Training und Podestplätze

Verfasst von uns Beiden am 3.Juni

Nach dem Velo-Rennen auf den Sustenpass und der langen Radtour über Brünig/Glaubenbühlen etc. waren ja zwei weitere Tage in der Region Interlaken geplant. Am Montag entschieden wir uns für einen längeren Lauf. Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Postauto nach Habkern um dort zu starten. Zuerst stieg die Strecke leicht an und wurde immer wie steiler bis zum Grünenbergpass. Dort hofften wir ja, dass es nach dem Pass nun abwärts gehen würde. Doch leider nein, die Strecke stieg weiter an. Eine Region hiess «Seefeld» - ihr könnt Euch vorstellen, wie die Wege und der Untergrund Ende Mai dort oben ausgesehen hat… Ordentlich matschig! Teilweise mussten wir auch grössere Schneefelder überqueren. Dabei waren wir froh, den Routenvorschlag von Thomas gewählt und nicht auf Tabea gehört zu haben, denn auf dem Faulhorn oder dem Augstmathorn wäre garantiert deutlich schneereicher gewesen.
Irgendwann gings dann runter zum Justistal und dieses entlang bis zur Strasse, wo die Strecke bis nach Beatenberg wieder anstieg. Den ursprünglichen Gedanken, noch aufs Niederhorn hoch zu rennen, gaben wir nach den zurückgelegten 23 km spontan auf.
Am letzten Tag radelten wir von Anfang an aufwärts, via Grindelwald gings auf die grosse Scheidegg, danach hinten runter und weiter bis nach Innertkirchen. Wieder führte die Strecke, wie am Samstag, in Richtung Sustenpass, um aber nach ein paar Kilometern links in Richtung Engstlensee abzubiegen. Dort folgten wir einem wunderschönen Weg, welcher autofrei in Richtung Hasliberg führte. Die Aussicht war himmlisch. Wir kamen von oben hinunter auf den Hasliberg, was echt toll war! Oben auf dem Hasliberg konnten wir einem Haslikuchen nicht widerstehen. Die Abfahrt via Brünig nach Interlaken ging dann schnell von statten. Allerdings war ein Teil der Abfahrt gesperrt und wir wurden nach Meiringen umgeleitet. Das gab zusätzliche Velokilometer, welche sich eher mühsam anfühlten. Dinu machte noch einen Koppellauf, während dem Tabea mit dem Rad weiter nach Spiez fuhr, wo Dinu sie ins Auto einlud. So kamen an diesem Tag 130km/2500hm zusammen. Der Rest der Woche trainierten wir nur noch wenig und locker.

 

Am Samstag starteten wir am Bantiger Triathlon und zwar in mehreren Kategorien. Wie es dazu kam, lest ihr nun hier: Eine sehr gute Kollegin fragte uns an, ob wir mit ihr nicht in der Staffel beim Triathlon starten wollten. Sie wollte ihr Comeback geben, denn es war ihr erster Wettkampf nach der Babypause. Und da wir dies eine gute Idee fanden, willigten mir ein. Dinu wollte sowieso nur am Bikerennen starten (also, er wurde dazu «motiviert»), so gabs für ihn dann doch noch einen Triathlonstart – in der Staffel auf dem Rennvelo.
Für Tabea war das natürlich nicht genug. Sie startete am Triathlon, Bikerennen und in der Staffel, jedoch musste sie dort nur schwimmen. Um 8 Uhr kamen wir vor Ort an. Wir dachten, wir werden sicherlich die ersten Leute sein. Doch leider war der Parkplatz bereits fast voll. Beim Bantiger-Triathlon kann man selber entscheiden, wann man starten will. Aus Erfahrung wussten wir, dass man früh starten musste, weil sonst die Schlange zum Starten enorm lang werden würde. Tabea begab sich darum sofort ins Hallenbad. Um 8:35 gings dann für sie los mit 300m Schwimmen, 17km Rennrad und 4.5km Laufen. Beim Schwimmen war sie genau gleich schnell wie letztes Jahr, beim Rennrad war sie 2.5min schneller (sie behauptet, das liege nur am schnellen Triathlonrad!) und beim Laufen waren es immerhin 15 Sekunden. Bei den Wechseln waren es auch einige Sekunden, wo sie schneller war, wobei sie dafür Blasen in Kauf nahm (sie zog keine Socken an). Dank all dem war sie dann nach 55:36 min/sekSekunden insgesamt 3min schneller wie im Vorjahr im Ziel, was doch eine beachtliche Leistung ist. Es gibt aber noch klar Verbesserungspotenzial bei der Wechselzone – vor allem auch bei der Überlegung, wo man sein Rennrad am optimalsten hin parkiert, damit man am wenigsten Zeit verliert. Mit dieser Zeit landete sie auf dem 1. Platz ihrer Alterskategorie (von 21 Frauen) und Overall reichte es für den 2. Platz von (ca. 65 Frauen). Im Ziel angekommen gings direkt wieder zum Schwimmstart. Dinu stand bereits in der nun elend langen Schlange. Er war bereits fast 1h im Hallenbad am Warten. Sie übernahm dann seinen Platz und bald darauf startete die Staffel. Die 300m schwamm Tabea genau gleich schnell wie bei ihrem eigenen Triathlon. Der Wechsel aufs Rennrad ging dann schnell von statten, da Dinu gerade starten konnte. Dinu legte eine gute Zeit hin auf dem Rennrad und übergab dann Priska, welche ihre Wettkampfsaison startete. Glücklich kam sie nach den 4.6km im Ziel an. Wir erreichten in der Staffel den 1. Platz. Danach folgte eine lange Pause. Denn um 14.30 gings erst los mit dem Bikerennen. Tabea fiel in ein richtiges Müdigkeitsloch, Dinu war etwas aktiver, da er mit dem Auto nach Hause ging die Bikes holen. Pünktlich um 14.30 starteten wir dann aber aufs Bikerennen. 3 Runden a 7 km und ca. 220hm mussten überwunden werden. 4 Frauen waren am Start. Männer gabs einige mehr. Tabea konnte lang die führende Frau im Blickwinkel halten, aber zum Einholen wars dann doch zu weit. Ladina Buss war eine Klasse für sich und Tabea verlor 45 Sekunden auf sie. Mit ihrer Zeit von 55:32 war sie dann insgesamt 1:45 min/sek schneller wie im Vorjahr und sie war damit sehr zufrieden. Es war ein unglaublich hartes Bikerennen im aneroben Bereich und brennenden Beinen. Auch Dinu erging es sehr gut. Er startete aber bewusst vorischtig, weil er in einer Woche am 100 km Lauf starten wird.
Somit durfte Tabea tatsächlich, wie Priska «das Orakel» weise vorausgesagt hatte, 3x an einem Tag das Podest besteigen.

