Norwegen

Verfasst am 29.7.2018 von uns Beiden

Schon fast eine Woche sind wir nun in Norwegen. Dieses Mal ist das Gepäck gleichzeitig mit uns angekommen. Aber beginnen wir doch schön der Reihe nach. 

Der Dienstag war recht happig. Der Wecker klingelte für Dinu um 05.00 Uhr, da es noch einiges zu erledigen gab. Danach gings ab zur Arbeit (Bei Tabea stand noch ein Krafttraining an), am späteren Nachmittag dann per Zug nach Basel, um via Amsterdam nach Bergen zu fliegen. Bis wir im Hotel ankamen, wars schon weit nach 01:00 – 20h auf den Beinen. Am Mittwoch montierten wir die Laufschuhe und rannten auf einen Aussichtsgipfel in der Nähe der Stadt (auf 650m.ü.m.). Auf einem Online-Tool entdeckten wir einen Weg, welcher direkt nach oben führte. Vor Ort war dieser dann sehr anspruchsvoll und wurde auf der Karte als sehr schwere Bergroute taxiert. Logischerweise begegneten wir keiner Menschenseele, der Weg war aber echt sehenswert aber anspruchsvoll! Oben angekommen wollten wir im Bergrestaurant etwas frühstücken, da wir nüchtern hochgelaufen waren. Die Preise waren aber so hoch, dass wir uns dagegen entschieden. Wir kauften uns nur ein Joghurt und assen dies bei traumhafter Aussicht auf einem Felsblock. Für den Abstieg wählten wir dann die einfache Route, welche über eine sehr lange Treppe abwärts führte. Dieser Weg war natürlich voller Touristen. Danach stand Sightseeing auf unserem Programm. Am Donnerstag begann der Tag gleich wie am Vortag. Denn es gibt rund um Bergen noch weitere Hügel. Dieses Mal joggten wir auf einen, der nur 400 m.ü.M. ist. Da dies für uns eigentlich zu kurz ist und „wir“ das Optimum aus dem Training rausholen wollten, gabs ein hartes Intervall-Berglauf-Training. Das sah folgendermassen aus: kurz nach den ersten Höhenmetern bis Oben auf den Berg jeweils 30 Sekunden an der Schwelle laufen, danach 30 Sekunden etwas lockerer. So war das Training dann sehr kurzweilig und wir waren sehr schnell oben und bestaunten die Aussicht. Anschliessend gabs noch einen Sprint mit dem Koffer durch die halbe Stadt, weil wir danach mit der Fähre nach Stavanger fuhren. Auf der Fähre hatten wir mehr als genug Zeit (5.5h), welche wir nutzten, um den Freitag zu planen. Wir wollten den Kjerag (ein Steinblock, der zwischen 2 Felsen eingeklemmt ist) und den Preikestolen (ein Felsplateau, von welchem es senkrecht fast 600m zu einem Fjord runter geht) besuchen. Doch die Möglichkeiten per ÖV schienen da sehr beschränkt zu sein. Die Recherche im Internet ergab: Für sehr sportliche Leute sei es möglich, beide Sehenswürdigkeiten an einen Tag zu besuchen, aber nur, wenn man die Nacht zuvor unterhalb der ersten Sehenswürdigkeit übernachten würde und man nach dem Besuch bei der zweiten auch gleich dort schlafen würde. Nach langem googeln nach der optimalen Lösung entschieden wir uns, ein Auto zu mieten um zwischen den Touren jeweils möglichst flexibel zu sein. Nach unserer Ansicht war das die günstigste und effizienteste Methode – denn wir wollten die beiden Aussichtspunkte „uf ei Chlapf“ an einem Tag ohne Übernachtung machen. 

Am Freitag (8:00, sobald der Vermieter öffnete!) holten wir dann unser Auto ab. Gebucht war ein günstiger Kleinwagen, ein Peugeot 106. Wir erhielten aber einen recht grossen und modernen Toyota. Mit dem düsten wir dann in 2.75h zum Ausgangspunkt des Kjerags. Dort gab es einen riesigen Parkplatz. Man bezahlte dort aber 26 Fr Gebühr. Tabea ärgerte sich derart über diese hohen Kosten und schlug vor, das Auto irgendwo anders abzustellen. So fuhren wir ca. 3 km wieder zurück und stellten unser Auto ab – wir durften dafür etwas länger rennen. Bei recht heissen Temperaturen nahmen wir den ca. 6 km langen Aufstieg in Angriff. Der Weg war teilweise sehr steil und anspruchsvoll. Laut Internet waren Wanderschuhe Pflicht, neben ein paar Asiaten in weissen Turnschuhen waren wir in unseren Laufschuhen aber sogar überdurchschnittlich ausgerüstet. Bereits die Aussicht unterwegs war atemberaubend, die Aussicht beim Kjerag noch besser. Um auf den Felsblock zu gelangen musste man dann bei einer Schlange anstehen – zum Glück musste man aber nichts dafür bezahlen ;-). Dinu, mit seiner Höhenangst hatte recht mit sich zu kämpfen aber es gelang ihm, zwar etwas verkrampft, sich auf dem Felsen aufzurichten! Kurz bevor er an die Reihe kam, schlug aber sein Herz extrem hoch! Auf dem Stein sagte er: „E schaffes ned“, nahm dann aber all seinen Mut zusammen und richtete sich wacklig auf.

Danach gings zügig zurück zum Auto. Wir verpflegten uns auf der Fahrt und legten einen kurzen Zwischenstopp ein, um unsere Wasservorräte aufzufüllen. Denn in der Zwischenzeit war es sehr heiss geworden. Doch die Zeit lief, vor allem als wir etwa 20min auf eine Fähre warten mussten. Doch etwas nach 16:00 starteten wir auf den zweiten Aufstieg. Während der erste über weite Felsplatten aufwärts führte, wo man sich den Weg selber etwas suchen musste, war der Weg hier vorgegeben – es waren mehrheitlich Treppenstufen. Auf dem Weg waren deutlich mehr Touristen unterwegs (er ist besser ausgebaut, einfacher begehbar und schneller erreichbar und gilt als weniger anspruchsvoll), aber der grösste Teil war auf dem Retourweg. Auch diesen Weg schafften wir wieder in etwa einem Drittel der angegebenen Zeit und wie immer war Tabea deutlich schneller oben wie Dinu. Vom Preikestolen aus war die Aussicht auf den Fjord viel schöner wie vom Kjerag, dafür ist der Kjerag selber spektakulärer wie der Preikestolen. Wir sind aber froh, haben wir beide besucht. Der Rückweg ging problemlos, beim Auto mussten wir noch Dinus Natel suchen. Unterwegs war im aufgefallen, dass er es nicht dabei hatte. Im Auto wars aber auch nicht! Hatte er es doch unterwegs verloren? Er durchsuchte den Kofferraum, schaute unter seinem Sitz – nichts! Also fuhren wir los, etwas verärgert, denn die tollen Fotos vom Kjerag waren auf seinem Natel! Naja, wir versuchten nochmals, das Natel zu erreichen da vibrierte es – unter Tabeas Sitz, unter welchem Dinu nicht nachgeschaut hatte, weil da Tabea bereits geschaut hatte.

Unterwegs wollten wir irgendwo noch kurz in Süsswasser baden. Auf dem Navi entdeckten wir einen Fluss, zu welchem wir hinfuhren. Da war ein toller Wasserfall bei welchem mehrere Leute am baden waren – herrlich! Mit einer weiteren Fähre gelangten wir nach Stavanger wo es zeitlich sogar für ein Abendessen in einem indischen Restaurant reichte. Wir hatten also beide Sehenswürdigkeiten an einem Tag inkl. Hin- und Rückreise geschafft! Insgesamt hatten wir ca. 19Km/1100hm an diesem Tag zurückgelegt. Am Samstag erkundeten wir Stavanger. Wir besuchten diverse Sehenswürdigkeit, mehrere Einkaufsgeschäfte und hatten das Glück, dass wir während einem 3 Tägigen Segelschifffestival in Stavanger waren. Es gab diverse alte und sehr grosse Segelschiffe zu bewundern, bei mehreren durfte man sogar kurz an Bord gehen. Stavanger empfanden wir als herziger und noch schöner wie Bergen. Wir hatten an unserem Sightseeing Tag schlussendlich fast gleich viele Schritte zurückgelegt wie am Vortag bei unseren beiden Touren. Wir lernten auch einiges übers Wetter. In Stavanger regne es durchschnittlich 250 Tage, in Bergen 300 Tage pro Jahr. In Stavanger wurde am Freitag der wärmste Tag seit Messaufzeichnung registriert (33 Grad). Und genau an diesem Tag hatten wir nichts besseres zu tun, als auf 2 Berge zu joggen. Allgemein haben wir dieses Mal echtes Wetterglück! Am Dienstagabend hatte es kurz geregnet und am Samstagabend, als wir im Restaurant sassen, schüttete es wie aus Kübeln. Ansonsten schien an jedem Tag die Sonne. In den nächsten Tagen soll es etwas wechselhaft weitergehen, nicht mehr ganz so heiss aber immer wieder sonnig!

Den Sonntag mussten wir ruhiger verbringen. Unsere Fähre zurück nach Bergen startete bereits um 07:00 Uhr. Ab Montag sind wir dann mit einem Mietauto unterwegs und erkunden das Inland.

Joncherey und Morgenberghorn

 Verfasst von Tabea am 23.7.

Das Morgenberghorn hat es Tabea plötzlich angetan. Michael, ein Triathlonkollege, erzählte am Mittwoch dass er am Freitag auch mal das Morgenberghorn besteigen wolle. Tabea meinte dann ganz spontan, dass sie auch mitkommen würde. Da es früh losgehen sollte, entschied sich Tabea ganz spontan, bereits am Donnerstagabend ins Suldtal zu fahren und dort nochmals im Auto zu übernachten. Am Freitag, bei strahlendem Sonnenschein, gings dann mit Michael los. Der Aufstieg war teilweise recht anspruchsvoll vom Gelände her. Denn diesesmal gings über eine andere Route! Nach 1h50 waren wir dann oben. Im Vergleich zum letzten Mal mit Dinu hatten wir an diesem Tag kein Wölkchen am Himmel!! Die Aussicht war genial. Es scheint tatsächlich so zu sein: Sobald Dinu dabei ist sind entweder keine Tiere zu sehen oder es herrschen schlechte Sichtverhältnisse!

Der Abstieg war sehr schwierig und Tabea hatte am Tag danach Muskelkater. Am Samastag gabs dann ein kurzes Intervall auf dem Bike mit anschliessendem Koppellauf. Danach stellten wir das Training bis Montagmorgen ein. Denn am Nachmittag fuhren wir mit Tabea's Bruder und Frau nach Joncherey. Dort gibts einen kleinen See mit schwimmenden Häuschen drauf, wo man übernachten kann. Am Sonntag besichtigen wir noch Belfort und dann gings bereits nach Hause. Natürlich zog es uns noch kurz in die Aare im Marzili. Dort entdeckten wir auf der andern Uferseite ganz viele Brombeersträuche. Und so verbrachten wir knapp 1 Stunde lang mit Brombeerpflücken. Kratzer und Schürfungen trugen wir davon, dafür hatten wir eine richtig grosse Schale voller Brombeeren – das gab ein leckeres Birchermüesli zum Znacht!

 

Für Tabea gilt es schon bald ernst. Noch diese Woche fliegen wir nach Norwegen. Viel Training gibt es nicht mehr. Wir werden nun Bergen und die Umgebung besichtigen bis am 4.8., wo dann der Norseman stattfinden wird.

Schlafen im Auto, 11 Autos an einem Tag und VIEL Sport...

Verfasst von uns beiden zwischen dem 14. und 16.7.

