Idee fand ich nicht prickelnd, aber doch zeigte es mir eine Möglichkeit, am Lauf zu starten… Ausserdem war an diesem Lauf noch die Schweizermeisterschaft im Berglauf, da garantierte es sowieso, dass ultaschnelle LäuferInnen dabei sein würden und ich da eh keine Chance auf ein Podest hätte. Am Freitagmorgen war ich hin und her gerissen: starten oder nicht starten. Es ging mir besser wie am Donnerstag, ich konnte wieder normal herumlaufen, aber mir war noch immer etwas übel. Ich verbrachte den halben Tag auf einem Spielplatz, sehr müde und ohne Appetit. Dennoch entschied ich mich, mit den Kids an den Lauf zu fahren. Denn im Vorfeld gabs noch einen 400m Lauf für Kinder. Julia wollte mitmachen. Und nur schon für das lohnte es sich, daran teilzunehmen. Wir reisten also per Zug an, Dinu kam dann nach der Arbeit mit dem Auto nach. Im Zug, kurz vor Solothurn, fragte ich mich nochmals, was ich hier eingentlich mache. Ich fühlte mich wie ein „Waschlappen“. Ein Waschlappen, welcher an den Teufelsschluchtlauf fährt. Das wird ein Desaster, dachte ich mir. Ich überlegte mich, in Solothurn den Zug wieder zurück nach Bern zu nehmen und mich im Bett zu vergraben. Aber irgendwie ging ich dann doch nach Hägendorf. Dort war dann immerhin meine krasse Müdigkeit verschwunden – Adrenalin sei Dank. Julia hatte ihren Start um 17 uhr. Sie lief das erste Mal fast die ganze Strecke alleine. Ich hatte mit ihr ausgemacht, dass ich ihr mit David entgegenlaufen würde. Der Startschuss fiel, Julia flitzte viel zu schnell los. Als ich sie nach knapp 300m sah, war sie am Weinen. Sie schluchtzte, dass sie nicht mehr mag. Ich nahm sie an der Hand und wir liefen den Rest noch zusammen. Und sie wurde 3. Und konnte das erste Mal aufs Podest. Sie war unglaublich glücklich und happy! Sie konnte bis jetzt noch nie selber auf dem Podest stehen und sie fands natürlich toll. Sie bekam einen Gutschein für ein Kinderwarengeschäft in Hägendorf. Folglich war klar,was wir danach machten. Wir suchten das Geschäft auf und kauften Spielwaren ein. Danach suchten wir den Start zum Schluchtlauf. Das war nicht ganz so einfach. Ich lief dummerweise zuerst in die falsche Richtung. Ich nervte mich etwas, da ich unnötige Meter sammelte, dies in meinem blöden Zustand. Doch irgendwie sind wir auf dem Startgelände angekommen. Dinu schrieb, er stecke im Stau. Stress kam hoch in mir. Immerhin war die Müdigkeit so ganz weg. 30min vor dem Start war er dann doch da, musste aber noch eine Parkplatz suchen und dann die Kids übernehmen. Das Einlaufen schenkte ich mir. Ich warf noch einen Koffeinshot ein und einen Gel. An diesem Tag war das, bis aufs Morgenessen, alles,was ich essen konnte. Die ideale Vorbereitung☹. Ich war froh, ging der Gel runter und hatte ich immerhin ein paar Kohlenhydrate intus – nicht ideal, aber besser als nichts. Und dann gings los. Easy loslaufen war der Plan. Aber es blieb der Plan. Ich lief schnell los. Zuerst machte man einen 3km Schlaufe. Hoch, runter. Mein Schnitt war nicht schlecht, aber sicher zu schnell für mein Vorhaben. Ab km 4 gings dann in die Schlucht. Dort war es sehr eng. Man konnte nicht mehr gut überholen. Ich trottete hinter den anderen Läufer her. Normalerweise hätte ich da noch versucht zu überholen. Aber dieses Mal war es mir egal und ich war einfach froh, so hinterher laufen zu können, auch wenn ich teilweise wohl etwas schneller gekonnt hätte. Aber es war hart. Meinen Magen/Darm spürte ich nie, was für ein Glück. Meine Erkältung auch nicht. Das hätte ich nie gedacht, dass das so sein würde. Der letzte Kilometer war nur noch hart. Und ich kam mit einer Zeit vo 45.02 im Ziel an. Ich war sehr zufrieden damit. Im Vergleich zum letzten Lauf, den Frohburglauf, musste ich mich im Ziel nicht auf den Boden legen. Das zeigte mir schon, dass ich mich zwar ausgedrückt habe, aber nicht vollständig. Kaputt war ich trotzdem und mir war schlecht. Ich setzte mich in den Shuttlebus. Gefühlt 20min stand der noch dort. Ich zuhinderst drin…. Mir wurde immer übler…. Dann fuhr er zum Glück endlich runter und es ging besser. Ich schaute auf dem Smartphone die Rangliste an und ich war äusserst überrascht, dass ich in meiner Altersklasse (AK) noch 2. Geworden war. In der AK 40! Wäre ich in der AK 35 gewerten worde, dann wäre ich nur ca. 7. gewesen. Da es die Schweizermeisterschaft war, waren sehr starke LäuferInnen vor Ort. Das sah man auch an meiner Overallwertung. Ich wurde 39., aber trotzdem in der Altersklasse 40 war ich 2. Alles junge, schnelle waren am Start😊. Dennoch habe ich Freude an meinem Titel als Vize-Schweizermeisterin Titel😊 So was hatte ich bis jetzt noch nie😊.

Die Rangverkündigung zog sich hin. Über 1.5h ging diese. Essen konnte ich nichts. Obwohl es super feine Sachen gab. Das kenne ich von mir eigentlich nicht. Ich kann meistens essen…. Auf dem Heimweg schliefen zwei ein, ich fast – zum Glück blieb Dinu wach genug für die Heimfahrt!

 

Tag danach: ich hatte wieder normalen Appetit und ich fühlte mich besser.:-).

 

Trotz viel Regen, fast regenfreie Fahrt

verfasst von Dinu am 21.4.2024
In der vorderen Woche organisierte ein Team des Inlineclubs Mittelland eine Trainingswoche in der Region Niederbipp. In den letzten zwei Jahren waren wir jeweils mit dem Club im Trainingslager in Italien, dieses Jahr gab es dieses Lager nicht dafür diese Trainingswoche. Wir haben aber nicht frei genommen und konnten die Meisten dieser coolen Events (ein Inlinetraining durch die Gänge der Ikea, weisch wie cool, leider waren wir nicht dabei). Aber Dinu nutzte seinen Papitag am Donnerstag, brachte die Kids zu seinen Eltern nach Zuchwil und startete mit auf die Biketour in Richtung Balmberg. Es fühlte sich fast an wie vor einem Wettkampf, alle berichteten, wie müde sie von der Trainingswoche seien oder wie schlecht trainiert sie sind. Am ersten Anstieg nach Günsberg, ein wirklich steiler «S…cheib» konnte ich meine Kraft gebrauchen und fuhr dann etwas voraus. Beim Hochfahren konnte ich mich erinnern, wie ich hier als etwa 20igjährigen mit dem Rennrad das erste Mal hochfahren wollte. Mir fehlte damals die Kraft, ich musste in der Mitte des Anstiegs anhalten. Ich versuchte damals noch 2x, doch noch hochzufahren, drehte aber schlussendlich nach Hause zurück um. Heute gings bedeutend besser wie damals. Ab Günsberg wird’s zum Glück deutlich flacher, ich radelte nun mit mehreren Andern der Gruppe aufwärts. Das Tempo war super, ich wäre in einem Training nicht schneller gefahren. Aber Einige hatten das Gefühl, sie seien langsam. Oben war herrliche Fernsicht, aber es ging ein kühler Wind. Ein weiterer Anstieg (und noch einer und noch einer), eine Hängebrücke (Ich mit meiner Höhenangst hatte auf Bildern im Internet gesehen, dass man wohl aussenrumlaufen kann - sie war aber dann nicht so schlimm wie befürchtet) und eine erste Abfahrt (wo mir einige um die Ohren fuhren) kamen wir zum Mittagshalt. Auch da wars eher kühl, die Info, dass es nur kalte Küche gebe, war nicht sehr erfreulich. Aber Suppe gabs im Angebot, herrlich. Die Fahrt zurück hätte ja mehrheitlich abwärts führen sollen – ihr glaubt nicht, wieviele Anstiege das OK-Team noch fand und eingebaut hat. Ich wechselte, als ich beim Auto ankam, kurz auf die Laufschuhe und drehte eine Runde. Die Beine waren recht müde, ich war froh, als ich nach 10min ins Auto steigen und zu den Kindern konnte – die meisten Anderen der Gruppe hatten am Abend noch ein Inlinetraining……

Ansonsten gabs am vorderen Wochenende (das warme….) einen Familienausflug an den Bielersee, von dem Tabea ja schon erzählt hat. Das war auch etwas eine Testfahrt für unsere Sommerferien, eine Velofahrt mit den Kids….