 

Am Sonntag startete Tabea am Blüemlisalplauf. Immerhin 45 Sekunden schneller war sie wie im Vorjahr und das nach dem harten Samstag. Sie landete auf dem 21. Rang von 196 gestarteten Frauen. Dinu half in Niederbipp an einem Inlinerennen (Nachwuchscup) und am Nachmittag war er bei seinem Göttimeitli zum Geburtstagsfest eingeladen.

Podestwoche und viele Trainings

verfasst von uns beiden am 27.5.18

In der vergangenen Woche gabs (nach dem GP am Samstag und der zügigen Fahrradtour am Sonntag) einige Stunden an Training. Denn wir hatten nach Pfingstmontag noch 2 Tage frei genommen. Eigentlich wollten wir einen Ausflug mit auswärts Übernachtungen machen, blieben aber aufgrund der Wetterprognose zu Hause.

Am 21. Mai war unser Hochzeitstag. Wir liessen es so richtig krachen... Wir umrundeten den Neuenburgersee mit unseren Renn- bzw. Triathlonrad mit 3 Kollegen. Das Tempo war ziemlich flott. Nach km 110 legten wir wie gewohnt einen kurzen Kuchenstopp ein. Danach gings retour, der Kilometer-Schnitt zeigte am Schluss erstaunliche 31.1 km/h über 1200hm/163km. Wir waren also nur etwas mehr als 5h unterwegs. Als ob das nicht schon genug gewesen wäre, schnürten wir noch die Laufschuhe und drehten eine knackige Runde von 6km in einem ordentlichen Tempo. Danach waren wir schon etwas müde. Tabea meinte dann, dass es eigentlich schon recht viel ist - so "hurti gschwing" 160km auf dem Rad hingelegt zu haben - also eine Distanz wie von Bern nach Winterthur oder noch weiter und danach noch kurz laufen....

Für uns ist das mittlerweile leider nicht mehr so aussergewöhnlich, ja, so eine Distanz ist schon „fast“ normal (schrieb Tabea hier, Dinu ist da nicht derselben Meinung….). Würde man das jemandem bei der Arbeit oder Leuten erzählen, die 2 x die Woche ins Fitness gehen, würden die sich nur an den Kopf reichen und sagen: „Die spinnen...“ Völlig unverständlich würden wir angeschaut werden, würden wir von dieser Tour, diesem Schnitt erzählen. Zum Glück gibt es da Strava (Onlineplattform, wo Tabea ihre Trainings hoch lädt). Dort fühlen sich Tabea verstanden. Dort sind solche Aktivitäten völlig normal. 160km wäre sozusagen nichts, denn andere sind am gleichen Tag 200km Rad gefahren, oder 50km gelaufen oder haben sonst irgendwelche langen Einheiten gemacht. Unter seinesgleichen fühlt man sich wohl, zum Glück gibts Strava – findet Tabea.

Den Hochzeitsabend verbrachten wir dann noch in einem feinen Restaurant, wo wir unsere hungrigen Bäuche gut stopfen konnten. Am folgenden Tag fuhren wir mit dem Auto nach Biel, um dort in der Region Magglingen zu biken. 2h waren wir unterwegs, also praktisch nichts im Vergleich zum Vortag. Dafür war die Strecke recht technisch und forderte uns auch einiges ab. An diesem Abend verschlug es uns ins Gaskesselareal. Dort gibts im Moment noch das Brodway Variéte Ess-Theater. Herrliche 3 Gänge genossen wir inkl. lustiger Unterhaltung.

Am Mittwoch musste Tabea noch bis kurz nach Mittag arbeiten ehe wir dann nach Dornach losdüsten. Dieses Mal waren wir aber mit dem Auto unterwegs. Aber die Fahrräder waren natürlich im Kofferraum. In Dornach fuhren wir auf den Gempenberg, luden unsere Räder aus und radelten eine 60km Runde mit ein paar knackigen Höhenmetern. Wieder auf dem Gempen angekommen, verluden wir unsere Räder und per Autostopp gings runter nach Dornach. Ja, ihr seht, unsere Logistik ist immer spitze. Wir sind wirklich recht stark darin. Wo wir das gelernt haben? Ihr könnt 3 x raten.... Natürlich beim Gigathlon:-).

In Dornach starteten wir dann am Gempenlauf. Das ist ein Lauf der Juratoptour. Er führt von Dornach auf den Gempenpass und man legt dabei 7.8km und rund 400hm zurück. Um 19.10 fiel der Startschuss und Dinu lief los. 19.20 kam dann Tabea an die Reihe. Beide hatten im Vorfeld recht müde Beine, warum auch immer... Der Startschuss war dann sozusagen die Erlösung und man musste sich nicht mehr den Kopf über die müden Beine zerbrechen. Tabea kam oben mit einer Zeit von 40:59 an, was einem Kilometerschnitt von 05:20 entspricht. Dinu kam nur wenig langsamer oben an. Beide waren happy, dass der Lauf trotz schwabbligen Beinen, so gut verlaufen ist. Tabea ergatterte sich den 2. Platz in ihrer AK (von 17 Frauen) was sie sehr erfreute!