Am letzten Wochenende hiess es ja, dass auf dem Augstmatthorn die Chance eigentlich sehr gross sei, Gemsen und/oder Steinböcke aus nächster Nähe zu sehen. Sie seien da die Menschen gewohnt und seien darum fast immer sichtbar – ausser wenn Dinu kommt. Wir sahen EINEN Steinbock aus etwa 300 m Entfernung. Und ähnlich lief es diese Woche – aber schön von vorne.
Wir hatten am Dienstagnachmittag und am Mittwoch frei genommen. Die Idee sah folgendermassen aus: Wir joggen los (wir hatten mehrere Routen im Kopf) im Berner Oberland oder im Wallis mit einem Rucksack, halten irgendwo an, essen etwas aus dem Rucksack, schlafen auf der mitgebrachten Decke und rennen am Folgetag weiter. Ein Traillauf mit Übernachtung unter freiem Himmel. Etwa 4 Tage zuvor: Wetterprognosen hervorragend, auch in der Höhe nachts Temperaturen um 15 Grad Celsius, also perfekt. In den Tagen zuvor entschlossen wir uns, eine Tour im Oberland ab Aeschiried (bei Spiez) zu machen. Ziel: Isenfluh ob Lauterbrunnen, je nach Kräften sogar das Schilthorn. Auf der Anfahrt meinte Dinu: Ich will dann nochmals die Prognosen anschauen, ich habe heute gehört, dass es in der Nacht regnen könnte. Tatsächlich, die Wetterapp zeigte Regenwolken in der Nacht und Temperaturen um die 4-6 Grad in der Höhe!! Was nun? Umkehren und doch ins Wallis? Oder in den Jura, da sollte es auch trocken bleiben? In Richtung Gstaad fahren? Nach einem tumultigen Hin-und-Her beschlossen, in der Region zu bleiben und eine erste kurze Runde mit leichtem Gepäck zu machen, dann im Auto (trocken und wärmer) zu übernachten und am Folgetag eine längere Runde zu drehen.
Die erste kleinere war schon wunderschön, wir lernten die Pochtenbachfälle kennen, assen unser Picknick bei herrlicher Aussicht und entdeckten ein schönes Restaurant, um etwas zu trinken. Aber wir hatten nach dem Abendessen schon kalt ☹.
Im Auto wurde es, trotz mehreren Schichten, auch nicht so richtig warm. Wir konnten aber durchaus ein paar Stunden schlafen und waren froh, im Auto und nicht irgendwo draussen übernachtet zu haben…. Am Mittwoch war dann das Morgenberghorn das erste Ziel! Dort soll man die allerbeste Aussicht im ganzen Berner Oberland haben! Eiger, Mönch und Jungfrau zum Greifen nah, der Thuner- und Brienzersee unter einem, aber auch der Jura und die französischen Alpen könne man sehen! Wir rannten in unterschiedlichen Tempis hoch. Laut Wegweisern musste man mit etwa 4,5h rechnen, dass Tabea aber nur etwa einen Drittel brauchte ist ja klar! Die Strecke war schön, man hatte stets einen tollen Blick auf den See und die Berge rundum (Tabea auf ihren Niesen….).  Das Morgenberghorn steckte aber im Nebel, was wir von unten entdeckten. Der Weg hinauf war stellenweise extrem steil. Nur dank gespannten Stahlketten kamen wir überhaupt hoch – unsere Laufschuhe waren definitiv die falsche Ausrüstung! Der eine oder andere Ausrutscher kostete auch etwas Nerven!
Endlich oben angelangt schien zwar die Sonne aufs Horn (das tat gut, nach der Kälte in der Nacht), aber die Berge rundum waren wolkenverhangen. Nix mit Aussicht auf….. Wir blieben noch eine Weile und machten uns dann auf den Abstieg. Wir wählten eine andere Route aber auch die war anspruchsvoll! Wir hatten etwa gleich lange runter wie hoch, auch hier war die Aussicht oft traumhaft. Irgendwann kamen wir von oben zu den Pochtenbachfällen und danach ins Restaurant von gestern. Dies war nun gut gefüllt – ein Car stand vor dran! Wir genossen ein kaltes Getränk und rannten dann noch zurück zu unserem Auto – es war ein toller Ausflug.
Dinu liess es Donnerstag, Freitag und Samstag mit dem Sport sein während Tabea natürlich dauernd am spörteln war.
Freitagabend trennten sich unsere Wege wieder einmal. Tabea fuhr ins Oberland, sie war auf den Geschmack gekommen mit dem Schlafen im Auto und übernachtete in Innertkirchen. Sie versuchte Dinu zu überzeugen, dass die Arbeiten zu Hause locker an einem Tag unter der Woche erledigt werden könnten. Er fand aber, dass den Umschwung Jäten, Treppenhaus reinigen, 2 Aperobrotsorten aus 2,5kg Mehl, waschen, bügeln, Balkon reinigen und den Haushalt machen mehr Zeit als „einen Abend“ brauche – und er am Sonntag an einem Inlinerennen starten wolle, da seien 5 Pässe auf dem Rad als Vorbereitung nicht so ideal. So blieb er am Samstag zu Hause um am Sonntagmorgen dann aufzubrechen. Er beschloss, zu probieren, ob er mit Autostopp nach Freiburg im Breisgau reisen könnte. Dazu fuhr er mit dem Rad ins Grauholz und versuchte sein Glück.
Dinus Bericht:
Am Sonntag wollte ich mich mehreren Herausforderungen stellen. Ich wollte an einem Einzelzeitfahren (alle 15 Sekunden startet jemand) auf einen Berg (Schauinsland bei Freiburg im Breisgau) teilnehmen. Mit über 1000 Startenden (Rennrad, Bike, Liegeräder, Tandem, Rad mit Kinderanhänger, Rollski und Inline) ein grosser Anlass. Meine Vereinskollegen fuhren zu 5. per Auto zum Start, ich wollte aber nicht dass man noch ein 2. Auto benutzt. Die Verbindungen per ÖV wirkten auf den ersten Blick recht vernünftig, am Vorabend entdeckte ich aber, dass ich 5x umsteigen und über 90 Franken bezahlen müsste. Und da wir ja bisher jeweils Glück hatten beim Autostoppen wollte ich einmal eine weitere Reise per Autostopp antreten. Etwa um die gleiche Zeit, wie der Zug ab Bern losgefahren wäre, stand ich mit einem Schild in den Fingern an der Autobahnraststätte Grauholz und weniger als 10 min später sass ich in einem Land Rover, Jahrgang 1972, welcher maximal 80km/h vorwärts tuckerte. Der Motor war derart laut, ich habe jetzt noch Halsschmerzen vom Kommunizieren mit dem Fahrer. Er setzte mich in Pratteln ab wo ich über eine Stunde warten musste. Ich befürchtete schon, dass ich es nicht rechtzeitig ankommen würde. Ab da lief es aber rund, ich fuhr noch mit 4 weiteren Autos und wurde direkt bei der Startnummerausgabe abgesetzt! Ich hatte noch 30min bis zu meinem Start, ich zog mich um, düste 500m zur Gepäckaufgabe, füllte meinen Bidon (es gab nur warmes Wasser) und stand gerade rechtzeitig beim Startgelände. Die Dame dort meinte, ich könne wie geplant um 11:56 starten oder aber kurz nach 12:00, wo sie alle Inliner nacheinander losschicken würden. 10-15 min Pause, vom Stress etwas herunterkommen aber evtl. müde werden oder jetzt starten – ich entschied mich fürs loslegen. Die Strecke führt über 11,5 km konstant aufwärts und überbrückt beinahe 800 Höhenmeter. Ich brauchte eine Weile um in den Rhythmus zu kommen. Es startet aber auch mit dem steilsten Stück und wurde gegen Ende etwas „flacher“ unterwegs überholte ich immer wieder Sportler, ich wurde aber auch immer wieder überholt. Etwa 3k m vor dem Ziel düsten dann noch 2 andere Inliner, welche wohl etwa 10min nach mir gestartet waren, an mir vorbei. Trotzdem erreichte ich einen Rang im Mittelfeld – in der Alterskategorie M35 wäre ich sogar erster geworden, wir waren aber nur 3 J.
Oben konnte man sich verpflegen. Ich plauderte noch mit meinen Vereinskollegen und machte mich auf den Heimweg. Zuerst per Gondelbahn und dann per Autostopp. Ich sass wieder in 5 Autos, in Freiburg wartete ich über 45 min, obwohl ich an einer sehr dicht befahrenen Strasse stand. Und wieder in Pratteln wartete ich gegen eine Stunde. Dafür sass ich eine lange Strecke in einem tollen Cabriolet und von Pratteln ins Grauholz nahmen mich 2 Franzosen mit, welche sich mehr aufs Natel, wo sie den Match live schauten, konzentrierten als auf den Verkehr. Zum Glück war auf der Strasse nicht mehr so viel los. Ihre Verbindung hinkte aber wohl etwas hinterher, Tabea schrieb mir jeweils zuvor, dass es wieder ein Tor gab bevor wir es auf dem französischen Natel sahen. So konnte ich den Jungs sagen, dass die Franzosen den Penalty versenken würden, so konnten sie sich etwas beruhigen – ich glaube, der hätte vor Aufregung das Steuer losgelassen!
Im Grauholz nahm ich mein Velo, fuhr zu Tabea, die an einem Publicviewing war, danach gings mit unserem Auto heimwärts….. Ich sass also in insgesamt 11 Autos (inklusiv unserem eigenen), 1x in der Gondel, war 2x per Fahrrad, 2x per Inlines und immer wieder zu Fuss unterwegs. Mit Pratteln habe ich schlechte Erfahrungen gemacht, ansonsten habe ich viel erlebt, viel gesehen und viele Leute kennengelernt. Das Rennen war echt hart (steil, keine Ruhephase und an den sonnigen Plätzen richtig heiss) und der ganze Tag war sehr ermüdend – aber irgendwie toll J

Tabeas Bericht

 

Wie oben erwähnt, fand ich Gefallen am Übernachten im Auto. Wahrscheinlich liegt das daran, dass es was Neues ist und ich das letzte Mal in meiner Kindheit gemacht habe…. Schon seit ein paar Wochen setzte ich mir in den Kopf die 5 Pässefahrt zu machen. Nur das optimale Datum hatte ich bis dahin noch nicht gefunden. Und jetzt wurde dieses sonnige Weekend gemeldet…. Ich brachte die Idee dieser Pässefahrt nicht mehr aus dem Kopf. Es zog mich sozusagen nach Innertkirchen, wo die Pässefahrt starten würde. Dinu’s Argument dem Haushalt Vorrang zu geben, konnte ich nicht nachvollziehen…. Denn ich sage mir immer, wenn ich mal auf dem Sterbebett liege, was werde ich wohl dann sagen? Sicherlich nicht: HÄTTE ICH MEHR HAUSHALT GEMACHT! Sondern ich würde sagen, toll, habe ich damals diese tolle Pässefahrt gemacht, habe ich im Auto übernachtet, etc.
Ausserdem fand am Sonntag der Vogellieslilauf in Adelboden statt. Der Gedanke reizte mich, nochmals ein hartes Trainingsweekend zu machen mit Pässefahrt und dann am Sonntag mit ermüdeten Beinen diesen Berglauf. Und da ich schon mal in Innerkirchen war am Samstag, lohnte es sich auch nicht, nochmals nach Bern zu fahren. Daher gabs noch eine 2. Übernachtung im Auto in Adelboden. Aber jetzt von vorne. Am Freitagabend fuhr ich mit dem Auto nach Innertkirchen. Dort übernachtete ich etwas oberhalb auf einem Kiesplatz, wo keine Menschenseele war. Ich richtete mich ein und freute mich auf die Nacht im Auto. Ich schlief gut, auch wenn es etwas hart war. Etwas Luxus gönnte ich mir und ich nahm mein Duvet mitJ. Um 6.45 stand ich auf, um 07.00 Uhr war ich startklar. Dummerweise fing es genau zu diesem Zeitpunkt leicht an zu nieseln. Natürlich hatte ich keine Regenjacke oder sonstiges mitgenommen, denn am Vortag sah das Wetter nur perfekt aus. So startete ich ohne irgendwas mitzunehmen, ärmellos auf den Grimselpass. Es war frisch, wenn nicht schon etwas kalt. Der Himmel sah ziemlich verhangen aus. Ich machte mir Sorgen, dass ich wegen meiner Kleiderwahl die Tour vielleicht nicht beenden könnte…. Der Regen war aber nur vor kurzer Dauer. Ich war erstaunt, wie viele Töffs und Autos bereits um 7 Uhr auf der Strecke waren. Nach exakt 1h55min war ich auf dem Grimselpass. Ich macht nur ein Foto und fuhr wegen der Kälte gerade wieder herunter, da ich ja nichts Warmes anzuziehen hätte. Ich fragte mich wiederum kurz: „Warum habe ich auch nicht nur ein paar Ärmlinge eingesteckt? Das hätte jetzt echt keinen Platz gebraucht….“. In Ulrichen wartete der nächste Pass auf mich. Der Nufenenpass gehört mit seinem Anstieg auf 2400 m.ü.M. zu den eher steileren Pässen. Da der Verkehr noch mehr zunahm hörte ich beim Aufwärtsfahren Musik. So störte es mich nicht, wenn x-Tausend Autos/Töffs neben mir vorbei düsten. Nach genau 1h15min kam ich auf dem Nufenenpass an. Noch immer wars nicht sonderlich warm, daher zog ich gerade durch und fuhr nach Airolo runter, wo ich nach 4h15 eintraf. Ab dort wusste ich, dass ich noch 4h haben werde, denn am Swissman brauchte ich genau so viel für Gotthard, Furka und Grimselpass bis Innertkirchen. Der Gotthardpass, also die Tremola, ist grundsätzlich ein schöner Pass. Jedoch empfinde ich die Pflastersteine als recht mühsam. Ich nahm also die nächsten 950hm in Angriff. Nach 1h05min kam ich müde oben an. Dort gönnte ich mir, leider im Restaurant weil es draussen zu kalt war, einen Kuchen. Frisch gestärkt gings den Gotthard runter. Das es viel Verkehr hatte, muss ich nicht mehr erwähnen;-). Ferienbeginn halt.
Danach fuhr ich nach Realp und nahm den Furkapass in Angriff. Dort hörte ich so richtig tolle Musik, so dass ich die ersten 40min in einem richtig tollen Tempo hochfahren konnte. Es wurde jetzt aber so richtig heiss und sonnig, ich hatte richtig Mühe mit dem Umzugehen. Nach und nach  wurden meine Beine immer wie schwerer,  sie hatten heiss und waren energielos. Ein kleiner Hungerast machte sich bemerkbar. Da es nicht mehr weit nach oben war, fuhr ich noch bis zum Passschild, welches ich nach 1h05min erreichte (950 Höhenmeter waren es). Oben verdrückte ich einen Schoggiriegel und trank einen Koffeinshot. Die Aussicht dort oben ist himmlisch! Und dann war der ganze Spuk leider schon fast vorbei. Den Grimselpass mit seinem knapp 400 hm ab Gletsch hatte ich nach 30 min auch geschafft. Es lief also wieder rund. Da ich in Folge meines Sturzes vor 3 Wochen im Moment eher vorsichtig runter fahre, brauchte ich für die Abfahrt dann doch noch 37min. Und so kam ich wie geschätzt nach ziemlich genau 4h ab Airolo in Innertkrichen an. Die ganze Tour ergab insgesamt 160km und 4800hm und ich war 8h 15 unterwegs. Damit war ich sehr zufrieden. Und dann fing es an zu regnen. Welch ein Glück, sass ich bereits im Auto. Ich fuhr an den Brienzersee um kurz zu baden (da regnete es zum Glück nicht) und dann gings wieder retour nach Meiringen, wo ich mit einem Kollegen Pizza essen ging. Um 21 Uhr machte ich mich auf den Weg nach Adelboden. Einen geeigneten Platz zum übernachten im Dunkeln zu suchen war dann doch schwieriger wie gedacht. Aber dann fand ich einen tollen Platz, neben einem Fluss, ziemlich abgelegen, wo ich kurz darauf müde einschlief. Am Sonntag gings dann bereits um 8 Uhr wieder los zur Startnummerausgabe des Vogelliesi-Laufes. 12.6km und 850hm erwarteten mich. Meine Beine fühlten sich wie Blei an. Ich konnte mir fast nicht vorstellen, diesen Lauf zu bewältigen. Ich war aber sehr gespannt, wie ich mit dieser Voraussetzung umgehen würde. Um 10.10 fiel der Startschuss. Ich lief ziemlich gemächlich los. Auf den ersten 6 km versuchte ich, nicht zu schnell zu laufen. Ich fand ein Tempo, das ich länger durchziehen hätte können, aber es war definitiv nicht ganz mein Wettkampftempo. Versuchte ich etwas schneller zu laufen, dann spürte ich die Beine derart, dass ich wieder in das eine Spur langsamere Tempo retour fiel. 2x gings bergab, wo ich sehr vorsichtig lief. Und dann folgte jeweils wieder in eine Gegensteigung, wo ich wie in eine Wand lief. Auf den letzten KM versuchte ich dann doch noch etwas das Tempo zu erhöhen und kam nach 1h22min im Ziel an. Unter diesen Voraussetzungen war ich damit zufrieden. Jedoch hat mir diese Pässe-Vorbelastung sicher etwa 4 min gekostet. Dennoch landete ich auf dem 18. Platz von 160 gestarteten Frauen. Damit bin ich zufrieden. Die Form stimmt und ich bin zuversichtlich, dass ich den Norseman xtreme Triathlon in 3 Wochen erfolgreich finishen kann. Jetzt muss ich nur noch meine Schwimmpause, welche infolge Rennradsturz jetzt über 3 Wochen gedauert hat, beenden.