In dieser Woche trainierte ich eher wieder etwas weniger. Am Freitagabend schlief Julia bei ihrem Götti, David bei den Grosseltern. So hatten wir am Samstagvormittag Zeit für eine Ausfahrt zu zweit. Tabea versprach mir eine flache Ausfahrt um den Murtensee. Per Zufall erfuhr ich dann aber, dass wir über den Mont Vully fahren würden. Tabea erklärte mir, dass dies eine flache Steigung sei und nur kurz – keine 200 Höhenmeter am Stück! Insgesamt seien es knapp 1000 Höhenmeter auf 110km, also VIEL flächer wie die Juratour am Osterwochenende. Die Zeit reichte sogar für den obligaten Stopp zum Gateau du Vully zu geniessen! Schlussendlich hatte ich aber deutlich länger, wie Tabe berechnet hatte (ich war also zu langsam), dass wir nach dem kurzen Koppellauf etwas zu spät waren, um unsere Kinder überall abzuholen. Aber wettermässig hatten wir ein RIESIEGES Glück. Die Prognosen hatten mehrheitlich Regen vorausgesagt. Wir kamen an den flachen Steigungen (nach der ersten Steigung erklärte mir Tabea, dass dies die harmlose gewesen sei, nun kämen die steilen!) am Mont Vully in Hagel und kurz vor zu Hause in Regen – aber wirklich nur kurz!

Ostern

Verfasst von Tabea am 7.4.
Ich habe mir vorgenommen, dieses Jahr an der Juratoptour-Serie zu starten. Es gibt 10 Läufe und man muss an 6 teilnehmen, um in der Gesamtwertung rangiert zu werden. Genau das ist in diesem Jahr mein Ziel.
Der Frohburglauf war nun der erste dieser Serie. Dieser führt über 9,5km und ca. 500 Höhenmeter – leider auch recht viele zusätzlich abwärts.  Ich stand an der Startlinie und es ging los. Vom ersten Meter an gings aufwärts, aber leider nur ca. 1km, dann gings das erste Mal runter. Ich überholte auf dem ersten Kilometer ein paar Frauen, beim Abstieg wurde wieder ich überholt. Abwärtslaufen gehört leider noch immer nicht zu meinen Stärken. Danach gings wieder hoch, kurz mal noch etwas flach und dann weitere 3km hoch. Die Steigung war nicht steil, man konnte sehr gut alles durchjoggen. Ich überholte bei km 3 noch mehrere anderen Frauen. Eine Walkerin, welche vor uns startete, teilte mir mit, dass ich nun die erste Frau sei. Mich erstaunte das, aber ich wusste auch, dass dies nicht von langer Dauer sein würde. Ich hatte einen guten Tritt, es wurde aber immer strenger. Mein Puls war hoch. Ich versuchte, nicht einzubrechen. Bei Kilometer 7 kam dann eine Frau vorbeigedüst. Nun war ich 2. Und kurz darauf kam noch eine weitere. Nun war ich 3. Ich schaute nach hinten und sah ca. 150m weiter hinten eine weitere Frau. Bis km 8.3 ging es noch weiter hoch. Ich musste schauen, dass ich das Tempo noch halten konnte, weil ich wusste, dass der letzte Kilometer nur noch runter ging und dies, wie bereits erwähnt, leider nicht zu meinen Stärken gehört. Dann ging es einen steilen Trail runter. Nicht lange, ca. 200m, und dann bog man auf einen Kiesweg ein, wo man noch ca. 800m runterlaufen musste bis ins Ziel. Ich versuchte nun, Vollgas zu geben. Ich war aber ziemlich k.o. und folglich fiel es mir nicht leicht. Ich schaute immer wieder nach hinten, um abzuchecken, wo die andere Frau steckte. Und sie kam mir sehr schnell immer wie näher. Ich versuchte nochmals zu beschleunigen. Es ging aber nicht mehr. Mein Puls war bei 206, also knapp unter meinem Maximalpuls. Ich rannte, wie wenn ein Löwe hinter mir her gewesen wäre…. Ich wollte unbedingt den 3. Platz Overall behalten. Und es gelang mir! Nach 49min59sek (coole Zeit) kam ich als 3. Frau Overall (von über 80) und 1. Frau in der Altersklasse ü40 im Ziel an. Ich warf mich auf den Boden, schnappte nach Luft und blieb mal ein paar Minuten liegen, bis ich mich einigermaßen erholt hatte. Und dann war ich nur noch happy über meine Platzierung und dass ich den 3. Rang halten konnte. Damit gerechnet habe ich ganz klar nicht. Daher ist das umso schöner, dass dies geklappt hat. Nach der Siegerehrung fuhr ich noch mit dem Rad nach Aarberg (2h20), wo der Rest der Family auf mich wartete und einen Pumptrack unsicher machte.

 