Am Donnerstag gabs dann bei Tabea ein Schwimmen mit 10x 100m Vollgas und einer Spinningeinheit, welche sie locker absolvierte. Dinu legte einen Ruhetag ein. Am Freitag gabs für beide Ruhetag. Tabea konnte endlich ihr neues Rennrad abholen, nachdem ihr altes ja gestohlen worden war. Gerade rechtzeitig ist es angekommen, denn am Samstag stand das Velorennen auf den Sustenpass (Highway to Sky) auf dem Programm. Sie wäre das Rennen sonst mit dem Triathlonrad gefahren, was natürlich eher ein Nachteil gewesen wäre. Jetzt konnte sie ihre 1. Ausfahrt mit dem Rad gerade an diesem Velorennen machen.

Dazu mussten wir am Samstag bereits kurz nach 8:00 losfahren. Die Fahrräder hatten wir hinten in Kleinbus, den wir von unserem Sponsor „Galliker Carplanet“ ausleihen durften, verladen. Mit einem Kollegen (Thomas) fuhren wir nach Innertkirchen, wo das Rennen startete. Wir hatten aber vor, bis und mit Dienstag in der Region oben zu bleiben und weitere Rad- und Laufeinheiten zu dritt zu unternehmen.

Um 10:30 startete Dinu dann in Richtung Sustenpass, Tabea ca 40min später. Dass sie mit ihrem neuen Rennrad gleich über 6min schneller war wie im Vorjahr, überraschte sie doch sehr. Sie fuhr auf den 3. Rang ihrer Alterskategorie (von 22 gestarteten Frauen) und durfte somit aufs Podest. Beim Gempen hatte sie noch gesagt, dass sie diesen Podestrang geniessen müsse, da sie so selten aufs Podest kann. Und jetzt, ein paar Tage später, stand sie schon wieder auf dem Treppchen. Es gibt Stimmen, die sagen, dass sie es eventuell einmal schaffen könnte, an einem Tag 3 x aufs Podest zu steigen – gäu Priska😊.
Dinu war mässig zufrieden. Er hatte eigentlich ein gutes Gefühl, doch dass seine Zeit langsamer war wie im Vorjahr, verunsicherte ihn etwas. Danach fuhren wir nicht nach Hause, sondern übernachteten in Interlaken, von wo aus wir während 3 Tagen mit Tom Dobrocky diverse Touren unternehmen möchten. Am Sonntag starteten wir mit einem gemütlichen Einrollen dem See entlang bis nach Brienz. Wobei das gemütliche Einrollen mit Tempos um die 40km/h stattfand. Danach gings den Brünig hoch, anschliessend den Glaubenbielenpass und danach hoch zum Schallenberg. Dort legten wir eine kurze Esspause ein, um dann die letzten Höhenmeter via Eriz auf den Beatenberg unter die Beine zu nehmen. Insgesamt kamen an diesem Tag 160km und 3450hm zusammen.

GP-Bern

Verfasst von uns Beiden am 21.5.
Die Woche begann bereits sportlich – am Montagabend hatten wir Franziska, Dinus Betreuerin vom Bieler 100er, eingeladen. Wir joggten eine Runde, danach gabs Abendessen und Planung des diesjährigen 100ers. Es gab aber nicht viel zu besprechen, schliesslich sind die Beiden ein eingespieltes Team. Aber der Startschuss nähert sich rasant!
Ein weiteres Highlight waren 2 Päckli von unseren Sponsoren – herzlichen Dank an Chiefs für all die Drinks und das Proteinpulver für die optimale Regeneration nach all unseren Trainings und auch ein riesiges Dankeschön geht an olo marzipan, welche uns mit haufenweise Leckereien (feinstes Marzipan, Haselnusslebkuchen und gesalzene Mandeln) für Trainings und Wettkämpfe unterstützt.
Danach wurde fleissig weiter trainiert – Dinu hatte 4 Lauftrainings diese Woche, das letzte am Freitagmittag. Aber klar war auch Tabea sehr aktiv unterwegs!
Freitagabend stand dann die Pastaparty vor dem GP auf dem Programm. Während einem Interview mit Viktor Röthlin geht der Interviewer ins Publikum und befragt eine Zuschauerin nach ihren Zielen für den GP. Diese meint:"Mou e gueti Renniiteilig härebecho, e wett dr 2. Teil chönne schnöuer loufe wie dr 1. U drmit mini Beschtzyt ungerbiete! Aber eg be ned schnäu!" «Was heisst de das?» "Eg be würklech uhu..... langsam, knapp unger 1h 15min wär mis Ziel.......". So eine Antwort bringt nur eine hin, oder?
Am Tag darauf war dann GP-Tag. Vor allem war aber Tenuewechseltag! Morgens in der Alltagsbekleidung Haushalt, Einkäufe etc erledigen, danach sportlich-elegant in die Kirche nach Burgdorf, wo wir zu einer Hochzeit eingeladen waren, aus der Kirche raus, das 1. Sportdress montieren zum Spalierstehen, fürs Apero wieder elegant, dann wieder sportlich für den GP, welchen wir rechtzeitig erreichten. Dann kamen die Diskussionen. In diesem Jahr gabs viel grössere Startblocks wie in den Jahren zuvor, dafür waren es viel weniger aber mit grösserem Abstand. Das brachte es mit sich, dass wir im gleichen Block starten durften. Wer startet wo? Für Dinu war klar, dass er zuhinterst starten wollte. Tabea wollte eigentlich auch hinten starten, aber dann doch lieber nicht bei Dinu. Schlussendlich startete sie fast zuvorderst während Dinu hinten begann.
Tabeas Plan ging nicht so schlecht auf, sie startete tatsächlich langsamer wie in den Jahren zuvor! Allerdings war sie, laut Analyse der Pulsuhren, nach ein paar Kilometern doch fast eine Minute schneller als Dinu. Im mittleren Teil drehte Dinu dann auf, so hatte es Viktor Röthlin am Vorabend empfohlen. Tabea sagte sich aber immer: «Nicht zu schnell, nicht zu schnell!». Das zog sie durch und konnte tatsächlich so ihre bisherige Bestzeit verbessern! Ihre Strategie war also voll aufgegangen, sie war langsamer gestartet wie in den letzten 2 Jahren, aber ihre Bestzeit hatte sie unterboten. Und das mit dem «uhu….» langsam, naja, mit ihrer Zeit rangierte sie sich in den vordersten 3,5% aller Frauen – ein Rang in den ersten 150 von weit mehr als 4'000 rangierten Frauen!
Dinu gelang sein Steigerungslauf perfekt, er konnte seine persönliche Bestzeit (seine stammte noch aus dem 2016) sogar um 5min verbessern und war sehr zufrieden damit. Tabea war dann aber doch rasch am Zweifeln, vor allem als sie merkte, wie fit sich ihre Beine im Ziel anfühlten. Hätte sie doch noch etwas schneller laufen können?
Tags darauf ein ähnliches Bild. Dinu schmerzen die Beine, Tabea fühlt sich fit. Wir radeln nach Worb, wo Dinus Eltern den 40. Hochzeitstag feiern. Tabea erzählte Dinu, dass wir danach eine lockere Ausfahrt mit Dänu und Anita unternehmen würden, lockern nach dem GP! Schlussendlich fuhren wir aber in Begleitung von Michael in Richtung Schallenberg. Tabea fand hinterher, das Tempo, welches sie anschlug, als sehr gemütlich während Dinu überlegte, in Grosshöchstetten abzubiegen, weil seine Beine derart brannten. Er fuhr die Tour dann aber mit. Wir mussten allerdings den Schallenberg links stehen lassen, weil sich darüber dunkle Wolken auftürmten und es zu donnern begann. Wir machten trotzdem noch über 1000 Höhenmeter und kamen bei Sonnenschein zu Hause an.
Das sollte doch die ideale Vorbereitung sein für unseren Hochzeitstag am Pfingsmontag - eine 180km Rennradtour?