 

Dolomiten? Vogesen? Egal, Hauptsache Berge!

Verfasst von Tabea am 9.7.
Alle Jahre wieder verbringen meine Kollegin Daniela und ich Rennradferien. Wir fahren meistens von zu Hause mit Gepäck los und das Ziel ist es jeweils möglichst viele Höhenmeter zu sammeln und dabei diverse Pässe zu befahren. So auch dieses Jahr. Geplant war aber dieses Mal mit dem Auto in die Dolomiten zu fahren und dort dann die Dolomiten zu erkunden. Am Freitagabend wollten wir los fahren. Danä war aber bis am Freitag noch in Wien und kam um 18 Uhr in Belp an. Ich wollte sie dort abholen. Tags zuvor schrieb sie mir eine whats app und meinte, ob ich das Wetter in den Dolomiten angeschaut hätte, es sei ja gar nicht so gut! Völlig überrascht betrachtete ich die Wetterprognosen. Und siehe da, Montag-Mittwoch war eher regnerisches Wetter in den Dolomiten gemeldet während es in Bern trocken bleiben sollte.

Spontan planten wir dann um und fuhren in die Vogesen. Denn dort sollte es bis Donnerstag schönes Wetter geben. Wir fuhren mit den Rennrädern ab Biel los über den Jura nach Frankreich. Die ersten 50km waren sehr coupiert, die restlichen 110km dann mehrheitlich flach. Die 110 flachen Km machten uns dann doch zu schaffen. Es war heiss, windig (natürlich gegen uns) und es zog sich hin. Wir freuten uns schon auf den nächsten Tag, wenn es dann endlich bergiger werden sollte. Nach 160km und 1500hm kamen wir dann in Colmar an. Dort hatten wir ein günstiges Hotel reserviert für sage und schreibe 30fr die Nacht. Dort nächtigten wir 4x. An den folgenden Tagen erkundeten wir dann die Vogesen. Wir merkten rasch, dass die Vogesen dem Jura gleichen. Höher als 1400m.ü.m. kam man nicht. Die Steigungen waren weniger steil wie im Jura was wir eher als mühsam erachteten. 6-8% ging es meistens hoch, dafür recht lange. Die Strassen waren leider nicht immer sehr gut. Verfahren haben wir uns zum Glück nie, denn im Vorfeld habe ich einige Routen selber zusammengestellt und aufs Navi geladen. So kamen wir ziemlich weit in den Vogesen rum. Auch anders wie in der Schweiz ist, dass es teilweise unterwegs keine Restaurants hatte. Denn zu unseren Rennradferien gehört auch immer eine Pause unterwegs, welche wir gegen Schluss einplanen. Und meistens machen wir die oben auf einem Pass oder einem schönen Dörfchen. Nur gabs dort auf den Pässen selten ein Restaurant und teilweise auch in den kleinen Dörfchen gabs nichts. Wir sammelten daher viele km und hm. Am Sonntag gabs 150km/2900hm, am Montag 140km/2300hm, am Dienstag dann mal ein kleinere Tour von 90km/1500hm, dafür gabs am Mittwoch wieder mehr: 150km/2500hm. Am Mittwoch verliessen wir Colmar. Wir fuhren über den Col de Grand Balou. Das war ein wirklicher Leckerbissen. Eine wunderschöne Gegend und auf dem Pass oben hatte es sogar mehrere Aussichtsrestaurants, wo wir natürlich einen Halt einlegten. Dann gings runter und wir verliessen Frankreich und fuhren nach Neuenburg am Rhein, wo wir eine super Gelateria empfohlen bekamen und diese sogleich testeten. Geniales Eis gabs! Dann kamen die letzten 30km und 1000hm in den Schwarzwald. Wir visierten das Dörfchen Schönau an. Leider war genau die Strasse nach Schönau wegen Steinschlag gesperrt. Dennoch riskierten wir die Durchfahrt, wenn auch mit einem etwas mulmigen Gefühl. Dafür kam ich recht schnell oben an, weil ich schnell durch dieses Gefahrengebiet wollte. In Schönau fanden wir ein tolles Hotel und ein noch tolleres Restaurant, wo wir uns wie jeden Abend die Bäuche vollschlugen. Und das Dessert danach durfte auch nie fehlen. An einem Abend diskutierten wir darüber, wie schön es eigentlich ist, dass wir uns immer wieder von neuem über Kleinigkeiten an Essen freuen konnten. Jeden Tag von neuem freuten wir uns wie kleine Kinder auf die Cremeschnitte, den Kuchen oder was auch immer während der Radfahrt. Wir genossen jede Kalorie. Und am Abend beim Abendessen das genau Gleiche. Wir liessen es uns sehr gut gehen, genossen, freuten uns ab dem feinen Essen und dazu gabs gute Gespräche. Es ist einfach sehr schön, wenn man sich mal wieder ab Kleinigkeiten freuen kann:-) und das jeden Tag aufs Neue!!!!!

 

Am Donnerstag gings dann auf die letzte Tour! Wir starteten von Schönau nach Todtmoos. Leider fing es an zu regnen und das nicht nur wenig. Es schüttete und es erinnerte mich gerade wieder an Schottland. Als wir dann Basel erreichten nach 70km und 1500hm entschlossen wir uns, dort den Zug zu nehmen und nicht wie geplant nach Olten zu fahren. Denn der Spassfaktor war sehr gering und warum sollten wir die Tour so beenden, wir hatten so viele schöne KM und HM gemacht. Nächstes Jahr versuchen wir es nochmals mit den Dolomiten und sonst haben wir noch viele weitere Pläne, wo unsere Radferien hingehen könnten.
Am Samstag gabs dann ein Koppeltraining: Ich düste mit dem Triathlonrad (völlig ungewohnt) nach Interlaken wo Dinu mein Velo in Empfang nahm. Das luden wir ins Auto ein, danach bestiegen wir (mit ein paar Hundert weiteren Touris) die Harderbahn. Ab dem Harder rannten wir los in Richtung Augstmathorn. Die Tour würde 3,5h dauern, wir waren aber zügiger unterwegs. Man rennt viel auf dem Grat in Richtung Brienzer Rothorn, den Brienzersee hat man stets im Blickfeld. Das Augstmathorn ist bekannt dass man da oft Gemsen und Steinböcke sehen kann - bei meinem letzten Ausflug hatte ich eine ganze Herde Steinböcke aus nächster Nähe gesehen und Dinu davon vorgeschwärmt. Diesesmal sahen wir einen Bock von Weitem.
Höhenpunkte à la Dinu:

-Es geht über einen schmalen Grat, ich mit meiner Höhenangst überlege gerade ob ich auf allen Vieren gehen soll oder umkehren, da höre ich Tabea rufen: Da ist es nicht so steil, da kannst Du gut laufen, wir müssen uns langsam beeilen...... Motivationskünstlerin!

-Oben auf dem Gipfel, Tabea: Da siehts ganz anders aus wie das letzte Mal, ich bin mir nicht sicher, ob wir richtig sind. Dinu: "Wie sahs denn das letzte Mal aus?" "Das weiss i ned, emu angers! Denne hets vöu Steiböck gha! Und meh weiss i nümme, es het Näbu gha" - ja, klar, somit waren wir sicher falsch :-)
- Ich fand, die Tour wäre super, wenn man sie so in 1-2h mehr ablaufen könnte.....

Ab dem Augstmathorn ging es über mühsame Trails runter. Grosse Absätze und steile Stücke wechselten sich mit flowigen Passagen ab. Endziel war Habkern wo wir das Postauto nehmen wollten und uns dann für Autostopp umentschieden. Ein abschliessendes Bad im Thunersee gehört bei mir ja logischerweise dazu.....
Am Sonntag gabs dann eine Radtour mit etwas mehr als 100km - mit herrlichem Boxenstopp bei Dinus Götti. MERCI für die köstliche Bewirtung.

Rückblick auf Schottland à la Dinu

Verfasst von Dinu, irgendwann letzte Woche

Vor einem Jahr hatte ich nach dem 100er die ersten 3 Arbeitstage meinen Arbeitsbeginn erst um Mittag eingeplant um mich erholen zu können. In diesem Jahr war ich Mo. wie auch am Di aber schon wieder ganz normal bei der Arbeit. Obwohl ich am Mo meinen Arbeitsplatz im 3. Stock hatte habe ich jeweils auf den Lift verzichtet – die Beine schmerzten aber schon noch. Am Di lag sogar einen Sprint bis zum Postauto drin!
Am Dienstagabend reisten wir nach Zürich, da wir am Mittwoch bereits früh nach Schottland (via London) abgeflogen sind. Hier so die wichtigsten Anekdoten von unterwegs:

 

-          Mi Morgenfrüh, kurz nach 4:00, fast 2 km mit Triathlonrad, Koffern und Rucksack stehen uns bevor. Bei der Bushaltestelle unterwegs marschieren wir zügig durch – um die Zeit fährt doch noch kein Bus! Denken wir. 3 min später überholt uns tatsächlich ein Bus! Wir rennen zurück zur Haltestelle und checken die Abfahrtszeiten – das war soeben der erste am Morgen, der nächste fährt erst in 30min.

 

-          Tabea hat als Handgepäck einen Koffer dabei, der genau den maximal erlaubten Massen des Handgepäcks entspricht. Zusätzlich trägt sie einen ebenso grossen Rucksack und kommt mit den beiden Stücken (zusammen wohl nochmals 30kg) als Handgepäck durch!

 

-          Nach der Sicherheitskontrolle in Kloten füllen wir jeweils unsere Getränkebidons mit Hahnenwasser wieder auf, um im Flugzeug etwas zu trinken zu haben. In London müssen wir, obwohl wir ja nur umsteigen, durch eine weitere Kontrolle. Ich stehe da mit meinem 1l Bidon und schaue mich suchend um. Die Dame meint: «You have to drink!». Ich schraube den Bidon auf und gehe unauffällig in Richtung Abfalleimer – «No, you have to drink!». Ok, fast ein Liter aufs Mal. Danach lege ich die leere Flasche zu meinem Gepäck aufs Förderband, den Deckel separat – wie immer. Auf der anderen Seite kommt mein Gepäck OHNE die Flasche raus. Ich frage beim Personal nach, die suchen überall – die Flasche bleibt verschwunden. Ich stehe nun also da mit einem Liter Wasser im Bauch aber ohne Flasche!

 

-          Inverness, Ankunftsflughafen, Passkontrolle. Wir und Pässe, wir haben ja so unsere Erfahrungen (ja, vor allem ich). Hier gibt es Variante 1 – automatischer Scan des biometrischen Passes, dauert ca. 3 Sekunden, ohne Wartezeit. V2: Ca 40min Anstehen, danach ID kontrollieren lassen und mehrere Fragen beantworten. Tabea hat leider nur die ID dabei, somit V2. Dinu hätte den Pass dabei, stellt sich aber mit Tabea in die Schlange.

 

-          Tabeas Gesicht, als sie erfuhr, dass ihr Rad in London geblieben sei, könnt ihr Euch ja in etwa vorstellen. Am liebsten wäre sie im Flughafen geblieben und hätte notfalls dort übernachtet!

 

-          Inverness, die Jugi liegt ausserhalb, wir marschieren mit unseren Koffern (zum Glück ohne Radkoffer, der ist sperrig und mühsam zu schieben) dorthin, danach in die Stadt, machen Sightseeing. Meine Oberschenkel (vor allem der rechte) strahlen einen zunehmend stärkeren stechenden Schmerz aus. Muskelkater? Naja, wenn ich eine Pause mache nimmt der Schmerz ab, wenn ich losmarschiere ist er weg, kommt aber nach und nach zurück und wird so schmerzhaft, dass ich fast stehen bleibe. Kater fühlt sich anders an. Eine Überlastungserscheinung? Ein Faserriss? Keine Ahnung, hoffentlich bessert es.  Es sind aber auch erst 4 Tage her seit ich im Ziel des 100er ankam. Tabea meint am Abend so: «Hüt se mer ou nume 28'000 Schritt gloffe», allerdings hat Tabea die längeren Beine wie ich und macht grössere Schritte, bei mir waren es wohl über 30'000?

 

-          Am Tag darauf wurde am Morgen tatsächlich das Fahrrad in die Jugi geliefert! Wir holten das Auto ab (Die erste Fahrt war der Horror) und beluden es mit dem Gepäck.

 

-          Zum Voraus hatten wir gelesen, in Schottland übliches Wetter sei folgendermassen: Es beginne ca. 30x am Tag zu regnen und es höre auch 30x am Tag wieder auf und dazwischen scheine auch immer wieder die Sonne. Schotten würden die Kapuze nie benutzen, denn wenn sie oben sei habe es ja sowieso wieder aufgehört zu regnen. Und genau so ging es während den ersten paar Tagen.