Frohburglauf

verfasst von Dinu am Ostermontag

In den letzten Jahren waren wir jeweils vor oder nach Ostern im Inlinetrainingslager in der Umgebung von Milano und waren an Ostern am unteren Teil des Lago Maggiore. Obwohl das Trainingslager in diesem Jahr nicht stattfindet, hatten wir vor, in der gleichen Gegend Ostern zu verbringen. Dinu hat ja jeweils Donnerstags frei und er hatte sich nach Ostern den Dienstag freigehalten – insgesamt also 6 Tage. Wir hatten aber nicht reserviert und beschlossen, als die Prognosen für den Süden schlechter waren wie für zu Hause, dass wir zu Hause bleiben würden.
Am Donnerstag war dann Alltagsprogramm – Tabea bei der Arbeit, Julia in der Spielgruppe und Dinu und die Kids im Musizieren. Am Freitag hatte Tabea eine Velotour mit 2 Kolleginnen geplant – 200km sollten zurückgelegt werden! Dinu, die Kids und eine befreundete Familie genossen den Tag im Tiergarten Seeteufel und hatten viel Spass. Am Abend hatte Dinu noch ein Lauftraining auf dem Training, während Tabea und die Kinder viel zu berichten hatten.
Ostersamstag stand ein Ausflug ins Aquabasilea an, Training gabs keine. Ostersonntag durften wir die Kids Dinus Eltern abgeben. Dinu hatte vorgeschlagen, dass wir wieder einmal eine Rennvelotour zusammendrehen könnten. Tabea fand das eine tolle Idee und plante eine Tour. Dinu dachte an eine Runde um einen See, er bekam dann aber 2 Tourenvorschläge präsentiert, aus denen er eine auswählen konnte.  Er nahm diejenige mit 2km mehr aber 150 Höhenmeter weniger – also insgesamt recht ähnliche Eckdaten, aber doch recht unterschiedlich.
Am Vorabend konnte Dinu sein Hinterrad nicht aufpumpen. Es war aber recht spät, er war zu müde, um den Schlauch zu wechseln. Er beschloss, das am Sonntagmorgen zu erledigen. Er wechselte den Schlauch – aber auch da konnte er nicht aufpumpen. Da es am Vorderrad aber klappte, konnte es ja nicht an der Pumpe liegen? Er schnappte aber doch das Rad und fuhr zum Velomech im Dorf, welcher eine Velopumpe draussen aufgestellt hat. Dinu pumpte bis plötzlich mit einem Knall der Schlauch platzte!! Also zurück, neuer Schlauch – Dinu wollte schon wieder zum Mech düsen um zu pumpen, probierte es aber doch noch mit unserer Pumpe und es klappte! So war das Rennveol nun wieder fahrtauglich!
Der Start war ab Zuchwil bis Obergösgen recht flach, dann kam der erste Anstieg mit über 300 Höhenmeter. Kurz danach folgte schon der nächste, an welchem wir drei Gemsen sahen. Dinus Beine brannten bereits am ersten Anstieg, bei welchem Tabea zuoberst kommentierte «Dä esch jetz cheibe sträng gse». Am zweiten litt er bereits heftig. Oben fand Tabea, das sei nun Anstieg 2 von 7 gewesen!! Dinu wollte umkehren, Tabea fand, das sei ja normal, dass er etwas leide, da er dieses Jahr noch fast nie (nur an der Unterlandstafette im Januar) Rennrad gefahren sei! Aber er werde sicher noch in den Flow kommen! Sie überzeugte ihn zum Weitermachen. Mehrere Anstiege später, am siebten, erreichten wir Langenbrugg (Hauenstein). Oben beim Passschild meinte Tabea, es ginge nun noch rechts weiter hoch, noch so ein paar Höhenmeter. Dinus Moral sank – er war davon ausgegangen, dass es nun nur noch ab- und heimwärts gehen würde. Er überlegte kurz, allein runter nach Balsthal zu fahren, folgte dann aber Tabea. Ganz zuoberst wartete Tabea wieder, kaum war Dinu angekommen hörte man ein lautes Zischen von seinem Hinterrad! Platte! Wir flickten auch diesen und fanden einen Riss an der Flanke des Reifens. Dieser war wohl auch der Grund für das Platzen am Morgen! Wir wechselten den Schlauch, pumpten etwas Luft hinein und fuhren nach Balsthal runter, wo wir bei einer Pumpstation noch fertig aufpumpten.
Der Rest der Fahrt ging dann problemlos. Dinu hängte einen kurzen Koppellauf (Etwas mehr als einen Kilometer) an, bevor wir dann mit den Kids Ostern feierten!
Am Ostermontag gabs ein kurzes Kraft- und ein Lauftraining mit Intervallen, welches Dinu aber abkürzte. Danach stand ein Ausflug ins Papiliorama an, womit die Ostertage auch schon wieder vorbei waren. Wir haben viel erlebt und hatten alle tolle Ostertage – wir hoffen, Ihr alle auch!

Regeneration à la Tabea

Verfasst von Tabea am 24.3.

Nach dem Kerzerslauf hatte ich den klassischen Muskelkaterverlauf. Nach 48h war der Höhepunkt des Muskelkaters. Ich konnte kaum noch Treppen normal runtersteigen. Noch ein Tag später gings dann rasant besser und am 4. Tag war der Muskelkater bereits Geschichte. Ein paar Sehnen spürte ich aber noch. Aber bereits am Montag hatte ich ein hartes Schwimmtraining (Anmerkung Dinu: Dass sie am Sonntag, ein Tag nach dem Kerzerslauf, auf einer Biketour war, erzählt sie natürlich nicht ;-) ). Der Hauptblock bestand auf 20x 100m Vollgas. Das war richtig übel, aber ging trotz Muskelkater extrem gut. Am Dienstag war dann quasi Erholung. Lediglich 30min easy Footing und 1h locker Cycling stand an. Am Mittwoch folgte dann der Hammer-Tag... Ein Vo2max-Tag war geplant. Am Morgen gabs ein Velointervall, am Abend ein Lauf-Intervall auf der Bahn. Ich fuhr mit dem Gravel-Rad und dem Thule inkl. Kids auf den Gurten. Beim Aufstieg erledigte ich das Vo2max Training. Ich litt! Es war noch härter, weil ich mit dem Anhänger die steilen Steigungen teilweise fast nicht hochkam - Schritttempo. Danach war ich 5h auf dem Gurten mit den Kids. Erholung gabs keine, obwohl auf meinem Trainingsplan hiess: Zwischen den beiden Trainings Erholung - Erholung mit 2 kleinen Kids geht nicht. Gegen Abend fuhr ich dann mit den Kids wieder den Gurten runter. Ich machte einen Abstecher ins Liebefeld, wo ich meine Schuheinlagen abholen konnte. Danach gings weiter in die Stadt, wo ich mein Rad beim Mechaniker für den Service abgeben konnte. Ich hatte aber das Joggingrad für den Thule dabei. Ich joggte mit dem Thule und den Kids auf die Neufeldbahn. Dort wartete dann das zweite V02max Training auf mich. 3x (2x200m und 2x 300m schnell, Trabpause 100m). Schon noch dem ersten Block waren meine Beine futsch. Beim letzten Block bekam ich Bauchkrämpfe.... Es reichte noch gerade für die letzten 300m und dann gabs es mehrere WC Stopps. Die Kids vergnügten sich auf der Bahn, vor allem im Sandkasten (Weitsprunganlage). Nach diesem Tag war ich total k.o.

Am Donnerstag stand dann ein Schwimmtraining und Indoor Cycling auf dem Programm. Am Freitag dann Ruhetag. Darauf freute ich mich sehr, weil ich müde war von den vergangenen Tagen. Am Samstag folgte dann der nächste grosse Trainingsblock. Wir hatten den Ladiestriteam-Trainingstag in Langenthal. Ich fuhr mit dem Rad nach Langenthal, mit dabei ein riesen Rucksack mit Trainingskleidern, Laufschuhen, Cyclingschuhen. Ich hatte Glück beim Hinfahren, ursprünglich sah es nach viel Regen aus, aber ich hatte nur kurz einmal Hagel und sonst kam ich trocken an. Das erste Training war dann eine Stafette auf der Bahn mit anschliessendem kurzem Krafttraining und Treppenläufen. Wieder zurück im Fitnessraum gabs ein Pilates. Danach Mittagessen und dann folgte noch ein 1.5h Indoor Cycling. Nach diesen Trainings machte ich mich mit dem Rad auf den Retourweg. Am Morgen hatte ich Rückenwind, am Abend gabs dann das Gegenteil und in einer stärkeren Ausführung wie am Morgen. Gegenwind. für die 33km nach Hause brauchte ich ca. 25min länger wie am Morgen. Der Wind war so stark. Es war mühsam und ich wäre am liebsten in den Zug gestiegen. Ziemlich kaputt kam ich dann zu Hause an. Am liebsten wäre ich einfach aufs Sofa gesessen und hätte nichts gemacht.... Das ging aber selbstverständlich nicht - Julia und David freuten sich auf mich🙂

Kerzerslauf

Verfasst von uns Beiden am 18.3. 

Mit dem Kerzerslauf verbinden wir so Einiges. Bevor wir ein erstes Mal starteten, fuhren wir mit dem Rad an die Strecke, um zu zuschauen. Erst ein Jahr später starteten wir dann. Einmal startete nur Tabea und Dinu schaute zu, einmal startete auch nur Tabea und wurde auf der Strecke überrascht und dann in ein Kostüm gesteckt – Polternachmittag/Beginn des Polterabends 😊. Einmal schaute Tabea schwanger zu – war aber hin gejoggt und unterwegs hatte sich den Fuss verletzt - was lange Auswirkungen hatte und gerade auch die Schwangerschaftslaufpause einleitete (1 Jahr kein Laufen mehr). Einmal hatte Dinu nach dem Kerzerslauf, gleich wie ein paar weitere KollegInnen, nach dem Kerzerslauf zwei Tage Durchfall. In einem Jahr wehte ein so starker Wind, dass man auf den ersten Kilometern (Hügel, offenes Feld) fast weggeweht wurde. Einmal hatte Dinu am Mittag einen Workshop, hatte mit dem OK Kontakt aufgenommen und durfte mit dem Auto hin düsen, es Tabea übergeben und dann nach dem letzten Startfeld und noch vor den WalkerInnen starten!
Am letzten Wochenende stand also wieder der Kerzerslauf auf dem Programm. Hier findet ihr unsere beiden Erlebnisberichte:

Dinus Eindrücke:
Die ganze Familie reiste an den Kerzerslauf an. Die Kleider und Duschsachen wurden nach dem Besuch der Läuferausstellung in den Garderoben deponiert. Ich spürte eine gewisse Nervosität und freute mich auf den Lauf. Wir suchten das Kirchgemeindehaus, wo es einen Kinderhort für den Wettkampfstag gibt. David sah einen Ball und war zufrieden, Julia hatte kurz etwas Mühe, berichtete aber hinterher, es sei megasuper gewesen! Auf der Ausschreibung stand, man dürfe die Kinder nur für den die Dauer des Laufes abgeben, max 2,5h!
Nun starteten wir mit dem Warm-Up. Tabea startete einen Starblock vor mir, also 3min zuvor. Sie erzählte wieder so Geschichten, dass ich sie, wenn es ihr nicht ideal laufen würde, einholen würde…..Ich schaute ihr beim Starten zu und stand dann in meinem Block etwas hinter der Mitte ein. Ich begann mit einem guten Tempo und merkte, dass ich den ersten Kilometer etwas schneller zurücklegen würde, wie vor einem Jahr. Vor dem Start wusste ich nicht recht, wie ich mich einschätzen sollte. An der Unterlandstafette war ich ja in fast jeder Disziplin langsamer wie noch vor einem Jahr. Ob der Coronarückstand nun endlich aufgearbeitet war? Ich hatte in der letzten Zeit allerdings nicht wahnsinnig viel und hart trainiert. Aber das Gefühl hier stimmte – und es herrschte prächtiges Laufwetter. Es ging ein leichter Wind, die Sonne schien, weils aber am Morgen noch geregnet hatte, wars auch nicht zu heiss. Wie immer trank ich an jeder Verpflegungsstelle etwas und marschierte den Anstieg am Golathen zügig hoch. Ab Kilometer 10 versuchte ich, das Tempo zu erhöhen, da ich ja wusste, dass mehr als die letzten 2 Kilometer abwärtsführen und die ja fast wie von allein «rollen» würden. Das taten sie aber in diesem Jahr überhaupt nicht. In den letzten Jahren flog ich jeweils dem Ziel entgegen, überholte viele andere LäuferInnen und lief den schnellsten Kilometer unter 4min! In diesem Jahr wurde ich mehrfach überholt (überholte aber auch viele) und die beiden schnellsten Kilometer legte ich in 4:13min und 4:14min zurück. Ich war etwa 50 Sekunden schneller als im Jahr zuvor, was mich zufrieden stellte!
Nun begann das Rennen nach dem Rennen: Durchatmen, Tabea suchen, etwas trinken, wieder Tabea suchen, mit Kollegen plaudern, wieder Tabea suchen, ab unter die Dusche und dann zum Kinderhort – 2 zufriedene Kinder abholen! Danach ab ans Kuchenbuffet und weiter zu Julias Lauf, die bereits zum zweiten Mal am Kerzerslauf startete und zufrieden eine Medaille erhielt!

Tabeas Eindrücke

Am Vorabend freute ich mich so richtig auf den Kerzerslauf. Nervös war ich nicht. Ich hatte ein gutes Gefühl und vor allem viel Freude, starten zu können. Am Morgen sah es dann gerade etwas anders aus, ich fühlte mich müde und wurde langsam nervös – warum auch immer…. Es ging ja leidiglich darum meine persönliche Bestzeit anzugreifen, was ich als durchaus machbar betrachtete. Im 2018 war ich das letzte Mal am Start. Seither hatte ich keinen solch «flachen» Lauf über 15km mehr gemacht, folglich fehlte mir auch die Erfahrung, wie schnell ich diese 15km Laufen kann. Ich konnte zwar seit Januar wieder Lauf-Intervalle machen, aber so viele waren es dann auch wieder nicht. Da ich im 2023 eine längere Pause machen musste (Covid) fehlten mir natürlich viele Laufkilometer und ich baute in den letzten 3 Monaten die Distanz wieder auf und ich hatte gerade nur 3 Läufe von etwas über 15km intus. 

20min vor dem Start waren wir im Startgelände. Dinu war bereits nicht mehr bei mir. Ich marschierte langsam zum Start. Es lief coole Musik und mir liefen Tränen runter. Mir wurde extrem bewusst, was mir das hier heute bedeutete. Im 2018 war ich das letzte Mal am Start. Im 2018, das war mein LEBEN A – Das Leben ohne Kids. Damals hatte ich noch keine Ahnung, dass wir mal 2 so wundervolle kleine Wunder haben werden. Nun stehe ich an einem ganz anderen Punkt im Leben – Leben B nenne ich es! Ein Leben am Limit teilweise😊 – ein wunderschönes – intensives Leben mit unseren 2 Energiebündel, meinem Mann und meinem Sport! Diese 3 geben mir soviel und machen mein Leben komplett! Ich versuchte krampfhaft meine Gefühle in den Griff zu bekommen, eine Sonnenbrille hätte ich brauchen können und nun stand ich am Start. 5min vor dem Start jagte ich meine 50g Gel-tube in den Mund. Mein Activator-Shot öffnete ich. Ein Kollege kam angerannt, wünschte mir alles Gute. Vor lauter Aufregung schüttete ich den Acitvator ihm entgegen und der Inhalt landete auf dem Boden.. Keine Tropfen fanden den Weg in meinen Mund. Dies brachte mich gerade etwas aus dem Konzept, weil ich dieses Koffein hätte brauchen können. Aber nun war es auf dem Boden, wo es niemandem was brachte. Und dann gings los. Ich stand zu hinterst im Block. Ich wollte mich nicht stressen lassen und mein Tempo anlaufen können. Die Idee war dann zwar nicht die Beste. Und es ging los. Schnell schloss ich auf die hintersten Läufer auf, musste hin und her springen, um zu überholen. Es war gerade etwas mühsam. Den 1km hatte ich dann in 4:30, obwohl es hoch ging. Vielleicht etwas schnell, fragte ich mich. Ich lief aber konstant weiter. Die ersten 5km gingen recht gut. Ich war einiges schneller unterwegs wie im 2018. Ich hatte einen neuen Schuh (leichten Wettkampfschuh) an, welchen ich zwar eingetragen aber noch nicht auf Kieswegen getestet hatte, was ein Fehler war. Ab km 5 gings dann auch runter, auf Kieswegen. Ich machte viele Misstritte. Der Schuh gab mir scheinbar zu wenig Halt. Ich knickte immer mal wieder seitlich runter. Ich musste mich enorm konzentrieren, dass ich den Fuss gut aufsetzte. Ich nervte mich kurz, warum ich diesen blöden Schuh anzog und nicht meinen stabilen, schweren Laufschuh. Ab km 7 wurde es hart. Ich nahm ein kleines Gel. Ich musste kämpfen, dass ich das Tempo halten konnte. Dann kam der Golaten, welchen ich hochjoggte. Ich drückte den Hügel hoch. Oben nahm ich ziemlich Tempo raus. Ich gab mir eine gute Minute, um den Puls runterzunehmen, ehe ich wieder auf das Gaspedal drückte. Aber viel Gas gabs nicht mehr. Meine Beine waren müde. 4km waren noch zu laufen. Von diesen 4 km waren 2km leicht abfallend. Ich wusste, dass ich hier noch Gas geben müsste, aber wie sollte ich das mit müden Beinen machen? Dazu kam ein übler Gegenwind! Ich versuchte im Windschatten anderer zu laufen. Ich fand aber, dass es nichts brachte, es war eher mühsam, weil ich immer schauen musste, dass ich dem Läufer nicht auf die Fersen trat. Daher joggte ich alleine dem Ziel entgegen. Ich quetschte mich richtig aus. Auf den letzten Metern gab ich noch alles, was ging. Im Ziel angekommen, japste ich nach Luft und legte ich mich sogleich hin, sonst wäre ich wohl umgekippt. Nach ein paar Minuten gings aber wieder gut. Ich kam mit einer Zeit von 1h08:18 ins Ziel, Schnitt: 4:32min/km, Durchschnittspuls 193. Im 2018 war ich ca. 55 Sekunden langsamer. Damit war ich äusserst zufrieden. Den Rest des Tages verbrachten wir mit den Kids am Lauf. Es gab Kuchen, Zuckerwatte und dann stand das grosse Laufhighlight von Julia an. Sie joggte die 300m sehr kraft- und energievoll mit einer mengen Spass. Es war ein echt gelungener Tag! Einen Tag mit der ganzen Familie, alle Bedürfnisse konnten befriedigt werden und wir hatten einen super Tag zusammen. Der Kerzerslauf ist ein ideales Ausflugsziel für Familien, welche ALLE Laufen möchten. Dank dem Kinderhort ist das möglich.