Viele Kilometer...

verfasst am 14.5. von uns Beiden

Bericht Dinu

Montagabend im Velodrome Grenchen, ich stehe auf der Bahn, wo ich gleich meine Runden drehen werde mit ordentlich Muskelkater vom Vortag (Inlinerennen und 16km joggen). Alle berichten, wie sie etwas Angst gehabt haben, als sie das erste Mal auf der Bahn gestanden seien. Ich schaue mich um und denke: Das sieht doch toll aus, ich freue mich darauf! 5min später drehe ich hinter dem Guide meine erste Runde und möchte am liebsten vom Fahrrad steigen! Ohne Bremsen, Starrlauf, ganz anders zu lenken und hohe Tempis werden gefahren – und das noch ganz zuunterst auf der Bahn. Als es das erste Mal etwas in die Höhe geht (wohl 5-10 cm….) habe ich ein mehr als ungutes Gefühl! Und wir werden immer wie schneller und es soll noch viel höher gehen. Der Guide fordert mich immer wieder auf, näher in seinem Windschatten zu bleiben – können vor Lachen.
Ich stehe ordentliche Ängste durch und denke mehrfach daran vom Fahrrad zu steigen. Und ich denke an ein Gespräch, als die Einladung zu dem Teamanlass der Emmenskaters ins Haus geflattert war:  «Hey, Dinu, hesch gse, do gö mer?» «Nei, e gloub, das esch nüt für me, gang doch Du elei» «Nei, chum jetz, das wird sicher mega lustig». Ja, nun bin ich da auf der Bahn, während diejenige, welche es als «mega lustig» beschrieben hatte, nun im Bündnerland unterwegs war und ich sie innerlich ordentlich verfluchen konnte…..
Doch wie länger der Abend wurde um so mehr liess die Angst nach und ich drehte immer wie schnellere Runden und fuhr immer wie weiter oben – sturzfrei und teilweise schon fast übermütig.
Meine Trainingswoche ging am Di. weiter – 16km lockeres Lauftraining als Vorbereitung für den GP, Mittwoch Pause, Donnerstags mussten wir die geplante Fahrradtour um den Neuenburgersee absagen – stattdessen rannten wir 26km (fast 3h) durch den Regen. Nicht etwa flach, nein, von Aarberg über den Chutzeturm nach Hause. Und mit ein paar kurzen Intervallteilen.
Freitag = Erholung, samstags «eine längere Radtour». Zu dritt in die Region Solothurn, mit 3 weiteren Kollegen eine Runde im solothurnischen und nach 93 km in genau 3h (also einem «gemütlichen» 31km/h Schnitt) standen wir unterhalb des Balmbergs. Da ich im Moment das Gefühl habe, ich sei so fit wie noch nie in meinem Leben, hatte ich die Hoffnung, nicht allzu viel Zeit auf Tabea zu verlieren. Erst recht, da sie meinte, sie sei erstens im Moment nicht so fit und zweitens sei sie bergauf mit ihrem Triathlon-Flitzer viel langsamer wie mit einem normalen Rad. Das Tri-Velo sei schwerer, die kleinen Gänge würden fehlen und bergauf sei die Kraftübertragung schlechter. Oben angekommen hatte ich das Gefühl, ich habe noch nie so viel Zeit auf Tabea verloren wie an dem Tag. Naja, vielleicht ist meine Form nicht ganz so gut, wie ich gedacht habe oder Tabeas Form ist doch ein Spürchen besser, wie sie denkt…… Was glaubt ihr?
Naja, nach dem Balmberg kamen dann noch zwei weitere Berge – der Grenchenberg war steiler und länger als der Balmberg, happig, happig. Insgesamt kamen dann 170 km zusammen, etwa 2600 Höhemeter welche wir laut meiner Uhr in einem 24,1km/h Schnitt absolviert haben und laut Tabeas Uhr in 25,1km/h. Ich denke aber nicht, dass eine der Uhren falsch ist sondern einfach, dass meine Uhr etwas langsamer den Berg hochgetragen wurde….. Danach gabs logischerweise noch einen Koppellauf (knapp 15km) und am Sonntag ein hartes Intervall-Lauftraining. Wir durften 10 x 1min einen Berg hochsprinten, so schnell wir konnten! Mannmannmann, war ich kaputt danach…..