 

-          Selbstverständlich trafen wir in der Jugi in Inverness auf eine Gruppe von 4 Schweizern, welche erzählten, sie seien nun 3 Wochen in den Highlands unterwegs gewesen und es habe NIE geregnet!

 

-          Tabeas Magendarm-Problematik Bauchstechen während ca. 5 Tagen, ab und zu plötzliche Krämpfe mit Durchfall) nötigte uns auf der Autofahrt zu Stopps an ungewöhnlichen Orten. Tabeas letzte Worte waren dann: «Hesch mer es Nastuech? Ah, do Merci». Höhepunkt: Wir fahren durch ein Einfamilienquartier bei Fort Williams und halten vor einem Haus, wo wir denken, dass dies unser Airbnb sein könnte. Tabea: «Mischt, e ha Buchchrämpf, hesch mer Nastüechli?». Ich: «Do chasch emu niene». «Aber e mues!». Der Magen beruhigte sich, die Besitzerin erschien rasch und Tabea konnte sich ordnungsgemäss erleichtern 😊

 

-          Apropos Airbnb – das ist echt krass, in einigen Ortschaften steht an jedem 2. Haus ein Schild «Bed and Breakfast», da vermietet echt fast jeder ein Zimmer!

 

-          Eine der wichtigsten Einkäufe für Tabea: 1 Flasche Balsamico! Allerdings war der Deckel defekt, also hat sie den Essig in eine Petflasche mit Klickverschluss umgeschüttet. Ich fand ja, dass dies riskant sei, sie soll doch warten, bis wir eine mit Drehverschluss haben!

 

-          Wir fahren am Loch Ness entlang, dem See, wo Forscher die Oberfläche tagelang beobachten und schauen, ob sich Nessie zeigt. Und was macht meine Beifahrerin? Sie schläft…..

 

-          Am Morgen oder nach einer Pause ins Auto steigen und losfahren = kein Problem. Aber anhalten, im Nieselregen ein Foto machen, einsteigen, Jacke ausziehen und losdüsen – und 100m später kommt mir ein Auto auf der selben Strassenseite entgegen! So Spontanaktionen waren zu gefährlich, nach dem 2. Mal habe ich ein grosses Hinweissymbol aufs Steuerrad geklebt, ab da gings tatsächlich (bitte links fahren)!

 

-          Am Wettkampftag, 30min vor dem Start, Tabeas Hauptproblem: haufenweise Schnecken im Rasen!

 

-          Was meint ihr, wie oft bin ich irgendwo am Strassenrand angehalten, habe Tabea angefeuert, ihr zu Essen oder zu trinken gebracht oder sie fotografiert um danach so schnell wie möglich zum Auto zu rennen, die Türe zu öffnen und zu merken: Mist, das Steuerrad ist auf der anderen Seite des Autos…

 

-          Tabea kommt in die Wechselzone vor dem Laufen und entscheidet sich, das Radtrikot auszuziehen und ein Laufshirt zu tragen. Danach laufe ich mit ihr bis zur Strecke und kehre zurück zum Wechselplatz, wo ich mit dem Aufräumen beginne. In Tabeatrikot steckt aber dummerweis noch der Livetracker – naja, so konnten Tabeas Follower danach schauen, wo ich mich so herumgetrieben habe…..

 

-          Apropos Wechselzone, habt ihr schon einmal ein Triathlonrad, einen Sack mit Esswaren, einen Sack mit nasser Radbekleidung inkl. Schuhe und einem Badetuch, einen Sack mit trockenen Ersatzkleidern und Regenjacken, einen Helm und haufenweise andere Dinge 1km vorwärtstransportiert? Das barfuss in Alltagsschuhen – Tabea brauchte trockene Socken zum Rennen und da sie keine eingepackt hatte, bat sie mich um meine……

 

-          Ich musste nach dem Wechsel 1km zurück zum Auto, alles einladen, in die Tankstelle (es gab auf der 200km Rundstrecke ca. 1 Tankstelle und max. 2 geöffnete Geschäfte) Wasser kaufen, ca. 5km fahren (auf einer schmalen Strasse, wo Autos nur an dafür ausgeschilderten Plätzen kreuzen konnten und das überholen der Teilnehmenden des Celtmans auch äusserst schwierig war), im Nirgendwo parkieren (wo es ja noch andere 200 Supporter wollten), mich umziehen, alles für mich und Tabea parat legen und zum Kontrollposten gelangen – das in der Zeit, in welcher Tabea 18km zurücklegt – easy also. Nur logisch, dass mir Tabea knifflige Zusatzaufgaben (in meinem Getränkebehälter drin klebt zuunterst ein Riegel, den ich nicht herausfischen konnte, es wäre großartig, wenn Du das machen kannst) auferlegte!

 

-          Bei km 18 mussten die Teilnehmenden spätestens 11h nach dem Startschuss erscheinen, um die Originalstrecke über 2 Berge laufen zu können! Wer später kam musste einen auch sehr anspruchsvollen aber doch weniger steilen Weg begehen aus Sicherheitsgründen. Wer obendurch kann, erhält ein blaues Finishershirt, wer untendurch musste ein weisses. Tabeas Ziel war natürlich das blaue Shirt und der Berg – logo! Sie war zeitlich super unterwegs, ich wartete bei km 18 auf sie, denn auf dem Streckenteil über die Berge (ab km 18 für ca. 12km) mussten die SportlerInnen begleitet werden! Die letzten 12 Kilometer durfte ich Tabea auch begleiten oder 2km zurück zum Auto laufen und dieses dann ins Ziel fahren. Naja, das war die Ausgangssituation.

 

-          Etwa 40min bevor die 11h verstrichen wären, wurde verkündet: Wegen Wetterumbruch in den Bergen wird ab jetzt niemand mehr über den Berg gelassen, es gehen ab sofort alle auf die «untere» Route. Diejenigen, die aber vor 11h hier sind erhalten trotzdem das blaue Shirt!

 

-          Ich dachte sofort: «Und wie bringe ich das nun Tabea bei, welche sich auf die Bergstrecke gefreut hatte?» Es wurde mir auch bewusst, dass ja bereits 2 Frauen auf der Bergstrecke waren, Tabea (als Bergfloh) hätte ja vielleicht noch eine Chance gehabt? Und mir wurde plötzlich klar, dass ich mit meinen Beinen (sie hatten die letzten 2 Tage zwar nicht mehr weh getan, aber nach knapp 7 Tagen waren sie wohl noch nicht ganz erholt) nun nicht 12 km mit ihr rennen musste, sondern 24 km! Und dass ich dafür für mich zu wenig Wasser dabei hatte.

 

-          Zum Glück hatte ich keine Zeit zum überlegen denn Tabea kam gerade am Posten an! Vor ihr kamen nur gerade 2 Sportler an, welche nicht über den Berg durfte, es war also eine Sache von wenigen Sekunden oder höchstens Minuten, dass es nicht gereicht hat. Tabea nahm die Info aber recht locker auf und rannte gleich weiter!

 

-          Am ersten Anstieg war Tabea nicht mehr so schnell unterwegs, ich war froh denn ich merkte, dass ich schneller könnte. Danach gings wellig weiter, Tabea drehte auf und überholte plötzlich 2 Läufer, welche kurz zuvor noch an Tabea vorbeigerannt waren! Ich hatte echt Mühe und hatte teilweise fast 100 m Abstand! Aber dass sie langsamer laufen muss wegen mir als Supporter, das wollte ich ja dann doch nicht….

 

-          Der Weg war anspruchsvoll, es ging über Stock und Stein und 2x sogar durch ein Bachbett! Aber Tabea liess sich durch nichts aufhalten und erreichte souverän das Ziel! Dort kam sie sogar als allererste Frau an, die beiden, welche die Strecke über den Berg absolviert hatten wurden aber natürlich vor ihr rangiert.

 

-          Tags darauf, Rangverkündigung, die meisten Sieger klettern mühsam auf die Bühne, nur eine hüpft fast hoch, als ob nichts gewesen wäre…

 

-          Wie reinigen Schotten ihre Sportwäsche? Sie hängen sie draussen auf! So gesehen bei unserem Übernachtungsort, trotz schottischem Wetter hingen da der Neopren und die Sportbekleidung eines schottischen Finishers draussen!

 

-          Danach bereisten wir weiterhin schöne Flecken in Schottland. Ich hielt ab und zu an um zu fotografieren. Tabea meinte dann jeweils: «Was hesch de jetz weder fotografiert? Do hets jo nume Böim/Wäuder/Hügu/Natur/……, emu nüt spannends, das fingsch aus ir Schwitz ou!“

 

-          Tiere solls in Schottland geben, Tiere bis zum abwinken! Adler, Delfine, Wale, Hirsche, schottische Hochlandrinder, Ungeheuer in Seen und x weitere! Und was haben wir gesehen? Ein kleines Wiesel, Tabea sah haufenweise Quallen und ab und zu gabs ein paar Schafe! Auf einer Laufrunde um Bern kann ich Euch mehr schottische Hochlandrinder zeigen wie wir in 8 Tagen in Schottland gesehen haben!

 

-          In Glasgow gaben wir unser Auto ab und bezogen unser Zimmer im Easyhotel. Naja, das Startgeld, Automiete, Flug etc. hatten derart viel gekostet, irgendwo mussten wir ja sparen. Wenn wir ins «Zimmer» kamen mussten wir jeweils unsere Koffer vor die Eingangstür schieben um auf die Toilette gehen zu können, derart eng war es!

 

-          Ey, ich sag Euch, das ganze Hotel roch nach Balsamico, im Lift, im Flur, ja selbst in unserem Zimmer roch es nach Essig. Wer alle Punkte oben gelesen hat kann sich vorstellen wieso….

 

-          Nun landeten wir zum ersten Mal in einem Einkaufscenter. Da kommt man um eine Ecke, geht auf die Rolltreppe zu und merkt als man darauf steht: Die sind auch verkehrt rum gebaut! In der Schweiz hatte ich übrigens wieder Mühe, die richtige Rolltreppe zu erwischen!

 

-          Am Mittwoch hatte Dinu plötzlich Magenkrämpfe und Schüttelfrost, am Donnerstag auf der Rückreise musste er oft aufs WC, ab Nachmittag auch mit Durchfall und einem übelriechenden Aufstossen – Tabea befürchtete, dass der Flug gestoppt wird wegen Giftgasverdacht! Freitag: Dinu blieb zu Hause und sass teilweise bis zu 45 min auf dem WC, nach einem Immodium wurde es besser. Samstag fühlte er sich fitter und kam am Abend wieder zum Haus raus und verbrachte einen gemütlichen Abend am Wohlensee. Sonntag: Immodium wirkte nicht mehr, es ging wieder los Montag: Ein mulmiges Gefühl, kraftlos aber er ging zur Arbeit, seither bessert es von Tag zu Tag. Am Mittwoch war er endlich wieder einmal 45 min Joggen!
Wir denken, dass Dinu den selben Käfer erwischt hat wie zuvor Tabea, dass es ihn aber, noch geschwächt vom 100er, stärker erwischt hat!

 

-          Die Rückreise verlief super! Flug 1 nach London: Verspätet, hoffentlich reicht es zum Umsteigen! Flug 2: Verspätet! Flughafen Basel: Gepäck fehlt, Velo kam dieses Mal an. Finde um 21:00 noch Jemanden, der Dir um die Zeit weiterhelfen kann! Somit erreichten wir einen deutlich späteren Zug als erhofft. Toll um am Freitag arbeiten zu gehen! Der Koffer wurde aber am Folgetag bis vor die Haustüre geliefert!

 

-          Tabea startete am Samstag (1 Woche nach dem Celtman) zur ersten Radtour – gnue Pouse gmacht!

 

-          Auf dieser ersten Ausfahrt brach ihr ein Teil des Lenkers ihres Triathlonvelos ab! An dem Fahrrad, das in Schottland war! Es hat den Flug wohl nicht so gut überstanden. Tabea war mehrfach froh: 1. Dass ihr dies passierte, als sie im Schritttempo unterwegs war, so konnte sie einen Sturz vermeiden aber vor allem 2. dass dies nicht am Wettkampf passierte!

 

-          Am Tag danach (Sonntag) fand sie, sie sei genügend fit um am Grenchenberglauf starten zu können. Da bewies sie, dass sie richtig fit ist und war die schnellste Läuferin in ihrer Alterskategorie. Sie spielt nun mit dem Gedanken, noch mehrere Rennen der Juratoptour zu bestreiten um auch auf der Jahreswertung einen Podestplatz zu erkämpfen!

 

-          Doch kurz darauf hatte sie schon wieder Pech! Bei einer Ausfahrt mit ihrem Rennrad rutschte sie auf Kies aus und stürzte leider. Zum Glück kam sie mit ein paar Schürfungen und Prellungen davon, der Helm rettete einiges. Denn sie fiel ziemlich fest auf den Kopf.

 

Nun kehrt etwas Ruhe ein. Tabea startete am Sa.mit Daniela, ihrer Kollegin, wie jedes Jahr auf eine Rennradtour über mehrere Pässe. In diesem Jahr wollten sie mit dem Auto ein Stück fahren um danach die Dolomiten zu erkunden. Da die Wetterprognosen schlecht waren sind sie nun in den Norden losgedüst und erkunden die Vogesen und übernachten mehrfach in Colmar. Dinu genoss die Ruhe, fuhr mit einem Kollegen nach Kiesen und liess sich in der Aare (Dinu im Neo, Berti der Kämpfer ohne) gemütlich nach Bern schaukeln.

Fotos passend zum Text sind gleich hier unten - anklicken um die Beschreibung lesen zu können!

 

Celtman xtreme Triathlon

verfasst von Tabea am 17. Juni 2018

Irgendwie wollte Schottland nicht, dass ich am Celtman starte....