Die letzten 2 Wochen

Verfasst von uns Beiden am 10.3.

In der vorderen Woche, nach dem trainingsreichen Wochenende, reichte es für Dinu immerhin für 3 Lauftrainings. Am Sonntag gabs ein besonderes, mit der ganzen Familie drehten wir eine 8km Runde. Danach rannte er schnelle 4km und war danach recht zufrieden. Tabea rannte in der vorderen Woche auch vermehrt, neben den üblichen Kraft-, Schwimm und Spinningtrainings. Der Höhepunkt war aber der Sonntag. Julia hatte den Abschluss ihres Skikurses auf der Axalp, wohin Dinu und die Kids reisten. Tabea startete deutlich früher mit einer Kollegin per Rennrad los. Auch sie fuhr auf die Axalp, was eine fast 5stündige Tour ergab.
Dinu sagte immer, dass er sein cooles Mountainbike mit dem Flammendesign erst verkaufe, wenn er auf Touren oder an Rennen nicht mehr nachmögen würde (Das Bike hatte noch 26-Zoll Räder. Laut Google: «während die traditionellen 26-Zoll-Laufräder mittlerweile nur noch an Freeride-, Dirtjump- und Kids-Bikes gefahren werden.“). Er hoffte wohl, das Ding noch ewig fahren zu können – er würde wohl noch auf dem Dreirad Rennen fahren, wenn man ihm das in der Kindheit nicht irgendwann weggenommen hätte……... Aber nun kaufte Tabea ein neues Bike (Hardtail) woraufhin wir ein anderes Bike verkaufen mussten. Dinu wird nun jeweils eines der Mountainbikes von Tabea fahren. Wir konnten seines nun verkaufen, was Dinu nicht einfach fiel.
In der letzten Woche gabs Hoch’s und Tief’s. David litt mehrere Tage an Durchfall, auch Dinu und Julia hatten je einen Tag mit Durchfall (und Dinu mit Übelkeit und Müdigkeit) zu kämpfen. Zuvor war er 3 Tage in Serie täglich zwischen 7 und 10km laufen, danach wurde er gebremst.
Tabeas Highlight war wieder eine lange Radtour. Am Donnerstagmorgen reiste sie mit ihrem Vater mit dem Zug ins Wallis.

Text, welcher Tabea auf Facebook postete:

Alle Jahre wieder gits die legendäri Papi (ebike)-Tochter (Rennrad) Tour:

Geplant: Brig, Simplonpass, Centovalli, Locarno: 120km/2200hm

Tatsächlich: Brig, Simplonpass, Centovalli, Canobio, Verbiana, Domo: 165km/2500hm

Geplant: Paps mit Poschi ufe Simplonpass, Ig ufefshre.

Tatsächlich: Poschi nimmt NO kener Velos mit, nur SCHI, daher Paps mit Zug dürs Loch nach Domo, Ig obe drüber

Geplant: ig obedüre u gmüetlichi Abfahrt nach Domo

Tatsächlich: ig obedüre u horrorabfahrt nach Domo. Äs isch komischerwis nid warm gsi. 1 Halt bire Tankstell bi Gondo, wüu i zVelo infolge zittere u isschalte Händ fasch nüme ha chöne stüre. Nach 20min ufwärme de witer...

Geplant: in Verbania dr Zug nach Domo nä

Tatsächlich: ig ha de bemerkt, dass es nsch Domo vo Verbania us nur no 40km si u ha zu mim Paps gseit: Mä chönt eigebtlech no grad nach Domo fahre. Isch chli witer wie vo dir dahei nach Solothurn. Är ohni zögere: gueti Idee.

Problem isch nur si Akku am Velo gsi. Mit 20% wär er nid nach Domo cho. Daher si mir i mini Lieblingscafeteria, go dr Akkulade und go die verdammt feine Pistachetörtli ässä. I bi derte letscht Jahr scho gsi. Dr Verchöufer isch no dr glich gsi. I bi ihne u ha gseit i wet 4 vo dene heinä plus 1 hie esse. Är het de gseit: i sig doch die, wo letschte Jahr mit 2 Kids öpe tägläch si cho Pistachechüechli hole u när no mehreri ufs Mau heigno heigi und no gfragt heigi,öb i nur die Pistachecreme chön choufe Ig ha nä mit grosse Auge agluegt. JA DAS BI IG U de het er witer gseit: Grad hüt morge heig er e grossi Ladig vo dene Chüechli becho u er heig zu sim Kolleg gseit, iz hei mir gnueg, faus die Frou wieder chäm, wo so viu chouft.... U DA STA I!!! WAS fürne Zuefall. Has chum chöne gloube. Setigi Begäbeheite si unbezahlbar

Jedefaus si mir när mit dene Pistachechüechli u ä hufe Amaretti(wo i dummerwis scho in Domo kouft ha gha- ha dene no nid gwüsst, dass üsi Tour wieder in Domo würd ändä) nach Domo gfahre( danke Paps fürs schleppä, ebikes si gäbig, die hei mängisch so grossi Täschene hinte drane)

 

Äs isch e mega tolle Tag gsi u i bi mega stouz uf mi Vater. Dä het 120km gmacht mit sim eBike.

Trainingsreiches Wochenende

verfasst von Dinu am 25.02.2024

 

Diesen Samstag stand wieder ein gemeinsames Lauftraining an. Tabea meinte: Am Samstag muss ich 1h 20min einen Dauerlauf absolvieren, Tempo 5:30-6:15min/km. Die Zeit war also klar definiert. Also starteten wir am Samstag los. Julia auf dem Fahrrad, an Tabea gebunden, damit diese Julia bei Anstiegen etwas unterstützen konnte. David sass im Anhänger bei Dinu. Den ersten Kilometer liefen wir in 5:28min, also unter dem angestrebten Maximaltempo. Zwischen dem Minimal- und dem Maximaltempo liegen 45sek – und wir laufen sicherheitshalber etwas schneller. Dinu war spätestens jetzt klar, was das bedeutet. Vor allem auf dem Rückweg, als auf offenem Feld Gegenwind blies und die Strecke anstieg! Auch da blieben nur gerade 3km über 6min10sek/km, die meisten davon beinhalteten kurze Stopps (Julia in den Anhänger einladen, Essen abgeben, Wasser geben). Tabea lief auf dem Rückweg selbstverständlich mehrheitlich voraus. Ihr Gesamtdurchschnitt lag mit 5h:40min etwa 16sek unter dem von Dinu! Aber beide waren mit dem Training zufrieden und freuten sich auf den Maskenball am Nachmittag.

Recht spontan beschloss Dinu, sich am Sonntagmorgen einem Laufgrüppchen anzuhängen, das vorhatte, von Jegenstorf aus auf den Bantiger zu joggen. Treffpunkt war um 7:05, Dinu nahm den Zug zur Anreise. Es war eine 32km lange Strecke geplant, Dinu hatte aber nicht so lange Zeit. Es reichte nicht bis auf den Bantiger, nach 15,5km/1h38min und über 300 Höhenmeter kam er zu Hause an, wo kurz darauf Tabea auf eine Rennradtour durchs Emmental und abschliessend auf den Bamberg startete. Letzte Woche schrieben wir über Tabea «Über 4 Stunden war sie diesen Winter schon länger nicht mehr auf dem Rad gesessen, dementsprechend erschöpft kam sie dann auch zurück.». Diesen Sonntag fuhr sie knapp über 6h! Die Strecke führte über 132km und 2'800 Höhenmeter! Und danach fühlte sie sich fast besser als vor einer Woche! Eine deutliche Steigerung!