 

 

Bericht Tabea:

 

Nachdem ihr Dinus Bericht gelesen habt, interessiert es Euch sicher, warum ich ihn alleine zu dem Bahnevent geschickt habe. Natürlich hatte ich ein leicht schlechtes Gewissen, weil ich wusste, dass ich ihn dazu überredet hatte! Ich musste aber kurzfristig den Event absagen, weil ich zu einer Kollegin nach Chur wollte. Dies war eigentlich schon lange geplant. Leider habe ich den Bahn-Event-Termin übersehen. Tja…so kanns gehen…. Dass Dinu mich verflucht hatte, spürte ich;-). Denn ich hatte unterwegs ordentlich Gegenwind!
Ganz spontan bin ich am Freitag Mittag mit dem Triathlonrad nach Waldhut (DE) gefahren. Das waren ca. 110km. Dort suchte ich nach einer Übernachtungsmöglichkeit, was nicht so einfach war. Denn das Städtchen Waldhut hatte es mir ziemlich angetan. So süss war es. Aber es gab dort nur ein einziges Hotel und natürlich war das nicht bezahlbar. Somit musste ich 7 km weiter fahren nach Tiengen. Dort fand ich dann ein Hotelzimmer. Ein gemütliches Abendessen beim Inder und anschliessend eine leckere Gelati rundeten den tollen Tag ab. Am nächsten Tag stand ich fröhlich auf und freute mich auf die nächste Etappe, welche mich via Schaffhausen – Singen nach Friedrichshafen bringen sollte. Ich dachte, dass es heute sicherlich weniger Wind haben würde, wie am Vortag. Denkste…. Der Wind war noch stärker und wiederum praktisch nur gegen mich. Ich kam nur schleppend vorwärts. Das Gepäck am Rücken drückte mich noch mehr auf den Sattel. Folglich waren die Po-Schmerzen grösser. Der Spassfaktor war daduch gering. Ziemlich müde kam ich dann gegen Abend in Friedrichshafen nach ca. 120km an. Ein Hotelzimmer leicht ausserhalb hatte ich recht schnell gefunden. Daher schnürrte ich die Laufschuhe und machte noch einen 30 min Koppellauf, um kurz Friedrichshafen zu erkunden. Danach gabs einen Sprung in den Bodensee. Den späteren Nachmittag und Abend verbrachte ich dann in gemütlichen Kaffees und einem tollen italienischen Restaurant.
Am folgenden Tag gings dann nach  Bregenz. Der Wind war nicht mehr gegen mich, was mich sehr erfreute. In Bregenz hängte ich noch eine Schlaufe über den Pfänder an. Das ist ein kleiner Berg mit einem recht steilen Aufstieg. Es geht ca. 5km hoch mit Steigungsprozenten um die 13%! Und das relativ kontstant. Mit dem Triathlonrad sind solche Steigungen etwas mühsamer zu fahren, da die Übersetzung ein wenig zu schwer ist. Dennoch kam ich recht gut oben an und es war eine tolle Abwechslung zu den flachen Etappen in den letzten zwei Tagen.
In Bregenz wollte ich dann unbedingt einen Kaiserschmarrn essen. Ich freute mich schon seit Tagen auf diesen Moment und nun war es so weit. Es ist immer wieder schön, wie ich ab Kleinigkeiten Freude haben kann.
Gestärkt gings dann weiter durchs Rheintal. Und ich kam sehr schnell vorwärts, da ich für einmal Rückenwind hatte. Nach 130km kam ich dann in Landquart an, wo ich meine Kollegin traf. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Auto auf 1500 m.ü.M. Wir planten einen Traillauf auf 2100 m.ü.M. Bereits nach 100 Höhenmetern standen wir im Schnee. Wir waren beide irgendwie überrascht, dass dieser Trail nicht schneefrei war…. Wir überquerten die riesigen Schneefelder. Irgendwann konnten wir nicht mal mehr den Trail sehen. So entschieden wir uns, den Hang direkt hoch zu stampfen. Denn wir wussten ungefähr, wo der höchste Punkt war. Dies forderte Einiges von uns ab. Es war ein koordinatives, kräfteraubendes Training, welches viel Konzentration benötigte. Der Schnee war sehr weich. So kam es immer wieder vor, dass jemand von uns bis zur Hüfte im Schnee einsank. Wir fanden das jeweils lustig, aber kalt wars allemal. Denn wir waren nicht für diese winterlichen Wetterverhältnisse gekleidet sondern waren sommerlich angezogen.
Nach über 2h kamen wir dann wieder beim Auto an und wir fuhren in die Badi in Chur. Dort führten wir noch ein gemeinsames Schwimmtraining durch.
Ja, dies war mein langes Wochenende letzte Woche. Ich war schon sehr lange nicht mehr ganz alleine unterwegs. Dies war ein spezielles Erlebnis. Natürlich ist es schöner zu zweit so was erleben zu können. Aber phasenweise schadet es auch nicht, mal ganz alleine unterwegs zu sein und die Zeit einfach mit sich selbst zu verbringen.
Die vergangene Woche war ich dann auch wieder sehr aktiv - das Meiste davon hat Dinu ja bereits berichtet.

Fotos gibts in der Galerie.