Schon die Anreise gestaltete sich schwierig. Wir flogen über London und mussten dort umsteigen. Das Gepäck wurde automatisch weiter geleitet. Als wir dann in Inverness landeten und ich mein Natel wieder startete, sah ich die SMS: We are sorry to report that 1 checket bag/s did nod reacht your flight..... Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, wie geschockt ich mein Natel in den Finger hielt! Ein riesiger Klumpen bildete sich in meiner Magengegend... Äusserst genervt stieg ich aus dem Flugzeug und suchte den Infopoint auf. Dort wurde mir gut geholfen und sie versicherten mir, dass das Gepäck am nächsten Tag da sein werde. Welches Gepäckstück hat es eigentlich getroffen? Natürlich mein Triathlon-Rad mit sämtlichen Kleidern, Neopren und den Laufschuhen im Transportkoffer!!! Ich zweifelte zu diesem Zeitpunkt am Start am Celtman... wie frustriert ich war, könnt ihr Euch sicher vorstellen. Am Donnerstag morgen kam dann tatsächlich mein Rad im Hotel an. Das Rad war noch ganz. Ich baute es zusammen und testete es. Draussen regnete es wie wild und der Wind wehte übel. Das sei typisches schottisches Wetter! Ich fragte mich kurz, warum ich mich damals für diesen Wettkampf angemeldet habe, wenn die Wetterbedingungen hier oft sehr schlecht sind.... Wahrscheinlich weil es ein schöner Wettkamp sei.... Das wollte ich jetzt sehen. Am Freitag fand das Briefing statt. 230 andere Spinner aus 41 Nationen (ja sogar einer aus Indien war dabei, Jemand aus Barbaidos, jemand aus dem Iran und aus vielen anderen Nationen) waren dabei. Die Wettervorhersagen waren so wie man es erwartet in Schottland: Regen, phasenweise kurze Regenpausen, ca. 12 Grad. Die Wassertemperatur sei unter 12 Grad. Das konnte ja heiter werden. Und dann bekam ich am Donnerstag ein Bauch/Magenstechen. Es fühlte sich so an, als ob ich bald krank werden würde. Teilweise musste ich gebückt gehen, weil es so weh tat. Essen ging aber zum Glück noch. Aber ich machte mir riesige Sorgen für den Celtmanstart.

Am Samstag um 02:30 ging dann der Wecker. Um 03:15 hatten wir bereits den Chip abgeholt. Mein Bauchstechen begleitet mich immer noch. Wenn ich was ass oder mich zu fest bewegte, tat es höllisch weh. Warum, warum, warum jetzt zu diesem Zeitpunkt, exakt auf den Wettkampf hin?!! Warum jetzt! Das ist doch nicht fair! Wäre ich doch so parat gewesen... aber nein, wollte mir jetzt die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung machen? Demotiviert stieg ich um 04.15 in den Bus, wo alle Athleten zum Schwimmstart geführt wurden. Dort angekommen hatten wir noch 30min Zeit bis zum Start. Es gab noch ein Gruppefotos, Dudelsack-Spieler musizierten, es brannten Feuer – eine wirklich sehr misteriöse Stimmung. Nur ich war nicht in Stimmung. Ich rechnete nicht damit, lange auf dem Rad zu fahren.... Ja, vielleicht müsste ich bereits im Wasser rausgefischt werden, weil mein Magen/Bauch irgendwas macht, was er nicht sollte.... Egal, ich stieg ins Wasser. Ca. 11 Grad waren es. Genau konnte es niemand sagen. Die Genauigkeit ist den Schotten sowieso abhanden gekommen.... Ungefähr 204km, ungefährt 12 Grad, ungefähr.... meistens waren es weniger;-).

Es war kalt!Kälter wie damals in Livigno. Und dann ertönte das „Horn“, nun ging es los. Habe ichs schon erwähnt, dass es kalt war? Ich versuchte einen Rhythmus zu finden. Und die berühmten Quallen sah und spürte ich auch!!!! Das war wirklich sehr speziell in diesen Quallen zu schwimmen. Nach einem KM wurde meine Armen immer wie träger. Richtig warm wurde mir auch nicht. Und so stieg ich nach 55mi und 3.1km aus dem Wasser. Das ist für mich eine sehr enttäuschende Schwimmzeit! Denn eigentlich hätte es noch Strömungen gehabt, so dass die meisten Leute schneller waren wie gewohnt!!!! Aber ich schwamm ca. 8min langsamer wie sonst... Tja.... Schlotternd kam ich aus dem Wasser. Ich konnte mich kaum bewegen. Dinu führte mich zum Wechselplatz und er zog mich komplett um. Schon nur die Handschuhe überzustreifen war eine riesige Herausforderung und brauchte locker 5min. Nach fast 15min Wechselzeit ging ich dann aufs Rad. Übrigens habe ich beim Schwimmen meinen Bauch nicht gespürt!!!!! Und das Wetter war trocken während der ganzen Schwimmzeit. Auf dem Rad versuchte ich einen Rhythmus zu finden und warm zu bekommen! Das gelang mir einigermassen. Nach 1h war dann fertig lustig. Es begann zu nieseln. Ich zog keine Regenjacke an, da ich dachte, dass es sicherlich wieder aufhören würde, so wie es ja in Schottland normal sei – mal regnet es, mal ist es wieder trocken, es wechselt sehr schnell, aber diesmal wurde es immer schlimmer. Nach knapp 3h zog ich dann doch die Regenjacke an...etwas spät... es schüttete aus Kübeln. Dinu, welcher mich während des Rennens begleitete, sah ich das 1. Mal bei km 70. Danach hielt er auch immer mal wieder an und gab mir zu trinken, Essen oder was auch immer. Nach km 110 war ich ziemlich demotiviert. Ich war nicht so schnell unterwegs wie geplant. Ich war die ganze Zeit auf dem Rad müde. Meinen Puls hoch zu halten ging irgendwie nicht. Und dann kam ab km 130 noch ein fieser Gegenwind dazu - und es schüttete wie aus Kübeln! Mehrmals überlegte ich mir, aufzuhören! Die Strassen waren übrigens auch sehr schlecht. Wir sind halt sehr verwöhnt von der Schweiz her. Nach km 160 nahm ich einen Koffeinshot und der zündete. Mit voller Kraft überholte ich Triathleten, welche mich kurz zuvor abgehängt hatten... Die Kraft wäre also da gewesen.... Nur die Müdigkeit war das Hindernis. Nach 200km kam ich dann in der Wechselzone an. Meine Bauchbeschwerden kamen auf dem Rad wieder, nach km 50 waren sie aber definitiv weg. Unglaublich!!!!!!!! Als ich auf die Laufschuhe wechselte, regnete es nicht mehr. Das stimmte mich optimistisch. Ich hatte nun 2h20min Zeit bis km 18, damit ich noch über den Berg gelassen würde. Wenn ich danach eintreffen würde, dann darf man nur noch die Low-Route machen. Aber ich wollte unbedingt über den Berg! Das war mein Ziel! Ausserdem bekommt man das blaue Shirt, wenn man oben drüber kann. Wenn man unten durch muss, gibts nur das weisse Shirt. Die Zeitlimite liegt also bei 11h – bei 18km auf der Laufstrecke - und dies nach 200km Rad/2400hm und 3.3km Schwimmen. Viel „Spatzig“ bleibt einem da definitiv nicht!

 

Aus diesem Grund gab ich recht Gas beim Laufen. Ich wollte unbedingt über den Berg! Die ersten Kilometer führten übern einen Pass. Anspruchsvolle Singletrails gabs zu bewältigen und die Aussicht war genial. Ich hatte super Beine und noch viel Energie! Wahrscheinlich lag das daran, dass ich beim Rad nicht alles geben konnte wegen der Müdigkeit. Dafür hatte ich nun die Energie noch. Ich überholte viele Männer und auch 2 Frauen. Somit war ich dann auf Rang 3. Ziemlich unter 2h kam ich dann beim KM 18 an. Ich hätte über 30min Reserve gehabt... Aber just 5min bevor ich dort eintraf begann es wieder zu regnen. Und mir wurde schonend beigebracht, dass wir ab jetzt nicht mehr über den Berg gehen dürften und wir der Lowroute folgen müssten. Das blaue Shirt bekommen wir aber trotzdem, da wir die Zeitlimite erfüllten! Immerhin das! Aber ich war frustriert. Für mich war diese Etappe der Leckerbissen! Zudem waren die beiden Frauen noch vor mir. Ev.hätte es ja noch geklappt mit einholen? Wenigstens die Nummer 2..... Aber jetzt war das Rennen gelaufen. Ich konnte also nur noch Dritte werden oder noch weiter nach hinten abfallen. Dinu musste mich ab km 18 begleiten. Die Route führte uns auf ca. 10Km über einen kleinen Pass mit vielen anspruchsvollen Singltrails! Es ging über Stock und Stein, ein Flussbett und schottische Moore mussten durchquert werden und die müden Muskeln wurden ordentlich gefordert. Ein joggen war teilweise unmöglich! Es forderte uns einiges ab. Auch wenn die Route „low-route“heisst, heisst es nicht, dass die nicht auch schwierig ist. Sie geht einfach nicht ganz so hoch rauf wie die Bergetappe! Der arme Dinu, mit seinen müden Beinen und Füssen mit Blasen vom 100km Lauf, musste ordentlich kämpfen um mir folgen zu können! Und dann endlich kam ich nach 13h07min im Ziel an! Ich war überglücklich diesen harten Wettkampf geschafft zu haben. Mit Rang aller Frauen bin ich zufrieden. Von den 250 Startenden wurden 173 rangiert, das zeigt, wie hart das Rennen war. Über den Berg durften 41 Teilnehmende, ich wurde dahinter auf Rang 44 gewertet, auch wenn ich überzeugt bin, dass ich noch ein paar eingeholt hätte....
Mental hatte er mir einiges abverlangt. Ich war ein paar Mal kurz davor, aufzugeben. Den Celtman kann ich dennoch weiterempfehlen. Wenn das Wetter schön ist, dann wäre die Gegend ein Traum. Einzig die Strassenverhältnisse lassen zu wünschen übrig. Die Laufstrecke ist aber genial.

Bieler 100er

Alle Berichte über den Bieler 100km Lauf findet Ihr in unserer Spezialrubrik "100km von Biel"

Training und Podestplätze

Verfasst von uns Beiden am 3.Juni

Nach dem Velo-Rennen auf den Sustenpass und der langen Radtour über Brünig/Glaubenbühlen etc. waren ja zwei weitere Tage in der Region Interlaken geplant. Am Montag entschieden wir uns für einen längeren Lauf. Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Postauto nach Habkern um dort zu starten. Zuerst stieg die Strecke leicht an und wurde immer wie steiler bis zum Grünenbergpass. Dort hofften wir ja, dass es nach dem Pass nun abwärts gehen würde. Doch leider nein, die Strecke stieg weiter an. Eine Region hiess «Seefeld» - ihr könnt Euch vorstellen, wie die Wege und der Untergrund Ende Mai dort oben ausgesehen hat… Ordentlich matschig! Teilweise mussten wir auch grössere Schneefelder überqueren. Dabei waren wir froh, den Routenvorschlag von Thomas gewählt und nicht auf Tabea gehört zu haben, denn auf dem Faulhorn oder dem Augstmathorn wäre garantiert deutlich schneereicher gewesen.
Irgendwann gings dann runter zum Justistal und dieses entlang bis zur Strasse, wo die Strecke bis nach Beatenberg wieder anstieg. Den ursprünglichen Gedanken, noch aufs Niederhorn hoch zu rennen, gaben wir nach den zurückgelegten 23 km spontan auf.
Am letzten Tag radelten wir von Anfang an aufwärts, via Grindelwald gings auf die grosse Scheidegg, danach hinten runter und weiter bis nach Innertkirchen. Wieder führte die Strecke, wie am Samstag, in Richtung Sustenpass, um aber nach ein paar Kilometern links in Richtung Engstlensee abzubiegen. Dort folgten wir einem wunderschönen Weg, welcher autofrei in Richtung Hasliberg führte. Die Aussicht war himmlisch. Wir kamen von oben hinunter auf den Hasliberg, was echt toll war! Oben auf dem Hasliberg konnten wir einem Haslikuchen nicht widerstehen. Die Abfahrt via Brünig nach Interlaken ging dann schnell von statten. Allerdings war ein Teil der Abfahrt gesperrt und wir wurden nach Meiringen umgeleitet. Das gab zusätzliche Velokilometer, welche sich eher mühsam anfühlten. Dinu machte noch einen Koppellauf, während dem Tabea mit dem Rad weiter nach Spiez fuhr, wo Dinu sie ins Auto einlud. So kamen an diesem Tag 130km/2500hm zusammen. Der Rest der Woche trainierten wir nur noch wenig und locker.