Dinu und die Kids besuchten den Fasnachtsumzug in Münchenbuchsee und düsten danach nach Zuchwil – seine Mutter feierte Geburtstag und Tabeas Tour endete auch dort! Bei leckerem Kuchen liessen wir so den Sonntag ausklingen.

Dinus Text der Unterlandstafette (ULS)

Verfasst von Dinu am 4.2. 
Nach Tabeas Bericht (siehe unten) von letzter Woche kennt Ihr ja die Unterlandstafette alle wieder. Ich liebe diesen Event – einer der letzten Anlässe, an denen Inlineskaten auf dem Programm steht! Dass noch zusätzlich Eislauf auf dem Programm steht, kommt mir entgegen. Nicht, dass ich jemals Eisschnellauf trainiert hätte oder einen schnellen Schuh besitzen würde... Und mit meinem Hockeyschuh ist die Bewegung doch deutlich anders als auf den Inlines. Und doch sind ähnliche Bewegungsabläufe und Fähigkeiten gefragt.
Am Vorabend früh ins Bett zu gehen war echt toll. So gut ausgeruht fühlte ich mich schon länger nicht mehr. Wir schauen immer, dass wir möglichst früh auf der Eisbahn sind, dann ist das Eis noch frisch und nicht so zerfahren. In den früheren Jahren gab es jeweils für die ersten einen Massenstart, was mich jeweils noch mehr motivierte. In diesem Jahr waren schon 3 Teilnehmer am Fahren und ich durfte einfach loslegen. So kann man sich gut auf sich fokussieren und den eigenen Rhythmus finden. Ich brauche aber etwas Wettkampffeeling, ich merkte bald einmal, dass ich mit den Gedanken etwas abschweifte. Ich war dann auch etwas langsamer wie im Jahr zuvor. Als zweite Disziplin nehmen wir jeweils das Schwimmen in Angriff – die ersten 2 Disziplin kam man wählen, wann am Morgen und in welcher Reihenfolge man sie absolviert. Wir finden, Schwimmen an zweiter Stelle angenehmer, da wir dann sauber und in trockenen Kleidern unterwegs sind zu den weiteren Disziplinen. Im Schwimmen war ich auch etwas langsamer – etwa 25sek. Tabea hatte am Morgen noch geklagt: „Mein Schwimmrekord stammt aus dem Jahr 2017, ich kann mir nicht vorstellen, wie ich damals so schnell schwimmen konnte? Ich trainiere doch jetzt auch viel, aber an die Zeit komme ich einfach nicht mehr heran!“. Genau, sie war dann auf jeden Fall schneller wie im 2017.
Beim Schwimmen erklärte man mir, ich solle den Transponder am Handgelenk jeweils bei der Wende etwas nach oben halten, dass gut gemessen werde. Ich trage nie eine Pulsuhr beim Schwimmen (ok, ich schwimme auch so gut wie nie....), heute ausnahmsweise doch. Nun hatte ich also eine Pulsuhr am linken Handgelenk und den Transponder am rechten Handgelenk. Und beim Wenden habe ich jeweils die Pulsuhr in die Höhe gehalten – das sah sicher lustig aus….. Naja, da ich ja seit Jahren jeweils nach 75m eine Länge auf dem Rücken schwimme, sieht das ja so oder so speziell aus bei mir
😊
Die nächsten 4 Disziplinen finden dann an einem anderen Ort statt. Man hat genug Zeit zum dorthin zu fahren (vor allem, wenn man schon so früh vor Ort ist, wie wir, es gab auch Leute, die kamen erst zum Schwimmen/Eislaufen als wir fertig waren. Dies ist ein weiterer Vorteil der ULS, dass ich nach dem Schwimmen nicht direkt losradeln muss! So habe ich als Diabetiker genug Zeit, meine Insulinpumpe zu montieren und alles zu installieren!
In der Kaserne richteten wir die Wechselzonen ein und redeten mit diversen Bekannten, welche man an diesem Anlass immer wieder trifft. Das ist auch schön, da genügend Zeit bleibt. 10:30 startet dann der Countdown zum Jagdstart. Man musste also die Zeit vom Eislauf und vom Schwimmen zu 10:30 dazurechnen und wusste dann seine Startzeit! Das überforderte Einige, so z.B. den Speaker, der dann kurzfristig etwas anderes erzählte und für ordentlich unnötigen Stress sorgte.
Tabea startete letztes Jahr etwa 5 Sekunden nach mir auf die Laufstrecke und war dann insgesamt etwa 15min vor mir im Ziel. Da ich nun langsamer geschwommen und auch beim Eislaufen langsamer war, sie aber überall Fortschritte gemacht hat, konnte sie etwa 4min vor mir auf die Strecke. Ich würde sie also höchstens einmal kreuzen, mehr würde wohl nicht drin liegen. Beim Laufen fühlte ich mich gut, ich konnte ein paar LäuferInnen aus Teams und auch Singles überholen. Die Teams sind dann aber im Wechsel blitzschnell, bis ich dann parat bin fürs Rennrad sind die alle schon weg. Als ich zu meinem Rennrad kam, merkte ich, dass ich zwei verschiedene Handschuhe dabei hatte – zum Glück aber je einen linken und einen rechten. Ich hatte aber dann während der ganzen Radfahrt links kalt und rechts eine warme Hand.
Ich sah etwa 100m vor mir einen Singleradfahrer, hinter mir kam ein weiterer Radfahrer näher (musste von einem Team sein) und ich fuhr mein Tempo. Aber es vergingen etwa 6km bis er mich eingeholt hatte. Und dann bog er auf eine Radtreifen ab und ich blieb auf der Strasse – immer noch kein Windschatten. Bergauf fuhr er schneller als ich, ich musste Gas geben, um dranzubleiben. Flach oder leicht aufwärts war aber ich schneller. So waren wir dann eine Weile unterwegs, eine Phase dann sogar zu dritt. An einem Anstieg fuhr er mir aber dann davon, da der Anstieg aber eine Weile dauert, holte ich ihn aber irgendwann wieder ein und hängte ihn sogar ab. Irgendwie noch ein schönes Gefühl, wenn man bei der 4. Disziplin immer noch Teamsportler abhängen kann. Insgesamt war ich auf dem Rennrad etwa 30sek langsamer als im Vorjahr, beim Laufen übrigens auch etwa 30sek.
Beim Wechsel auf die Inlines liess ich mir zuerst etwas Zeit, als dann aber ein weiterer Single in die Wechselzone kam, begann ich mich zu beeilen. Inline ist und bleibt aber meine Lieblingsdisziplin, auch wenn der Rücken vom Rennrad schon leicht schmerzt und die Beine müde sind. Aber auch hier war ich 20sek langsamer als im Vorjahr.
Als ich mit dem Bike losfuhr, merkte ich, wie meine Beine brannten. Da ich aber Tabeas Bike ausleihen durfte, welches grössere Räder hat wie meines (sie nahm das Gravelvelo) sollte meine Bikezeit sicher etwas schneller sein. Und ich überholte schon bald einen Biker. Das ist echt toll an der ULS, es hat viele Teams, welche nicht soo schnell sind, so dass ich auch in der 6. Disziplin nicht ganz alleine unterwegs bin. Und diesmal definitiv nicht, denn plötzlich kamen mir 5 Biker entgegen! „Do esch fausch“ riefen sie. Ich hielt an, einer rief dann plötzlich „Dört hinge geits dure“. Wie ich später erfuhr, wurde der Markierungspfeil entfernt und etwa 10m weiter im Wald 2deponiert“
Nun waren wir etwa 8 Leute. Ich sah Einige noch lange vor mir, etwa 3 blieben hinter mir. Nun führte die Strecke über offene Wiesen oder über Tampelpfade. Da vor einer Woche hier noch Schnee lag und es am Anfang der Woche geregnet hatte, war alles nass und weich. Das Fahren brauchte mehr Kraft wie gewöhnlich und ein gutes Gleichgewicht. Ich fluchte, als ich durch eine Pfütze und das Wasser bis zu den Knien stand. Aber ich kam sturzfrei durch. Als ich einmal auf einem völlig zerpflügten Weg unterwegs war, der völlig aufgeweicht war, kamen mir Tabeas Worte von vor dem Start in den Sinn „De fahri de eifah usse düre“ – woooooo bitte?
Zum Glück gings bald auf einem Kiesweg weiter, meine Beine waren aber so richtig müde. Als ich nochmals überholt wurde, konnte ich im Flachen mitrollen, kaum gings bergauf war aber fertig. Mit müden Beinen, aber happy kam ich im Ziel an. Ich war in jeder Disziplin zwischen 10 sek und 30sek langsamer, ausser beim Bike, da war ich, dank Tabeas Bike, 2,5 min schneller. Nur in der Wechselzone war ich in diesem Jahr 20 sek Schneller wie im 2023 – immer hin in einer Disziplin
😊 Ich halte sportlich etwas weniger gut mit, also wechsle ich jetzt schneller 😊

Unterlandstafette

Bericht von Tabea vom 29.1.