 

Spinnerei à la Tabea

Verfasst von Dinu am 6.5.2018
Heute berichte ich nur von mir – Tabea ist wieder einmal auf Achse. Allerdings ist sie erst am Freitag ausgeflogen, am Montag waren wir noch zusammen unterwegs. Nach dem Slowup am Sonntag durfte es etwas Strengeres sein, einen Longjogg mit ab und zu einem schnelleren Kilometer stand auf dem Programm. 23km gabs dann schlussendlich!
Nach zwei Lauftrainings am Dienstag (mit 2 verschiedenen Gruppen aber ohne Tabea) wechselte ich am Mittwoch das Sportgerät aus und besuchte ein Inlinetraining der Emmenskaters. Donnerstag und Freitag waren Ruhetage, wobei der Freitag sonst streng war. Früh los, Weiterbildung in Olten, da früher raus, mit dem Auto nach Entlebuch ans Weekend der Fachgruppe Ernährung und Sport. Da wiederum ging ich am Samstag früher los um mit einem Kollegen ein Mittelalterfestival in Weil am Rhein zu besuchen. Das war echt toll, ich hatte nicht viel erwartet aber kam begeistert zurück.
Ich rechnete, dass der Abend lang werden könnte. Wir übernachteten in Weil, was sicher schlau war. Ich spielte mit dem Gedanken, am Sonntag in Basel an der Etappe der Swisskatertour zu starten. Ob ich allerdings so früh aufstehen könne, um dann um 10:00 am Rennen zu starten, war ich mir zuvor nicht sicher. Ich hatte mich nicht angemeldet, nahm aber einfach einmal die Skates mit.
Als wir am Sonntagmorgen ins Bett gingen, stellte ich den Wecker für den anderen Morgen. Um 6:00 erwachte ich kurz und fand: Ich bin noch sooo müde, ich werde nicht um 7:45 aufstehen – und habe kurzerhand den Wecker abgestellt. Doch was passiert? Um 7:40 liege ich wach im Bett und denke: Ich könnte nun doch los – und kurz darauf stand ich auf den Rollen am Start. In den ersten Runden hatte ich Mühe, in Gang zu kommen, nach und nach gings besser und in den letzten 2 Runden übernahm ich sehr viel Führungsarbeit in meiner Gruppe und war im Sprint trotzdem noch einer der Schnellsten meiner Gruppe. Da es mir immer wie besser gegangen war, beschloss ich, noch eine Runde in Basel joggen zu gehen – 16km kamen noch zusammen. Beim abschliessenden Bad im Rhein dachte ich: Diese Spinnerei könnte von Tabea stammen – dann hätte ich sicherlich reklamiert und gejammert….
Apropos Tabea: Die schwang sich am Freitagmorgen auf ihr Triathlonrad und wird am Montagabend wieder zurückkommen.
Bilder gibts wie immer in der Galerie.

 

Von Wettkampf zu Wettkampf

verfasst von uns Beiden am 29.4.18

Da sass nun Dinu letzten Sonntag völlig erschöpft im Ziel des Duathlons. Er hatte alles gegeben und war zufrieden. Plötzlich begann er aber zu realisieren, dass das Schlimmste wohl noch gar nicht vorbei war. Denn die Heimfahrt mit den Fahrrädern stand noch bevor! Mit Tabea, die nach ihrem Podestrang völlig im Hoch war, und nur so über die Strassen heimwärts fliegen würde - und genau so kam es dann auch raus. Die Heimfahrt war alles andere als ein gemütliches Ausrollen.
Danach verlief für Dinu die darauffolgende Woche eher ruhig, während Tabea haufenweise Projekte vor sich hatte. Neben den üblichen Trainings im Spinning und Schwimmen fuhr sie mit ihrem Triathlonrad noch über den Chasseral. Diese Tour absolvierte sie am Mittwoch mit ihrer Kollegin. So gab es schnell mal um die 120 km/1900 hm. Am Donnerstag standen wir beide im Inlinetraining auf den Rollen - ungewohnt und streng! Am Freitag stand dann für Tabea der Tüfelsschluchtlauf auf dem Programm. Dies ist ein Lauf mit 490hm über 9km. Natürlich fuhr sie von Bern zum Start nach Hägendorf. Mit einem Schnitt von 34km/h traf sie vor Ort ein. Natürlich genoss sie etwas Rückenwind. 45 min später fiel der Startschuss zum Lauf. Nach 51min war sie im Ziel und erfreute sich über den 3. Platz in ihrer Altersklasse und insgesamt war sie 30 Sekunden pro Kilometer schneller wie vor 3 Jahren. Am Samstag verschwand Tabea ins Schwimmtraining, während sich Dinu im Haushalt austobte. Danach stand eine längere Velotour auf dem Programm. Tabea hatte sich noch nicht vom Vortag erholt, daher ging es in Tabeas Augen eher schleppend zu und her. Für Dinu war das Tempo angenehmer wie eine Woche zuvor. Am Sonntag rundeten wir die tolle Woche mit einem Ausflug an den Slowup in Murten ab. Anschliessend grillierten wir mit Tabea's Bruder und seiner Frau bei uns zu Hause.