 

Am Samstag starteten wir am Bantiger Triathlon und zwar in mehreren Kategorien. Wie es dazu kam, lest ihr nun hier: Eine sehr gute Kollegin fragte uns an, ob wir mit ihr nicht in der Staffel beim Triathlon starten wollten. Sie wollte ihr Comeback geben, denn es war ihr erster Wettkampf nach der Babypause. Und da wir dies eine gute Idee fanden, willigten mir ein. Dinu wollte sowieso nur am Bikerennen starten (also, er wurde dazu «motiviert»), so gabs für ihn dann doch noch einen Triathlonstart – in der Staffel auf dem Rennvelo.
Für Tabea war das natürlich nicht genug. Sie startete am Triathlon, Bikerennen und in der Staffel, jedoch musste sie dort nur schwimmen. Um 8 Uhr kamen wir vor Ort an. Wir dachten, wir werden sicherlich die ersten Leute sein. Doch leider war der Parkplatz bereits fast voll. Beim Bantiger-Triathlon kann man selber entscheiden, wann man starten will. Aus Erfahrung wussten wir, dass man früh starten musste, weil sonst die Schlange zum Starten enorm lang werden würde. Tabea begab sich darum sofort ins Hallenbad. Um 8:35 gings dann für sie los mit 300m Schwimmen, 17km Rennrad und 4.5km Laufen. Beim Schwimmen war sie genau gleich schnell wie letztes Jahr, beim Rennrad war sie 2.5min schneller (sie behauptet, das liege nur am schnellen Triathlonrad!) und beim Laufen waren es immerhin 15 Sekunden. Bei den Wechseln waren es auch einige Sekunden, wo sie schneller war, wobei sie dafür Blasen in Kauf nahm (sie zog keine Socken an). Dank all dem war sie dann nach 55:36 min/sekSekunden insgesamt 3min schneller wie im Vorjahr im Ziel, was doch eine beachtliche Leistung ist. Es gibt aber noch klar Verbesserungspotenzial bei der Wechselzone – vor allem auch bei der Überlegung, wo man sein Rennrad am optimalsten hin parkiert, damit man am wenigsten Zeit verliert. Mit dieser Zeit landete sie auf dem 1. Platz ihrer Alterskategorie (von 21 Frauen) und Overall reichte es für den 2. Platz von (ca. 65 Frauen). Im Ziel angekommen gings direkt wieder zum Schwimmstart. Dinu stand bereits in der nun elend langen Schlange. Er war bereits fast 1h im Hallenbad am Warten. Sie übernahm dann seinen Platz und bald darauf startete die Staffel. Die 300m schwamm Tabea genau gleich schnell wie bei ihrem eigenen Triathlon. Der Wechsel aufs Rennrad ging dann schnell von statten, da Dinu gerade starten konnte. Dinu legte eine gute Zeit hin auf dem Rennrad und übergab dann Priska, welche ihre Wettkampfsaison startete. Glücklich kam sie nach den 4.6km im Ziel an. Wir erreichten in der Staffel den 1. Platz. Danach folgte eine lange Pause. Denn um 14.30 gings erst los mit dem Bikerennen. Tabea fiel in ein richtiges Müdigkeitsloch, Dinu war etwas aktiver, da er mit dem Auto nach Hause ging die Bikes holen. Pünktlich um 14.30 starteten wir dann aber aufs Bikerennen. 3 Runden a 7 km und ca. 220hm mussten überwunden werden. 4 Frauen waren am Start. Männer gabs einige mehr. Tabea konnte lang die führende Frau im Blickwinkel halten, aber zum Einholen wars dann doch zu weit. Ladina Buss war eine Klasse für sich und Tabea verlor 45 Sekunden auf sie. Mit ihrer Zeit von 55:32 war sie dann insgesamt 1:45 min/sek schneller wie im Vorjahr und sie war damit sehr zufrieden. Es war ein unglaublich hartes Bikerennen im aneroben Bereich und brennenden Beinen. Auch Dinu erging es sehr gut. Er startete aber bewusst vorischtig, weil er in einer Woche am 100 km Lauf starten wird.
Somit durfte Tabea tatsächlich, wie Priska «das Orakel» weise vorausgesagt hatte, 3x an einem Tag das Podest besteigen.

 

Am Sonntag startete Tabea am Blüemlisalplauf. Immerhin 45 Sekunden schneller war sie wie im Vorjahr und das nach dem harten Samstag. Sie landete auf dem 21. Rang von 196 gestarteten Frauen. Dinu half in Niederbipp an einem Inlinerennen (Nachwuchscup) und am Nachmittag war er bei seinem Göttimeitli zum Geburtstagsfest eingeladen.

Podestwoche und viele Trainings

verfasst von uns beiden am 27.5.18

In der vergangenen Woche gabs (nach dem GP am Samstag und der zügigen Fahrradtour am Sonntag) einige Stunden an Training. Denn wir hatten nach Pfingstmontag noch 2 Tage frei genommen. Eigentlich wollten wir einen Ausflug mit auswärts Übernachtungen machen, blieben aber aufgrund der Wetterprognose zu Hause.

Am 21. Mai war unser Hochzeitstag. Wir liessen es so richtig krachen... Wir umrundeten den Neuenburgersee mit unseren Renn- bzw. Triathlonrad mit 3 Kollegen. Das Tempo war ziemlich flott. Nach km 110 legten wir wie gewohnt einen kurzen Kuchenstopp ein. Danach gings retour, der Kilometer-Schnitt zeigte am Schluss erstaunliche 31.1 km/h über 1200hm/163km. Wir waren also nur etwas mehr als 5h unterwegs. Als ob das nicht schon genug gewesen wäre, schnürten wir noch die Laufschuhe und drehten eine knackige Runde von 6km in einem ordentlichen Tempo. Danach waren wir schon etwas müde. Tabea meinte dann, dass es eigentlich schon recht viel ist - so "hurti gschwing" 160km auf dem Rad hingelegt zu haben - also eine Distanz wie von Bern nach Winterthur oder noch weiter und danach noch kurz laufen....

Für uns ist das mittlerweile leider nicht mehr so aussergewöhnlich, ja, so eine Distanz ist schon „fast“ normal (schrieb Tabea hier, Dinu ist da nicht derselben Meinung….). Würde man das jemandem bei der Arbeit oder Leuten erzählen, die 2 x die Woche ins Fitness gehen, würden die sich nur an den Kopf reichen und sagen: „Die spinnen...“ Völlig unverständlich würden wir angeschaut werden, würden wir von dieser Tour, diesem Schnitt erzählen. Zum Glück gibt es da Strava (Onlineplattform, wo Tabea ihre Trainings hoch lädt). Dort fühlen sich Tabea verstanden. Dort sind solche Aktivitäten völlig normal. 160km wäre sozusagen nichts, denn andere sind am gleichen Tag 200km Rad gefahren, oder 50km gelaufen oder haben sonst irgendwelche langen Einheiten gemacht. Unter seinesgleichen fühlt man sich wohl, zum Glück gibts Strava – findet Tabea.

Den Hochzeitsabend verbrachten wir dann noch in einem feinen Restaurant, wo wir unsere hungrigen Bäuche gut stopfen konnten. Am folgenden Tag fuhren wir mit dem Auto nach Biel, um dort in der Region Magglingen zu biken. 2h waren wir unterwegs, also praktisch nichts im Vergleich zum Vortag. Dafür war die Strecke recht technisch und forderte uns auch einiges ab. An diesem Abend verschlug es uns ins Gaskesselareal. Dort gibts im Moment noch das Brodway Variéte Ess-Theater. Herrliche 3 Gänge genossen wir inkl. lustiger Unterhaltung.

Am Mittwoch musste Tabea noch bis kurz nach Mittag arbeiten ehe wir dann nach Dornach losdüsten. Dieses Mal waren wir aber mit dem Auto unterwegs. Aber die Fahrräder waren natürlich im Kofferraum. In Dornach fuhren wir auf den Gempenberg, luden unsere Räder aus und radelten eine 60km Runde mit ein paar knackigen Höhenmetern. Wieder auf dem Gempen angekommen, verluden wir unsere Räder und per Autostopp gings runter nach Dornach. Ja, ihr seht, unsere Logistik ist immer spitze. Wir sind wirklich recht stark darin. Wo wir das gelernt haben? Ihr könnt 3 x raten.... Natürlich beim Gigathlon:-).

In Dornach starteten wir dann am Gempenlauf. Das ist ein Lauf der Juratoptour. Er führt von Dornach auf den Gempenpass und man legt dabei 7.8km und rund 400hm zurück. Um 19.10 fiel der Startschuss und Dinu lief los. 19.20 kam dann Tabea an die Reihe. Beide hatten im Vorfeld recht müde Beine, warum auch immer... Der Startschuss war dann sozusagen die Erlösung und man musste sich nicht mehr den Kopf über die müden Beine zerbrechen. Tabea kam oben mit einer Zeit von 40:59 an, was einem Kilometerschnitt von 05:20 entspricht. Dinu kam nur wenig langsamer oben an. Beide waren happy, dass der Lauf trotz schwabbligen Beinen, so gut verlaufen ist. Tabea ergatterte sich den 2. Platz in ihrer AK (von 17 Frauen) was sie sehr erfreute!

Am Donnerstag gabs dann bei Tabea ein Schwimmen mit 10x 100m Vollgas und einer Spinningeinheit, welche sie locker absolvierte. Dinu legte einen Ruhetag ein. Am Freitag gabs für beide Ruhetag. Tabea konnte endlich ihr neues Rennrad abholen, nachdem ihr altes ja gestohlen worden war. Gerade rechtzeitig ist es angekommen, denn am Samstag stand das Velorennen auf den Sustenpass (Highway to Sky) auf dem Programm. Sie wäre das Rennen sonst mit dem Triathlonrad gefahren, was natürlich eher ein Nachteil gewesen wäre. Jetzt konnte sie ihre 1. Ausfahrt mit dem Rad gerade an diesem Velorennen machen.

Dazu mussten wir am Samstag bereits kurz nach 8:00 losfahren. Die Fahrräder hatten wir hinten in Kleinbus, den wir von unserem Sponsor „Galliker Carplanet“ ausleihen durften, verladen. Mit einem Kollegen (Thomas) fuhren wir nach Innertkirchen, wo das Rennen startete. Wir hatten aber vor, bis und mit Dienstag in der Region oben zu bleiben und weitere Rad- und Laufeinheiten zu dritt zu unternehmen.

Um 10:30 startete Dinu dann in Richtung Sustenpass, Tabea ca 40min später. Dass sie mit ihrem neuen Rennrad gleich über 6min schneller war wie im Vorjahr, überraschte sie doch sehr. Sie fuhr auf den 3. Rang ihrer Alterskategorie (von 22 gestarteten Frauen) und durfte somit aufs Podest. Beim Gempen hatte sie noch gesagt, dass sie diesen Podestrang geniessen müsse, da sie so selten aufs Podest kann. Und jetzt, ein paar Tage später, stand sie schon wieder auf dem Treppchen. Es gibt Stimmen, die sagen, dass sie es eventuell einmal schaffen könnte, an einem Tag 3 x aufs Podest zu steigen – gäu Priska😊.
Dinu war mässig zufrieden. Er hatte eigentlich ein gutes Gefühl, doch dass seine Zeit langsamer war wie im Vorjahr, verunsicherte ihn etwas. Danach fuhren wir nicht nach Hause, sondern übernachteten in Interlaken, von wo aus wir während 3 Tagen mit Tom Dobrocky diverse Touren unternehmen möchten. Am Sonntag starteten wir mit einem gemütlichen Einrollen dem See entlang bis nach Brienz. Wobei das gemütliche Einrollen mit Tempos um die 40km/h stattfand. Danach gings den Brünig hoch, anschliessend den Glaubenbielenpass und danach hoch zum Schallenberg. Dort legten wir eine kurze Esspause ein, um dann die letzten Höhenmeter via Eriz auf den Beatenberg unter die Beine zu nehmen. Insgesamt kamen an diesem Tag 160km und 3450hm zusammen.

GP-Bern

Verfasst von uns Beiden am 21.5.
Die Woche begann bereits sportlich – am Montagabend hatten wir Franziska, Dinus Betreuerin vom Bieler 100er, eingeladen. Wir joggten eine Runde, danach gabs Abendessen und Planung des diesjährigen 100ers. Es gab aber nicht viel zu besprechen, schliesslich sind die Beiden ein eingespieltes Team. Aber der Startschuss nähert sich rasant!
Ein weiteres Highlight waren 2 Päckli von unseren Sponsoren – herzlichen Dank an Chiefs für all die Drinks und das Proteinpulver für die optimale Regeneration nach all unseren Trainings und auch ein riesiges Dankeschön geht an olo marzipan, welche uns mit haufenweise Leckereien (feinstes Marzipan, Haselnusslebkuchen und gesalzene Mandeln) für Trainings und Wettkämpfe unterstützt.
Danach wurde fleissig weiter trainiert – Dinu hatte 4 Lauftrainings diese Woche, das letzte am Freitagmittag. Aber klar war auch Tabea sehr aktiv unterwegs!
Freitagabend stand dann die Pastaparty vor dem GP auf dem Programm. Während einem Interview mit Viktor Röthlin geht der Interviewer ins Publikum und befragt eine Zuschauerin nach ihren Zielen für den GP. Diese meint:"Mou e gueti Renniiteilig härebecho, e wett dr 2. Teil chönne schnöuer loufe wie dr 1. U drmit mini Beschtzyt ungerbiete! Aber eg be ned schnäu!" «Was heisst de das?» "Eg be würklech uhu..... langsam, knapp unger 1h 15min wär mis Ziel.......". So eine Antwort bringt nur eine hin, oder?
Am Tag darauf war dann GP-Tag. Vor allem war aber Tenuewechseltag! Morgens in der Alltagsbekleidung Haushalt, Einkäufe etc erledigen, danach sportlich-elegant in die Kirche nach Burgdorf, wo wir zu einer Hochzeit eingeladen waren, aus der Kirche raus, das 1. Sportdress montieren zum Spalierstehen, fürs Apero wieder elegant, dann wieder sportlich für den GP, welchen wir rechtzeitig erreichten. Dann kamen die Diskussionen. In diesem Jahr gabs viel grössere Startblocks wie in den Jahren zuvor, dafür waren es viel weniger aber mit grösserem Abstand. Das brachte es mit sich, dass wir im gleichen Block starten durften. Wer startet wo? Für Dinu war klar, dass er zuhinterst starten wollte. Tabea wollte eigentlich auch hinten starten, aber dann doch lieber nicht bei Dinu. Schlussendlich startete sie fast zuvorderst während Dinu hinten begann.
Tabeas Plan ging nicht so schlecht auf, sie startete tatsächlich langsamer wie in den Jahren zuvor! Allerdings war sie, laut Analyse der Pulsuhren, nach ein paar Kilometern doch fast eine Minute schneller als Dinu. Im mittleren Teil drehte Dinu dann auf, so hatte es Viktor Röthlin am Vorabend empfohlen. Tabea sagte sich aber immer: «Nicht zu schnell, nicht zu schnell!». Das zog sie durch und konnte tatsächlich so ihre bisherige Bestzeit verbessern! Ihre Strategie war also voll aufgegangen, sie war langsamer gestartet wie in den letzten 2 Jahren, aber ihre Bestzeit hatte sie unterboten. Und das mit dem «uhu….» langsam, naja, mit ihrer Zeit rangierte sie sich in den vordersten 3,5% aller Frauen – ein Rang in den ersten 150 von weit mehr als 4'000 rangierten Frauen!
Dinu gelang sein Steigerungslauf perfekt, er konnte seine persönliche Bestzeit (seine stammte noch aus dem 2016) sogar um 5min verbessern und war sehr zufrieden damit. Tabea war dann aber doch rasch am Zweifeln, vor allem als sie merkte, wie fit sich ihre Beine im Ziel anfühlten. Hätte sie doch noch etwas schneller laufen können?
Tags darauf ein ähnliches Bild. Dinu schmerzen die Beine, Tabea fühlt sich fit. Wir radeln nach Worb, wo Dinus Eltern den 40. Hochzeitstag feiern. Tabea erzählte Dinu, dass wir danach eine lockere Ausfahrt mit Dänu und Anita unternehmen würden, lockern nach dem GP! Schlussendlich fuhren wir aber in Begleitung von Michael in Richtung Schallenberg. Tabea fand hinterher, das Tempo, welches sie anschlug, als sehr gemütlich während Dinu überlegte, in Grosshöchstetten abzubiegen, weil seine Beine derart brannten. Er fuhr die Tour dann aber mit. Wir mussten allerdings den Schallenberg links stehen lassen, weil sich darüber dunkle Wolken auftürmten und es zu donnern begann. Wir machten trotzdem noch über 1000 Höhenmeter und kamen bei Sonnenschein zu Hause an.
Das sollte doch die ideale Vorbereitung sein für unseren Hochzeitstag am Pfingsmontag - eine 180km Rennradtour?