Seit Jahren starten wir an der Unterlandstafette in Bülach, meistens in der Kategorie Single. So auch dieses Jahr wieder. Anfangs Woche wurde David krank und Julia hustete auch bereits. Und ich dachte: „Nein, bitte nicht schon wieder… Ich will nicht auch noch krank werden“. Aber dieses Mal war mein Immunsystem stärker. Ich hatte zwar Mitte Woche auch einen Taucher und fühlte mich schlecht, aber zum Glück war das nur von kurzer Dauer. Wir hatten alles organisiert für dieses Unterlandstafette-Wochenende. David durfte bei den Schwiegereltern übernachten und Julia durfte mit nach Zürich zu einer guten Kollegin von mir, welche Kinder liebt. Sie wird dort jeweils verwöhnt und durfte übernachten.

Dinu und ich hatten uns ein Hotelzimmer genommen, welches in der Nähe des Starts der Staffette lag. So fuhren wir am Samstag mit vollgepacktem Auto los. 4 Velos waren in unserem Dacia drin/oben auf dem Dach neben 2 Kindersitzlis wohlverstanden….. Und Material für 6 Disziplinen – pro Person! Wir durften, wie jedes Jahr, bereits unser Material am Vortag in der Kaserne, wo der Wettkampf stattfand, deponieren. Wir sind immer sehr dankbar, dass wir das tun dürfen, ansonsten hätten wir am Sonntag ziemlich viel Stress. Das Deponieren ging wie immer reibungslos über die Bühne. Danach gings ab ins Hotel. Julia war auch noch dabei und wir verbrachten die Zeit, bis wir sie abgeben konnten, mit ihr. Um 17.45 sassen wir dann ohne Julia in einem feinen Italiener in Bülach und schlugen uns die Mägen voll mit Pizza/Lasagne. Kurz nach 20 Uhr waren wir im Hotel und um 20.45. bereits am Schlafen! Warum, fragt ihr euch sicher? Weil, wir zu Hause selten vor Mitternacht ins Bett kommen… Und jetzt konnten wir endlich mal länger schlafen! Das musste genutzt werden😊.

Am Sonntag um 07.00 waren wir dann bereits im Schwimmbad/Eishalle (beides ist am gleichen Ort). Dort mussten zuerst diese beiden Disziplinen absolviert werden. Danach werden diese beiden Zeiten zusammengezählt und dann folgt ein Handicap Start ab 10.30 Uhr.

Aber zuerst mal noch eine kurze Zusammenfassung der Strecken, die absolviert werden mussten plus meine Zeiten, welche ich erreicht habe:

Eislaufen, 12 Runden = 9 min

Swim 600m = 8min 41sek

Laufen, 8km = 34:56

Rennrad, 31km = 52:31

Inline, 9.7 km = 26:54

CrossBike, 8km = 23:31

Dieses Jahr konnte ich in fast jeder Disziplin PB (Persönliche Bestleistung) erreichen. Beim Inline war ich exakt gleich schnell wie im 2023, auf die Sekunde genau!!! Das muss man mal schaffen;-). Beim Rennrad hatte ich viel Glück, weil nach ca. 4km ein superschneller Rennradfahrer von hinten an mir vorbeidüste und ich den Moment schnappte und alle meine Kräfte mobilisierte, um an ihn dranzukommen. Und so kämpfte ich mich dann die 31km durch, bei den Anstiegen wollten meine Beine teilweise explodieren, der andere Typ fuhr einfach so schnell, in der Fläche konnte ich teilweise gut mitfahren. Nach jeder etwas engeren Kurve oder Kreisel musste ich leider auch immer wieder dem Radfahrer hinterher sprinten.... meine Technik lässt wirklich zu wünschen übrig... Bis kurz vor der Wechselzone blieb ich an ihm dran, liess ihn dann aber bewusst ziehen um meinen Puls etwas sinken zu lassen und mich auf den Wechsel vorzubereiten.

Durchschnittlich war ich mit einer 36km/h Pace unterwegs. Auch beim Laufen, wo man im Handicapstart nach de Schwimmen und Eislaufen startet, hatte ich einen guten Tag und konnte das Tempo über die etwas coupierte Strecke gut durchziehen. Beim Eislaufen konnte ich die Zeit um 3min!!! verbessern... Dies lag wohl an meinem neuen Schlittschuh, geübt habe ich nicht wirklich. Beim Schwimmen konnte ich endlich meine beste Zeit vom 2017 schlagen, zwar unterbot ich die Zeit nur um 4 Sekunden! Aber schneller ist schneller;-). Auf dem Crossbike waren es ca. 2min. Die Strecke führte unter anderem über Wiesen. Dort gabs grosse Schlammfelder mit riesen Pfützen. Ein paar Mal musste ich in einer knietiefen Pfütze ausklicken und stand mitten im Wasser.... ach war das kalt.... und ich kam über die matschigen Felder schlecht vorwärts. Dafür konnte ich dann auf den Kieswegen wieder etwas Zeit gutmachen. Total war ich 9 min schneller wie letztes Jahr und belegte damit den Rang 1 bei den Frauen. Bei den Männern wäre ich mit dieser Zeit auf Rang 4 gelandet.

Ich bin äusserst zufrieden. Vor knapp 2 Monaten hätte ich nie damit gerechnet, wieder an einem Wettkampf richtig starten zu können. 5 Monate lang hatte ich Lungenprobleme durch Covid und durfte nur moderat in tiefen Pulsbereichen trainieren. Und jetzt ist das definitiv Geschichte und ich konnte Vollgas geben! Heute wars für mich ein wirklich perfekter Tag, alles lief wie am Schnürchen! Das gibt’s bei mir nicht oft, daher bin ich sehr dankbar, dass es so war.