Gürbetal-Duathlon und Weiteres

Kaum war Tabea letzten Sonntag aus dem Bus ausgestiegen (um 05.30), lag sie kurze Zeit später wieder im Bett. Dafür hatte Dinu umso mehr Programm. Er räumte Tabea’s Koffer aus, wusch einige Kleider und fuhr danach nach  Bern, wo er eine Running-Gruppe leitete. Danach gings an den offiziellen GP Trainingsday, wo er einen Ernährungsvortrag bestreiten durfte. Danach kam der gemütliche Teil, wo sich Tabea und Dinu endlich über die 3 vergangenen Wochen austauschen konnten. Auf dem Heimweg stellten wir das Rennrad zum Velomech. Denn dies wollte das Team vom Velovirus am Montag wieder rennfit machen, nach den 3 intensiven Wochen in Spanien. Am Montag war dann der Schock gross, als Tabea bei Velovirus anrief, um zu fragen, wann sie ihr Velo abholen könne. Ihr wurde mitgeteilt, dass da kein Rennvelo sei….. Obwohl wir das Rennrad mit einem starken Schloss geschlossen hatten wurde das Rennrad direkt vor den Türen zum Velogeschäft geklaut!! Dies hatten wir in den letzten 10 Jahren immer so gemacht, nun ging es das das erste Mal in die Hose. Ärgerlich ist natürlich, dass das Rennrad erst 1 Jahr alt war und somit noch äusserst gut erhalten….
Dann kam der Ärger mit der Versicherung. Denn die fragte natürlich streng nach. Einerseits hatten wir die Versicherungssumme kurz vor dem Trainingslager verdoppelt, da unsere Räder unterversichert waren (und das schon seit Jahren!!!!). Da sie aber ein Triathlonrad kaufte, welches sehr teuer war, klärte sie das mit der Versicherung einfach mal ab und erfuhr dann das. Anderseits wurde Dinu’s Alltagsrad 2 Wochen zuvor direkt vor seiner Praxistür geklaut. 2 Velodiebstähle innert 3 Wochen nach dem Erhöhen der Schadenssumme, das war natürlich sehr verdächtig!
Am Montag gabs dann bereits wieder etwas Training für sie. Sie ging mit ihrem Bruder in einen Skillspark Trampolinspringen. Nach 60min kam sie mit hochrotem Kopf und Übelkeit zurück. Sie war es sich nicht mehr gewohnt, so lange und so intensiv zu springen.
In dieser Woche gabs dann für Tabea noch folgende Trainings: DI und MI: je 2h Rad, Do: 1.25h Spinning und 1h Schwimmen, FR: 1h Schwimmen. Dinu absolvierte am Donnerstag ein 100km Special. Es sah so aus, dass er im Krafttraining die Beinpresse ordentlich zum Glühen brachte, danach 2 min auf dem Laufband schnell rannte und das ganze 3x wiederholte. Danach gings ins Spinning und anschliessend lief er auf der Bahn noch einen Kilometer so schnell es ging.
Am Samstag gabs dann eine „gemütliche“ Rennrad-Ausfahrt um den Murtensee. Wenn Tabea gemütlich meint, fährt sie vorne in ihrem Triathlonlenker, während Dinu versucht hinten nach zu hächeln. Irgendwann fragte er: „Du, auf der Fläche 40km/h, ist das für dich jetzt gemütlich.“ Tabea meinte dann: „Ja, so einigermassen, dass Triathlonrad fährt so schnell, nicht ich“. Gemütlich war eher der Teil, wo wir leckere und teure Gelati assen und danach noch im Murten-See (laut Tabea: 16 Grad warm) baden gingen mit anschliessendem Sonnenbaden auf der Wiese. Nach einem Abstecher zu einer Kollegin gelangten wir wieder nach Hause.
Am Sonntagmorgen stand auf Facebook, dass heute „Tag der Welt“ sei und die Frage:„was tust du heute für die Welt?“. Also beschlossen wir nicht mit dem Auto an den Gürbetal-Duathlon zu reisen, sondern mit unseren Rädern.

 

Der  Gürbentaler Duathlon ist ein Anlass der Swiss Duathon Serie und von Kollegen von uns organisiert wird aber wir leider noch nie teilnehmen konnten. Zurück gelegt werden müssen 26.3km Rad und 7.8km Laufen. Wobei es zwischen dem Rad und Laufen 2h Pausen gibt, da das Rad als Einzelzeitfahren abgehandelt wird. Bei der Startnummerausgabe bekam bereits jeder Teilnehmer einen Sack voller toller Produkte mit Teigwaren, Tomatensosse, Shampoo und vielem mehr. Doch wie sollten wir das alles mit unseren Rennrädern wieder nach Hause transportieren?

 

Dinu startete in der Volkskategorie, währendem Tabea in der Hauptklasse startete. So waren unsere Starts ca. 30min auseinander.

 

Hier nun zu den beiden Erlebnisberichten:

 

Dinu:

Für mich war es das 1. Mal von einem Startpodest mit dem Rennrad loszudüsen und auch mein erster klassische Duathlon. Ich stand zwar schon 3 x auf so einem Start-Podest, aber jeweils mit den Inlines. Dementsprechend wackelig war es dort oben und ich klickte mit einem Schuh erst zu spät ein. Ich versuchte, so gut es ging bis zum 1. Anstieg Tempo zu machen. Beim 1. Anstieg überholten mich bereits die ersten, welche 15min vor mir gestartet waren. Ich drückte den Anstieg hoch, wobei der recht lang war. Bei der Abfahrt zeigte sich, dass ich doch noch recht unsicher bin und zu stark bremste. Kurz darauf war die 1. Runde bereits durch und ich konnte Tabea winken. Ich merkte, dass ich in den folgenden 2 Runden etwas langsamer wurde, was auch auf der Rangliste klar ersichtlich ist. Schliesslich hatte ich am Morgen noch etwas Muskelkater vom „gemütlichen“ Vortag. Nach meiner Zielankunft radelte ich noch etwas weiter, um ein paar Fotos von Tabea machen zu können, die ja noch auf der Strecke war. Als sie dann auch im Ziel war, ging es darum, sich zu verpflegen. Es gab 2h Pause bis zum Lauf. Einerseits war das zwar etwas mühsam, so lange zu warten ohne schläfrig zu werden, anderseits hatte man genügend Zeit, sich zu verpflegen und mit diversen Leuten zu sprechen. Irgendwann kamen wir noch auf die Idee, in die Gürbebadi zu gehen. Die Gürbe war noch Kälter wie am Vortag der Murtensee, wir sprangen ca 20min vor dem Laufstart ins Wasser und standen dann mit nassen Kleidern (ich schlotternd)  am  Start. Es gab 3 Runden zu absolvieren. Die Strecke war recht anspruchsvoll. 2 steile Anstiege, enge Kurven, enge Gässchen, aber mit einem tollen Panorama. Tabea und ich starteten etwa ähnlich schnell. Beim 1. Anstieg war dann aber Tabea recht rasch aus meinem Blickfeld verschwunden. In der Fläche drehte ich jeweils auf und kam Tabea wieder näher bis es wieder steiler wurde. In der 2. Runde verlor ich deutlich mehr auf Tabea. Auf der 3. Runde versuchte ich mein Tempo nochmals stark zu steigern und tatsächlich konnte ich sie irgendwann näher sehen. Tabea war schlussendlich ca. 15 Sekunden schneller. Dies zeigte aber doch, dass meine Laufform im Moment für meine Verhältnisse recht gut ist und der Plan mit dem 100km Lauf von Biel gut aufgehen sollte!