Viele Kilometer...

verfasst am 14.5. von uns Beiden

Bericht Dinu

Montagabend im Velodrome Grenchen, ich stehe auf der Bahn, wo ich gleich meine Runden drehen werde mit ordentlich Muskelkater vom Vortag (Inlinerennen und 16km joggen). Alle berichten, wie sie etwas Angst gehabt haben, als sie das erste Mal auf der Bahn gestanden seien. Ich schaue mich um und denke: Das sieht doch toll aus, ich freue mich darauf! 5min später drehe ich hinter dem Guide meine erste Runde und möchte am liebsten vom Fahrrad steigen! Ohne Bremsen, Starrlauf, ganz anders zu lenken und hohe Tempis werden gefahren – und das noch ganz zuunterst auf der Bahn. Als es das erste Mal etwas in die Höhe geht (wohl 5-10 cm….) habe ich ein mehr als ungutes Gefühl! Und wir werden immer wie schneller und es soll noch viel höher gehen. Der Guide fordert mich immer wieder auf, näher in seinem Windschatten zu bleiben – können vor Lachen.
Ich stehe ordentliche Ängste durch und denke mehrfach daran vom Fahrrad zu steigen. Und ich denke an ein Gespräch, als die Einladung zu dem Teamanlass der Emmenskaters ins Haus geflattert war:  «Hey, Dinu, hesch gse, do gö mer?» «Nei, e gloub, das esch nüt für me, gang doch Du elei» «Nei, chum jetz, das wird sicher mega lustig». Ja, nun bin ich da auf der Bahn, während diejenige, welche es als «mega lustig» beschrieben hatte, nun im Bündnerland unterwegs war und ich sie innerlich ordentlich verfluchen konnte…..
Doch wie länger der Abend wurde um so mehr liess die Angst nach und ich drehte immer wie schnellere Runden und fuhr immer wie weiter oben – sturzfrei und teilweise schon fast übermütig.
Meine Trainingswoche ging am Di. weiter – 16km lockeres Lauftraining als Vorbereitung für den GP, Mittwoch Pause, Donnerstags mussten wir die geplante Fahrradtour um den Neuenburgersee absagen – stattdessen rannten wir 26km (fast 3h) durch den Regen. Nicht etwa flach, nein, von Aarberg über den Chutzeturm nach Hause. Und mit ein paar kurzen Intervallteilen.
Freitag = Erholung, samstags «eine längere Radtour». Zu dritt in die Region Solothurn, mit 3 weiteren Kollegen eine Runde im solothurnischen und nach 93 km in genau 3h (also einem «gemütlichen» 31km/h Schnitt) standen wir unterhalb des Balmbergs. Da ich im Moment das Gefühl habe, ich sei so fit wie noch nie in meinem Leben, hatte ich die Hoffnung, nicht allzu viel Zeit auf Tabea zu verlieren. Erst recht, da sie meinte, sie sei erstens im Moment nicht so fit und zweitens sei sie bergauf mit ihrem Triathlon-Flitzer viel langsamer wie mit einem normalen Rad. Das Tri-Velo sei schwerer, die kleinen Gänge würden fehlen und bergauf sei die Kraftübertragung schlechter. Oben angekommen hatte ich das Gefühl, ich habe noch nie so viel Zeit auf Tabea verloren wie an dem Tag. Naja, vielleicht ist meine Form nicht ganz so gut, wie ich gedacht habe oder Tabeas Form ist doch ein Spürchen besser, wie sie denkt…… Was glaubt ihr?
Naja, nach dem Balmberg kamen dann noch zwei weitere Berge – der Grenchenberg war steiler und länger als der Balmberg, happig, happig. Insgesamt kamen dann 170 km zusammen, etwa 2600 Höhemeter welche wir laut meiner Uhr in einem 24,1km/h Schnitt absolviert haben und laut Tabeas Uhr in 25,1km/h. Ich denke aber nicht, dass eine der Uhren falsch ist sondern einfach, dass meine Uhr etwas langsamer den Berg hochgetragen wurde….. Danach gabs logischerweise noch einen Koppellauf (knapp 15km) und am Sonntag ein hartes Intervall-Lauftraining. Wir durften 10 x 1min einen Berg hochsprinten, so schnell wir konnten! Mannmannmann, war ich kaputt danach…..

 

 

Bericht Tabea:

 

Nachdem ihr Dinus Bericht gelesen habt, interessiert es Euch sicher, warum ich ihn alleine zu dem Bahnevent geschickt habe. Natürlich hatte ich ein leicht schlechtes Gewissen, weil ich wusste, dass ich ihn dazu überredet hatte! Ich musste aber kurzfristig den Event absagen, weil ich zu einer Kollegin nach Chur wollte. Dies war eigentlich schon lange geplant. Leider habe ich den Bahn-Event-Termin übersehen. Tja…so kanns gehen…. Dass Dinu mich verflucht hatte, spürte ich;-). Denn ich hatte unterwegs ordentlich Gegenwind!
Ganz spontan bin ich am Freitag Mittag mit dem Triathlonrad nach Waldhut (DE) gefahren. Das waren ca. 110km. Dort suchte ich nach einer Übernachtungsmöglichkeit, was nicht so einfach war. Denn das Städtchen Waldhut hatte es mir ziemlich angetan. So süss war es. Aber es gab dort nur ein einziges Hotel und natürlich war das nicht bezahlbar. Somit musste ich 7 km weiter fahren nach Tiengen. Dort fand ich dann ein Hotelzimmer. Ein gemütliches Abendessen beim Inder und anschliessend eine leckere Gelati rundeten den tollen Tag ab. Am nächsten Tag stand ich fröhlich auf und freute mich auf die nächste Etappe, welche mich via Schaffhausen – Singen nach Friedrichshafen bringen sollte. Ich dachte, dass es heute sicherlich weniger Wind haben würde, wie am Vortag. Denkste…. Der Wind war noch stärker und wiederum praktisch nur gegen mich. Ich kam nur schleppend vorwärts. Das Gepäck am Rücken drückte mich noch mehr auf den Sattel. Folglich waren die Po-Schmerzen grösser. Der Spassfaktor war daduch gering. Ziemlich müde kam ich dann gegen Abend in Friedrichshafen nach ca. 120km an. Ein Hotelzimmer leicht ausserhalb hatte ich recht schnell gefunden. Daher schnürrte ich die Laufschuhe und machte noch einen 30 min Koppellauf, um kurz Friedrichshafen zu erkunden. Danach gabs einen Sprung in den Bodensee. Den späteren Nachmittag und Abend verbrachte ich dann in gemütlichen Kaffees und einem tollen italienischen Restaurant.
Am folgenden Tag gings dann nach  Bregenz. Der Wind war nicht mehr gegen mich, was mich sehr erfreute. In Bregenz hängte ich noch eine Schlaufe über den Pfänder an. Das ist ein kleiner Berg mit einem recht steilen Aufstieg. Es geht ca. 5km hoch mit Steigungsprozenten um die 13%! Und das relativ kontstant. Mit dem Triathlonrad sind solche Steigungen etwas mühsamer zu fahren, da die Übersetzung ein wenig zu schwer ist. Dennoch kam ich recht gut oben an und es war eine tolle Abwechslung zu den flachen Etappen in den letzten zwei Tagen.
In Bregenz wollte ich dann unbedingt einen Kaiserschmarrn essen. Ich freute mich schon seit Tagen auf diesen Moment und nun war es so weit. Es ist immer wieder schön, wie ich ab Kleinigkeiten Freude haben kann.
Gestärkt gings dann weiter durchs Rheintal. Und ich kam sehr schnell vorwärts, da ich für einmal Rückenwind hatte. Nach 130km kam ich dann in Landquart an, wo ich meine Kollegin traf. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Auto auf 1500 m.ü.M. Wir planten einen Traillauf auf 2100 m.ü.M. Bereits nach 100 Höhenmetern standen wir im Schnee. Wir waren beide irgendwie überrascht, dass dieser Trail nicht schneefrei war…. Wir überquerten die riesigen Schneefelder. Irgendwann konnten wir nicht mal mehr den Trail sehen. So entschieden wir uns, den Hang direkt hoch zu stampfen. Denn wir wussten ungefähr, wo der höchste Punkt war. Dies forderte Einiges von uns ab. Es war ein koordinatives, kräfteraubendes Training, welches viel Konzentration benötigte. Der Schnee war sehr weich. So kam es immer wieder vor, dass jemand von uns bis zur Hüfte im Schnee einsank. Wir fanden das jeweils lustig, aber kalt wars allemal. Denn wir waren nicht für diese winterlichen Wetterverhältnisse gekleidet sondern waren sommerlich angezogen.
Nach über 2h kamen wir dann wieder beim Auto an und wir fuhren in die Badi in Chur. Dort führten wir noch ein gemeinsames Schwimmtraining durch.
Ja, dies war mein langes Wochenende letzte Woche. Ich war schon sehr lange nicht mehr ganz alleine unterwegs. Dies war ein spezielles Erlebnis. Natürlich ist es schöner zu zweit so was erleben zu können. Aber phasenweise schadet es auch nicht, mal ganz alleine unterwegs zu sein und die Zeit einfach mit sich selbst zu verbringen.
Die vergangene Woche war ich dann auch wieder sehr aktiv - das Meiste davon hat Dinu ja bereits berichtet.

Fotos gibts in der Galerie.

 

Spinnerei à la Tabea

Verfasst von Dinu am 6.5.2018
Heute berichte ich nur von mir – Tabea ist wieder einmal auf Achse. Allerdings ist sie erst am Freitag ausgeflogen, am Montag waren wir noch zusammen unterwegs. Nach dem Slowup am Sonntag durfte es etwas Strengeres sein, einen Longjogg mit ab und zu einem schnelleren Kilometer stand auf dem Programm. 23km gabs dann schlussendlich!
Nach zwei Lauftrainings am Dienstag (mit 2 verschiedenen Gruppen aber ohne Tabea) wechselte ich am Mittwoch das Sportgerät aus und besuchte ein Inlinetraining der Emmenskaters. Donnerstag und Freitag waren Ruhetage, wobei der Freitag sonst streng war. Früh los, Weiterbildung in Olten, da früher raus, mit dem Auto nach Entlebuch ans Weekend der Fachgruppe Ernährung und Sport. Da wiederum ging ich am Samstag früher los um mit einem Kollegen ein Mittelalterfestival in Weil am Rhein zu besuchen. Das war echt toll, ich hatte nicht viel erwartet aber kam begeistert zurück.
Ich rechnete, dass der Abend lang werden könnte. Wir übernachteten in Weil, was sicher schlau war. Ich spielte mit dem Gedanken, am Sonntag in Basel an der Etappe der Swisskatertour zu starten. Ob ich allerdings so früh aufstehen könne, um dann um 10:00 am Rennen zu starten, war ich mir zuvor nicht sicher. Ich hatte mich nicht angemeldet, nahm aber einfach einmal die Skates mit.
Als wir am Sonntagmorgen ins Bett gingen, stellte ich den Wecker für den anderen Morgen. Um 6:00 erwachte ich kurz und fand: Ich bin noch sooo müde, ich werde nicht um 7:45 aufstehen – und habe kurzerhand den Wecker abgestellt. Doch was passiert? Um 7:40 liege ich wach im Bett und denke: Ich könnte nun doch los – und kurz darauf stand ich auf den Rollen am Start. In den ersten Runden hatte ich Mühe, in Gang zu kommen, nach und nach gings besser und in den letzten 2 Runden übernahm ich sehr viel Führungsarbeit in meiner Gruppe und war im Sprint trotzdem noch einer der Schnellsten meiner Gruppe. Da es mir immer wie besser gegangen war, beschloss ich, noch eine Runde in Basel joggen zu gehen – 16km kamen noch zusammen. Beim abschliessenden Bad im Rhein dachte ich: Diese Spinnerei könnte von Tabea stammen – dann hätte ich sicherlich reklamiert und gejammert….
Apropos Tabea: Die schwang sich am Freitagmorgen auf ihr Triathlonrad und wird am Montagabend wieder zurückkommen.
Bilder gibts wie immer in der Galerie.