6h Lauf in Jegenstorf

verfasst von Dinu am 21.1.24

Ich habe die letzten 2 Jahre jeweils am 3h-Lauf in Jegenstorf teilgenommen. Im ersten Jahr stand Tabea hochschwanger am Strassenrand und feuerte mich, zusammen mit Julia, an. Vom Termin her hätte es jederzeit losgehen können – eine leichte Anspannung war damals da. Zusammen mit den 3h-LäuferInnen waren jeweils die 6- und die 12-LäuferInnen unterwegs. Mich beeindruckte ihre Leistung und es reizte mich natürlich, irgendwann auch da zu starten….. Ein Hindernisgrund war jeweils auch die Unterlandstafette, die, je nach Jahr, 1-2 Wochen danach ausgetragen wird. Da mir diese recht am Herz liegt, wollte ich nicht riskieren, dort nicht starten zu können.
Ende 2023 rückte die Anmeldefrist für Jegenstorf näher und irgendwann beschloss ich, mich tatsächlich für den 6h-Lauf anzumelden. Die Unterlandstafette würde schon irgendwie gehen. So stand ich dann am vorderen Wochenende am Start. Ich habe ja schon an allerlei langen und wilden Ausdauerläufen teilgenommen. Aber 6h auf einer knapp 1,7km langen Runde? Und bei diesen Temperaturen inkl. Wind? Ich war gespannt. Ich setze mir meistens ein Ziel, das ich erreichen sollte, wenn alles normal läuft – das setzte ich mir bei 50km. Das 2. Ziel ist so der Idealfall, da hoffte ich auf 55km. Und träumte von einer Distanz noch etwas näher bei 60km – aber ab 50km wäre ich sicher zufrieden gewesen!
 Wir waren am Morgen noch kurz in der Ludothek (weil diese auch in Jegenstorf ist) und waren dann etwas knapp dran. So reichte es nicht ganz, mir ein Plätzchen so einzurichten, wie ich es mir vorgestellt hatte. Aber ich war ja zum Laufen da. Auf der ersten Runde arbeitete ich mich etwas nach vorne und fragte mich tatsächlich kurz, wie ich die nächsten 6h hier durchbringen soll. Aber dann fokussierte ich mich aufs Tempo und auf und an der Strecke war immer etwas los. Ich startete eher zügig, mit der Zeit wurden die Runden immer langsamer. Aber klar, die Zeit läuft immer weiter, auch wenn man am Verpflegungsposten anhält und etwas isst oder trinkt. Wenn ich zu meinem Platz ging und meine Salztabletten holte. Wenn ich nach etwa 2h die Schuhe wechselte, weil der grosse Zeh drückte und dann nach 4h wieder zurück wechselte, weil der neue Schuh weniger gedämpft ist und sich darum die Schläge viel härter anfühlten. Wenn ich auf die Toilette musste, mir dickere Handschuhe holte (weils immer kälter wurde), meine Flasche wieder mit Wasser, diesmal warmem, auffüllte. In den ersten Runden hatte ich eine 1l Flasche an der Strecke deponiert, nahm auf jeder Runde einen Schluck und stellte sie ein par Meter weiter hinten wieder hin. Und in meiner Jacke trug ich Traubenzucker und ein Schoggibrötli mit mir. Aber irgendwann war das alles getrunken und gegessen. Und irgendwann, etwa 45min vor Schluss, musste ich auch noch meine Leuchtweste und die Stirnlampe montieren.
Die ersten 10km hatte ich in 57min hinter mich gebracht, 20km nach 1h 54min. Danach kam der Schuhwechsel und war nach 2h 56min bei Kilometer 30. Hochgerechnet wäre somit eine Distanz über 60km drin gelegen, aber es war mir klar, dass die 2. Hälfte sicher langsamer sein würde. 40km in 3h 58min, 50km in 5h 06min. Und dann kamen plötzlich die Überlegungen….. Die Runde ist 1,7km lang, wenn die Schlusshupe am aller äussersten Punkt tönt muss ich danach noch fast einen Kilometer zurückmarschieren! Denn es ertönt ein sehr lautes Signal, man legt die Startnummer an den Boden (es wird danach von Hand ausgemessen) und danach geht man zurück zum Start, während die 12h-LäuferInnen noch weitere Runden drehen. Ja, und da ertappte ich mich beim Gedanken «Jetz ned z schnäu, schüsch muesch so wit retour!» im Wechsel mit «Chum jetz, no Vougas, so wit wie möglech» auf den letzten etwa 3 Runden. Und tatsächlich war ich dann am Schluss etwa 600m vom Ziel entfernt – am tiefsten Punkt der Strecke. Aber ich war 57,2km gerannt – ich war also überglücklich darüber!! Und damit war ich auf Rang 8 von 21 Gestarteten rangiert. Das Eindrücklichste dabei ist ja aber, dass ich mehrfach von den Schnellsten des 12h-Laufs überrundet worden war – der Sieger kam auf 123km, also mehr als doppelt so weit wie ich in 6h! Respekt!
Ich marschierte zurück, wurde von meiner Familie begrüsst (die in der Zwischenzeit in der Badi war), ging unter die Dusche und dann gings ab nach Hause, wo ich mit meiner Müdigkeit zu kämpfen hatte. Am nächsten Tag feuerte ich mit den Kids dann Tabea am Run&walk in Bern an (siehe Bericht unten), ich war froh, nicht starten zu müssen (im 2023 war ich tatsächlich am Samstag am 3h Lauf gestartet und am Sonntag am Run and walk), konnte aber recht gut durch die Gegend marschieren. Nicht ganz so rund wie auch schon, aber es ging. Nur die Treppen runter war eine Herausforderung, noch die nächsten 2-3 Tage. Ich bin mega zufrieden mit meinem Resultat!

 

Run and Walk Bern

Verfasst von Tabea am 14.1.
Am Freitag war herrliches Bergwetter. Darum rannte ich mit einer Kollegin und einem Kollegen aufs Niederhorn. Der Anstieg war die ganze Zeit schneebedeckt, was die Tour anstrengender machte, logischerweise waren wir langsamer unterwegs wie im Sommer. Ich spürte beim hochlaufen einen leichten Schmerz im Knie, was mir etwas Sorgen bereitete. Aber da ich natürlich mehr Kraft brauchte zum Hochrennen, war es auch erklärbar. Aber etwas Sorgen hatte ich doch, da ich am Sonntag einen Wettkampf auf dem Programm hatte:
Seit wohl ca. 3 Jahren war ich wieder einmal an einem Lauf angemeldet, welcher flach ist. Run and Walk heisst dieser Lauf und führt in Bern über 10km vom Schönausteg zur Augutbrücke und auf der anderen Aareseite wieder zurück. Der Lauf ist wirklich sehr flach. Es hat nur einen kurzen Anstieg – Dinu hat vor 2 Jahren am Lauf mit Julia im „Kinderwagen“ teilgenommen.  Die Wege sind größtenteils breit, oft Kies. Dieses Mal lag noch etwas Schnee/Eis auf dem Weg, wobei dies wirklich wenig der Fall war. Ich war etwas nervös vor dem Start, aber zum Glück wirklich erst kurz vor dem Start. Ich war im schnellsten Startblock eingeteilt, welcher eine Zeit unter 45min anstrebte. Ich wusste wirklich nicht, ob ich das schaffen würde, aber gehofft habe ich es. Ich stand dann in der Mitte des Startfeldes ein. Da der Weg nicht sehr breit ist, erwartete ich, dass es am Anfang stauen würde. Der Startschuss fiel. Es wurde losgelaufen, aber es staute kaum. Die Läufer waren so schnell weg. Ich selbst war auch irgendwo mittendrin, hatte keinen Plan, wie schnell ich zu laufen versuchen kann…. Da ich nicht viele schnelle Lauftrainings intus hatte, wusste ich nicht, wie es um mein Pacing steht. Also lief ich nach dem Motto, so schnell wie möglich und schauen, wie lange ich es durchhalte, bis es mich verbläst. Der erste Kilometer war in 4min09sek – also sehr schnell. Die folgenden 4 km dann in etwa 4:15. Mein Puls stieg. Ich war mittlerweile bei ca. 94% vom Maximalpuls unterwegs. Folglich wusste ich, dass es bald sehr hart werden würde. Und genau so war es. Bei km 6 kam die Steigung. Nicht lang, aber lange genug, um am Limit zu laufen. Hinten runter nahm ich Tempo raus. Ich versuchte, nach Luft zu ringen. Unten angekommen waren meine Beine echt platt. Die letzten 3km kämpfte ich um einen Schnitt von 4:30 pro km. Es war unglaublich hart. Umso mehr freute ich mich, als ich endlich meine Familie (Julia, David und Dinu waren als Fan dabei) sah, denn dort war das Ziel! Total kaputt, nach 44min und 10 Sekunden und einem Durchschnittspuls von 192 und ziemlich schmerzenden Muskeln und Knie kam im Ziel an.  Ich war wirklich sehr zufrieden damit. Mein Ziel unter einem Schnitt von 4:30min pro KM habe ich um 6 Sekunden unterboten. Und das Allerschönste ist, dass ich Atmen konnte. Vor etwas mehr als einem Monat hatte ich immer noch Mühe mit der Lunge (Peribronchitis – Nachwirkungen von Covid) und wusste nicht, ob ich jemals wieder überhaupt so einen schnellen Lauf machen konnte. Jetzt 6 Monate nach der Infektion war das möglich. Ich hatte keinerlei Beschwerden mit der Lunge. Dafür bin ich extrem dankbar.

Dinu startete am Samstag am 6h-Lauf in Jegenstorf – davon wird er aber nächste Woche berichten.

Martin Ruegge und Tabea Zimmermann

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