 

Tabea:

Mit müden Beinen stand ich an diesem Sonntagmorgen auf.  Die Rennradtour am Samstag hatte doch Spuren hinterlassen. Wir entschieden uns aber dennoch, mit dem Rad nach Mühleturnen zu fahren. Dies waren ca. 26km bis zum Startgelände – also ein perfektes Warm up. Ich studierte im vornherein natürlich kurz die Startliste und war erstaunt, wie viele starke Leute sich angemeldet habe. Darum räumte ich mir keine Chance auf eine gute Rangierung ein, auch wenn Dinu anderes behauptete. Ich fühlte mich ausserdem zu wenig erholt von den vergangenen 3 Wochen im Trainingslager. Daher war mein Ziel, den Wettkampf zu geniessen und das Ganze als schnelles Training anzusehen. Ich war daher überhaupt nicht nervös (was sogar Dinu mit Erstaunen bestätigen konnte!) und startete um 12:17 auf die 1. Runde der Radstrecke. 3 Runden mussten absolviert werden. Auf jeder Runde gab es 80hm zu erklimmen. Mir lag die Runde recht gut. Berghoch konnte ich gut raufdrücken und auch auf der Fläche kam ich zügig vorwärts. Meine Rundenzeiten waren alle praktisch gleichschnell, was zeigt, dass ich mein Rennen äusserst gut eingeteilt habe. Ich fuhr die 44min aber mehrheitlich im Schwellen- und anaeroben Bereich – aber ich fühlte mich gut dabei. Auf den letzten Metern gab ich noch alles, was ich an Kraft übrig hatte. Ich nahm null Rücksicht auf den Lauf am Nachmittag. Im Ziel erfuhr ich dann, dass ich im Moment 1. Frau sei. Da war ich dann schon sehr überrascht, denn ich konnte meine Leistung definitiv nicht einschätzen. Danach kamen aber noch 2 Frauen mit einer besseren Zeit ins Ziel – eine davon war Melanie Maurer (Duathlon Schweizermeisterin). Danach gabs fast 2h Pause bis zum Laufstart.
Es war so richtig heiss, so dass wir entschieden, in die Gürbe baden zu gehen. So sassen wir ca. 15min in der Gürbe und kühlten unsere Beine, danach gings noch ganz rein. Kurze Zeit später standen wir an der Startlinie zum 7.8km Lauf. Auch diese Runde war alles andere als Flach. Denn sie war mit 60 hm pro Runde (3 Runden) gespickt.  Es war heiss, trotz precooling und nassen Kleidern. Die erste Runde fühlte sich mühsam und sehr lang an. 2.7km können sich extrem ziehen. Vor allem spurteten die Meisten schnell los. Ich trottete hinten nach. Ich lief praktisch alles über dem Schwellenbereich, aber ich wusste, dass ich das ohne Probleme aushalten würde. Einzig die Hitze machte mir zu schaffen und so wurde meine letzte Laufrunde dann auch die Langsamste. Der letzte Kilometer war übel. Die Beine glühten, mein Kopf redete mir die ganze Zeit „Bullshit“ zu, welche ich versuchte mit guten Gedanken zu eliminieren. Das ist aber echt schwierig, finde ich. Hier einen kleinen Auschnitt aus meinen Gedanken auf den letzten 1000m: äs isch no so wit, i mag nümä, i reduziere iz z’Tempo/Nei, das chasch nid mache, du wirsch äs im Ziel bereue, jedi Sekunde/Äs ich ja nümä wit, was si scho 1000m/äs isch heiss, i cha nümä/sicher chasch no, äs si nur no 1000m/äs isch no so wit, äs si immer no 500m/Tabea dänk eifach mau nüd/due eifach seckle/Tabea dänk nüd/I dänkä nüd/I dänkä nüd/I dänkä nüd/immer no 300m – i cha nümä, i mag nümä, i sitze iz de grad ab/Tabea hör uf, Tabea dänk nüd/I dänk nüd/I loufe nur/I dänkä nüd/i wärtä nüd/no 200m bis zum Ziel/Shit i verrecke/Huere sch…./I muess drane bliebe/chum mach vorwärts/JEHHH Gschafft! Was für ein KampfJ

 

Es war ein Kampf, ein Kampf der sich aber sehr gelohnt hat. Als ich erfuhr, dass ich in meiner Altersklasse von 8 Frauen 1. wurde, freute ich mich natürlich sehr. Als ich aber dann noch erfuhr, dass ich sogar 2. schnellste Frau von allen 23 gefinishten Frauen war, war ich nur noch überrascht. So was hätte ich nie erwartet. Umso schöner ist es natürlich, wenn dann das Rennen so verläuft. Denn ich ging ohne Druck an den Start. Ich gab mein bestes und es ging auf, ohne eine Absicht gehabt zu haben, etwas zu gewinnen. Was mich aber dann doch erstaunte, dass ein paar meiner Kollegen im Vorfeld doch recht gehabt haben. Die meinten nämlich, dass ich Chancen fürs Podest hätte. Geglaubt habe ich das natürlich nicht, ich verwies sie auf die Startliste und liess sie schweigen!

Martin Ruegge und Tabea Zimmermann

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Chris Herzog - unser Hochzeitsfotograf
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