 

Von Wettkampf zu Wettkampf

verfasst von uns Beiden am 29.4.18

Da sass nun Dinu letzten Sonntag völlig erschöpft im Ziel des Duathlons. Er hatte alles gegeben und war zufrieden. Plötzlich begann er aber zu realisieren, dass das Schlimmste wohl noch gar nicht vorbei war. Denn die Heimfahrt mit den Fahrrädern stand noch bevor! Mit Tabea, die nach ihrem Podestrang völlig im Hoch war, und nur so über die Strassen heimwärts fliegen würde - und genau so kam es dann auch raus. Die Heimfahrt war alles andere als ein gemütliches Ausrollen.
Danach verlief für Dinu die darauffolgende Woche eher ruhig, während Tabea haufenweise Projekte vor sich hatte. Neben den üblichen Trainings im Spinning und Schwimmen fuhr sie mit ihrem Triathlonrad noch über den Chasseral. Diese Tour absolvierte sie am Mittwoch mit ihrer Kollegin. So gab es schnell mal um die 120 km/1900 hm. Am Donnerstag standen wir beide im Inlinetraining auf den Rollen - ungewohnt und streng! Am Freitag stand dann für Tabea der Tüfelsschluchtlauf auf dem Programm. Dies ist ein Lauf mit 490hm über 9km. Natürlich fuhr sie von Bern zum Start nach Hägendorf. Mit einem Schnitt von 34km/h traf sie vor Ort ein. Natürlich genoss sie etwas Rückenwind. 45 min später fiel der Startschuss zum Lauf. Nach 51min war sie im Ziel und erfreute sich über den 3. Platz in ihrer Altersklasse und insgesamt war sie 30 Sekunden pro Kilometer schneller wie vor 3 Jahren. Am Samstag verschwand Tabea ins Schwimmtraining, während sich Dinu im Haushalt austobte. Danach stand eine längere Velotour auf dem Programm. Tabea hatte sich noch nicht vom Vortag erholt, daher ging es in Tabeas Augen eher schleppend zu und her. Für Dinu war das Tempo angenehmer wie eine Woche zuvor. Am Sonntag rundeten wir die tolle Woche mit einem Ausflug an den Slowup in Murten ab. Anschliessend grillierten wir mit Tabea's Bruder und seiner Frau bei uns zu Hause.

Gürbetal-Duathlon und Weiteres

Kaum war Tabea letzten Sonntag aus dem Bus ausgestiegen (um 05.30), lag sie kurze Zeit später wieder im Bett. Dafür hatte Dinu umso mehr Programm. Er räumte Tabea’s Koffer aus, wusch einige Kleider und fuhr danach nach  Bern, wo er eine Running-Gruppe leitete. Danach gings an den offiziellen GP Trainingsday, wo er einen Ernährungsvortrag bestreiten durfte. Danach kam der gemütliche Teil, wo sich Tabea und Dinu endlich über die 3 vergangenen Wochen austauschen konnten. Auf dem Heimweg stellten wir das Rennrad zum Velomech. Denn dies wollte das Team vom Velovirus am Montag wieder rennfit machen, nach den 3 intensiven Wochen in Spanien. Am Montag war dann der Schock gross, als Tabea bei Velovirus anrief, um zu fragen, wann sie ihr Velo abholen könne. Ihr wurde mitgeteilt, dass da kein Rennvelo sei….. Obwohl wir das Rennrad mit einem starken Schloss geschlossen hatten wurde das Rennrad direkt vor den Türen zum Velogeschäft geklaut!! Dies hatten wir in den letzten 10 Jahren immer so gemacht, nun ging es das das erste Mal in die Hose. Ärgerlich ist natürlich, dass das Rennrad erst 1 Jahr alt war und somit noch äusserst gut erhalten….
Dann kam der Ärger mit der Versicherung. Denn die fragte natürlich streng nach. Einerseits hatten wir die Versicherungssumme kurz vor dem Trainingslager verdoppelt, da unsere Räder unterversichert waren (und das schon seit Jahren!!!!). Da sie aber ein Triathlonrad kaufte, welches sehr teuer war, klärte sie das mit der Versicherung einfach mal ab und erfuhr dann das. Anderseits wurde Dinu’s Alltagsrad 2 Wochen zuvor direkt vor seiner Praxistür geklaut. 2 Velodiebstähle innert 3 Wochen nach dem Erhöhen der Schadenssumme, das war natürlich sehr verdächtig!
Am Montag gabs dann bereits wieder etwas Training für sie. Sie ging mit ihrem Bruder in einen Skillspark Trampolinspringen. Nach 60min kam sie mit hochrotem Kopf und Übelkeit zurück. Sie war es sich nicht mehr gewohnt, so lange und so intensiv zu springen.
In dieser Woche gabs dann für Tabea noch folgende Trainings: DI und MI: je 2h Rad, Do: 1.25h Spinning und 1h Schwimmen, FR: 1h Schwimmen. Dinu absolvierte am Donnerstag ein 100km Special. Es sah so aus, dass er im Krafttraining die Beinpresse ordentlich zum Glühen brachte, danach 2 min auf dem Laufband schnell rannte und das ganze 3x wiederholte. Danach gings ins Spinning und anschliessend lief er auf der Bahn noch einen Kilometer so schnell es ging.
Am Samstag gabs dann eine „gemütliche“ Rennrad-Ausfahrt um den Murtensee. Wenn Tabea gemütlich meint, fährt sie vorne in ihrem Triathlonlenker, während Dinu versucht hinten nach zu hächeln. Irgendwann fragte er: „Du, auf der Fläche 40km/h, ist das für dich jetzt gemütlich.“ Tabea meinte dann: „Ja, so einigermassen, dass Triathlonrad fährt so schnell, nicht ich“. Gemütlich war eher der Teil, wo wir leckere und teure Gelati assen und danach noch im Murten-See (laut Tabea: 16 Grad warm) baden gingen mit anschliessendem Sonnenbaden auf der Wiese. Nach einem Abstecher zu einer Kollegin gelangten wir wieder nach Hause.
Am Sonntagmorgen stand auf Facebook, dass heute „Tag der Welt“ sei und die Frage:„was tust du heute für die Welt?“. Also beschlossen wir nicht mit dem Auto an den Gürbetal-Duathlon zu reisen, sondern mit unseren Rädern.

 

Der  Gürbentaler Duathlon ist ein Anlass der Swiss Duathon Serie und von Kollegen von uns organisiert wird aber wir leider noch nie teilnehmen konnten. Zurück gelegt werden müssen 26.3km Rad und 7.8km Laufen. Wobei es zwischen dem Rad und Laufen 2h Pausen gibt, da das Rad als Einzelzeitfahren abgehandelt wird. Bei der Startnummerausgabe bekam bereits jeder Teilnehmer einen Sack voller toller Produkte mit Teigwaren, Tomatensosse, Shampoo und vielem mehr. Doch wie sollten wir das alles mit unseren Rennrädern wieder nach Hause transportieren?

 

Dinu startete in der Volkskategorie, währendem Tabea in der Hauptklasse startete. So waren unsere Starts ca. 30min auseinander.

 

Hier nun zu den beiden Erlebnisberichten:

 

Dinu:

Für mich war es das 1. Mal von einem Startpodest mit dem Rennrad loszudüsen und auch mein erster klassische Duathlon. Ich stand zwar schon 3 x auf so einem Start-Podest, aber jeweils mit den Inlines. Dementsprechend wackelig war es dort oben und ich klickte mit einem Schuh erst zu spät ein. Ich versuchte, so gut es ging bis zum 1. Anstieg Tempo zu machen. Beim 1. Anstieg überholten mich bereits die ersten, welche 15min vor mir gestartet waren. Ich drückte den Anstieg hoch, wobei der recht lang war. Bei der Abfahrt zeigte sich, dass ich doch noch recht unsicher bin und zu stark bremste. Kurz darauf war die 1. Runde bereits durch und ich konnte Tabea winken. Ich merkte, dass ich in den folgenden 2 Runden etwas langsamer wurde, was auch auf der Rangliste klar ersichtlich ist. Schliesslich hatte ich am Morgen noch etwas Muskelkater vom „gemütlichen“ Vortag. Nach meiner Zielankunft radelte ich noch etwas weiter, um ein paar Fotos von Tabea machen zu können, die ja noch auf der Strecke war. Als sie dann auch im Ziel war, ging es darum, sich zu verpflegen. Es gab 2h Pause bis zum Lauf. Einerseits war das zwar etwas mühsam, so lange zu warten ohne schläfrig zu werden, anderseits hatte man genügend Zeit, sich zu verpflegen und mit diversen Leuten zu sprechen. Irgendwann kamen wir noch auf die Idee, in die Gürbebadi zu gehen. Die Gürbe war noch Kälter wie am Vortag der Murtensee, wir sprangen ca 20min vor dem Laufstart ins Wasser und standen dann mit nassen Kleidern (ich schlotternd)  am  Start. Es gab 3 Runden zu absolvieren. Die Strecke war recht anspruchsvoll. 2 steile Anstiege, enge Kurven, enge Gässchen, aber mit einem tollen Panorama. Tabea und ich starteten etwa ähnlich schnell. Beim 1. Anstieg war dann aber Tabea recht rasch aus meinem Blickfeld verschwunden. In der Fläche drehte ich jeweils auf und kam Tabea wieder näher bis es wieder steiler wurde. In der 2. Runde verlor ich deutlich mehr auf Tabea. Auf der 3. Runde versuchte ich mein Tempo nochmals stark zu steigern und tatsächlich konnte ich sie irgendwann näher sehen. Tabea war schlussendlich ca. 15 Sekunden schneller. Dies zeigte aber doch, dass meine Laufform im Moment für meine Verhältnisse recht gut ist und der Plan mit dem 100km Lauf von Biel gut aufgehen sollte!

 

Tabea:

Mit müden Beinen stand ich an diesem Sonntagmorgen auf.  Die Rennradtour am Samstag hatte doch Spuren hinterlassen. Wir entschieden uns aber dennoch, mit dem Rad nach Mühleturnen zu fahren. Dies waren ca. 26km bis zum Startgelände – also ein perfektes Warm up. Ich studierte im vornherein natürlich kurz die Startliste und war erstaunt, wie viele starke Leute sich angemeldet habe. Darum räumte ich mir keine Chance auf eine gute Rangierung ein, auch wenn Dinu anderes behauptete. Ich fühlte mich ausserdem zu wenig erholt von den vergangenen 3 Wochen im Trainingslager. Daher war mein Ziel, den Wettkampf zu geniessen und das Ganze als schnelles Training anzusehen. Ich war daher überhaupt nicht nervös (was sogar Dinu mit Erstaunen bestätigen konnte!) und startete um 12:17 auf die 1. Runde der Radstrecke. 3 Runden mussten absolviert werden. Auf jeder Runde gab es 80hm zu erklimmen. Mir lag die Runde recht gut. Berghoch konnte ich gut raufdrücken und auch auf der Fläche kam ich zügig vorwärts. Meine Rundenzeiten waren alle praktisch gleichschnell, was zeigt, dass ich mein Rennen äusserst gut eingeteilt habe. Ich fuhr die 44min aber mehrheitlich im Schwellen- und anaeroben Bereich – aber ich fühlte mich gut dabei. Auf den letzten Metern gab ich noch alles, was ich an Kraft übrig hatte. Ich nahm null Rücksicht auf den Lauf am Nachmittag. Im Ziel erfuhr ich dann, dass ich im Moment 1. Frau sei. Da war ich dann schon sehr überrascht, denn ich konnte meine Leistung definitiv nicht einschätzen. Danach kamen aber noch 2 Frauen mit einer besseren Zeit ins Ziel – eine davon war Melanie Maurer (Duathlon Schweizermeisterin). Danach gabs fast 2h Pause bis zum Laufstart.
Es war so richtig heiss, so dass wir entschieden, in die Gürbe baden zu gehen. So sassen wir ca. 15min in der Gürbe und kühlten unsere Beine, danach gings noch ganz rein. Kurze Zeit später standen wir an der Startlinie zum 7.8km Lauf. Auch diese Runde war alles andere als Flach. Denn sie war mit 60 hm pro Runde (3 Runden) gespickt.  Es war heiss, trotz precooling und nassen Kleidern. Die erste Runde fühlte sich mühsam und sehr lang an. 2.7km können sich extrem ziehen. Vor allem spurteten die Meisten schnell los. Ich trottete hinten nach. Ich lief praktisch alles über dem Schwellenbereich, aber ich wusste, dass ich das ohne Probleme aushalten würde. Einzig die Hitze machte mir zu schaffen und so wurde meine letzte Laufrunde dann auch die Langsamste. Der letzte Kilometer war übel. Die Beine glühten, mein Kopf redete mir die ganze Zeit „Bullshit“ zu, welche ich versuchte mit guten Gedanken zu eliminieren. Das ist aber echt schwierig, finde ich. Hier einen kleinen Auschnitt aus meinen Gedanken auf den letzten 1000m: äs isch no so wit, i mag nümä, i reduziere iz z’Tempo/Nei, das chasch nid mache, du wirsch äs im Ziel bereue, jedi Sekunde/Äs ich ja nümä wit, was si scho 1000m/äs isch heiss, i cha nümä/sicher chasch no, äs si nur no 1000m/äs isch no so wit, äs si immer no 500m/Tabea dänk eifach mau nüd/due eifach seckle/Tabea dänk nüd/I dänkä nüd/I dänkä nüd/I dänkä nüd/immer no 300m – i cha nümä, i mag nümä, i sitze iz de grad ab/Tabea hör uf, Tabea dänk nüd/I dänk nüd/I loufe nur/I dänkä nüd/i wärtä nüd/no 200m bis zum Ziel/Shit i verrecke/Huere sch…./I muess drane bliebe/chum mach vorwärts/JEHHH Gschafft! Was für ein KampfJ

 

Es war ein Kampf, ein Kampf der sich aber sehr gelohnt hat. Als ich erfuhr, dass ich in meiner Altersklasse von 8 Frauen 1. wurde, freute ich mich natürlich sehr. Als ich aber dann noch erfuhr, dass ich sogar 2. schnellste Frau von allen 23 gefinishten Frauen war, war ich nur noch überrascht. So was hätte ich nie erwartet. Umso schöner ist es natürlich, wenn dann das Rennen so verläuft. Denn ich ging ohne Druck an den Start. Ich gab mein bestes und es ging auf, ohne eine Absicht gehabt zu haben, etwas zu gewinnen. Was mich aber dann doch erstaunte, dass ein paar meiner Kollegen im Vorfeld doch recht gehabt haben. Die meinten nämlich, dass ich Chancen fürs Podest hätte. Geglaubt habe ich das natürlich nicht, ich verwies sie auf die Startliste und liess sie schweigen!

Martin Ruegge und Tabea Zimmermann

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Chris Herzog - unser Hochzeitsfotograf
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